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61 τίς
τίς; τί; – gen. τίνος; bei Hom. τέο u. zsgz. τεῦ, att. τοῦ, – dat. τίνι; att. auch τῷ; – accus. τίνα; τί; – plur. τίνες; τίνα; – gen. τίνων; Hom. stets τέων; – dat. τίσι; – acc. τίνας; τίνα; – wer? welcher? (die Stelle des alten verloren gegangenen ΠΟ'Σ vertretendj was für einer? u. neutr. was? was für eines? von Hom. an überall; – a) in directer Frage; substantivisch, allein stehend: τίς τ' ἂρ τῶν ὄχ' ἄριστος ἔην; Il. 2, 761; τίς δὲ σύ ἐσσι; 6, 123; auch τίς δ' οὗτος ἔρχεαι; wer bist du, der da kommt? 10, 82; τίς πόϑεν εἶς ἀνδρῶν, oft; Pind. u. Tragg.: τίς φήσειεν ἄν; Aesch. Prom. 500; τίνα φῶ λεύσσειν τόνδε, wen soll ich sagen, daß ich da sehe, 560; vgl. Ch. 108. 116 Spt. 279 Pers. 876; τίς οὖν ταῦτα πίϑοιτο; wer möchte dies nun glauben? Spt. 1057; Soph. τίς γὰρ οὐκ ἂν ὀργίζοιτο, O. R. 339; O. C. 392; τίς ἀνδρῶν κατάσχοι; Ant. 600; τί πάϑω; τί φῶ; O. C. 216. 311; in Prosa: τίν' αὐτὸν φήσομεν εἶναι, Plat. Phaedr. 278 e; τίνα ἦν τὰ λεχϑέντα, Phaed. 58 c; auch τί οὖν δή ἐστιν ἅττα εἶπεν; 57 a; – wenn sich τί auf etwas Vorhergehendes bezieht, dessen genauere Bestimmung durch die Frage veranlaßt werden soll, tritt besonders bei den Komikern der Artikel dazu, τὸ τί; Ar. Pax 696 Nubb. 776 Av. 1039; auch τὰ τί; Pax 693; – adjectivisch, mit einem subst. verbunden: τίς δαίς, τίς δὲ ὅμιλος ὅδ' ἔπλετο; Od. 1, 225; τίς γῆ, τίς δῆμος, τίνες ἀνέρες ἐγγεγάασιν; 13, 233; τίς δαίμων; 17, 446; τέων αὖτε βροτῶν ἐς γαῖαν ἱκάνω; in welcher Menschen Land? 6, 119; τίς τρόπος; ποινὰ τίς; Pind. Ol. 8, 63 P. 4, 63, vgl. Ol. 2, 2, u. sonst; τίς ἀχώ, τίς ὀδμὰ προςέπτα μ' ἀφεγγής; Aesch. Prom. 115; τίς γῆ; 560; τίνος πρὸς ἀνδρὸς τοῦτ' ἄχος πορσύνεται; Ag. 1224, u. oft; τίς προςήγαγεν χρεία; τίς ὁρμή; τίς ἀνέμων ὁ φίλτατος; Soph. Phil. 236; τίνων ἀνδρῶν πόλιν; O. C. 2, u. oft; τίν' εἶπας τόνδε μοι λόγον; was sprachst du mir da für eine Rede? fr. 184; u. in Prosa, τῷ τρόπῳ γίγνεται; Plat. Phaedr. 276 a u. sonst. – Es finden sich auch zwei τίς in einem Fragesatze vereinigt, ἐκ τίνος τίς ἐγένετο; d. i. wer ist er, und von wem stammt er? u. ähnlich πῶς τί; vgl. Heind. Plat. Hipp. mai. 297 e; ἡ τίσι τί ἀποδιδοῦσα τέχνη δικαιοσύνη ἂν καλοῖτο, Rep. I, 332 d; so auch das oben erwähnte τίς πόϑεν εἶς ἀνδρῶν. – b) in indirecter Frage; sowohl mit dem tempus und modus, die in directer Frage stehen würden, als mit dem optat. der indirecten Rede; ἠρώτα δὴ ἔπειτα, τίς εἴη καὶ πόϑεν ἔλϑοι, Il. 15, 423. 17, 368; τέρμα τῆς ἐμῆς πλάνης δεῖξον τίς ἔσται τῇ ταλαιπώρῳ χρόνος; Aesch. Prom. 626; ὡς μάϑῃ, τί χρὴ δρῶντ' ἢ λέγοντα δαίμοσιν πράττειν φίλα, 662; οὐκ ἔχω τί φῶ, Ch. 89, wie Soph. O. C. 318; ὅταν σ' ἐρωτᾷ, τίς τε καὶ πόϑεν πάρει, Phil. 56; ὅπως είδῶ, τίς εἶ, 238; ὅςτις Λάϊον κάτοιδεν, ἀνδρὸς ἐκ τίνος διώλετο, O. R. 225; u. in Prosa: σκεπτέον, τί τὰ συμβαίνοντα, Plat. Gorg. 508 b; ἠρώτων αὐτούς, τίνες εἶεν, Xen. An. 4, 5, 10, vgl. 4, 7, 4, u. oft; μάϑε αὐτῶν, τίνες εἰσίν, 4, 8, 5; εἰπέ, τίνα γνώμην ἔχεις, 2, 2, 10; οἱ ἱππεῖς ἤλαυνον ἐπὶ λόφον τινά, ὡς προΐδοιεν, τί τἄμπροσϑεν εἴη, Hell. 2, 4, 13; vgl. An. 1, 10, 14 und die oben aus Plat. Phaed. 57 a angeführte Stelle, wie Gorg. 508 b, wo Heindorf mehrere Beispiele eines solchen auf einen Plural bezogenen τί beibringt; τί ποτ' ἐστὶν ἃ διανοούμεϑα; τί ποτ' ἐστὶ ταῦτα; Theaet. 154 e 155 c. – Zur Verstärkung der Frage werden γάρ, οὖν, ποτέ u. ähnliche Wörter hinzugesetzt, die unter den betreffenden Artikeln nachzusehen sind. – Ἐς τί; bis wann? wie lange? Il. 5, 465; ἦλϑες δὲ κατὰ τί; weshalb? zu welchem Zweck? Ar. Nubb. 240 Pax 192; ἐκ τίνος ἐπλήγης, weshalb? Xen. An. 5, 8, 4. – Zuweilen drückt es Staunen und Unwillen aus, bes. τί τοῦτο; τί χρῆμα; ἔα τί τοῦτο; u. dgl., Valck. Eur. Hipp. 905. – Τί; steht oft absol., wie? wozu? warum? Il. 1, 362. 414. 3, 399. 4, 371; oft bei den Tragg., z. B. τί ταῦτα πενϑεῖν δεῖ; Aesch. Ag. 553; τί δ' οὔκ; warum nicht? Pers. 976; τί μή; Ag. 658; τί δ' ἐς δόμους ἄγεις με; Soph. El. 1485; u. in Prosa: τί δή; warum denn? Plat. Gorg. 469 a; νῦν τί ἥκεις; Conv. 213 c; τί γὰρ ἄν τις τούς γε φαύλως διατρίβοντας ἐν φιλοσοφίᾳ λέγοι, Theaet. 173 c; Xen. An. 2, 4, 3. 3, 4, 39 u. sonst; so macht besonders τί δέ; τί δὲ δή; einen lebhaften Uebergang von einem Gegenstande auf einen andern, wie nun? quid vero? vgl. Soph. O. R. 941 Phil. 419; oft bei Plat. τί γάρ; warum nicht? Phaedr. 258 d Theaet. 209 b u. sonst; auch τί οὐκ, wie quidni, quin, als Aufforderung gebraucht, τί οὖν οὐ διηγήσω ἡμῖν τὴν ξυνουσίαν; d. i. so erzähle uns doch, Prot. 310 a Phaed. 86 d Conv. 173 b; vgl. Ar. Lys. 1103; – τί μήν; warum denn nicht? wie sollte es nicht? wie anders? Plat. u. A. häufig; τί τοῦτο; was soll das? was heißt das? – Besonders merke man noch das bei Plat. eingeschaltete τί; in welcher Beziehung? τῶν τί σοφῶν εἰσὶν οἱ ζωγράφοι ἐπιστήμονες; Prot. 312 d (vgl. das enklitische τις). Die Griechen erreichen bes. durch τί mit einem partic. so eine Kürze, die wir nicht gut wiedergeben können, τί ἂν ποιοῦντες εὐτυχοῖεν; was thuend, möchten sie wohl glücklich sein? d. i. was müssen sie thun, um glücklich zu werden? καταμεμάϑηκας οὖν τοὺς τί ποιοῦντας τὸ ὄνομα τοῦτο ἀποκαλοῦσιν; hast du bemerkt, was die Leute thun, welche man mit diesem Namen nennt? Xen. Mem. 2, 2, 1; über τί μαϑών, τί παϑών s. diese Verba. – Τίς, τί steht im Griechischen nicht immer am Anfange des Fragesatzes, δειμαίνει δὲ τί; Eur. Hipp. 524, wie Troad. 74 I. A. 671 u. oft. – Uebrigens wird τί nie elidirt, nach Schäfer melet. p. 135 in Prosa auch τίνα nicht; den Komikern ist nach τί der Hiatus gestattet, in gewissen Verbindungen wenigstens, wie τί οὖν; τί εἶπας; auch die Tragg., vgl. Buttm. Soph. Phil. 733, Pors. Eur. Phoen. 892, Monk. Eur. Hipp. 975. – Die Formen τίς und τί nehmen niemals den Gravis an. – Auf die Construction des Satzes hat das Wort niemals auch nur den geringsten Einfluß; sondern für jedes beliebige Nomen tritt die entsprechende Form von τίς ein, ohne die mindeste Aenderung der Construction. Diese Regel gilt aber nicht bloß für τίς, sondern für alle Griechischen Fragewörter, mutatis mutandis; die fragenden Adverbien, mit denen Ergänzungsfragen gebildet werden, wie πῶς, ποῦ, treten für Adverbien oder ihnen syntactisch gleichwerthige Ausdrücke, z. B. Präpositionen mit Casus ein, ohne Aenderung der Construction; die fragenden Adverbien, mit denen Entscheidungsfragen gebildet werden, wie ἆρα, ἦ, εἰ, πότερον, treten ohne Aenderung der Construction ein, verdrängen aber kein Wort, weil keines da ist, welches sie verdrängen könnten. Man mag die Regel ganz allgemein so ausdrücken: Im Griechischen darf für jedes Wort ein fragendes Correlativum eintreten, ohne Aenderung der Construction; ἆρα ἐνίκησε z. B. ist fragendes Correlativum zu dem nicht fragenden ἐνίκησε. Dasselbe läßt sich auch so ausdrücken: Im Griechischen werden alle Fragen genau so construirt wie die zugehörigen Antworten. In diesem Sachverhalte liegt auch der Grund, weshalb ein Satz, wie oben bemerkt, mehrere Fragen enthalten kann; man faßt das gewöhnlich sehr verkehrt als »Verschränkung« von Sätzen auf; der Sprechende macht aber ganz einfach von seinem Rechte Gebrauch, für jedes Wort ein fragendes Correlativum eintreten zu lassen. Τίς τί πότε πῶς ἐποίει ist gutes Griechisch, und ein einziger, auch ursprünglich nur ein einziger Satz, keine Mischung von Sätzen.
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62 τίθημι
τίθημι (ΘΕ), 2. Pers. praes. bei Hom. immer τίϑησϑα, auch impf., Od. 9, 404, inf. τιϑήμεναι für τιϑέναι, Il. 23, 83. 247, τιϑέμεν Hes. O. 746; imperf. ἐτίϑην, τίϑεσαν, Od. 22, 456, in der Iterativform τίϑεσκον, und (von τιϑέω) ἐτίϑουν, ἐτίϑει u. τίϑει, Hom. u. Folgde im gew. Gebrauch, Pind. hat auch praes. τιϑεῖς, P. 8, 11, wie τιϑεῖ Minnerm. 1, 6. 3, 7; fut. ϑήσω, aor. ἔϑηκα u. ἔϑην, conj. ϑῶ, ϑέωμεν, Od. 24, 285, zweisylbig auszusprechen, auch ϑείω, Il. 16, 83. 437 Od. 1, 89, ϑείομεν für ϑείωμεν = ϑῶμεν, Il. 23, 244. 486 Od. 13, 364, sing. ϑήῃς, Il. 16, 96, in der Od. aber schreibt Wolf ϑείῃς, ϑείῃ, int. ϑέμεναι, selten ϑέμεν, wie Hes. O. 61. 67 u. öfter bei Pind.; perf. τέϑεικα; – med. τίϑεμαι, part. auch τιϑήμενος, Il. 10, 34, impf. ἐτιϑέμην, Hom. Il. u. Folgde; fut. ϑήσομαι, aor. I. ·ἐϑηκάμην, ϑήκατο, Il. 10, 31, Hes. Sc. 128, ϑηκάμενος Pind. P. 4, 29. 113; att. nur aor. II. ἐϑέμην, opt. ϑεῖτο, Od. 17, 225, imper. ϑέο, 10, 333, – pass. aor. ἐτέϑην, fut. τεϑήσομαι, perf τέϑειμαι, kommen bei Hom. noch nicht vor, – setzen, stellen, legen, zunächst – 1) im örtlichen Sinne, an einen bestimmten Ort hinsetzen, hinlegen, hinbringen, φύσας μέν ῥ' ἀπάνευϑε τίϑειπυρός, Il. 18, 412; πυρὸς ἐγγὺς εὐνήν, Od. 14, 518; ἅρματα δ' ἂμ βωμοῖσι τίϑει, Il. 8, 441, wie κλάδους βωμοὺς ἐπ' ἄλλους ϑές Aesch. Suppl. 478; u. so zu erklären οὐχ ἱκετηρίαν οὐδεὶς τριήραρχος ἔϑηκε, sc. ἐπὶ τῷ βωμῷ, eigtl. den Zweig, das Zeichen der Hülfeflehenden auf den Altar legen, Dem. 18, 107; κλῶνας ἐξ ἀμφοῖν χεροῖν τιϑεὶς ἐλάας, Soph. O. C. 485. – Von den Präpositionen, die damit verbunden werden, ist zu merken, daß sehr gewöhnlich ἐν dabeisteht, so daß ähnlich, wie beim lat. ponere, collocare in aliquo loco, mit dem Stellen u. Legen zugleich das darauf folgende Sein od. sich Befinden am Orte ausgedrückt wird, ἐν κίστῃ ἐτίϑει ἐδωδήν, Od. 6, 76; ἱστία ϑέσαν ἐν νηΐ, Il. 1, 433; πρώτας ἐν γαίῃ ϑέσαν, 12, 260; ἐν πυρῇ νεκρόν, 23, 165; ἐν τείχει ϑέσαν, Pind. P. 3, 38; ταῠτ' ἐν μέσῳ τίϑημι, Aesch. Ch. 143; πόδα ἐν χέρσῳ, Suppl. 32; ἐν μέσῳ σκάφει ϑέντες σφε, Soph. Trach. 801; ἐν τάφῳ τιϑεῖσα, Ant. 500; auch εἰς ταφὰς ἐγὼ ϑήσω, Ai. 1089; bes. ἐν χερσὶ τίϑει, Il. 1, 585; ἐν χείρεσσ' Οδυσῆϊ τίϑει, 10, 529, u. öfter, was so geläufig war, daß es den allgemeinen Begriff des Einhändigens, Darreichens, Gebens erhielt, u. auch ἵππον ἐν χείρεσσι τίϑει Μενελάου gesagt wurde, Il. 23, 597; vgl. noch σπείσας δ' αἴϑ οπα οἶνον Ὀδυσσῆϊ ἐν χείρεσσιν ἔϑηκεν, Od. 14, 448. – Daran reihen sich ursprünglich auch örtlich zu nehmende, auf das Geistige gehende Vrbdgn: ἄλλῳ δ' ἐν στήϑεσσι τιϑεῖ νόον εὐρύοπα Ζεύς, Il. 13, 732; νόον, ὅν τινά οἱ νῠν ἐν στήϑεσσι τιϑεῖσι ϑεοί, Od. 2, 124; ϑυμὸν ἐνὶ στήϑεσσι ϑεοὶ ϑέσαν, Il. 9, 637, u. ä., Einem einen Gedanken, einen Rath. Muth in die Seele legen, eingeben. Auch med., ἐν, στήϑεσσι ϑέτο ϑυμόν, Il. 9. 629, αἰδῶ καὶ νέμεσιν, ἔν φρεσὶ ϑέσϑαι, 13, 121, vgl. 15, 561. 660; ähnlich κότον ϑέσϑαι τινί, gegen Einen Groll bei sich festsetzen, ihm fortwährend grollen, 8, 449; ϑέσϑαι ϑυμὸν ἄγριον ἐν στήϑεσσιν, Zorn in der Brust festsetzen, ἐν ϑυμῷ τίϑεν, Pind. P. 3, 65; u. ohne acc., ἐν φρεσὶ ϑέσϑαι, bei sich festsetzen, im Herzen beschließen, worauf bedacht sein, c. int., Od. 4, 729. – Selten εἰς, Il. 23, 704. 24, 795. 297; τίϑεμαι εἰς καρδίην, M. Arg. 2 (V, 32); Soph. vrbdt ὡς ἐς πυράν με ϑῇς, Trach. 1254; εἰς χεῖρα Τεύκρου δεξιὰν φιλοφρόνως ϑείς, Ai. 739; εἴ τις ϑεῶν ἄνδρα ἕνα ϑείη εἰς ἐρημίαν, Plat. Rep. IX, 578 e; ψυχἡν είς τὸ μέσον α ύτοῠ ϑείς, Tim. 34 b, vgl. Legg. IV, 719 a; auch λόγους ψιλοὺς εἰς μέτρα τι ϑέν τες, II, 669, d, Prosa in Verse bringen. – Ἐπί τινος, Od. 6, 202; Aesch. Pers. 188; Plat. Conv. 222 c; auch ἐπί τινα und ἐπί τινι; übertr., ἐπὶ φρένα ϑῆχ' ἱεροῖσιν, er richtete seinen Geist, seine Aufmerksamkeit auf die Opfer, Il. 10, 46; σίδαρον ἔπὶ κάρα τιϑεῖσα κούριμον, Eur. Or. 964; τὰ ἱμάτια ϑήσει ἐπὶ τὸν ϑρόνον, Her. 1, 9; u. med., κρέα ϑέμενος ἐπὶ τὰ γόνατα, er legte sich das Fleisch auf die Kniee, Xen. An. 7, 3, 23. – Ἀνά τινι, Il. 8, 441. – Ὑπό τινι, Il. 24, 644; δέμνι' ὑπ' αἰϑούσῃ ϑέμεναι, Od. 4, 297, auch ὑπό c. accus., Od. 4, 445. – Ἀμφ' ὤμοισι τιϑήμενον ἔντεα, Il. 10. 34, wie Eur. Med. 1160. – Auch mit dem bloßen, dat., κολεῷ μὲν ἄορ ϑέο, Od. 10, 333. 13, 364 u. sonst. – Ποῦ σφε ϑήσομεν χϑονός, Aesch. Spt. 993; μὴ χαμαὶ τιϑεὶς τὸν σὸν πόδα, den Fuß auf die Erde setzen, Ag. 880; übh. τιϑέναι πόδα für gehen, Ar. Thesm. 1100; vgl. πόϑι γεραιὸν ἴχνος τίϑημι; Eur. Phoen. 1710; Andr. 547 I. T. 32; ϑὲς εἰς χορὸν ἴχνος El. 859, u. öfter. – 2) einsetzen, errichten, aufstellen, gründen, βωμόν, Pind. Ol. 13, 82, στάλαν, N. 4, 81, wie Pol. 25, 1, 72 im med., στήλην τίϑεσϑαι, für sich aufrichten. ϑεμείλια, Il. 12. 29. auch von Pflanzen, φυτά, einsetzen, Xen. Oec. 19, 7; – ἀγάλματα, Weihgeschenke im Tempel aufstellen, Od. 12, 347, vgl. Il. 6, 92; Eur. ὑψηλῶν ἐπὶ νηῶν τέϑεικε σκῠλα πλεῖστα βαρβάρων, El. 7; V alck. Phoen. 577; Wolf Dem. Lept. p. 307. – Vom Künstler, arbeiten, darstellen, ἐν δ' ἐτίϑει νειὸν μαλακήν, Il. 18, 541. 550 u. öfter, vom Hephästus, der den Schild arbeitet; παράδειγμα ϑέσϑαι αὐτό, als Beispiel aufstellen, Plat. Soph. 218, d. – Bes. al τέρματα, ein Ziel stecken, aufstellen, festsetzen, Il. 23, 333 Od. 8, 193 u. sonst; auch τιμήν τινι, Einem eine Ehre bestimmen, zuerkennen, Il. 24, 87. – b) ἀγῶνα, einen Wettkampf ansetzen, festsetzen, κοινοὺς ἀγῶνας ϑέντες, Aesch. Ag. 819; Plat. Menex. 249 b; ἀγῶνα ἔϑηκε, Xen. An. 1, 7, 10; Ἡρακλέα τὸν Ὀλύμ πιον ἀγῶνα ϑεῖναι, Pol. 12, 26, 2. Aehnlich ἀέϑλων κρίσιν καὶ πενταετηρίδα ϑῆκε, Pind. Ol. 3, 22; u. im med., ϑυσίαν ϑέμενοι, Ol. 7, 42; τὰ Πύϑια δι' ἑαυτοῦ ϑεῖναι, sie anstellen u. feiern, so daß er der Ordner ist, Dem. 5, 22, vgl. 9, 32; Bast ep. crit. p. 72. Häufiger noch von den Kampfpreisen, sie aussetzen, ἄεϑλα, Il. 23, 263. 653. 700; ἀέϑλιον, 748; γυναῖκα, βοῦν, δέπας, σόλον, τεύχεα, τόξον, Il. 23, 263. 656. 826 Od. 11, 546. 21, 74; τὰ ἆϑλα τίϑεται, Thuc. 1, 6. So auch ϑεῖναι εἰς μέσσον, Il. 23, 704 (vgl. oben); τιϑέναι εἰς τὸ κοινόν, zum Gemeingut machen, zum Genuß für Alle preisgeben. – c) übh. anordnen, festsetzen, bestimmen; ϑεσμόν, Aesch Eum. 462; πάντα παγκάλως ἔϑεσαν, Pers. 775; τὰ δ' ἄλλα φροντὶς ϑήσει δικαίως, Ag. 881; πρὶν ἄν τις οὕτω λόγον τιϑῇ καὶ διακοσμῇ, Plat. Phaedr. 277 c; – νόμον τιϑέναι, ein Gesetz geben, von dem, der nach eigenem Gutdünken Gesetze giebt, oder dem Gesetzgeber, der vom Volke dazu erwählt ist und für das Volk die Gesetze schreibt; so von Solon, Plat. Rep. I, 339 c; Dem. 24, 102. 22, 30 u. A.; u. pass., τοῖς τεϑήσεσϑαι μέλλουσι νόμοις, Plat. Legg. V, 730 b. Dagegen im med. sich ein Gesetz machen, geben, vom Volke bei demokratischer Verfassung, der gewöhnlichste Ausdruck, wo von griechischer Gesetzgebung die Rede ist, τίϑεται τοὺς νόμους ἑκάστη ἡ ἀρχὴ πρὸς τὸ αὑτῇ συμφέρον, Plat. Rep. I, 338 e. – Auch absolut, verfügen, verordnen, οὕτω νῦν Ζεὺς ϑείη, so verfüge, gebe es jetzt Zeus, Od. 8, 465. 15, 180; auch med., καλῶς ἔϑεντο ταῠτα πατέρες, Eur. Or. 511; c. inf., befehlen, τήν οἱ Θέτις ϑῆκ' ἐπὶ νηὸς ἄγεσϑαι, Il. 16, 223; vgl. Pors. Eur. Or. 1662 u. Seidl. Troad. 1066. So von Lykurg oft bei Xen. Lac. 1, 5 ff. ἔϑηκε mit folgdm acc. c. inf. – Auch als Strafe festsetzen, χαλεπώτερα ϑεῖναι, Dem. 22, 30. – Τέλος ϑέμεν, ein Ende machen, Pind. Ol. 2, 17; τέλος δ' ἔϑηκε Ζεὺς ἀγώνιος καλῶς, Soph. Trach. 26; κήρυγμα ϑεῖναι, Ant. 8, eine Bekanntmachung durch den Herold erlassen; und med., ὅρον ἄλλον ϑέμενος, Plat. Legg. V, 739 d; ἐκ τούτων τὰ δίκαια τίϑενται καὶ ταύτῃ τὴν εἰρήνην ὁρίζονται, Dem. 8, 8. – Aehnlich ἐν ἀπόρῳ εἴχοντο ϑέσϑαι τὸ παρόν, Thuc. 1, 25, Anordnungen zu treffen (s. unter 5). – d) ὄνομα ϑεῖναί τινι, einen Namen für Einen festsetzen, ihm einen Namen beilegen, geben, Od. 19, 403; gewöhnlich im med. (eigtl. seinem Kinde), ὄνομα ϑέσϑαι, 19, 406. 18, 5; τί δῆτα αὐτοῖς ὄνομα ϑήσονται βροτοί; Aesch. frg. 6; Plat. Crat. oft u. sonst; auch ohne ὄνομα, Theaet. 157 b. – e) beisetzen, von Todten, τὰ ὀστᾶ φασι τεϑῆναι ἐν τῇ Ἀττικῇ, Thuc. 1, 138; ἐν τῷδε τῷ μνήματι ἐτέϑησαν, Plat. Menex. 242 c; Xen. Cyr. 8, 7, 6. – f) Geld niederlegen bei Einem, bes. als Pfand, Plat. Legg. VII, 820 e; φιάλην λαβόντες καὶ ϑέντες ἐνέχυρα μετὰ χρυσίων, Dem. 41, 11, vgl. 52, 4; das med. wird vom Gläubiger gebraucht, als Pfand nehmen, also ὁ ϑείς, der ein Pfand niederlegt, ὁ ϑέμενος, der, bei dem er es niederlegt, Plat. Legg. VII, 820 e; vgl. Lob. Phryn. 468; χρήματα ϑέσϑαι παρά τινι, Geld bei Einem niederlegen, es ihm anvertrauen, Her. 6, 86, 1. Auch Geld erlegen, bezahlen, εἰςφοράς, Dem. 22, 42. 44; τὸν μὴ δυνάμενον τὰ ἑαυτοῠ ϑεῖναι οἴκοϑεν εἰς τὸ δεσμωτήριον ἕλκεσϑαι, 56; κἀκεῖ τὸ μετοίκιον τέϑεικε, 29, 3; τόκον τιϑέναι, Zinsen entrichten, 41, 9 u. öfter. – 3) τὴν ψῆφον τιϑέναι ist eigentlich das Rechensteinchen aufs Brett setzen, damit rechnen, zählen, vgl. Plat. Legg. II, 674 e. Dah. ψῆφον τίϑεσϑαι, sein Stimmtäfelchen abgeben, bes. bei Wahlen und gerichtlichen Abstimmungen; ψῆφον ἐπὶ φόνῳ ϑέσϑαι, Eur. Or. 754; ψῆφον δ' εὔφρον' ἔϑεντο, Aesch. Suppl. 631. 634; Xen. An. 1, 3, 17, übh. seine Meinung, sein Urtheil abgeben; eben so τίϑεσϑαι τὴν γνώμην περί τινος, seine Meinung worüber sagen, Her. 7, 82 u. sonst; daher τίϑεσϑαί τινι, sc. ψῆφον, Einem sein Stimmtäfelchen, seine Stimme geben, beistimmen, κἀγὼ ταύτῃ τῇ γνώμῃ τίϑεμαι, auch ich stimme dieser Meinung bei, Soph. Phil. 1434. – Dah. übertr., meinen, wofür ansehen, es setzen als, τοῠτ' ἐκείνης τίϑημι ἀντίστροφον ἅπαν, Plat. Phil. 51 e; οὐ τίϑημ' ἐγὼ ζῆν τοῠτον, Soph. Ant. 1151, ich erachte das nicht, daß der lebt, das nenne ich nicht ein Leben; δαιμόνιον αὐτὸ τίϑημ' ἐγώ, El. 1262. – Auch annehmen, voraussetzen, für ausgemacht annehmen; ϑῶμεν δύο εἴδη τῶν ὄντων, Plat. Phaed. 79 a; ϑήσω δὲ ἀδικοῠντα, Dem. 23, 76, vgl. 22, 44; mit folgdm acc. c. inf., τίϑημι στασιάζειν αὐτούς, Isocr. 4, 145; ϑήσω τοίνυν ἐγὼ μὴ τοιοῦτον εἶναι τοῦτο, ich will nun annehmen, dies sei nicht so, Dem. 20, 20; τιϑῶμεν γὰρ ταῦτα, Din. 1, 68; vgl. Schäf. D. Hal. C. V. 287; καὶ ἐμὲ κοινωνὸν τῆς ψήφου ταύτης τίϑετε, Plat. Rep. V, 450 a, betrachtet mich als beistimmend; ὡς λέγοντά με τίϑετε, IX, 560 c, vgl. Prot. 343 e; τὰς βλάβας πάσας ἀδικίας τιϑείς, Legg. IX, 861 e. – So auch im med., τὴν τοιαύτην δύναμιν ἀνδρείαν ἔγωγε καλῶ καὶ τίϑεμαι, Plat. Rep. IV, 430 b; ϑέμενος ἡδονὴν εἶναι τἀγαϑόν, Phil. 13 b; τιϑέμενος ψυχὴν εἶναι γένεσιν ἁπάντων πρώτην, Legg. X, 899 c, vgl. Theaet. 158 a Phil. 66 d, Φιλοκράτην μόνον τοιοῦτον εἶναι τίϑεμαι, Dem. 25, 44. – 4) Etwas an einen Platz stellen, oder in eine Klasse setzen, wozu rechnen, auch im med., τίϑεσϑαί τινα ἐν τιμῇ, Einen in Ehren halten, Her. 3, 3; ἐν δόξᾳ ϑέμενος, es als Ruhm erachtend, Pind. Ol. 11, 63; τίϑεσϑαί τι ἐν αἰσχρῷ, Etwas unter die schändlichen Dinge zählen, es für schändlich halten; τίϑεσϑαί τινα ἐν φιλοσόφοις, unter die Philosophen rechnen, vgl. Valck. Diatr. p. 8 f; bes. ἐν μέρει τινός, übh. wofür halten, ansehen, εἰ ἐν ἀρετῆς καὶ σοφίας τίϑης μέρει τὴν ἀδικίαν, Plat. Rep. I, 348 e, vgl. Phil. 31 c; ἐν τοῖς μεγίστοις ὠφελήμασι καὶ τόδε ἐγὼ τίϑημι, Xen. Ages. 7, 2; Thuc. 1, 35; εἰς ἄλλην ἢ τὴν τοῦ ἀγαϑοῦ μοῖραν αὐτὴν τιϑέντες, Plat. Phil. 54 d; εἰς δύο αὐτὰ τίϑεμεν ἐναντία ἀλλήλοιν εἴδη, Polit. 306 c, wir rechnen es zu zwei einander entgegengesetzten Arten; ἐὰν εἰς ταὐτὸν ἀριστοκρατικὸν καὶ βασιλικὸν ϑῶμεν, Rep. IX, 587 d; εἰς ἀνϑρώπων ἤϑη, VI, 580 d; εἰς ταύτην τίϑεμαι τὴν τάξιν αὐτόν, Dem. 23, 24; τοὺς τυράννους εἰς τὸν δῆμον ϑήσομεν, τοὺς δὲ ὀλίγα κεκτημένους εἰς τοὺς πλο υσίους, Xen. Mem. 4, 2, 39; auch c. gen., καὶ ἐμὲ ϑὲς τῶν πεπεισμένων, rechne auch mich zu den Ueberzeugten, Plat. Rep. IV, 424 c; ἀριϑμὸν τῶν ὄντων τίϑεμεν, Soph. 238 a; ἆρ' οὐ τοῦ σώματος ἕκαστα τίϑης, beziehst du es nicht auf den Körper? Theaet. 184 e; τῆς ἡμετέρας ἀμελείας ἂν ϑείη, Dem. 1, 10. Auch μνήμην καὶ ἐπιστήμην τῆς αὐτῆς ἰδέας τιϑέμενος, Plat. Phil. 60 d. – Dah. übh. wofür halten, ansehen, gew. im med., zur Bezeichnung der bloßen Subjectivität des Urtheils, τί δ' ἐλέγχεα ταῦτα τίϑεσϑε; warum haltet ihr das für Schimpf? Od. 21, 333; ἀσχολίας ὑπέρτερον ϑήσομαι, höher halten, vorziehen, Pind. I. 1, 3; μὴ 'πίπροσϑε τῶν ἐμῶν τοὺς σοὺς λόγους ϑῇς, Eur. Suppl. 515; in Prosa oft; εὐεργέτημ' ἂν ἔγωγε ϑείην, Dem. 1, 10; μηδὲ τοῠτ' ὡς ἀδίκημα ἐμὸν ϑῇς, sieh es nicht als ein Unrecht an, das ich gethan habe, 18, 193; περὶ ἐλάττονος ϑέσϑαι, geringer achten, Lys. 6, 45; τὴν Σκῦρον οὐδαμοῦ τίϑης, Eur. Andr. 209, d. i. du achtest Skyros gar nicht, wie μὴ ϑῆται παρ' οὐδὲν τὰς ἐμὰς ἐπιστολάς, für Nichts achten, I. T. 732, und παρ' οὐδὲν τίϑεσϑαι τὰ ἡμέτερα πράγματα, Luc. Vit. auct. 13, vgl. sacrif. 3; ἐν οὐδενὶ λόγῳ, Plut. Brut. 45; oft bei Pol., ἐν μεγάλῳ τίϑεσϑαί τι 3, 97, 4, οὐκ ἐν μικρῷ τίϑεσϑαί τι 9, 13, 8, ἐν πλείστῳ 40, 4, 6, ταῦτα ἐν ἐλάττονι τούτου 4, 6, 12; ἡγεμόνα ϑετέον ἄριστον Ἀμίλκαν τῶν τότε γεγονέναι, 1, 64, 6, man muß erachten, daß er der beste Feldherr gewesen ist; εἰς ἀνανδρίαν τιϑέασι τὰ τοιαῠτα τῶν ἐγκλημάτων, 6, 37, 10, wofür annehmen; εἰς τὴν τύχην, dem Schicksal zuschreiben, auf Rechnung des Schicksals schreiben; bei Dem. 27, 34, τὰ ἀναλώματα πλείω τιϑείς, höher anschlagend; vgl. Lys. 32, 28. – 5) an die unter 2 aufgeführten Beispiele reiht sich die Bdtg einsetzen, machen, verursachen, stiften; φιλότητα μετ' ἀμφοτέροισι τίϑησι Ζεύς, Il. 4, 83, woraus sich, im med. bes. bei Pind. u. den Tragg., ein umschreibender Gebrauch erklärt, σκέδασιν ϑεῖναι, Zerstreuung anrichten, = σκεδάσαι, zerstreuen, Od. 1, 116. 20, 225; κρύφον = κρύπτειν, σπουδὴν ἀμφί τινος = σπουδάζειν, Pind. Ol. 2, 97 P. 4, 276; αἶνον = αἰνεῖν, N. 1, 5; ἐπιστροφὴν ϑέσϑαι = ἐπιστρέφεσϑαι, Soph. O. R. 134; τάφον ϑοῦ = ϑάψον, O. R. 1448; συγγνωμοσύνην, Trach. 1255, vgl. Ai. 13; φροντίδα κεδνὴν ϑώμεϑα, Aesch. Pers. 139, u. sonst bei Tragg. Aehnl. bes. bei Pol. u. Sp. συνϑήκας, εἰρήνην πρός τινα τίϑεσϑαι, Pol. 1, 11, 7. 5, 4, 7; ὅρκον, πίστεις, 5, 60, 10. 7, 7, 1; ἀρὰς κατά τινος, Plut. Thes. 35. – Aber πόλεμον ϑέσϑαι ist = den Krieg ruhen lassen, beilegen, Plat. Menex. 245 e; u. ähnl. τίϑεσϑαι τὰ πρός τινα, den Streit mit Einem beilegen, Pol. 5, 60, 9, vgl. 8, 23, 5. – Und wie es in diesen Vrbdgn dem ποιεῖσϑαι entspricht, so heißt es übh. Etwas in eine Lage setzen, wozu machen, einrichten; – a) von Personen; in ein Amt einsetzen, ϑεῖναί τινα μάντιν, ἱέρειαν, ἀρχέπολιν, Od. 15, 253 Il. 6, 300, Pind. P. 9, 54; βασιλῆα, δέσποιναν, Ol. 13, 21 P. 9, 7; μὶν αἰχμητὴν ἔϑεσαν ϑεοί, Il. 1, 290; ἀλλά μ' ἔφασκες Ἀχιλλῆος ϑείοιο κουριδίην ἄλοχον ϑήσειν, Iliad. 19, 298, mich zur Frau des Achilles zu machen, die Heirath zu vermitteln, während ϑέσϑαι τινὰ ἄκοιτιν oder γυναῖκα ist sich ein Mädchen zur Gemahlinn, zur Frau machen, nehmen, Od. 21, 72. 316; auch παῖδα τὸν αὑτᾶς πόσιν αὑτᾷ ϑεμένα, Aesch. Spt. 912, zu ihrem Gemahl machend; σῦς ἔϑηκας ἑταίρους, du verwandeltest die Gefährten in Schweine, Od. 10, 338, wie βοῦν τὴν γυναῖκα ἔϑηκε Aesch. Suppl. 295; ähnl. ναῦν λᾶαν ϑεῖναι, ein Schiff zu Stein machen, in Stein verwandeln, Od. 13, 163; ϑεούς τε καὶ γῆν ϑεμένη μάρτυρας, zu Zeugen nehmend, Eur. Suppl. 261; vgl. Pind. N. 3, 22; auch ϑέσϑαι τινὰ γέλωτα, Einen zum Gelächter, lächerlich machen, Her. 3, 29. 7, 209. – Eben so mit Adjectiven, ἥτε με τοῖον ἔϑηκεν, ὅπως ἐϑέλει, die mich dazu macht, wozu sie will, Od. 16, 208; sehr gewöhnl. ϑεῖναί τινα ἀϑάνατον καὶ ἀγήραον, Einen unsterblich und nicht alternd machen; ἀτιμότερον, Einen minder geachtet machen; Il. 2, 318. 482. 6, 139. 9, 483. 16, 90 Od. 5, 136. 6, 229 u. sonst oft; ἀκήριον αἶψα τίϑησιν, Il. 11, 392; παναφήλικα παῖδα τίϑησιν, Il. 22, 490; ἀΰπνους ἄμμε τίϑησϑα, Od. 9, 404, ϑῆκέ μιν ζαλωτόν, Pind. Ol. 7, 6; νώδυνον, N. 8, 50; ϑαητὸν ϑησέμεν, P. 10, 58; ἐνταῦϑα δή σε Ζεὺς τίϑησιν ἔμφρονα, Aesch. Prom. 850; ὡς σφᾶς νηπίους ὄντας τὸ πρὶν ἔννους ἔϑηκα, 442; Ἄρης ἀρὰν πατρὸς τιϑεὶς ἀληϑῆ, macht die Verwünschung wahr, läßt den Fluch in Erfüllung gehen, Spt. 927, u. öfter, u. andere Tragg., vgl. z. B. Eur. I. T. 1445 Andr. 93; seltner in Prosa, οὐ γὰρ ἂν τὸ πραχϑὲν ἀγένητον ϑείη Plat. Prot. 324 b, τίϑεσϑαι πιστόν τινα ἑαυτῷ Xen. Cyr. 8, 7, 13. – Auch mit folgdm inf., ϑῆκε νικῆσαι, er machte, daß er siegte, ließ ihn siegen, Pind. N. 10, 48; ἐπεί σ' ἔϑηκε Ζεὺς ἀμηνίτως δόμοις κοινωνὸν εἶναι χερνίβων, Aesch. Ag. 1006, vgl. 1147; κάμνειν με τήνδ' ἔϑηκε τὴν νόσον, Eur. Heracl. 990. – Bes. merke man noch b) παῖδά τινα τίϑεσϑαι oder υἱόν, Einen zu seinem Kinde machen, d. i. ihn an Kindes Statt annehmen, adoptiren, Plat. Legg. XI, 929 c u. oft bei den Oratt.; ungewöhnlich von Frauen; ϑέσϑαι παῖδα ὑπὸ ζώνῃ, sich einen Knaben unter den Gürtel legen, d. i. schwanger werden, H. h. Ven. 256. 283. – c) eben so auch von Sachen u. Zuständen, machen, bereiten, bewirken, veranlassen; δόρπον, ein Mahl bereiten, Od. 20, 394; γυῖα ἐλαφρά, Einem die Glieder leicht machen, Il. 5, 122; φόως ἑτάροισιν, den Gefährten Licht od. Rettung schaffen, 6, 6; ἔργα ϑεῖναι, Handlungen zu Stande bringen, verrichten, 3, 321; κέλαδον καὶ ἀϋτήν, 9, 547; ὀρυμαγδόν, Od. 9, 235; auch ϑεῖναί τινι ἄλγεα, γόον, πένϑος, κήδεα, Einem Schmerzen, Trauer, Kummer bereiten, Il. 1, 2. 17, 37, h. Cer. 249; πῆμα ϑεοὶ ϑέσαν Ἀργείοισιν, Od. 11, 555; u. eben so im med. mit der Beziehung auf das Subject, für sich bereiten; δαῖτα, δόρπον, sich ein Mahl bereiten, Il. 7, 475. 9, 88 Od. 17, 269; δῶμα, οἰκία, αὖλιν, Il. 2, 750. 9, 232 Od. 15, 241; κέλευϑον, sich den Weg bereiten, sich Bahn machen, Il. 12, 418; μάχην, sich Kampf bereiten, d. i. den Kampf anfangen, 24, 402; μεγάλην ἐπιγουνίδα ϑέσϑαι, sich einen feisten Schenkel machen, fleischige Lenden ansetzen, Od. 17, 225. – So auch act. u. med. bei Pind. u. Tragg.; χάρματ' ἄλλοις ἔϑηκεν, Pind. Ol. 2, 99; δόλον αὐτῷ ϑέσαν Ζηνὸς παλάμαι, P. 2, 39; u. ϑήκασϑαι ἀνδρὸς αἰδοίου πρόςοψιν, sich eines ehrwürdigen Mannes Ansehen geben, P. 4, 29; βλάβην, Aesch. Spt. 187; φοινίαν ἄτην, Ch. 823; μέλλουσι ϑήσειν Ἀγαμεμνονίων οἴκων ὄλεϑρον, Ch. 848; πόλει κατασκαφάς, Sept. 47; ἔϑηκε πᾶσιν εἰρήνην φίλοις, Pers. 755; μεγάλα πάϑεα ταῖς Δαναΐδαις, Eur. I. A. 1335; μάχας ἀνδρῶν τιϑεῖσα καὶ φόνους, I. A. 1419; ὑμῖν πολλὴν ἔϑηκε σωτηρίαν, Med. 915; ϑήσω τοῖς ἐμοῖς ἐχϑροῖς γέλων, Med. 383, u. öfter; μαρτύρια ϑέσϑαι, sich Zeugnisse verschaffen, Her. 8, 55; χάριν τίϑεσϑαί τινι, sich bei Einem Dank oder Gunst erwerben, ihm einen Gefallen erzeigen, 9, 60. 170; Dem. 51, 17 u. A.; – εὖ, καλῶς ϑέσϑαι τι, Etwas für sich gut einrichten, anwenden, in Bereitschaft halten, Her. 7, 236; vgl. Valck. Eur. Hipp. 708. – d) εὖ ϑέσϑαι τὰ ὅπλα, die Waffen wohlgerüstet, in Bereitschaft halten, wie εὖ ἀσπίδα ϑέσϑω, Il. 2, 382; allein ist ϑέσϑαι τὰ ὅπλα (s. ὅπλον) sowohl die Waffen anlegen, sich kampffertig machen, u. daher auch kämpfen, z. B. εἰς δῆριν ἕνεκα πάτρας Epigr. bei Dem. 18, 289, καὶ αὐτὸς ὑπὲρ τοῦ δήμου ϑέμενος τὰ ὅπλα Dem. 21, 145, οὔτε ἐν τῷ Πειραιεῖ, οὔτε ἐν τῷ ἄστει ἔϑετο τὰ ὅπλα Lys. 31, 14, οἱ τὴν ἀσπίδα ϑέμενοι, = ὁπλῖται, Plat. Legg. VI, 756 a, – als auch die Waffen, bes. die großen Schilde u. Spieße der Schwerbewaffneten zusammenstellen, was die Soldaten immer thun, wenn sie dem Feinde gegenüber, oder die Waffenübungen nur auf kurze Zeit unterbrechend, sich ausruhen, also bewaffnet Halt machen; auch τίϑεσϑαι τὰ ὅπλα εἰς τάξιν od. τάξει; u. so περὶ τεῖχος od. πρὸς πόλιν, bewaffnet die Mauern umgeben, die Stadt belagern; τίϑεσϑαι τὰ ὅπλα ἀντία, die Waffen gegen den Feind kehren, sich mit den Waffen entgegenstellen, Xen. An. 4, 3, 26 u. sonst; – auch = ein Lager aufschlagen, sich mit den Waffen lagern, Her. 9, 52, oft bei Xen.
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63 φρονέω
φρονέω, drückt ursprünglich alle Thätigkeiten des φρήν, der φρένες aus; – denken; Verstand od. Einsicht haben, richtig denken, klug sein; ἄριστοι μάχεσϑαί τε φρονέειν τε, die Tüchtigsten zum Kampf u. zu klugem Rathe, Il. 6, 79; oft so bei Tragg.: εὖ φρονῶν, ὀρϑῶς φρονεῖν, Aesch. Prom. 385. 1002; παῖδες, φρονεῖν χρή Suppl. 173; φρονούντως πρὸς φρονοῦντας ἐννέπεις 201; φρονεῖν γὰρ οἱ ταχεῖς οὐκ ἀσφαλεῖς Soph. O. R. 617; μῶρα φρονῶν Ai. 591; u. oft εὖ φρονῶν, wie Eur.; auch oft allein, vgl. Soph. O. C. 1662 Ant. 553. 703. 723; im Gegensatz zum Wahnsinn, seines Verstandes mächtig sein, Ai. 82. 337 u. oft; bei Eur. auch ἐγὼ νῠν φρονῶ, τότ' οὐ φρονῶν, Med. 1529; ὀρϑὰ φρονεῖς. 1129; πλάγια φρονεῖς I. A. 332; οἱ εὖ φρονοῦντες Her. 2, 16; Plat. sagt πότερον τὸ αἷμα ἐστιν ᾡ φρονοῦμεν, Phaed. 96 b; – in Prosa gew. seinen gesunden Verstand oder seine Besinnung haben, εὖ φρονεῖν, richtig denken, wie Hom.; so Arist. rhet. 1, 1 u. sonst; τὸ δὲ σωφρονεῖν λέγεις εὖ φρονεῖν Plat. Prot. 333 c; οἱ εὖ φρονοῦντες, die ihren guten, gefunden Verstand haben; ἐξιστάναι τινὰ τοῦ φρονεῖν, Einen des Verstandes u. der Besinnung berauben, wie ἔξω ἐλαύνειν τοῠ φρονεῖν Eur. Bacch. 851; ἐξίστασϑαι τοῦ φρονεῖν, den Verstand, die Besinnung verlieren; dah. ἐμὲ τὸν δύστηνον ἔτι φρονέοντ' ἐλέησον Il. 22, 59, so viel wie ἔτι ζῶντα, so lange ich noch lebe; vgl. ϑανόντι δ' οὐ φρονοῦντι δειλαία χάρις ἐπέμπετο Aesch. Ch. 510, der Nichts mehr fühlte, merkte; Plat. μηδὲ ζῆν αὐτό, μηδὲ φρονεῖν, Soph. 249 a. – C. accus. erkennen, verstehen, begreifen; γιγνώσκω, φρονέω Od. 16, 136. 17, 193. 281; εἰ φρονέοιεν τὴν ἀληϑηΐην Her. 1, 46; ἐπὶ τοσοῠτο γε φρονέω, so Viel sehe ich ein, 6, 97; neben νοεῖν Plat. Phil. 11 b; und so auch Folgde. – Bes. aber eine Gesinnung, Meinung haben, im Sinne haben, zur Absicht haben, beabsichtigen, wollen; Hom. oft; mit dem Zusatz ἐνὶ ϑυμῷ Od. 6, 313. 7, 74. 10, 317; ἀνὰ ϑυμόν Il. 2, 36. 18, 4 Od. 2, 116 u. sonst;.auch ἐνὶ φρεσί, 14, 82; τὸν μ ῠϑον ἀποειπεῖν, ᾗπερ δὴ φρονέω Il. 9, 310, wie ich es denke, meine; φρονέω δὲ τετιμῆσϑαι Διὸς αἴσῃ, ich denke, trachte darnach, hoffe, Il. 9, 608; φρόνεον δὲ μάλιστα ἄστυ πότι σφέτερον ἐρύειν καὶ κῠδος ἀρέσϑαι 17, 286; u. mit acc. c. int., φρονέω δὲ διακρινϑήμεναι ἤδη Ἀργεί. ους καὶ Τρῶας Il. 3, 98. An οἱ δ' ἰϑὺς φρόνεον μάχεσϑαι ll. 13, 135 schließt sich Xen. τοξεύειν καὶ ἀκοντίζειν οὐκ ἐφρόνουν, sie dachten nicht daran zu schießen und zu werfen, Cyr. 3, 3, 66. – Mit dem bloßen acc., τὰ γὰρ φρονέεις, ἅ τ' ἐγώ περ Il. 4, 361; ἶσον ἐμοὶ φρονέουσα, mir gleich denkend, denkend wie ich, 15, 50; ϑεοῖσιν ἶσα φρονεῖν, sich den Göttern gleich dünken, 5, 441; ἀμφὶς φρονεῖν, getrennter, verschiedener Meinung sein, 13, 345; ἄλλῃ φρονεῖν, anders wohin denken, H. h. Ap. 469; αὔδα ὅ τι φρονέεις, sage, was du denkst, im Sinne hast, Il. 14, 195; bes. τινί τι, u. mit adv., Etwas für od. gegen Einen haben, Einem Etwas ansinnen od. anstiften, οἷσίν τ' εὖ φρονέῃσι καὶ ἀνδράσι νείκεα λύει Od. 7, 74; οἵ τ' εὖ μὲν βάζουσι, κακῶς δ' ὄπιϑεν φρονέουσιν 18, 168; φίλα, ἀγαϑά, Il. 4, 219. 5, 116. 23, 305 Od. 1, 43. 307, freundlich, gut gegen Einen gesinnt sein, ihm wohlwollen; ὀλοὰ φρονεῖν Il. 16, 701; selbst von Thieren, wie von Wölfen u. Schaafen, κακὰ φρονέουσι διαμπερὲς ἀλλήλοισιν 22, 264; aber ἀγαϑὰ φρονέων 6, 162 ist in sittlicher Beziehung der gut, edel Denkende; τὰ ἀμείνω φρονέειν, der bessern Meinung sein, auf der bessern Seite sein, Her. 7, 145. 172; κρυπτάδια φρ., Heimliches sinnen, heimliche Anschläge machen, Il. 1, 542; ἀταλὰ φρ., jugendlich, heiter gesinnt sein, 13, 567; h. Cer. 24; Hes. Th. 989 (vgl. ἀταλάφρων); πυκνά und πυκινὰ φρ., kluge Gedanken haben, List im Sinne haben, Od. 9, 445; ἐφημέρια, nur für den gegenwärtigen Tag denken, 21, 85; φρονεῖν τὸ παρακείμενον Pind. N. 3, 72; πιστά, treu gesinnt sein, κακά, μαλακά, schlecht, mild gesinnt sein, Ol. 3, 18 P. 8, 86 N. 4, 05; σκολιὰ φρονεῖν Scol. 14 Jac.; εἰ γὰρ τύχοιεν ὧν φρονοῦσι Aesch. Spt. 352; εὖ φρονεῖν τινι, wohlgesinnt sein gegen Einen, Ag. 1411, vgl. 262; ἃ μὴ φρονῶ γὰρ οὐ φιλῶ λέγειν μάτην Soph. O. R. 1520; καλὸν δὲ καὶ ἀγαϑὸν μηδὲν φρονεῖν Plat. Rep. VI, 505 b; τὰ αὐτὰ φρονεῖν, od. τὸ αὐτό, dasselbe denken, einstimmig, einträchtig sein, Her. 1, 60. 5, 3. 72; ἄλλα φρονέειν καὶ ἂλλα λέγειν 9, 54; ξυνῳδά τινι φρονεῖν Ar. Av. 634. – Bes. häufig μέγα φρονεῖν, groß denken, hoch, stolz gesinnt sein, hohen Muth oder Uebermuth hegen, Il. 8, 553. 16, 258; womit man vgl. οὐ παρδάλιος τόσσον μένος, ὅσσον Πάνϑου υἉες φρονέουσιν, nicht des Panthers Muth ist so groß, wie ihn des Panthos Söhne hegen, Il. 17, 23; selbst von Thieren, μέγα φρονεῖν, voll trotziges Muthes sein, von Ebern 11, 325, von Löwen 17, 758, u. Folgde oft. Bei den Att. fast immer im tadelnden Sinne, eine hohe Meinung von sich haben, übertriebenes Selbstgefühl haben, φρονεῖ γὰρ ὡς γυνὴ μέγα Soph. O. R. 1078; Ant. 475; sich brüsten, großprahlen, ἐπί τινι, auf Etwas stolz sein, womit groß thun, Plat. Prot. 342 d; οἱ μέγιστον φρονοῠντες Phaedr. 257 e; auch wird μέγα zuweilen ausgelassen, ἐφ' ᾡ φρονεῖ μάλιστα Dem. 28, 2; μεῖζον φρονεῖν, höher denken, als es dem Sterblichen geziemt, mit seinen Anmaßungen Ziel und Gränze überschreiten, φρονείτω μεῖζον ἢ κατ' ἄνδρα Soph. Ant. 765 (aber πλέον φρονεῖν ist = einsichtsvoller sein, Plat. Hipp. mai. 371 a); Ggstz μικρόν od. μικρὰ φρονεῖν, kleinmüthig, zaghaft sein, ὁ τοξότης ἔοικεν οὐ σμικρὸν φρονεῖν Ai. 1099; Isocr. 4, 151; μεῖον φρ., kleinmüthiger od. allzu kleinmüthig sein, Xen. Apol. 24; οὐκ ἔλασσον Ἄρεος εἰς μάχην φρονεῖν Eur. Phoen. 1135; dagegen μέτριον od. μέτρια φρονεῖν, bescheiden denken, bescheidenes Sinnes, ohne Anmaßung sein. Man vgl. noch ὁ κόμπος δ' οὐ κατ' ἄνϑρωπον φρονεῖ Aesch. Spt. 407, nicht wie es sich für den Menschen ziemt; οὐχ ὑπέρφευ ϑνητὸν ὄντα χρὴ φρονεῖν Pers. 806; ἐπεί σε μανϑάνω ϑνητὴν φρονοῦσαν ϑνητά Soph. Tr. 473; φρονεῖν ἄμεινον Διός Eur. Suppl. 504; τυραννικά Ar. Vesp. 507; ἀϑάνατα καὶ ϑεῖα Plat. Tim. 90 c; νεώτερα φρονεῖν, wie νεωτερίζειν, Neuerungen im Sinne haben; ἀρχαϊκὰ φρονεῖν, altväterisch, altfränkisch denken, gesinnt sein, Ar. Nubb. 811; τά τινος φρονεῖν, Jemandes Gesinnungen, Meinungen theilen, von seiner Partei sein, es mit ihm halten, ihm anhangen, Thuc. 3, 68; auch τὰ πρός τινα φρονεῖν, Xen. An. 7, 7,30. – Auch = beachten, berücksichtigen, u. dah. sich wovor in Acht nehmen, scheuen, ὄπιδα Od. 14, 82; – εὖ φρονεῖν auch = sich freuen, ἀλλ' εὖ φρονεῖς εὖ τοῖσι νῦν ἠγγελμένοις Aesch. Ch. 763; Thuc. sagt auch τοῦτο φρονεῖ ἡ ἀγωγή, das bezweckt, 5, 85.
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64 φαίνω
φαίνω, fut. φανῶ, aor. ἔφηνα, perf. πέφαγκα, perf. II. intr. πέφηνα, Soph. O. C. 329; ep. auch aor. II. φάνεσκε, der intr. Bdtg hat und deshalb zum pass. ἐφάνην gerechnet wird, denn ἔφανον scheint nicht gebildet zu sein, vgl. Pors. Eur. 1266 Mein. Men. p. 416; pass. πέφασμαι, πέφανται Il. 2, 122. 16, 207, πεφήσεται 17, 155, int. πεφάνϑαι, Plat.; aor. ἐφάνϑην, ep. φαάνϑη, φάανϑεν = ἐφάνϑησαν, Il. 1, 200. 17, 650; aor. II. ἐφάνην, mit der intrans. Bdtg, φάνεν, = ἐφάνησαν, Od. 18, 68, φανήμεναι, = φανῆναι, Il. 9, 240 (vgl. φαείνω, φάω); – ans Lichtbringen, sichtbar machen, erscheinen lassen; εἰς τὸ φῶς φανεῖ κακὰ (ἡ στέγη) Soph. O. R. 1229; σελήνη ἡμέραν φαίνουσα Plat. Epin. 978 d; – zeigen, kund machen, ἡμῖν μὲν τόδ' ἔφηνε τέρας Ζεύς, Il. 2, 324. 318; σήματα φαίνων 353, vgl. Od. 3, 173. 15, 168, und öfter, Zeichen erscheinen lassen; εἴ τίς μοι όδὸν φήνειε νέεσϑαι 12, 334, ob mir Einer den Weg zeigte; οἵην ἐπιγουνίδα φαίνει, läßt er sehen, macht er durch Enthüllung sichtbar, enthüllt er, 18, 74; Ελένῃ δὲ ϑεοὶ γόνον οὐκέτ' ἔφαινον 4, 12, sie ließen ein Kind ans Licht kommen, geboren werden; εἰςόκε τοι φήνωσι ϑεοὶ κυδρὴν παράκοιτιν 15, 26, bis sie dir eine Gemahlinn zuweisen; φαίνων ὀπώραν Pind. N. 5, 6; φόνον Soph. O. R. 853; ού φανῶ τοὐμὸν γένος 1059; ἵνα φανεῖς, ὁποῖος ὢν ἀνὴρ ἐμὸς καλεῖ Trach. 1148; auch med., τὰ τόξα ἔχει καὶ τοῖσιν Ἀργείοισι φήνασϑαι ϑέλει Phil. 932; ϑησαυρὸν ὃν φαίνει ϑεός Eur. El. 565; φανεῖ κακῶν ἔκλυσιν I. T. 899; u. in Prosa: αὐχένα Her. 2, 131; Plat. Theaet. 200 e; τοῖς φήνασι ϑεοῖς τὰ ὀνείρατα καὶ τὸν πόρον Xen. An. 4, 3,13; vgl. Arr. An. 2, 3; auch τὰ ὅπλα πρὸς τοὺς πολεμίους, Xen. Hell. 4, 5,18; s. auch φρουρά. – Auch den Ohren vernehmbar machen, ertönen lassen, ἀοιδὴν φαίνειν Od. 8, 499, wie σάλπιγξ ὑπέρτονον γήρυμα φαινέτω στρατῷ Aesch. Eum. 541; vgl. Soph. Ant. 1065. – Uebh. an den Tag legen, bezeigen, beweisen, νοήματα, Gedanken an den Tag legen, Il. 18, 295, ἀρετήν, seine Tüchtigkeit beweisen, Od. 8, 237; μή τις ἀεικείας φαινέτω 20, 309, Niemand bezeige sich ungebührlich; so auch βίην Hes. Th. 689; ἔφανας εὐμαχανίαν Pind. I. 3, 20; εὔνοιαν, Wohlwollen bezeigen, Her. 3, 36; ὕβριν 3, 127; ὀργάς Aesch. Ch. 323. – Dah. klar machen, auseinandersetzen, erklären, λόγον Her. 1, 116. 118; auch λόγων ὁδούς, 1, 75, φανῶ δέ σοι σημεῖα τῶνδε σύντομα Soph. O. R. 710. – Vor Gericht anzeigen, anklagen, zunächst als verbotene Waare angeben, τὰ χοιρίδια τοίνυν ἐγὼ φανῶ ταδὶ πολέμια καὶ σέ Ar. Ach. 819; τίς ὁ φαίνων σ' ἐστίν; 824 ff., φανῶ σε τοῖς πρυτάνεσιν Equ. 300; Xen. Cyr. 1, 2,14; Dem. 58, 6 u. sonst bei den Rednern. – Pass. an den Tag kommen, sichtbar werden, erscheinen, sich zeigen, sehen lassen; μνηστῆρσι φαίνεται Od. 15, 517; κίονες φαίνοντ' ὀφϑαλμοῖς ὡςεὶ πυρὸς αἰϑομένοιο 19, 39; φαίνεται αὐγή Il. 2, 456; bes. vom Erscheinen od. Aufgehen der Himmelslichter, ἄστρα φαίνετο 8, 556; Hes. O. 600; bes. vom ersten Erscheinen des Morgenroths in dem oft vorkommenden Verse ἦμος δ' ἠριγένεια φάνη ῥοδοδάκτυλος 'Ηώς, als Eos erschienen war; ἅμα ἠοῖ φαινομένηφιν, mit der erscheinenden Morgenröthe, mit Tagesanbruch, Il. 9, 618 Od. 4, 407. 6, 81 u. sonst; von einem sich erhebenden Winde, οὐδέ ποτ' οὖροι πνείοντες φαίνοντο 4, 361. Bei Sp. sind φαινόμενα die Erscheinungen am Himmel, die auf- und untergehenden Gestirne, welche sich am äußern Horizonte zeigen, Arat. – Durch Entblößung sichtbar werden, Il. 22, 324 Od. 18, 68; und so πᾶσ' ἔντοσϑε φάνεσκε, ὑπένερϑε δὲ γαῖα φάνεσκε 12, 241. 242, wie γαῖα μέλαινα φάνεσκε 11, 587, u. μετὰ πρώτοισι φάνεσκε, er zeigte sich unter den Ersten, Il. 11, 64; so Tragg. u. in Prosa. – C. inf., zu sein scheinen, πῶς ὔμμιν ἀνὴρ ὅδε φαίνεται εἶναι εἶδός τε μέγεϑός τε; Od. 11, 336; δμωάων, ἥτις τοι ἀρίστη φαίνεται εἶναι 15, 25; οὐ γάρ σφιν ἐφαίνετο κέρδιον εἶναι 14, 355; – c. partic., erscheinen als Einer, welcher –, Ἄρης ἐφαίνετο ἰὼν εἰς οὐρανόν Il. 5, 867 (wie ὅςτις φαίνηται ἄριστος, wer als der Beste erscheint, O, l. 14, 106, ἥδε δέ οἱ κατὰ ϑυμὸν ἀρίσ τη φαίνε το βουλή Il. 2, 5 u. öfter); u. so bei Her. u. den Att. zur Bezeichnung des Einleuchtenden, Offenbaren, Gewissen, φαίνεται ὁ νόμος ἡμᾶς βλάπ των, es ist offenbar, daß das Gesetz uns gefährdet, während φαίνεται ὁ νόμος ἡμᾶς βλάψειν heißt es hat den Anschein, scheint, daß das Gesetz uns gefährden werde, Dem. Lpt. 35, vgl. Wolf zu der Stelle p. 259; εὖ ποιεῠντες φαίνεσϑε, zeigt euch als Wohlthäter, Her. 9, 89; νῠν τις ὑμέων εὖ ποιήσας φανήτω 6, 9; φανείη ἐών Pind. N. 4, 30; πέφανται σοφός P. 5, 107, πέφανται κυναγέτας N. 6, 13; πρὶν ἂν ϑεῶν τις διάδοχος τῶν σῶν πόνων φανῇ Aesch. Prom. 1030, u. öfter; οὐκ ἂν φανεῖμεν πήματ' ἔρξαντες τόσα Pers. 772; Ag. 579; dagegen ἡμῖν μὲν Ἑρμῆς οὐκ ἄκαιρα φαίνεται λέγειν Prom. 1038, vgl. 217. 317; ὅςτις πέφασμαι φύς τ' ἀφ' ὧν οὐ χρῆν Soph. O. R. 1184; εἰ φανήσομαι τάχα κακὸν μέγ' ἐκπράξασα Trach. 663; Ant. 158; φαίνεται ὀρϑῶς ἐμοί Ar. Eccl. 875; τὴν νύκτα φαίνεται πῦρ ἀναδιδοῠσα πολύ Thuc. 3, 88; καὶ νῦν φαίνομαι δύο καϑορᾶν εἴδη Plat. Soph. 235 d; τὸν σοφιστὴν ὅ τί ποτέ ἐστι φαίνει ἀγνοῶν Prot. 313 c; Lach. 186 b u. öfter; ἐὰν μὲν ἐγὼ φαίνωμαι ἀδικῶν, wenn es sich ergiebt, daß ich Unrecht gethan habe, Xen. An. 5, 7,5; u. c. inf., 2, 3,13 Cyr. 2, 2,1. – Dah. es uns oft als bloße Umschreibung von εἶναι erscheint, φαίνομαι ψευδής, ich erscheine als ein Lügner, = ψεύδομαι, Xen. Cyr. 5, 2,4 und sonst. – Λόγος φαινόμενος, eine deutliche Rede; τὸ φαινόμενον, das Einleuchtende, Offenbare, Augenscheinliche, aber auch das was uns scheint oder dünkt, im Ggstz dessen, was ist, οὕτω καὶ νῦν τοῖς ἐκ τοῦ λόγου φαινομένοις προςϑέσϑαι Dem. 18, 227; ἁπλοῦς λόγος καὶ φαινόμενος Pol. 17, 1,12, vgl. 17, 14, 5; λέγειν τὸ φαινόμενον 5, 41, 6, u. öfter. – So im Antworten φαίνεται = ja, so ist es, Plat. Prot. 333 e u. öfter. – Οὐδαμοῦ φανῆναι, nirgends erscheinen, d. i. für Nichts geachtet werden, Gorg. 456 c Phaed. 72 b. – Der aor. med. φήνασϑαι = sich, oder als das Seinige zeigen, angeben, Soph. Phil. 944. – Eigtl. pass. gezeigt, angezeigt werden, bes. vor Gericht, wozu bei den Att. immer der aor. I. ἐφάνϑην gehört, der bei Hom. stets in der Bdtg des aor. II. gebraucht wird, wie Dem. 58, 13. – Absolut, φαίνειν τινί, Jem. leuchten, ihm Licht vortragen, Od. 7, 102. 19, 25; – so vom Monde, von den Sternen u. anderm Lichte, scheinen, leuchten, Plat. Tim. 34 b, Theocr. 2, 11; bes. heißt der Planet Saturn ὁ φαίνων. – Uebh. = φαίνομαι, Seidl. Eur. El. 1321, φαίνουσί τινες δαίμονες, obgleich Wunderl. obs. crit p. 99 diesen Gebrauch bestreitet. – [Im fut. φανῶ scheint die erste Sylbe zuweilen lang gebraucht zu sein, Ar. Eccl. 300; vgl. Apoll. Dysc. de adv. p. 600, 28 u. L. Dind. Eur. Bacch. 528.]
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65 φοβέω
φοβέω, in Furcht, Schrecken setzen, schrecken, scheuchen; bes. in die Flucht jagen, τινά, Hom. in der Il. (nie in der Od.), Ζεὺς καὶ ἄλκιμον ἄνδρα φοβεῖ 16, 689, ἤδη μὲν σέ γε καὶ ἄλλοτε δουρὶ φόβησα 20, 187; Hes. Sc. 162; μὴ φίλους φόβει Aesch. Spt. 244; λόγοις τινά Pers. 211; Soph. verbindet ᾡ μή στι δρῶντι τάρβος οὐδ' ἔπος φοβεῖ O. R. 296; τίς φοβεῖ σε φήμη Eur. Hipp. 573. u. sonst. So auch Her. 7, 235; Plat. Tim. 71 b Legg. XI, 933 c; ἡ δύναμις φοβοῠσα Antiph. 4 γ 2. – Pass., fut. neben φοβηϑήσομαι, Xen. Cyr. 3, 3,30, häufiger φοβήσομαι (vgl. Plat. Apol. 29 b Rep. V, 470 a), in gleicher Bdtg, Xen. Cyr. 1, 4,19. 7, 15; aor. ἐφοβήϑην, ἐφοβησάμην erst bei Sp., wie Anacr. 31, 11; πεφόβηται, er fürchtet sich, Thuc. 7, 67; – in Furcht gesetzt werden, sich fürchten, bei Hom. nach Aristarch. immer in Flucht gejagt werden, fliehen; κὰμ μέσσον πεδίον φοβέοντο, βόες ὥς, ἅς τε λέων ἐφόβησε Il. 11, 172, u. öfter, auch c. acc., οὐ σ' ἔτι φοβήσομαι 22, 250, ich werde nicht länger vor dir fliehen; ὑπό τινος, 8, 149; ὑπό τινι, 15, 637; Ggstz ὑπομένω, z. B. ὑπέμειναν ἀολλέες, οὐδ' ἐφόβηϑεν 5, 498, u. öfter; in der O, d. nur einmal, 16, 163; so auch Her. 9, 70; μηδὲν φοβηϑῇς, fürchte Nichts, Aesch. Prom. 128; Διὸς γνώμην 1005, und öfter; Soph. u. Eur., der auch φόβον φοβεῖσϑαι verbdt, Troad. 1166; Plat. Prot. 360 b; φοβεῖσϑαι πρός τι, sich in Beziehung auf Etwas, vor Etwas fürchten, Soph. Trach. 1211, περί τινος, um Einen oder um Etwas besorgt sein, Plat. Euthyd. 275 b; auch περί τινι, Plat. Prot. 322 b; τῷ χωρίῳ Thuc. 2, 90; ἀμφί τινι Her. 6, 62; – c. int., sich scheuen, Etwas zu thun, Plat. Gorg. 457 a, wie Aesch. φοβοῠμαι δ' ἔπος τόδ' ἐκβαλεῖν, Ch. 46; Eur. Ion 628; Xen. Cyr. 8, 7,15; aber auch = fürchten, φοβεῖται ἐξοστρακισϑῆναι Plut. Pericl. 7; sonst in der Bedtg »fürchten« gew. mit μή, Plat. Phil. 16 a Charm. 171 e und Folgende überall (s. μή), selten ὅπως μή, Thuc. 6, 13; Xen. Mem. 2, 9,2.
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66 φαῦλος
φαῦλος, auch zweier Endgn, Eur. Hipp. 435 u. Thuc. 6, 21, schlecht, schlimm, böse; δαίμων Theogn. 163; Her. 1, 126, der sonst immer die ion. Form φλαῦρος hat; moralisch schlecht, schändlich, bes. vom Krieger = feig, Eur. I. T. 305 u. öfter; häßlich, Ar. Eccl. 617; Ggstz von σπουδαῖος, Isocr. 1, 1; vgl. Xen. Cyr. 2, 2,24; u. von ἀγαϑός, Plat. Prot. 327 c; καὶ μοχϑηρός Gorg. 486 b; mit einem acc. der nähern Bestimmung, οἱ φαῠλοι τὰ γράμματα Phaedr. 242 c; u. c. inf., Prot. 336 c; Ggstz σοφός, Conv. 174 u. Eur. Phoen. 496; Ggstz ξυνετώτεροι, Thuc. 3, 37, vgl. 83. – Uebh. was nicht so ist, wie es sein soll; τείχισμα Thuc. 4, 115, vgl. 4, 9; στρατιά, geringes Heer, 6, 21; φαύλως ἔχοντα τὰ εἰρημένα, was nicht überzeugt, Isocr. 4, 6; καὶ ἀγεννὴς κύων Dem. 26, 22; τὰ πλεῖστα τῆς χώρας φαῠλα καὶ ἀγεννῆ Plut. Sol. 22; παρὰ φαῠλον ποιεῖσϑαι, gering schätzen, verachten, D. Hal. rhet. 4, 2; φαῦλον πρᾶγμα Xen. An. 6, 4,12. – Häufig aber ohne bes. Tadel; bes. οὐ φαῠλον, non mediocris, vgl. Plat. Theaet. 151 e; einfach, unbedeutend, wenig Umstände erfordernd, leicht, τὰ φαῠλα καὶ πρόχειρα Theaet. 147 a; τὸ ζήτημα οὐ φαῦλον, ἀλλὰ ὀξὺ βλέποντος Rep. II, 368 c; Gsgtz χαλεπός, VII, 527 d; dah. auch wohlfeil, im Ggstz zum Kostbaren, Ausgesuchten, Sp.; φαύλως φέρειν, gleichgültig ertragen, ohne viel Aufhebens davon zu machen, Eur. I. A. 850; Ar. Av. 961; φαύλως παιδεύειν, schlicht, einfach erziehen, Xen. oec. 13, 4; ἀποκρίνασϑαι, Plat. Theaet. 147 c. – Auch = leichtsinnig, die Dinge zu leicht nehmend; φαῦλον Ggstz von πάνυ ἀκριβές Thuc. 6, 18; φαύλως ἐκρίνατε Aesch. Pers. 512, schlecht; φαυλότατα καὶ ῥᾷστα vrbdt Ar. Nubb. 768; φαύλως ἀποδιδράσκειν, leicht entfliehen, Ach. 220; Th. 711. – Vgl. φλαῦρος, φαῠρος, παῦρος, paulus, faul, flau.
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67 χειμών
χειμών, ῶνος, ὁ, stürmisches od. regniges Wetter, Sturm u. Kälte, Winterwetter, der Winter selbst als Jahreszeit; ἐπεὶ οὖν χειμῶνα φύγον καὶ ἀϑέσφατον ὄμβρον Il. 3, 4, vgl. Od. 4, 566; Hes. O. 677; χειμῶνος δυςϑαλπέος, ὅς ῥά τε ἔργων ἀνϑρώπους ἀνέπαυσεν ἐπὶ χϑονί Il. 17, 549; εὐδίαν ἐκ χειμῶνος Pind. I. 6, 39; im bestimmten Gegensatz gegen den Sommer 2, 42; χειμῶνι, im Winter, Anacr. 25, 4, wie χειμῶνος Xen. Mem. 3, 8,9; νυκτὶ δ' ἐν ταύτῃ ϑεὸς χειμῶν' ἄωρον ὦρσε Aesch. Pers. 488; Ag. 620 u. sonst; ἡνίκ' ἐν κακῷ χειμῶνος εἴχετο Soph. Ai. 1124; Eur. oft; χειμὼν κατεῤῥάγη, ein Sturm brach los, Her. 1, 87; ἐπέπεσέ σφι χειμών, ein Sturm überfiel sie, 7, 188; ἐπιγίγνεται χειμών 7, 34; χειμὼν ὀρνιϑίας, ein Winter, wo die Vögel vom Himmel fallen, Ar. Ach. 842; νοτερός Thuc. 3, 21, Sturm mit Regen; πρὸς τὰς τοῦ χειμῶνος καρτερήσεις Plat. Conv. 226 a; Gegensatz ϑέρος Critia. 112 d und sonst; δεινοὶ γὰρ αὐτόϑι χειμῶνες Conv. 220 a; Kälte, Ggstz καῦμα, Tim. 22 e; Prot. 321 e Polit. 279 d; Sturm, τὸν κυβερνήτην μέγας χειμὼν ἐπιπεσὼν ἀμήχανον ἂν ποιήσειε Prot. 344 d; ἐν χειμῶνι κονιορτοῦ καὶ ζάλης Rep. VI, 496 d, und sonst. – Uebertr., Alles, was den Menschen bestürmt, Drangsal, Noth, auch heftige Gemüthsbewegung; die Uebertragung ist noch deutlich bei Aesch. οἷός σε χειμὼν καὶ κακῶν τρικυμία ἔπεισ' ἄφυκτος, Prom. 1017, vgl. Ch. 200. 1061; δορὸς ἐν χειμῶνι, im Sturme des Kampfes, Soph. Ant. 666; vom Wahnsinn, Αἴας ϑολερῷ κεῖται χειμῶνι νοσήσας Ai. 206; bes. sp. D., χειμὼν γήρως βαρύς Antiphan. 2 (X, 100); χ. καὶ σάλος τῶν πραγμάτων Plut. Arat. 38; Coriol. 32.
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68 χαίρω
χαίρω, fut. χαιρήσω, Il. 20, 363, u. im Att. geläufig, aor. ἐχάρην, Hom. u. Folgde, χαρείη Il. 6, 481, χαρέντες 10, 451; perf. mit Präsensbdtg κεχάρηκα, bes. Her.; u. davon syncop. part. κεχαρηώς, ότος, Il. 7, 312; Hes. frg. 49; gew. κεχάρημαι, partic. κεχαρημένος, H. h. 6, 10; auch κέχαρμαι, κεχαρμένος, Eur. Cycl. 367 Troad. 529 u. öfter; aor. 1. med. ἐχηράμην, nur ep., χήρατο Il. 14, 270, χηράμενος Leon. Tar. 65 (VII, 198); vgl. Plut. Rom. 17, Opp. Cyn. 1, 508. 533; aor. 2. κεχάροντο, κεχάροιτο u. κεχαροίατο, Hom., woran sich auch das reduplicirte fut. κεχαρησέμεν Il. 15, 98 u. κεχαρήσεται Cd. 23, 266 schließt; bei Sp. auch χαρήσομαι üblich; der aor. act. ἐχαίρησα findet sich bei Plut. Lucull. 25; vgl. Lob. Phryn. 740; dagegen war das praes. χαίρομαι ein berüchtigter Barbarismus, Ar. Pax 291, vgl. Schol. – Sich freuen, vergnügt, fröhlich sein; Hom. oft mit dem Zusatze ϑυμῷ u. ἐν ϑυμῷ, auch φρεσὶν ᾗσιν, Il. 13, 609; φρένα 6, 481, sich im Herzen, von Herzen freuen; Od. 8, 28 ist χαῖρε νόῳ, er freu'te sich im Herzen, so Viel wie im Stillen, er äußerte seine Freude nicht; vgl. ἐν ϑυμῷ, γρηῦ, χαῖρε, καὶ ἴσχεο 22, 411; Ggstz δακρύεσϑαι Aesch. Spt. 796, λυπεῖσϑαι Eur. I. A. 31, wie Plat. Gorg. 498 a; ἐχάρη τε καὶ ἥσϑη Her. 7, 101; – τινί, sich worüber freuen, sein Vergnügen, Wohlgefallen woran haben, χαίρουσι δέ τ' ἀνέρες ἄγρῃ Od. 22, 306; χαῖρε δὲ τῷ ὄρνιϑι Il. 10, 277; vgl. 7, 312. 24, 706 Od. 2, 35. 249. 3, 52. 13, 358. 18, 117; Hes. O. 360; Soph. El. 1335 Trach. 761 O. R. 596. 1070; εὐπραγίᾳ Pind. P. 7, 18, vgl. 10, 36 Ol. 2, 72; Aesch. Ag. 1211; Eur., z. B. ἡδοναῖς κεχαρημένον I. A. 200, wie in Prosa, τῷ καταμανϑάνειν χαίροντες Plat. Rep. V, 475 d; Dem. 11, 9 u. sonst. – So auch übertr., sich womit genügen lassen, womit zufrieden gestellt sein, u. übh. gern haben, lieben, z. B. von einer Pflanze, χαίρει ὑφάμμοις χωρίοις, sie liebt etwas sandige Gegenden, Theophr. – Bei den Att. gew. ἐπί τινι, wie Eur. ἐπὶ τοῖς ἐμοῖς χαίρεις κακῶς πράσσουσι δεσπόταις, Bacch. 1032; u. in Prosa, Plat. Legg. V, 739 d Xen. Mem. 2, 6,35. – Auch ἔν τινι, Soph. Trach. 1109 u. Sp., wie Antp. Sid. 28 (IX, 72); auch in Prosa, Plat. Rep. X, 603 c. – Seltener c. accus., vgl. Valck. Hipp. 339; χαίρει δέ μιν ὅςτις ἐϑείρει Il. 21, 147, wo Andere μιν von ἐϑείρει abhangen lassen; χαίρω δέ σ' εὐτυχοῦντα Eur. Rhes. 390 (s. weiter unten); ταὐτὰ χαίρειν τοῖς πολλοῖς Dem. 18, 192. – C. partic., χαίρω ἀκούσας, ich freue mich zu hören, höre gern, Il. 19, 185; χαίρουσιν βίοτον νήποινον ἔδοντες Od. 14, 177; vgl. Hes. O. 55; Valck. Her. 7, 216; Soph. Trach. 292; Pind. N. 8, 78; χαίρεις ὑβρίζουσ' εἰς ἐμέ Eur. Hec. 1257; χαίρω φειδόμενος, ich freue mich der Sparsamkeit, Ar. Plut. 247; χαίρεις ϑωπευόμενος Equ. 1112, vgl. Eccl. 228; ἐγὼ τοῖς καλῶς ἐρωτῶσι χαίρω ἀποκρινόμενος, ich antworte gern, Plat. Prot. 118 d; so 158 a u. öfter; vgl. noch Soph. 259 c Euthyd. 288 b Crat. 400 e Apol. 11 c. – Spätere brauchten auch acc. c. partic. statt inf., χαίρω σε ἐληλυϑότα, ich freue mich, daß du gekommen bist, s. Valck. Phoen. 711; τοὺς εὐσεβεῖς ϑεοὶ ϑνήσκοντας οὐ χαίρουσιν Eur. Hipp. 1340. – In diesen Vrbdgn nimmt es auch, wie φιλέω, die Bdtg »pflegen«, »gewohnt sein« an, Antiphan. bei Ath. IV, 169 f. – Es folgt auch ὅτι, Pind. N. 5, 16 u. Folgde; οὕνεκα Od. 8, 205. – Οὐ χαιρήσεις ist ein milderer Ausdruck statt es soll dir übel bekommen, es soll dich schwer gereuen, οὐδέ τιν' οἴω Τρώων χαιρήσειν, ich meine, es soll sich kein Troer freuen, es soll allen übel bekommen, Il. 20, 363; οὐ χαιρήσετον Ar. Equ. 235, vgl. Plut. 64; s. auch das unten über das partic. Gesagte. – Der imperat. χαῖρε ist eine sehr gebr. Form des Segenswunsches u. Grußes, Freude dir, schon bei Hom., auch im dual. u. plur. χαίρετον, χαίρετε; verstärkt οὖλέ τε καὶ μέγα χαῖρε, Od. 24, 402; χαῖρε, γυνή, φιλότητι, gedeihe dir die Umarmung zum Heil, 11, 248; bes. beim ersten Zusammentreffen als Bewillkommnung, sei gegrüßt, Il. 9, 197 Od. 13, 229; so Pind. u. Tragg., Aesch. Pers. 152 Ag. 22. 494. 524 u. öfter, wie Soph. u. Eur., u. in Prosa; auch beim Abschiede, lebe wohl, Od. 5, 205, Aesch. Pers. 826 Eum. 745; u. in Prosa, Plat. Phaed. 116 c; χαίρειν καταξιῶ, wie valere iubeo, Aesch. Ag. 558; Soph. Ai. 850 u. öfter; χαίρειν προςαγορεύω Ar. Plut. 322; so auch χαίρειν λέγω, προςειπών τινα χαίρειν, Einem den Gruß χαῖρε ertheilend, ihn mit dem Gruße bewillkommnend, Xen. Mem. 3, 13, 1. – Zu Anfang der Briefe stand gew. der inf. allein, z. B. Ξενοφῶν Γρύλλῳ χαίρειν, sc. λέγει, Xenophon entbeut dem Gryllus seinen Gruß, wie Xenophon Gryllo salutem. – Daran reiht sich, bes. bei der dritten Person χαιρέτω, der Ausdruck der Geringschätzung u. Verachtung u. des von sich Weisens, weg damit, zum Henker damit u. vgl., also gleichbedeutend mit ἐῤῥέτω, Her. 4, 96; χαιρέτω βουλεύματα τὰ πρόσϑεν Eur. Med. 1044; χαιρόντων πόνοι Herc. fur. 575; vgl. noch Plat. Conv. 199 a; so auch χαίροιτε ἡμῖν, Anacr. 23, 10. Dah. χαίρειν ἐᾶν od. κελεύειν, einer Person od. Sache Lebewohl sagen, ihr entsagen, sie gut sein lassen, nicht danach fragen, sie vernachlässigen, od. stärker, sie verwünschen, s. Valck. zu Her. 9, 41 u. zu Eur. Hipp. 133, wie Schäf. mel. p. 34; vgl. Plat. Prot. 347 e Phaedr. 230 a Gorg. 458 b; τὴν αὐλητρίδα χαίρειν ἐᾶν Conv. 176 e; τὸ διαῤῥιπτεῖν εἴα χαίρειν Xen. An. 7, 3,23; χαίρειν ταύτην τὴν εὐδαιμονίαν κελεύω Cyr. 7, 5,42. So auch πολλὰ χαίρειν εἰπεῖν τινι, μακρὰν χαίρειν φράσαι τινί u. ä. Vielleicht ist so Soph. Ai. 112 χαίρειν, Ἀϑάνα, τἄλλ' ἐγώ σ' ἐφίεμαι zu nehmen, wo Andere, wie Lob., es zu stark findend, χαίρειν durch contentam esse übersetzen; τὴν σὴν Κύπριν πόλλ' ἐγὼ χαίρειν λέγω Eur. Hipp. 113; πολλὰ εἰπόντα χαίρειν τῷ ἀληϑεῖ Plat. Phaedr. 272 e; Phaed. 64 c; τὰ δ' ἄλλα ἐπιτηδεύματα χαίρειν χρὴ προςαγορεύειν Legg. VI, 771 a. – Das partic. χαίρων ist = froh, freudig, Hom. öfter; Her. gew. so κεχαρηκώς; in Vrbdgn mit andern Zeitwörtern durch gern, willig zu übersetzen; aber χαίρων ἀπαλλάττει ist = er kommt glücklich, ungestraft, wie wir sagen »mit heiler Haut«, »mit blauem Auge« davon, Her. 3, 69. 9, 106; οὐδὲ χαίρων ταῦτα τολμήσει λέγειν Ar. Ach. 537; οὔτι χαιρήσων Vesp. 185; Ran. 843; Soph. O. R. 363 οὔ τι χαίρων δίς γε πημονὰς ἐρεῖς; Ant. 755 Phil. 1283; χαίροντα πρός τινος ἀπαλλάττειν Her. 9, 106; τοῦτον οὐδεὶς χαίρων ἀδικήσει, nicht ungestraft, Plat. Gorg. 510 d; Xen. An. 5, 6,32; εἰ χαίρων ἀπαλλάξει Dem. 24, 153; οὐ χαίρων ἀπαλλάξεις, du sollst nicht ungestraft davon kommen, sollst übel wegkommen; Sp., wie οὐ χαίροντες ἄπιτε Luc. Tim. 34. – Aber ἑρπέτω χαίρουσα ist so viel wie χαιρέτω, sie mag gehen, Soph. Trach. 816. – Τὸ χαῖρον ist auch = die Freude, vgl. Schäf. zu D. Hal. de C. V. p. 205.
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69 ΜΈΓας
ΜΈΓας, μεγάλη, μέγα ( magnus, mächtig), acc. μέγαν, μεγάλην, μέγα, alle übrigen Casus von der Grundform ΜΕΓΆΛΟΣ, welche nicht mehr vorkommt, der voc., μεγάλε Ζεῦ, nur einmal, Aesch. Spt. 824; – groß, zunächst – a) von körperlicher Größe belebter Wesen u. anderer Dinge, häufig von der Leibesgröße des Mannes, verbunden ἠΰς τε μέγας τε u. καλός τε μέγας τε, seltener von Frauen, καλή τε μεγάλη τε, Od. 15, 418; νῦν δ' ὅτε δὴ μέγας ἐσσὶ καὶ ἥβης μέτρον ἱκάνεις 18, 216, vgl. 2, 314, wie unser »da du groß geworden«, als Ausdruck des Erwachsenseins; von Thieren, μέγας σῦς, 4, 457 u. A.; αἰετός, Pind. I. 5, 48; oft auch von Waffen, Il.; δρῦς, Pind. P. 4, 264, πόλεις, 4, 19; πεδία, Aesch. Spt. 715; Her. sagt auch μεγέϑεϊ μέγας, μέγιστος, an Größe groß, 1, 51. 7, 117, wie auch μεγάϑει σμικρός 2, 74 gesagt ist. – b) von allen Ausdehnungen nach den verschiedenen Richtungen; hoch, οὐρανός, Ὄλυμπος, ὄρος, πέτρη, πύργος u. ä., Hom.; αἰϑήρ, Soph. Ai. 1172, öfter; – von der Ausdehnung in die Länge, ἠϊών, ποταμός, τάφρος, Hom.; – weit, geräumig, πέλαγος, λαῖτμα, ὄρχατος, τέμενος u. ä., Hom., u. eben so bei den Folgdn. – Uebertr. in mannigfachen Beziehungen; – groß, gewaltig, mächtig, von den Göttern u. Königen, bes. Ζεύς, Hom., Aesch. Ch. 243, Soph. Tr. 398, der μέγας ϑεῶν βασιλεύς heißt, Pind. Ol. 2, 34; βασιλεύς, Aesch. Pers. 24, welches in Prosa sehr gewöhnliche Bezeichnung des Perserkönigs ist, der Großkönig, auch häufig ohne Artikel, Xen. An. u. Hell.; Soph. εὐδαίμων ἀνύσει καὶ μέγας, Phil. 711; ὴ μεγάλη Μοῖρα, 1466; ἐν ὅρκῳ μέγας, O. R. 653; – μεγάλαι ϑεαί sind besonders Demeter u. Persephone; – Ἀρδιαῖος ὁ μέγας, der mächtige, Plat. Rep. X, 615 c; vgl. ὁ μέγας ἀνὴρ ἐν πόλει, Legg. V, 630 d; – τὰ μεγάλα, große, wichtige Dinge, Xen. u. A. – So von Naturkräften, ἄνεμος, λαῖλαψ, ζέφυρος, heftiger, großer Sturm, Hom. u. A.; ὁ ποταμὸς μέγας ἐῤῥύη, ging hoch mit Wasser, Dem. 59, 99; u. übertr. von menschlichen Verhältnissen und Gemüthszuständen, in vielen Beziehungen, κράτος, ἀλκή, κλέος, κῠδος, τιμή, ἀρετή, σϑένος, μένος, ϑυμός, ποϑή, ἄτη, ἄχος, πένϑος, πῆμα u. ä., Hom.; ἀρετά, Pind. P. 5. 98, νόος, 5, 122, ἐλπίς, 8, 93, ὄλβος, Ol. 1, 56, τιμά, κῠδος u. ä.; ὠφέλημα, Aesch. Prom. 251, ἄχη, Spt. 78, πλοῠτος, Pers. 159, ὀμώμοται γὰρ ὅρκος ἐκ ϑεῶν μέγας, Ag. 1257, wie Pind. Ol. 6, 20, τύχη, πένϑος u. ä.; χόλος, Soph. Phil. 327, ϑόρυβος, Ai. 142, wie Pind. Ol. 11, 76; bei Hom. von allen starken Eindrücken, auch des Gehörs, laut, ἰαχή, ἀλαλητός, ὀρυμαγδός, πάταγος; κωκυτός, Soph. Ai. 838; μεγάλῃ τῇ φωνῇ, Plut. u. A.; τῇ φωνῇ μέγα λέγων, laut sprechend, Plat. Prot. 310 b; μέγα βοᾶν, Conv. 212 d; ᾄ δειν, Legg. IX, 854 d; ähnl. μέγα στενάζειν, Eur. I. T. 953, στένειν, Med. 291; μέγα στενάξας, Dem. 27, 69, u. sonst in Prosa (s. unten). – Es enthält auch einen tadelnden Nebenbegriff des zu Großen, Uebermäßigen, wie Od. 22, 287, μήποτε πάμπαν εἴκων ἀφραδίῃς μέγα εἰπεῖν ἀλλὰ ϑεοῖσιν μῠϑ ον ἐπιτρέψαι, Etwas sagen, das über die Schranken der Sterblichen hinausgeht u. womit man sich gegen die Götter versündigt; λίην μέγα εἰπεῖν, 16, 243; μηδὲν μέγ' εἴπης, Soph. Ai. 379, wie μεγάλοι λόγοι, stolze, übermüthige Reden, Ant. 1329 (vgl. μεγαληγορέω u. ä. compp.); μὴ μέγα λέγε, Plat. Phaed. 95 b; Soph. 238 u. A. Eben so φρονεῖν μέγα, Soph. Ant. 475; Eur. Phoen. 41 Or. 806; εἴς τινα, Hipp. 6, gegen Einen stolz sein; auch μεγάλα λέγειν u. φ ρονεῖν, Sp., τὰ τῶν βαρβάρων μεγάλα ποιεῖν, groß machen, preisen, Isocr. 4, 143; μέγα ποιεύμενος ταῠτα, es hoch anschlagend, Her. 3, 42; c. partic., 9, 111, wie Xen. Cyr. 5, 3, 19; μέγα ἐσ τί τι εἴς τι, πρός τι, es ist wichtig, von Bedeutung für Etwas, Xen. Mem. 2, 3, 4 Hell. 7, 5, 6. – Adv. ist μεγάλως, Od. 16, 432; μάλα μεγάλως, Il. 17, 723; ὄλωλεν, Aesch. Pers. 976; Τροίαν ἐπύργωσαν, Eur. Troad. 843; auch in Prosa, καὶ ϑαυμασίως εἴρηκας, Plat. Hipp. mai. 291 e; τοὺς μεγάλους μεγάλως λέγουσι, Euthyd. 284 e. Häufiger ist μέγα bes. bei Hom. so gebraucht, auch μεγάλα, sehr, stark, gewaltig, μέγα χαῖρε, sei sehr gegrüßt, Od. 24, 402; oft μέγα κρατεῖν, ἀνάσσειν, δύνασϑαι, stark, gewaltig herrschen, viel vermögend sein, vgl. Lob. zu Phryn. p. 197; μέγα σϑένει, Aesch. Ag. 912, wie Soph. O. C. 738; πλουτεῖν, Ant. 1153; ὀλβισϑείς, Eur. Troad. 1253; τὸν μεγάλα δυνάμενον, Plat. Rep. I, 343 c; bei den Verbis, die das Hervorbringen eines Lautes bezeichnen, μέγα ἀϋτεῖν, ἰάχειν, βοᾶν, ὀχϑεῖν, εὔχεσϑαι u. dergl., laut, Hom., der bei diesen Verbis auch μεγάλα sagt, u. Folgde (s. oben); τιμᾶν, σεβίζειν, Aesch. Ch. 253 Eum. 12; στέργειν, Soph. O. R. 1023; vom Raume, weit, μέγα προϑορών, Il. 14, 363, μέγα ἄνευϑε, weit entfernt, 22, 88; οὐκ ἂν μέγα τι τῆς ἀληϑείας παρεξέλϑοις, Plat. Phil. 66 b; bei adj., sehr, sowohl beim posit., μέγα νήπιος, Il. 16, 46, μέγα ἔξοχος, 2, 480 Od. 15, 227, als auch beim compar. u. superl., μέγ' ἀμείνων, ἄριστος, μέγα φέρτατος, Hom.; so auch die Folgdn, ὦ μέγ' εὐδαίμων κόρη, Aesch. Prom. 650, τὸν μέγα στυγούμενον, 1006; κατὰ μέγα u. κατὰ μεγάλα, Plat. Phaedr. 262 a Tim. 65 a; σοφὸς τὰ μεγάλα, in großen Dingen, Rep. IV, 426 c; τὰ μεγάλα νικᾶν τοὺς φίλους εὖ ποιοῦντα, Xen. An. 1, 9, 24. – Compar. μείζων, ον, Hom. u. Att.; ion. μέζων, Her., dor. μέσδων u. böot. μέσσων, Sp. auch μειζότερος u. bei Byz. μειζονότερος, größer, in allen den beim Positiv erwähnten Beziehungen; μείζω ἐκτενῶ λόγον, die Rede ausdehnen, Soph. Tr. 676; ἐνέχει τύχᾳ τᾷδ' ἀπὸ μείζονος, Phil. 1086, von einem Größeren, Mächtigern, d. i. von einem Gotte; τοῦ ϑεοῦ μεῖζον σϑένειν, Eur. Suppl. 216; – μεῖζον φϑέγγεσϑαι, Plat. Prot. 334 c; auch zugroß, größer oder mehr als billig, φρονείτω μεῖζον ἢ κατ' ἄνδρα, Soph. Ant. 764; vgl. Eur. Phoen. 710; μεῖ. ζον ἢ καϑ' ἡμᾶς, Plat. Tim. 404 (vgl. κατά), auch μείζω τινὰ δύναμιν εἶναι ἢ ἀνϑρωπείαν, Crat. 438 c; οὔτε μεῖζον οὔτε ἔλαττον ist eine starke Verneinung, vgl. Soph. Tr. 323; Schäfer zu D. Hal. C. V. p. 71. – Superl. μέγιστος, Hom. u. Folgde. Bei sehr Sp. auch μεγαλώτατος, s. Lob. Phryn. p. 93; πάντων μεγίστῳ Ζηνί, Aesch. Ch. 243 u. sonst; μεγίστη Παλλάς, Soph. O. C. 167; adverbialisch, χαῖρ' ὡς μέγιστα, Phil. 460; μέγιστον ἴσχυσε στρατοῦ, Ai. 497, τὰ μέγιστ' ἐτιμάϑης, O. R. 1202. – In Prosa bes. oft τὸ μέγιστον, was das wichtigste, die Hauptsache ist, entweder τὸ μὲν μέγιστον ὅτι, Plat. Conv. 196 b Rep. III, 407 b, oder für sich stehend, parenthetisch, Plut. u. A.; τὸ μὲν μέγιστον αἰσχυνόμενος, Xen. An. 1, 3, 10. 5, 6, 29 Cyr. 3, 1, 1 u. öfter, was die Hauptsache betrifft; τὸ δὲ μέγιστον· οἷς γὰρ κ. τ. λ., Isocr. 3, 21 (vgl. γάρ); καὶ τὸ μέγιστον, u. was das wichtigste ist, Thuc. 4, 70. So auch noch Sp., wie Luc. D. D. 20, 13 Nigr. 2. – Adverbialisch, βοῶντα μέγιστον Plat. Euthyd. 300 b, ὡς μέγιστα καὶ ὡς κάλλιστα Conv. 198 e; Eur. verbindet es auch mit einem superl., μέγιστον ἔχϑιστος, Med. 1320.
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70 ΜΈΣος
ΜΈΣος, poet. auch μέσσος, selbst bei den Tragg. in iambischen Stellen, wie Soph., vgl. Mein. quaest. Menandr. p. 318mit μετά zusammenhangend), mitten, in der Mitte; – a) vom Raume; βάλε Πηλείδαο μέσον σάκος, er traf den Schild in der Mitte, Il. 22, 260, wie αὐχένα μέσσον ἔλασσεν 14, 497, στῆϑος μέσον οὔτασε 15, 525, öfter; auch allgemeiner, τὸν βάλε μέσσον ἄκοντι Il. 20, 413, Ἠέλιος μέσον οὐρανὸν ἀμφιβεβήκει Il. 8, 68, ἐν μέσσῃσι (βουσὶ) ὀρούσας 15, 635, στῆ δὲ μέσῳ ἐν ἀγῶνι, mitten in der Runde, 23, 507, wie ὁ τοῖσιν στὰς ἐν μέσοισι 7, 384, in ihrer Mitte; Pind. εἶπε δ' ἐν μέσοις u. ἐν μέσσοις, P. 4, 224 I. 7, 32, öfter; ζυγὸν ϑραύει μέσον, mitten entzwei bricht er das Joch, Aesch. Pers. 192; ἐκ μέσων ἀρκυσμάτων, Eum. 112; μέσης ἀπήνης ἐκκυλίνδεται, Soph. O. R. 812; ἐν αἰϑέρι μέσῳ κατέστη ἡλίου κύκλος, Ant. 412, womit man vgl. αἱ δ' ἀνὰ μέσσαν ἀκτῖνα, O. C. 1249, um Mittag ff. b); μέσου κρατὸς διασπαρέντος, Trach. 778; ἐν Ἀργείοις μέσοις, in der Mitte der Argiver, Phil. 626; ϑιάσοις ἐν μέσοισιν, Eur. Bacch. 221, u. öfter in ähnlichen Verbindungen; μέσον ἔχειν τινά, in der Mitte gefaßt halten, von dem Ringer hergenommen, Ar. Nub. 1030, u. pass., ἔχομαι μέσος, Ach. 545 Equ. 387; Νεῖλος μέσην Αἴγυπτον σχίζων, Aegypten mitten durchschneidend, Her. 2, 17, vgl. 4, 49; ἐκ μέσης τῆς νήσου, Plat. Critia. 113 d u. sonst; Xen. An. 2, 1, 11; so oft, vor dem Artikel stehend, denn τὸ μέσον στῖφος, 1, 8, 13, ist der mittlere Haufen; πρὸ τῆς φάλαγγος μέσης, Xen. An. 1, 2, 17; ἐν ἀγορᾷ μέσῃ, Dem. 29, 12. – b) von der Zeit; μέσον ἦμαρ, der Mittag, Il. 21, 111 Od. 7, 288; πρὶν μέσον ἀμαρ ἑλεῖν, Pind. P. 9, 117; Soph. frg. 239 (vgl. auch unter a); Eur. πρὸς μέσας βολὰς ἀκτῖνος, Ion 1135; in späterer Prosa, μέση ἡμέρα, wie Hdn. 8, 5, 22; μέση νύξ, wie περὶ μέσας νύκτας, Xen. An. 7, 8, 12, wo Krüger mehr Beispiele beibringt, alle ohne Artikel. – c) in der Mitte stehend, zwischen zwei Dingen, auch übertr. auf Geistiges, eine weitere Ausbildung der Verbindung ἐν μέσοις (s. oben); μέσος τις γέγονα χρηματιστὴς τοῦ τε πάππου καὶ τοῦ πατρός, Plat. Rep. I, 330 b; ὅτι μέσος ἂν εἴη τόπος χειμώνων τε καὶ τῆς ϑερινῆς φύσεως, Epin. 987 d; ὥςπερ ἑνὸς καὶ πλήϑους τὸ ὀλίγον μέσον, das Wenige steht in der Mitte zwischen der Einheit und der Menge, Polit. 303 a. Daher auch mittel mäßig, was zwischen dem Zuviel und Zuwenig die Mitte hält, ὀφϑαλμοὶ μέσοι, von mittlerer Größe, Arist. H. A. 1, 10, auch μέσος τῷ μεγέϑει, 1, 17; ἀνήρ, ein Mann von mittlerem Range od. Vermögen, Her. 1, 107; ἄνϑρωποι, Plat. Legg. X, 907 a; auch = unparteiisch, XI, 929 e; μέσοι πολῖται, Thuc. 6, 54; vgl. Arist. pol. 4, 11; Plut. τῶν μέσων κατὰ γένος πολιτῶν, Camill. 25, vgl. Sol. 1; a. Sp.; – vermittelnd, δικαστής, Schiedsrichter, Thuc. 4, 83. – Bei den Gramm. sind μέσαι λέξεις Wörter, die in guter und schlimmer Bedeutung genommen werden können; συλλαβὴ μέση, syllaba anceps. – Bes. häufig ist das neutr., absolut oder substantivisch gebraucht, die Mitte, der Raum zwischen Etwas; ἐς μέσον ἀμφοτέρων συνίτην, in die Mitte beider Heere, Il. 6, 120, öfter; auch ohne gen., κακοὺς δ' ἐς μέσσον ἔλασσεν, 4, 299, u. ἐς μέσσον ἀμφοτέροισι δικάσσατε, 23, 574, sprechet beiden Theilen gleichmäßig, unparteiisch Recht; so auch κατὰ μέσσον, 5, 8. 16, 285; κὰδ δὲ μέσον τάφρου καὶ τείχεος ἷζον, 9, 87; ἐν μέσῳ, in der Mitte, 17, 375 u. öfter; ἔμβαλε μέσσῳ, 4, 444, vgl. Od. 11, 157; μέσσῳ ἀμφοτέρων, Il. 7, 277; οἱ δὲ εἶπον πολλὸν εἶναι αὐτέων τὸ μέσον, es sei die Mitte, der Unterschied groß, Her. 9, 82, vgl. 7, 11; ἐκ τοῦ μέσου κατῆσϑαι od. ἕζεσϑαι, aus der Mitte weggehen u. sich abgesondert hinsetzen, sich neutral halten, 3, 83. 8, 73; ἐκ τοῦ μέσου ἡμῖν ἕζεσϑε, seid neutral zwischen uns, 8, 22, wie ἐκ τοῦ μέσου ἐξίστασϑαι, Xen. An. 1, 5, 14, aus dem Wege gehen; ἐν μέσῳ ἐμοῦ τε καὶ σοῦ, in der Mitte zwischen uns beiden, Plat. Conv. 222 d; κατὰ μέσον παντὸς τοῦ κόσμου, Critia. 121 c; μέσον τῶν αὑτοῦ ἔχων, Xen. An. 1, 8, 13, wo Krüger mehrere Beispiele ohne Artikel beibringt; auch ἀνὰ μέσον, Antiphan. B. A. 80; Men. fr. inc. 2, 19; Pol. 5, 55, 7. – Auch von der Zeit, μέσον ἡμέρας, Xen. An. 1, 8, 8; διὰ μέσου, inzwischen, mittlerweile, Her. 9, 112; Thuc. 4, 20; die Mittel-, Durchschnittszahl, πρὸς τὰς μεγίστας καὶ ἐλαχίστας ναῦς τὸ μέσον σκοποῦντι, 1, 10. – Aus der Vrbdg ἐς μέσον τιϑέναι τινί τι, Einem Etwas als Kampfpreis aufstellen, es in die Mitte hinstellen, daß alle Preisbewerber es sehen, Il. 23, 704 (vgl. κεῖται ἐν μέσοις, 18, 507, u. ἐν μέσῳ κεῖται τὰ ἀγαϑά, Xen. An. 3, 1, 21), entwickelt sich das häufige ἐς τὸ μέσον φέρειν, τιϑέναι u. ä., Etwas vorbringen, bekannt machen, z. B. γνώμην, Her. 4, 97, 6. 3, 80, 2; Plat. Legg. IV, 719 a XI, 936 a; ἐς τὸ μέσον κατατιϑέντες im Ggstz von ἀποκρυπτόμενοι, Phil. 14 b; Dem. 20, 102, wie Sp., z. B. Luc. Hermot. 38. 64; im eigtl. Sinne, ἀργύριον, Ar. Eccl. 602. – Auch ταῦτ' ἐν μέσῳ τίϑημι, das sage ich offen, gerade heraus, Aesch. Ch. 143; u. ähnlich δέσμιον ἔδειξ' Ἀχαιοῖς ἐς μέσον, offenkundig zeigte ich ihn, Soph. Phil. 605; χρηστόν τι βούλευμ' εἰς μέσον φέρειν, Eur. Suppl. 439, wie φέρω κοινοὺς εἰς μέσον λόγους, Troad. 54 u. öfter; so auch Her. γνώμην ἐς μέσον φέρω, vorbringen, aussprechen, 4, 97; τὸ λεγόμενον ἐς τὸ μέσον, das öffentlich Ausgesprochene, 6, 129; u. ähnlich ἐν κοινῷ καὶ μέσῳ ἔοικεν ἡμῖν κεῖσϑαι, Plat. Legg. XII, 968 e; εἰς μέσον ὁμολογεῖν, Rep. VIII, 547 b, wie συμβῆναι εἰς τὸ μέσον, sich vereinigen, übereinkommen über Etwas, Prot. 337 e; ἐν τῷ μέσῳ ἑαυτὸν παρέχειν, Allen zugänglich sein, Xen. Cyr. 7, 5, 46; – διὰ μέσου ποιεῖσϑαι, in die Mitte stellen, Xen. Cyr. 6, 3, 3; – ἐν μέσῳ τινὸς εἶναι, zwischen Etwas stehen, d. i. hinderlich sein, τοῦ συμμῖξαι, Xen. Cyr. 5, 2, 26; auch mit folgdm acc. c. inf., Dem. 23, 183. Vgl. ϑρὶξ ἀνὰ μέσσον, nur ein Haar fehlt noch daran, Theocr. 14, 9. – Διὰ μέσου oder ἐν τῷ μέσῳ, in einem Zwischensatze, parenthetisch, Grsmm. – Ἡ μέση, sc. χορδή, die mittlere Saite, der mittlere Ton, Music. – Bei den späteren Philosophen sind τὰ μέσα = ἀδιάφορα. – Ion. u. p. compar. u. superl. μεσαίτερος u. μεσαίτατος, Her. 4, 17, den auch Arist. u. die Sp. brauchen, u. der eigentlich auf μεσαῖος zurückzuführen ist; Ap. Rh. 4, 649 hat auch die Form μεσσότατος; – μέσατος u. μεσάτιος sind aber poet. Formen des Positivs. – Adv. μέσως, z. B. βεβιωκέναι, Plat. Phaed. 113 d, λέγειν, Prot. 346 e; Ggstz von σφοδρῶς ἢ ἀνειμένως, Arist. Eth. 2, 5; μέσως ἔχειν περί τι, mäßig sein, die Mitte halten zwischen zwei Extremen, ib. 3, 12; auch mit adj. verbunden, mittelmäßig, mäßig, πόλεως οὐ μέσως εὐδαίμονος, Eur. Andr. 874 Herc. Fur. 58 u. Sp.
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71 βραχύς
βραχύς, εῖα (βραχέα Her. 5, 49), ύ, kur z, Ggstz von μακρός z. B. Plat. Phaedr. 267 b; a) von räumlicher Ausdehnung, kurz, klein, βραχὺς μορφάν Pind. I. 3, 71; οἶμος, ὁδός, P. 4, 248. 9, 68; Plat. Phaedr. 272 a; βραχύτερα τοξεύειν Xen. An. 3, 3, 7; βραχὺ πετέσϑαι 1, 3, 5; αἰχμή Her. 5, 49; φάλαγγα βραχυτέραν ποιεῖν Xen. Cyr. 7, 5, 5; ebenso τάξις Pol. 1, 33. – b) von der Zeit, ἔν τινι βραχεῖ χρόνῳ Plat. Legg. III, 698 d; ἐν βραχεῖ, in kurzem, sogleich, Her. 5, 24; Plat. Conv. 217 a. Bes. von der Rede, kurz, λόγος, σκέψις u. ä., Plat.; ἐν βραχεῖ, kurz, mit wenig Worten, Pind. P. 1, 82; ἐν βραχίστοις I. 5, 56; ἐν βραχεῖ λέγειν Soph. El. 637; vgl. O. C. 1581; Eur. Suppl. 556; oft Prosa, ἐν βραχυτέροις λέγειν Plat. Prot. 334 e; ἐν βραχυτάτῳ δηλοῦν Xen. Cyr. 1, 2, 15. Ebenso διὰ βραχέων δηλοῦν Plat. Gorg. 449 a; λέγειν Pol. 1, 15; Luc. Tox. 56; διὰ βραχυτέρων, -τάτων, Plat. Euth. 14 b Gorg. 449 e; κατὰ βραχὺ ἀποκρίνασϑαι Plat. Prot. 329 b; κατὰ βραχύ »allmälig« Thuc. 4, 96; Pol. 3, 88. – c) auf die Zahl gehend, βραχέα μέρη, wenig Theile, Plat. Epin. 981 e; Tim. 47 c πλὴν βραχέων; βραχεῖς τινες ἱππεῖς Pol. 4, 19; gering, unbedeutend, οὐσία Is. 10, 26; Dem. 28, 17; κέρδος Plat. Legg. XI, 921 c; Dem. 14, 32; ἔργον Xen. Cyr. 8, 2, 5; βραχὺ καὶ οὐδενὸς ἄξιον Thuc. 8, 76; λόγοι βραχεῖς Soph. O. C. 294, vom Schol. εὐ τελεῖς erkl.; ἀφ' ὑψηλῶν βραχὺν ᾤκισε Eur. Heracl. 614; πρόφασις I. A. 1180; ἀφορμή Pol. 1, 69; βραχύ, wenig, λωφᾶν Thuc. 6, 12; φροντίζειν Dem. 17, 4. – Compar. βραχύτερος, βραχύτατος; βραχίων VLL.; βράχιστος p.; Beispiele oben. – Die von Aristarch bekämpften Glossographen zogen zu βραχύς als compar. auch die Form βράσσων Iliad. 10, 226 ἀλλά τέ οἱ βράσσων τε νόος λεπτὴ δέ τε μῆτις, Scholl. Aristonic. ἡ διπλῆ, ὅτι οἱ γλωσσογράφοι βράσσων ἀντὶ τοῦ ἐλάσσων. οὐδαμοῦ κέχρηται τούτῳ Ὅμηρος. ἀποδοτέον οὖν βρασσόμενος, ταρασσόμενος διὰ τὸ δέος, οὐχ ἑστηκὼς διὰ τὴν ἀγωνίαν. ἅπαξ δὲ ἐνταῦϑα κέχρηται τῇ λέξει. Den Anfang des Scholiums schreibt Friedländer so: ἡ διπλῆ ὅτι οἱ γλωσσογράφοι βράσσων ἀντὶ τοῦ ἐλάσσων, ἀπὸ τοῦ βραχύς. ἀλλ' οὐδαμοῦ κέχρηται τούτῳ Ὅμηρος. Vgl. unter βραδύς, βράζω und βράσσων.
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72 ει
ει, A. Bedingungspartikel, wenn, vgl. ἐάν.
I. c. indicat., a) aller Tempora, die bloße Annahme als wirklich hingestellt, wenn es wahr ist, daß, – wenn wirklich; der Nachsatz wird durch den indic. oder imperat. ausgedrückt, wenn die Folge als ein wirklich eintretendes oder nothwendiges Ergebniß erscheint, mit dem optat. potent., wenn die bloß mögliche Folge angegeben wird; ἐϑέλω δόμεναι πάλιν, εἰ τόγ' ἄμεινον, sc. ἐστί, Il. 1, 116, wenn es wirklich besser ist, will ich zurückgeben; οὐδέ ἑ φημὶ δῆϑ' ἀνσχήσεσϑαι βέλος, εἰ ἐτεόν με ὦρσεν ἄναξ 5, 104; εἴ τι ἔχεις εἰπεῖν, σήμαινε Aesch. Prom. 686; εἴ τι δράσεις τῶνδε, μὴ σχολὴν τίϑει Ag. 1029; εἴ τι χρῄζεις, φράζε Soph. Phil. 49; εἰ παρὰ τοὺς ὅρκους ἔλυε τὰς σπονδάς, τὴν δίκην ἔχει Xen. An. 2, 6, 41; u. so in Prosa überall; – ο ὐκ ἄν με σαόφρονα μυϑήσαιο ἔμμεναι, εἰ δὴ σοίγε βροτῶν ἕνεκα πτολεμίζω Il. 21, 462; εἰ εὐσεβοῠσι, οὐ ϑάνοιεν ἄν, so möchten sie wohl nicht sterben, Aesch. Ag. 329; ἄγοιμ' ἄν, εἴ τις τάςδε μὴ 'ξαιρήσεται Suppl. 902; σιγᾶν ἂν ἁρμόζοι σε, εἰ μή τι λέξεις Soph. Tr. 729; εἰ εἰς χεῖρας ἦλϑον πατρί, πῶς ἂν ψέγοις O. C. 978; ὁ κίνδυνος δόξειεν ἂν δεινὸς εἶναι, εἴ τις αὐτῆς ἀμελήσει Plat. Phaed. 107 c. Vgl. bes. Fälle wie πολλὴ ἄν τις εὐδαιμονία εἴη περὶ τοὺς νέους, εἰ εἷς μὲν μόνος αὐτοὺς διαφϑείρει, es wäre ein großes Glück für die Jugend, wenn wirklich (wie die Ankläger behaupten) nur Einer sie verdürbe, Plat. Apol. 25 b, vgl. 33 c. – Her. 5, 78 δηλοῖ ἡ ἰσηγορίη ὡς ἐστὶ χρῆμα σπουδαῖον, εἰ καὶ Ἀϑηναῖοι ἀπαλλαχϑέντες τυράννων μακρῷ πρῶτοι ἐγένοντο, wenn es wahr Ist, daß sie die ersten geworden sind, was man gewöhnlich durch »da sie jene sind«, also εἰ = ἐπεί erkl., vgl. C. – b) c. indicat. imperf. u. aor., auch plusqpf., worauf im Nachsatz dieselben Tempora mit ἄν folgen, die Nichtwirklichkeit oder Unmöglichkeit der Bedingung u. der Folge auszudrücken. Vgl. ἄν.
II. c. conj., sich von ἐάν c. conj. nicht wesentlich unterscheidend, da der Conj. selbst anzeigt, daß die Bedingung als eine ungewisse, die zwar möglich ist, deren Eintreten aber dahingestellt bleibt, angesehen werden soll, εἰ also mit wenn, falls zu übersetzen ist. Herm. zu Soph. O. C. 1445 wie Schneid. zu Plat. Legg. VIII, 579 d haben einen Unterschied gemacht, der schwerlich durchzuführen ist, vgl. auch Krüger zu Xen. An. 3, 1, 36 u. Bernhardy's Syntax p. 398 Anm. – Die Vbdg findet sich besonders bei Hom., Pind. u. Tragg.; εἰ γοῠν ἕτερός γε φύγῃσιν Il. 5, 258; εἰ δ' αὖ τις ῥαίῃσι ϑεῶν – τλήσομαι Od. 5, 221; διδοῖ ψᾶφον – εἴ ποτε πῠρ ἐξίκηται Pind. P. 4, 265, vgl. 274 N. 7, 11. 15; εἰ προδῶ σφ' ἑκών Aesch. Eum. 225, vgl. Pers. 777 Suppl. 395; εἴ τι νὺξ ἀφῇ Soph. O. R. 198 ch., vgl. 874; δυςτάλαινα τἄρ' ἐγώ, εἰ σοῠ στερηϑῶ O. C. 1445. Bei Her. schwankt die Lesart gewöhnlich, wie auch bei anderen Schriftstellern nicht selten. In attischer Prosa sind die verhältnißmäßig sehr wenigen Beispiele als Archaismen zu betrachten, die regelmäßige gute Sprache sagte immer dafür ἐάν; B. A. 144 ist aus Cratin. εἰ σοφὸς ᾖ angeführt, wie 129 aus demselben εἴ τις προκριϑῇ; Ar. Equ. 698 εἰ μή σ' ἐκφάγω, – εἰ μὴ' κφάγῃς, – εἰ μή σ' ἐκπίω; – εἴ τί που ᾖ Plat. Legg. VI, 761 c; XII, 958 d; εἰ δὲ ὑμεῖς φανεροὶ ἦτε Xen. An. 3, 1, 36; 3, 2, 22; ἄλλως τε καὶ εἰ ξυστῶσιν αἱ πόλεις Thuc. 6, 21. Erst bei Späteren findet sich dieser Gebrauch häufiger; bei Byzantinern ist, wie Lob. Parerg. zu Phryn. p. 724 bemerkt, εἰ μάϑῃ = εἰ μαϑήσει.
III. c. optat., a) so daß die Bedingung rein subjectiv als möglich bezeichnet wird, ohne daß über die Wirklichkeit Etwas entschieden wird, worauf gewöhnlich der optat. potent. mit ἄν folgt, um auszudrücken, daß sich aus der angenommenen Bedingung eine Folge ergeben könne, oder auch der indicat., wo das sichere Eintreten der Folge angedeutet werden soll, z. B. Τρῶες μέγα κεν κεχαροίατο, εἰ τάδε πάντα πυϑοίατο Il. 1, 256, sie dürften sich wohl freuen, wenn sie es hören sollten; εἴ μοι λέγοις τὴν ὄψιν, εἴποιμ' ἂν τότε Soph. El. 405; εἰ δ' ἴδοιμ' ὀλωλότας, δοκοῖμ' ἂν τῆς νόσου πεφευγέναι Phil. 1032; – κούρην οὐ γαμέω, οὐδ' εἰ χρυσείῃ Ἀφροδίτῃ κάλλος ἐρίζοι Il. 9, 388; εἴ τίς μοι ἕποιτο καὶ ἄλλος, ϑαρσα λεώτερον ἔσται 10, 222. So in Prosa überall. Der Fall, daß bei εἰ mit dem Optativ des Möglichen noch ἄν steht, ist unter ἄν erörtert; so z. B. εἰ δὲ ἐπιδεὴς λόγου τινὸς ἔτι ἂν εἴης, ἐπάκουε Plat. Legg. X, 905 c. – b) in indirecter Rede, sowohl für εἰ c. ind., als für ἐάν c. conj., z. B. εἰ δ' ἐκτὸς ἔλϑοις, πημονὰς εὔχου λαβεῖν Soph. Tr. 1179; εἰδὼς ὅτι εἰ στρατηγοίη, λέξοιεν, dir. ἐὰν στρατηγῇ, λέξουσι, Xen. Hell. 5, 4, 13; vgl. 4, 7, 4. 4, 8, 6. – c) einen Wunsch ausdrückend, wofür gewöhnlich εἰ γάρ od. εἴϑε γάρ (w. m. vgl.) steht: wenn doch; ἀλλ' εἴ τις καλέσειε ϑεῶν Θέτιν ἆσσον ἐμεῖο Il. 24, 74; αἰτουμένῳ μοι κοῦφον εἰ δοίης τέλος Aesch. Spt. 242; εἴ μοι ξυνείη φέροντι μοῖρα Soph. O. R. 860; εἴ μοι γένοιτο φϑόγγος Eur. Hec. 836. – d) wie eine Zeitpartikel eine wiederholte Handlung in der Vergangenheit ausdrückend, so oft; εἴ του φίλων βλέψειεν δέμας, ἔκλαιεν Soph. Tr. 905; εἰ μὲν οἱ Λακωνικοὶ ὑπερβάλοιντο μικρόν, ἔλεγον ἄν Ar. Pax 212 ff; εἰ μὲν ἐπίοιεν οἱ Ἀϑηναῖοι, ὑπεχώρουν, εἰ δὲ ἀναχωροῖεν, ἐπέκειντο Thuc. 7, 79; εἴ τις αὐτῷ δοκοίη βλακεύειν, ἔπαιεν ἄν Xen. An. 2, 3, 11, vgl. 4, 5, 13 u. unter ἄν.
IV. c. inf. nur in indirecter Rede bei Her. 2, 172, εἰ γὰρ (ἔφη) πρότερον εἶναι δημότης, ἀλλ' ἐν τῷ παρεόντι εἶναι αὐτέων βασιλεύς, wie 3, 105. 108 u. Thuc. 4, 98. – Die Stellen, wo εἰ mit dem Particip verbunden scheint, wie Soph. Ai. 886 Eur. El. 537, sind elliptisch zu erklären, od., wie Plat. Phaed. 87 b von Heindorf geschehen, zu ändern.
Es muß noch bemerkt werden, daß a) zwei Sätze mit εἰ verbunden werden; εἰ γὰρ κτενοῠμεν ἄλλον ἀντ' ἄλλου, σύ τοι πρώτη ϑάνοις ἄν, εἰ δίκης γε τυγχάνοις Soph. El. 572, vgl. Ai. 769; ὥσπερ ἂν εἰ ἐτύγχανόν σε ἐρωτῶν –, εἴ μοι εἶπες Plat. Gorg. 453 c; mit anderer Stellung εἰ φοβοῖντο –, οὐ πολλὴ ἂν ἀλογία εἴη, εἰ μὴ ἄσμενοι ἐκεῖσε ἴοιεν Phaed. 67 e. – b) bes. bei Hom. ist der Nachsatz zuweilen zu ergänzen, was zumal, wenn eine andere Bedingung (εἰ δέ) gegenüber steht, leicht ist, εἰ μὲν δώσουσι γἐρας – εἰ δέ κε μὴ δώωσιν, ἔγὼ δέ κεν αὐτὸς ἕλωμαι, wo sich von selbst versteht, daß, wenn sie das Ehrengeschenk geben werden, es gut ist; εἰ μέν τι σὺ ἔχεις πρὸς ἡμᾶς λέγειν, (sc. λέγε δή,) εἰ δὲ μή, ἡμεῖς πρὸς σὲ ἔχομεν Xen. An. 7, 7, 15, wo Krüger viele Beispiele anführt, obgleich häufiger im ersten Gliede ἤν steht. Bes. zu beachten ist dieser Gebrauch beim imperat., εἰ δέ, σὺ μέν μευ ἄκουσον Il. 9, 262, wo man gew. βούλει ergänzt. Vgl. unten bes. εἰ δ' ἄγε.
B. In indirecter Frage, ob; – a) mit dem Indicativ; σάφα οὐκ οἶδ', εἰ ϑεός ἐστι, ich weiß nicht, ob er ein Gott ist, Il. 5, 183; πρὶν ἂν μάϑω εἰ τέϑνηχ' ὁ Πηλέως γόνος Soph. Phil. 333; εἰ δίκαια ποιήσω οὐκ οἶδα Xen. An. 1, 3, 5; σκέψαι, εἰ ὁ Ἑλλήνων νόμος κάλλιον ἔχει 7, 3, 37; ὅρα, εἰ φαίνεται Aesch. Prom. 799; ὅρα, εἰ διακωλύεις Plat. Prot. 331 b; ἐπισκεψώμεϑα, εἰ ἄρα τἀληϑῆ λέγω 343 c. – b) mit dem conj.; οὐ μὰν οἶδ', εἰ – ἐπαύρηαι Il. 15, 16; οὐκ οἶδ', εἰδῶ, ob ich geben soll, Xen. Cyr. 8, 4, 16; ἐς τὰ χρηστήρια ἔπεμψε (u. ließ fragen), εἰ στρατεύηται ἐπὶ τοὺς Πέρσας Her. 1, 75; ἐχρηστηριάζοντο, εἰ ἀνέλωνται τὰ οὐνόματα 2, 52. – c) mit dem optat.; ἐνέβησε εὶς φροντίδα, εἴ κως δύναιτο Her. 1, 46; ἐβουλεύετο, εἰ πέμποιεν, ob sie schicken sollten, Xen. An. 1, 10, 5; mit dem optat. potent.; ἠρώτων, εἰ δοῖεν ἄν 4, 8, 7, wie auch οὐκ οἶδ' ἂν εἰ πείσαιμι zu erklären, s. ἄν. Wie Thuc. 2, 77 sagt ἔδοξεν αὐτοῖς πειρᾶσαι, εἰ δύναιντο ἐπιφλέξαι τὴν πόλιν, zu versuchen, ob sie die Stadt verbrennen könnten (vgl. πειρήϑη, εἴ οἱ ἐφαρμόσσειε Il. 19, 385), so oft mit Auslassung von πειράομαι, z. B. πρέσβεις ἔπεμψαν, εἴ πως πείσειαν, ob sie sie wohl überredeten, Thuc. 1, 58. So schon Hom., ἀντίος ἤλυϑεν, εἴ πώς εὑ πεφίδοιτο Il. 20, 463; ἀναπεπταμένας ἔχον πύλας, εἴ τιν' ἑταίρων σαώσειαν 12, 122; αὐτίκα κηρύκεσσι κέλευσαν ἀμφὶ πυρὶ στῆσαι τρίποδα, εἰ πεπίϑοιεν Πηλείδην 23, 40; ὑποφειδόμενοι, εἴ πως ἐϑελήσειαν οἱ Καρδοῦχοι διιέναι Xen. An. 4, 1, 8; ἐδόκει καλέσαι ἐκείνους, εἰ βούλοιντο συμμαχίαν ποιήσασϑαι 5, 4, 8. – In einigen Stellen kann εἰ mit ob nicht übersetzt werden; τίς δ' οἶδ', εἴ κέ ποτέ σφι βίας ἀποτίσεται ἐλϑών Od. 3, 216; ἄδηλον νομίζων, εἰ πρὶν ἐπ' αὐτὸ ἐλϑεῖν διαφϑαρήσεται Thuc. 2, 53; σκέψασϑε, εἰ ἄρα καὶ τοῠτο μωρότατον πεποιήκασι Xen. An. 3, 2, 22, wo Krüger zu vgl.; τί γὰρ ᾔδειν, εἴ τι κἀκεῖνος εἶχε σιδήριον Lys. 1, 42. – In Doppelfragen εἰ – ἦ; Il. 2, 367; Plat. Prot. 331 b; Xen. An. 1, 10, 5 u. sonst; δεῖ σκοπεῖν, εἰ δίκαια λέγω ἢ μή Plat. Apol. 18 a; Gorg. 459 c u. sonst; häufig εἰ – εἴτε, w. m. s. – In directer Frage kommt es erst im N. T. u. LXX. vor, in guten Autoren sind die einzelnen Stellen, wo es stand, z. B. Xen. Cyr. 6, 3, 36 An. 5, 8, 6, richtig geändert worden.
C. Ebenfalls conditional ist ursprünglich der Gebrauch des εἰ, wo wir gewöhnlich daß setzen, u. man es durch ὅτι zu erklären gewohnt ist; nach ϑαυμάζω von Her. an sehr häufig; ϑωυμάζω, εἴ μοι ἀπεστᾶσι, ich wundere mich, wenn (daß) sie abgefallen sind, Her. 1, 155; Plat. Phaedr. 274 a u. sonst oft; ϑαυμάσας ἔχω, εἰ Soph. O. C. 1139; nach den Verbis, die eine Gemüthsbewegung bedeuten, nicht selten, wobei der Umstand, der die Gemüthsbewegung hervorbringt, eigentlich als ein noch zweifelhafter, angenommener erscheint; oft aber ist auch eine gemilderte, bescheiden vorgebrachte Behauptung in εἰ enthalten; ἀγανακτῶ, εἰ Plat. Lach. 194 a; Crit. 43 b; δεινὸν ποιεῖσϑαι, εἰ Thuc. 6, 60; χαλεπῶς φέρειν, εἰ Xen. Cyr. 5, 2, 12; ἐπαιδέομαι, εἰ Soph. Ant. 510; αἰσχύνομαι, εἰ Aesch. 3, 158; φϑονέω, εἰ Eur. Ion 1321.
Verbindungen mit andern Partikeln; καὶ εἰ, ὡς εἰ s. unter καί u. ὡς; die mit εἰ anfangenden folgen hier in der Reihe.
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73 κατα-τίθημι
κατα-τίθημι (s. τίϑημι), 1) niederlegen, -setzen, -stellen, hinsetzen, hinstellen; τόξον ἐδέξατο καὶ κατέϑηκεν Od. 21, 82; τὸ μὲν (τόξον) εὖ κατέϑηκε ποτὶ γαίῃ ἀγκλίνας Il. 4, 112; τοὺς μὲν κατέϑηκεν ἐπὶ χϑονός 3, 293; ἐπὶ χϑονί 6, 473; ἐν ψαμάϑῳ Od. 13, 119; κάτϑεσαν εἰς Ἰϑάκην, ans Land setzen, 16, 230; ἐς μυχὸν ὑψηλοῦ ϑαλάμου καταϑεῖναι 285; χρὴ τεύχε' Ἀρήϊα κατϑέμεν εἴ 19, 4; κλισίην τινὶ παρὰ πυρί ib. 55; χλαῖναν ἐς μέγαρον ἐπὶ ϑρόνου 20, 96; κάτϑες τὸν κρατῆρα εἰς μέσον Eur. Cycl. 544; καταϑεὶς τὰ ὅπλα εἰς τὸ μέσον Xen. Cyr. 2, 1, 14; oft Ar.; Geld niederlegen, Eccl. 603; εἰς τὴν ἀγορὰν γράμματα καταϑέντες Plat. Legg. XII, 946 d, zur öffentlichen Bekanntmachung; als Kampfpreis aussetzen, ἄπυρον κατέϑηκε λέβητα Il. 23, 267; ἄεϑλα Od. 24, 91; εἰς τὸ μέσον, einen Satz zum Disputiren aufstellen, Plat. Phileb. 14 b, vgl. Cratyl. 384 c. – Ins Gefängniß werfen, ὁπόσοι νῦν εἰσὶν ἐν τῷ δεσμωτηρίῳ ἢ τὸ λοιπὸν κατατεϑῶσιν Dem. 24, 63, im Gesetz, wie Sp., z. B. Dio Cass. 58, 1. – 2) Geld erlegen, baar bezahlen, eine Schuld abtragen; εἰ μὴ καταϑήσεις δύο δραχμὰς μὴ διαλέγου Ar. Ran. 176, öfter; δέκα τάλαντα τῷ ϑεῷ Her. 9, 120; τέλη Antiph. 5, 77, die Abgaben erlegen; τῇ δραχμῇ ἐπωβελίαν κατατιϑέτω, als Zins, Plat. Legg. XI, 921 d; τὴν τιμήν Prot. 314 b; Dem. 24, 2; μετοίκιον Lys. 31, 9; μηδὲν αὐτῶν καταϑείς, ohne Etwas für sie zu bezahlen, Xen. Cyr. 3, 1, 37. – Sein Versprechen erfüllen, ἃ δ' ὑπέσχεο ποῖ καταϑήσεις Soph. O. C. 227; χάριν τῷ νικῶντι καταϑέμεν Pind. N. 7, 76. – 3) hingeben; ἐς μέσον Πέρσῃσι καταϑεῖναι τὰ πρήγματα, so daß Alle an der Verwaltung Theil nehmen, Her. 3, 80; vgl. 7, 164; τὸ αὑτοῠ ἔργον ἅπασι κοινόν, zum Gemeingut Aller machen, Plat. Rep. II, 369 e; – εὐεργεσίας εἴς τινα, Wohlthaten erweisen, Hdn. 3, 6, 6; σπουδὴν πρός τινα, 1, 4, 7; – εὐϑύτομον κατέϑηκεν ὁδόν, machte ihn gerade, Pind. P. 5, 90. – Med. – a) von sich ablegen, niederlegen; τεύχεα κατέϑεντ' ἐπὶ γαίῃ Il. 3, 114, wie καταϑέμενοι τὰ ὅπλα, ihre Waffen von sich ablegend, Hdn. 8, 6, 3; χλαίνας μὲν κατέϑεντο κατὰ κλισμούς, die Kleider ablegen, Od. 17, 86; von Todten, sie beisetzen, bestatten, 24, 190; ζώναν καταϑηκαμένα Pind. Ol. 6, 39; ϑνἰμάτιον, τὰ στρώματα, Ar. Eccl. 512 Ran. 166; übertr., ϑυμὸν κατάϑου, lege den Zorn ab, Av. 401; πόλεμον, beilegen, Thuc. 1, 121, wie Dem. 19, 264; – in Gewahrsam bringen, τοὺς πρέσβεις συλλαβόντες κατέϑεντο εἰς Αἴγιναν Thuc. 3, 72; εἰς τὸ οἴκημα Dem. 56, 4; Sp., wie D. Cass. 37, 36. – Ein Amt niederlegen, Plut. Fab. 9; τοὺς ποιητάς, sie aufgeben, außer Acht lassen, Plat. Prot. 348 a; λόγους Tim. 59 d; – ἐν ἀμελείᾳ κατατίϑενται Xen. Hem. 1, 4, 15, sich nicht um Einen bekümmern. – b) für sich zurücklegen, aufbewahren, aufheben; ἐπὶ δόρπῳ, zur Abendmahlzeit, Od. 18, 45; Hes. O. 599; τὴν λείαν ἅπασαν κατέϑεντο εἰς Βιϑυνούς Xen. Hell. 1, 3, 2; ϑησαυροὺς ἐν οἴκῳ Cyr. 8, 2, 15; aufspeichern, Lys. 22, 9; διαϑήκην παρά τινι Is. 5, 1. Uebertr., δοκέοντες χάριτα μεγάλην καταϑήσεσϑαι Her. 6, 41, sich Dank bei Einem verdienen, sich Ansprüche auf Dank begründen; vgl. Plat. Crat. 391 b; Thuc. 1, 32, der auch εὐεργεσίαν καταϑέσϑαι so sagt, 1, 128; χάριν, καταϑήσεσϑαι πρός τινα Dem. 59, 21; χάριν ἀνδρὶ ἀγαϑῷ καταϑέσϑαι Xen. Cyr. 8, 3, 26; Sp. – Aehnlich ἔχϑραν πρός τινα καταϑέσϑαι, sich Jemandes Feindschaft zuzichen, Lys. 2, 22; Plut. Dem. 12. – Κλέος εἰς τὸν ἀεὶ χρόνον ἀϑάνατον καταϑέσϑαι, sich erwerben, Plat. Conv. 208 c; vgl. Her. 7, 220 Thuc. 4, 87. – Schriftlich aufzeichnen, Plat. Legg. IX, 858 d; τὴν γνώμ ην εἰς μέσον, öffentlich hinstellen, Dem. rhet. 4 p. 327, 14 - c) sich eine Stellung, ein Verhältniß zu Einem geben, Sp.; ἐς τὸ ἴδιον, dem δαπανάω entsprechend, für sich anwenden, Xen. An. 1, 3, 3. – Καταϑείομαι ist ep. conj. statt κατάϑωμαι, Il. 22, 111; häufig sind die ep. Formen κάτϑεσαν, κατϑέμεν u. ähnliche.
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74 κινδῡνεύω
κινδῡνεύω, 1) sich in Gefahr begeben, wagen, bes. in der Schlacht kämpfen; absolut, Thuc. 1, 20, ὡς δεῖ ὡπλίσϑαι τὸν μέλλοντα ἐφ' ἵππου κινδυνεύειν Xen. de re equ. 12, 1, der zu Pferde kämpfen will; πρὸς τοὺς πολεμίους Mem. 3, 3, 14; Dem. 15, 24 u. A.; περὶ τῆς ψυχῆς Ar. Plut. 524; περὶ τῆς πατρίδος Pol. 1, 27, 1; ὑπὲρ τῆς ἀρχῆς 1, 2, 2, ὁ κινδυνεύων τόπος, der Ort der Gefahr, 3, 115, 6; auch περὶ τοῖς φιλτάτοις, Plat. Prot. 314 a; – c. dat., τῇ ψυχῇ, sein Leben aufs Spiel setzen, daran wagen, Her. 7, 209; τῷ βίῳ Pol. 5, 61, 4; τοῖς ὅλοις πράγμασι 1, 70, 1, – c. acc., τὴν μάχην ἐν τοῖς ἐπιλέκτοις ἐκινδύ-νευσα, ich habe die Schlacht mitgemacht, Aesch. 2, 169; κινδυνεύειν τὴν ψευδομαρτυρίαν Dem. 41, 16, sich in die Gefahr stürzen, falsches Zeugnisses wegen angeklagt zu werden. Auch κινδύνευμα κινδυνεύειν, Plat. Rep. IV, 451 a; πάντας κινδύνους Legg. VII, 814 b. – Gefahr laufen, in Gefahr sein; τὸν ναυτικὸν στρατὸν κινδυνεύσει ἀποβαλέειν, er wird Gefahr laufen zu verlieren, Her. 8, 65, vgl. 97; κινδυνεύω διαφϑαρῆναι Thuc. 3, 74; vgl. Xen. Hem. 4, 7, 6; ἐξ οὗ κινδυνεύεις νυνὶ ἀποϑανεῖν Plat. Apol. 28 b; μὴ περὶ τοῖς φιλτάτοις κυβεύῃς τε καὶ κινδυνεύῃς Prot. 314 a; gew. περί τινος, Gorg. 521 d; vgl. Her. 8, 74; περὶ τοῦ βίου Ar. Plut. 524; Folgde. – Bes. auch vor Gericht in Gefahr sein, auf Tod u. Leben angeklagt sein. – Pass. in Gefahr gesetzt werden, in Gefahr gerathen; ἐν δίκᾳ μὴ κεκινδυνευμένος Pind. N. 5, 14; im Kriege, Isocr. 1, 43; μὴ ἐν ἑνὶ ἀνδρὶ πολλῶν ἀρετὰς κινδυνεύεσϑαι, aufs Spiel gesetzt werden, Thuc. 2, 35; Plat. μὴ οὐκ ἐν τῷ Καρὶ ὑμῖν ὁ κίνδυνος κινδυνεύηται ἀλλ' ἐν τοῖς υἱέσι Lach. 187 b; δι' ὧν τὰ μέγιστα κινδυνεύεται τῇ πόλει Dem. 19, 285; τὰ χρήματα κινδυνεύεται τῷ δανείσαντι 34, 28; τὰ ὑπὸ πολλῶν κινδυνευϑέντα Lys. 2, 54, gefahrvolle Unternehmungen; vgl. Arr. An. 2, 7, 5; τὸ φιλοπόλεμον καὶ κεκινδυνευμένον D. Sic. 2, 21. – 2) sehr gewöhnlich im milderen Sinn, κινδυνεύουσι οἱ ἄνϑρωποι οὗτοι γόητες εἶναι, sie laufen Gefahr als Betrüger zu erscheinen, sie scheinen Betrüger zu sein, Her. 4, 105; oft im Att., bes. bei Plat., eine höfliche Wendung für eine bestimmte Behauptung, dem lat. haud scio an entsprechend; κινδυνεύω πεπονϑέναι, es scheint mir so zu gehen, Gorg. 485 c; κινδυνεύω σοι δοκεῖν μακάριός τις εἶναι, ich scheine dir wohl zu meinen, Men. 71 b; κινδυνεύεις ἀληϑῆ λέγειν, du kannst wohl Recht haben, Conv. 205 d, öfter; auch in bejahenden Antworten, »so scheint es«, Phaedr. 262 c Soph. 256 e u. öfter; κινδυνεύει ἀναμφιλογώτατον ἀγαϑὸν εἶναι τὸ εὐδαιμονεῖν, Glückseligkeit scheint das unbezweifeltste Gut zu sein, Xen. Mem. 4, 2, 34.
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75 καθ-αιρέω
καθ-αιρέω (s. αἱρέω), ion. καταιρέω, herab-, herunternehmen; καϑείλομεν ἱστία, wir nahmen die Segel herunter (zogen sie ein), Od. 9, 149; in tmesi, κὰδ δ' ἀπὸ πασσαλόφι ζυγὸν ᾕρεον Il. 24, 268; τὸ ἄχϑος, abnehmen, die Last, Ar. Ran. 10; τὸ σημεῖον Andoc. 1, 36, vgl. σημεῖον; – ὄσσε, ὀφϑαλμοὺς καϑελεῖν, die Augen des Verstorbenen herunter-, zudrücken, Il. 11, 453 Od. 24, 296, wofür auch in tmesi κατ' ὀφϑαλμοὺς ἑλέειν gesagt ist, 11, 426. – Gew. mit Gewalt herunternehmen; herunterziehen, τὴν σελήνην, von Zauberinnen, Plat. Gorg. 513 a; vgl. Ar. Nubb. 740; τὴν εἰκόνα αὐτοῦ ἐξ ἀκροπ όλεως καϑελόντες καὶ συγχωνεύσαντες Lycurg. 117. Dah. niederreißen, niederstürzen, tödten; von Menschen, εἰς ὅτε κέν μιν Μοῖρ' ὀλοὴ καϑέλῃσι, auf den Fall, daß die Möre ihn hinstreckt, Od. 2, 100; 3, 238; μὴ καϑέλοι μιν αἰών Pind. Ol. 9, 60; φῶτ' ἄδικον Aesch. Ag. 387; μοῖρα τὸν φύσαντα καϑεῖλε Soph. Ai. 511; γυνὴ μόνη με καϑεῖλε φασγάνου δίχα Tr. 1052; Ἀϑηναίο υς Thuc. 3, 13; im Gesetz bei Dem. 23, 53 dem ἀποκτεῖναι entsprechend; im Wettkampfe den Gegner niederwerfen, εἰ καϑέλοι τοῦτο τὸ ῥῆμα ὥςπερ εὐδοκιμοῦντα ἀϑλητήν Plat. Prot. 343 c; von Sachen, χρόνος καϑαιρεῖ πάντα, vernichtet Alles, Aesch. Eum. 276; καϑῃρέϑη Οἰχαλία δορί Soph. Tr. 478; in Prosa, τείχη καϑελόντες, zerstören, Plat. Menex. 244 c; herunterbringen, besiegen, Κῦρον καὶ τὴν τῶν Περσέων δύναμιν Her. 1, 71; ἐνεγράφησαν ἐν τοῖς τὸν βάρβαρον κατελοῦσι 8, 82; τὴν Εὐρυσϑέως ὕβριν 9, 27; ἡ ἡγεμονία καταιρεϑεῖσα, die gebrochene Obergewalt, 1, 46; δύναμις 4, 137; Thuc. öfter, τὸ λῃστικὸν ἐκ τῆς ϑαλάσσης, ausrotten, 1, 4; καϑαιρεϑῆναι Φίλιππον Dem. 2, 8, im Ggstz von ἤρϑη; so καϑ. τινὸς δυναστείαν Luc. Nigr. 23; – ψήφισμα, aufheben, den Beschluß, ihn vernichten, Thuc. 1, 140; Plut. Pericl. 29. 30, καϑῃρημένος τὴν αἴσϑησιν, besinnungslos, 38; – ergreifen, nehmen, ναῦν, ein Schiff wegnehmen. Her. 6, 41; τὰ χρήματα καταιρέϑη 5, 36; ἐν ἀφροσύνῃ καϑελόντες Soph. Ant. 379, ihn dabei ertappen; πάλος καϑαιρεῖ, das Loos trifft ihn, 275; τίνα ἀμήχανος συμφορὰ καϑαιρεῖ Plat. Prot. 344 c; – ἀγῶνα, ἀγώνισμα, den Kampfpreis erringen, Plut. Pomp. 8; vgl. Her. 7, 50, 2; – verurtheilen, ψῆφος καϑαιροῦσα, der σώζουσα entgeggstzt, Lys. 13, 37; τίνες λόγοι καϑεῖλον ἡμᾶς Eur. Or. 860. – Med. für sich herab-, herunternehmen, τὰ τόξα Her. 3, 78; ἱστούς Pol. 1, 61, 1 u. Sp. – Ein fut. καϑελῶ hat Antiphil. 15 (Plan. 334).
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76 κοινός
κοινός, bei Soph. Trach. 205 auch κοινὸς κλαγγά (= ξυνός, also mit ξύν, σύν zusammenhangend, vgl. Buttm. Lexil. II, 264); – 1) gemein, gemeinschaftlich; Hes. O. 720; Pind. λόγος, γάμος, χάρις, Ol. 11, 11 P. 4, 222. 5, 102, öfter, τινί. Sehr häufig bei Tragg.; ὦ κοινὸν ὠφέλημα ϑνητοῖσιν φανείς Aesch. Prom. 614; αὐτάδελφον αἷμα καὶ κοινοῦ πατρός Eum. 89; κοινὰν ἤνυσεν εἰς φίλους ἀρωγάν Soph. Phil. 1130; κοινὸς ἀρσένων ἴτω κλαγγά Trach. 205; κοινὰ γὰρ τὰ τῶν φίλων Eur. Or. 725, öfter auch sonst, sprichwörtlich geworden; in Prosa, κοινὸς ἔστω ὑμῖν ὁ λόγος Plat. Prot. 358 a; Ggstz ἴδιος, was alle Menschen betrifft, ἴδιος, ἀλλ' οὐ κοινὸς ὢν πόνος Rep. VII, 535 b, wie ὀλιγωροῠντες τοῠ κοινοῦ – τοῦ ἰδίου τοῠ αὑτῶν Gorg. 502 e; Eur. πᾶσι γὰρ κοινὸν τόδε ἰδίᾳ ϑ' ἑκάστῳ Hec. 902; κοινὸν εἶναι τουτονὶ τὸν ἀγῶνα ἐμοί τε καὶ Κτησιφῶντι Dem. 18, 5; so öfter cum dat., κοινὸν ταῖςδε φόρτον ἔχων, gemeinschaftlich mit diesen, Eur. Suppl. 20; τὸ δὲ ἡδὺ κοινὸν πάσαις Μούσαις Plat. Legg. VII, 802 c; aber auch ἔργον κοινὸν Λακεδαιμονίων τε καὶ Ἀϑηναίων, Menex. 241 c; τὸ ἐπὶ πᾶσι κοινόν Theaet. 185 c; ο ὔ μοι κοινόν τι πρός τινα γεγένηται, ich habe Nichts mit ihm zu schaffen, Lucill. 84 (XI, 141). – 2) das ganze Volk angehend, öffentlich, den Staat betreffend, im Ggstz von ἴδιος, der Einzelne; am Häufigsten τὸ κοινόν, das Gemeinwesen, die Gemeinde, der Staat; τὸ κοινὸν δ' εἰ μιαίνεται πόλις Aesch. Suppl. 366, vgl. 513; καί σφι τὸ κοινὸν τῶν Σαμίων ἔδωκε Her. 6, 14, öfter; auch τὰ κοινὰ τῶν Βαβυλωνίων, die Obrigkeit, 3, 156; Thuc. u. Folgde; οὐ προςεδέξαντο αὐτὸν ἐς τὴν πόλιν οὐδ' ἐπὶ τὸ κοινόν Thuc. 2, 12, nicht in die Stadt u. die Versammlung der Vorsteher der Stadt, die sich außerhalb der Stadt versammeln konnte; oft Pol., der κοινὰ καὶ πολιτικὰ πράγματα vrbdt, 24, 5, 8; κοινὰ ἐγκλήματα, crimina publica, 20, 6, 1; τὰ κοινὰ διοικεῖν Dem. 1, 22; πρὸς τὰ κοινὰ προςιών im Ggstz von ἰδιώτης ὤν, Aesch. 1, 165, wie οἱ πρὸς τὰ κοινὰ προςεληλυϑότες, Staatsmänner, 3, 17; τὰ κοινὰ πράττειν, Staatsgeschäfte treiben, plat. Hipp. mai. 282 b; Plut.; auch die Staatskasse heißt τὸ κοινόν, Thuc. 1, 80, wie Arist. pol. 2, 8; vgl. Dem. οὔτε χρήματα εἰςφέρειν βουλόμεϑα οὔτε τῶν κοινῶν ἀπέχεσϑαι δυνάμεϑα, 8, 21; πλουτεῖν ἀπὸ τῶν κοινῶν Ar. Plut. 569; τὰ κοινὰ νέμειν καὶ διδόναι Pol. 25, 8, 5; κοιναὶ ἀρχαί 22, 16, 11; – τὸ κοινόν, übh. jede Gesammtheit, auch von einem versammelten Heere, Xen. An. 5, 7, 17. – Κοινὴ διάλεκτος, κοινὰ ὀνόματα u. dgl., die Sprache des gemeinen Lebens, die Alle gebrauchen, D. Hal. iud. Isocr. 2, u. öfter bei Rhett., bes. von Formen, welche nicht einem einzelnen Dialekt angehören; οἱ κοινοί, die Schriftsteller, welche sich dieser Sprache bedienen; – κοινὸς τόπος, locus communis, Rhett.; – ἀπὸ κοινοῦ, aus dem Zusammenhange, oft Gramm.; bei denselben ist κοινὴ συλλαβή syllaba anceps, κοινὸς τῷ γένει generis communis, E. M. – 3) wie Lys. 15, 1 vom Richter verlangt wird, er solle κοινὸς εἶναι τῷ γράψαντι καὶ τῷ φεύγοντι, den Kläger u. den Verklagten auf gleiche Weise hören (also unparteiisch, vgl. Thuc. 3, 53. 68), so nimmt es auch die Bdtg billig, gerechtan, auch gegen Jedermann freundlich; πιστοτέραν εἶναι καὶ κοινοτέραν τὴν μοναρχίαν τῆς αὑτῶν δημοκρατίας Isocr. 10, 36; τῇ πρὸς πάντας φιλανϑρωπίᾳ κοινός bei Ath. VI, 253 d; vgl. κοινὸς τοῖς φίλοις Isocr. 1, 10; Plut. Aristid. 1. – In tadelnder Bdtg, gemein, niedrig, bes. Sp. – Adv. κοινῶς; τοὐμὸν λέγουσα καὶ τὸ σὸν κοινῶς λέγεις Eur. Ion 1462; κοινῶς ἅπαντες, alle insgesammt, Diphil. Ath. II, 81 a; κοινῶς μᾶλλον ὠφέλησαν ἢ ἐκ τῶν ἰδίων ἔβλαψαν Thuc. 2, 42; οὐδὲ κοινῶς οὐδὲ πολιτικῶς ἐβίωσαν Isocr. 4, 151; Folgde. – Häufiger noch κοινῇ; τῆς νόσου δὲ τῆςδέ μοι κοινῇ μετασχών Eur. Hipp. 731; Ar. Eccl. 573; τὸ κοινῇ δόξαν Plat. Theaet. 172 b; κοινῇ σκεψώμεϑα Prot. 330 b u. öfter; κοινῇ μετ' ἐκείνου Conv. 209 c; Ggstz ἰδίᾳ, Rep. I, 333 d, wie Xen. Hell. 1, 2, 10 u. sonst; σύν τινι, Xen. Hem. 1, 6, 14; ἅμα, Plat. Phileb. 62 b.
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77 κάμπτω
κάμπτω, 1) beugen, krümmen; ὄφρα ἴτυν κάμψῃ Il. 4, 486; ὑπὸ γλωχῖνα δ' ἔκαμψαν 24, 274; γόνυ u. γόνατα κάμπτειν, die Kniee beugen, um sich zu setzen u. auszuruhen, 7, 118. 19, 72; γόνατα χεῖράς τε, er bog die Kniee u. die Arme, ließ sie ermattet ruhen, Od. 5, 453; Aesch. οὐ κάμπτων γόνυ, ungebeugt, das Kniee nicht ausruhend, Prom. 32; ἄσμενος δὲ τἂν σταϑμοῖς ἐν οἰκείοισι κάμψειεν γόνυ, er möchte gern ausruhen, 396; κῶλα κάμψον τοῠδ' ἐπ' ἀξέστου πέτρου Soph. O. C. 19; so auch εὖτε νῦν ἕδρας πρώτων ἐφ' ὑμῶν τῆςδε γῆς ἔκαμψ' ἐγώ, da ich bei euch zuerst mich niedergelassen, 85; vgl. Eur. Hec. 1150; Ggstz εὐϑύνω, Plat. Prot. 325 d; im med., καμπτόμενον τὸ σῶμα, sich krümmen, im Ggstz von ἐκτεινόμενον, Tim. 74 b; von Linien u. Flächen, dem διατείνεσϑαι entggstzt, Plut. de ad. et amic. discr. 31; γραμμή, gekrümmte u. auch gebrochene Linie, Arist. Metaph. 4, 6 γραμμὴ κἂν κεκαμμένη ᾐ, συνεχὴς δέ, μία λέγεται u. τὴν δὲ κεκαμμένην καὶ ἔχουσαν γωνίαν. – 2) von der Rennbahn entlehnt, um das Ziel herumbiegen, umlenken u. auf der andern Seite zurückfahren; κάμπτοντος ἵππου Soph. El. 734; vgl. Aesch. Ag. 335; περὶ νύσσαν Theocr. 24, 119; sc. ἵππους od. ἅρμα u. dgl., übh. herumfahren, κάμψας τὸ ἀκρωτήριον, nachdem er um das Vorgebirge herumgefahren war, Her. 4, 43. 42. 7, 122 u. Folgde, wie Strab. VIII, 378 D. Sic. 13, 64; Ar. sagt περὶ ἄκραν κάμπτων Ach. 96; τὸν κόλπον κάμπτων Her. 7, 58; κάμψειε πάλιν ϑυμέλας οἴκων πάτρας Eur. Rhes. 235; absolut, πάλιν δὲ κάμψας εἰς ὄρος κομίζομαι τὸν παῖδα Bacch. 1225. – Uebertr., ἐνταῦϑα κάμπτειν τὸν ταλαίπωρον βίον Soph. O. C. 91, enden den Lebenslauf, wie Eur. ὅταν δὲ κάμψῃς καὶ τελευτήσῃς βίον Hel. 1666. – Nach Hesych. auch τὸ ἐν τῇ ᾠδῇ καμπὰς ποιεῖν, wie νέας ἁψῖδας ἐπῶν Ar. Th. 53; Philostr. – 3) übertr., bewegen, rühren, u. stärker, demüthigen; ὑψιφρόνων τινὰ βροτῶν Pind. P. 2, 51; τοιαῖσδε πημοναῖσι κάμπτομαι Aesch. Prom. 237, vgl. 306. 511; ἐπειδὴ δὲ σοῦ ἀκούω κάμπτομαι Plat. Prot. 320 b; Ggstz καρτερεῖν, Lach. 192 e; ἐὰν κάμπτηται καὶ ἕλκηται πρὸς φιλοσοφίαν Rep. VI, 494 e; im schlechten Sinne, ἐπὶ τὸ ψεῦδος τρεπόμενοι πολλὰ κάμπτονται καὶ συγκλῶνται Theaet. 173 a; – καμφϑῆναι καὶ μεταγνῶναι Thuc. 3, 58; Sp.
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78 γέ
γέ, dor. γά (verwandt mit ἄγαν, ἀγα – ?), enklitische Partikel, welche das Wort, dem sie angehängt ist, durch den Ggstz zu andern hervorhebt, im Deutschen oft durch wenigstens, ja, eben wiederzugeben, oft gar nicht zu übersetzen, sondern durch stärker betonte Aussprache des Wortes zu ersetzen. Bei Hom. hebt es bes. pronomina durch den Ggstz hervor; indem ihnen etwas anderes ausdrücklich entgeggstzt wird; εἰ σύ γε σῷ ϑυμῷ ἐϑέλοις· κέλομαι γὰρ ἔγωγε Il. 23, 894; ἄλλη – ἥδε γε 9, 425, u. sonst öfter; bes. ὅ γε; auch bei subst., ἔσϑιε χοίρε'· ἀτὰρ σιάλους γε σύας μνηστῆρες ἔδουσιν Od. 14, 81; Partikeln, πρίν γε Il. 6, 465; ὀπίσσω – νῦν γε Od. 18, 123; im Ggstz gegen etwas Folgendes, ἔνϑ' οἵ γε – ἔχον νέας 10, 91, wo 95 αὐτὰρ ἐγών folgt; oder der Ggstz in Gedanken zu ergänzen, οὐδ' ἂν ἔμοιγε τετλαίη κύνεός περ ἐὼν εἰς ὦπα ἰδέσϑαι Il. 9, 372, mir wenigstens nicht, wenn auch Anderen; οὐκ ἄν τις τούτων γε ἐύϑρονον ἠῶ ἵκοιτο, die Anderen wohl, aber diese wenigstens nicht, Od. 17, 497. Oft dient es nur zur Wiederaufnahme des schon genannten Subjects, dieses gleichsam sich selbst, in anderer Beziehung od. Thätigkeit, entgegensetzend, bes. in disjunctiven Sätzen, ἤ οἱ ϑάνατον φύγοι υἱὸς ἀμύμων, ἦ ὅ γ' ὑπὸ μνηστῆρσιν δαμείη Od. 4, 790; ζώει ὅ γ' ἦ τέϑνηκε Od. 2 132, wo es nur durch er zu übersetzen; auch in beiden Gliedern, ἢ σέ γε μοῦσ' ἐδίδαξε, ἢ σέ γ' Ἀπόλλων 8, 488; ἀλλὰ σύ γε, Aufforderung, etwas anderes zu thun, Il. 19, 34. Auch ohne solchen Ggstz zur bloßen nachdrücklichen Wiederaufnahme des Subjects sehr häufig, πάντες ἄρ' οἵ γ' ἔϑελον πολεμίζειν, Iliad. 7, 169, alle die Genannten; so ἃς οἵγε, ἦ σύ γε u. ähnliche: eben der. Bes. steht ὅ γε häufig so, daß der Name folgt, ἕως ὅ γε Φαιήκεσσι μιγείη διογενὴς Ὀδυσεύς Od. 5, 386; seltener ein Appellativum, εἰ δὴ τοῠτόν γε τρομέεις –, ἄνδρα γέροντα 18, 80. – Aehnliches Hervorheben durchden Ggstz findet auch bei den Attikern statt, οὐ γὰρ δὴ σύγ' ἦσϑα ναυβάτης; Soph. Phil. 246; χωροῖς ἂν εἴσω – καὶ σέγ' εἰςάξω 670; ὀλεῖς με – οὔκουν ἔγωγε 1375; τί δῆτ' ἂν ἡμεῖς δρῷμεν εἰ σέγε πείσειν δυνησόμεϑα 1319; u. sonst; πλεῖστοι – ἑνίγε προέσϑαι ἐπεϑύμησαν χρήματα Xen. An. 1, 9, 12; Cyr. 8, 2, 15; Thuc. 1, 80; stärker ist der Ggstz οὐ λέγεις γε, δρᾷς δέ, sagst zwar nicht, Eur. Andr. 239. Doch herrscht bei den Att., bes. in Prosa, die aus dem Ggstz folgende Beschränkung vor; φόβον γε, wenigstens, εἰ μηδὲν μεῖζον παρασχεῖν Plat. Legg. VII, 806 b. So oft bei Plut. ὥς γ' ἐμοὶ ἔδοξε; – Σωκράτει γε οὐδὲν χαλεπόν Conv. 201 c; ταύτης γε μετέχειν τῆς ἀρετῆς Prot. 313 a; κολαστέον ἄρ' ἂν εἴη κατά γε τὸν σὸν λόγον τὸν πατέρα, wenigstens nach deiner Rede, Xen. Cyr. 3, 1, 18; bes. im Nachsatz eines hypothetischen Satzes, εἰ πρὸς τοῦτο σιωπᾶν ἥδιόν σοι ἢ ἀποκρίνασϑαι τόδε γε εἰπέ, so erkläre dich wenigstens darüber, Cyr. 5, 5, 20; – mit καί – und zwar, das Vorhergehende näher bestimmend, παρῆσάν τινες καὶ πολλοίγε, und zwar Viele, Plat. Phaed. 58 d; ähnl. in Antworten, καὶ ἀληϑῆ γε ἐρῶ Gorg. 470 e; πολλοῦ γε δεῖ οὕτως ἔχειν Prot. 341 d; αὗται γὰρ ἀπόγονοι τεαί; – κοιναίγε πατρὸς ἀδελφεαί Soph. O. C. 540; μάλιστά γε O. R. 994. Dahin gehört die bes. bei Plat. häufige Zustimmungsformel καλῶς γε ποιῶν, wozu das Hauptverbum aus dem vorhergehenden Satze zu ergänzen; Charm. 156 a; Ar. Ach. 1050; εὖ γε σὺ ποιῶν Plat. Rep. I, 351 c. Auch allein, πάνυ γε, καλῶς γε, ὀρϑῶς γε, σφόδρα γε u. ä., ja wohl, ganz recht, nachdrücklich bejahend; ούδέν γε, gar nichts. – Die nähere Bestimmung, oft durch nämlich, ja zu geben, zeigt sich bes. in Verbindungen wie εἴγε σὺ ἀληϑῆ λέγεις, wenn du anders wahr svrichst, Phaedr. 242 d; ἂν δέ γε βούλῃ Gorg. 448 a; so auch bei relat. u. partic., ὅς γε αὐτῇ οὐδὲ πρόβατα γιγνώσκεις, da du ja, quippe qui, Rep. I, 343 a; οὐκ ἰατρός γε ὤν, obgleich ich kein Arzt bin, Gorg. 459 a; ἀγνοῶν γε, da er ja nicht weiß, 479 b. – In Anführungen mehrerer Dinge wird eines bes. hervorgehoben, ὥστε καὶ οἰκεῖοίμοί εἰσι καὶ υἱεῖς γε Plat. Apol. 34 d; vgl. Gorg. 450 d u. Heindorf zu Hipp. mai. 301 a. Die Partikel γέ steht immer hinter dem hervorzuhebenden Worte; nur der Artikel u. die Präposition ziehen es an, so daß es vor dem substant. steht. – Es versteht sich von selbst, daß γέ mehrmals in einem Satze vorkommen kann, wenn man nämlich in einem Satze mehrere Begriffe hervorheben will; z. B. Iliad. 5, 287 ἤμβροτες, οὐδ' ἔτυχες· ἀτὰρ οὐ μὲν σφῶί γ' ὀίω πρίν γ'ἀποπαύσεσϑαι, πρίν γ' ἢ ἕτερόν γε πεσόντα αἵματος ἆσαι Ἄρηα; Iliad. 5. 258 εἴ γ' οὖν ἕτερός γε φύγῃσιν; 16, 30 μὴ ἔμεγ' οὖν οὗτός γε λάβοι χόλος; Aristoph. Vesp. 1507 μὰ τὸν Δί' οὐδέν γ' ἄλλο πλήν γε καρκίνους; Eur. Med. 867 οὐκ ἄν γ' ἁμάρτοις τοῦδέ γε; Lys. Philon. 29 τίς δ' οὐκ ἂν εἰκότως ἐπιτιμήσειεν ὑμῖν, εἰ τοὺς μετοίκους μὲν ἐτιμήσατε, τοῦτον δὲ μὴ κολάσετε, εἰ μή γε ἄλλῳ τινὶ μείζονι, τῇ γε παρούσῃ ἀτιμίᾳ; – Von Vrbdgn mit anderen Partikeln merke man ἆρά γε, s. ἆρα; ἄταρ – γε, aber wenigstens, Ar. Ach. 448; γὲ μήν, wenigstens doch, doch wirklich, wie bei Hom. γὲ μέν, Iliad. 2, 703. 5, 516; – γέ τοι, ja doch, doch wenigstens, u. andere, in denen sich γε immer auf ein besonderes Wort bezieht u. seine eigenthümliche Bedeutung beibehält.
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79 γίγνομαι
γίγνομαι, werden; entstanden aus γιγένομαι, Wurzel ΓΕΝ mit Reduplication, vgl. gigno (aus gigeno), genui; ion. u. seit Arist. gew. γίνομαι, was Moeris tadelt; fut. γενήσομαι; aor. ἐγενόμην; sync. ἔγεντο Hes. Th. 705; Pind. P. 3, 87. 4, 28; γέντο Sp. Ep.; perf. γεγένημαι u. γέγονα, wozu die syncopirten Formen bei Hom. u. andern Dichtern γέγαμεν, γεγάασι, γεγάᾱτε, Batrach. 143, inf. γεγάμεν, partic. γεγαώς, γεγαυῖα, Tragg. zsgz. γεγώς, γεγῶσα, auch Ar. Lys. 641; Philem. Stob. fl. 30, 4 u. a. com.; Sp., Pol. u. Folgde, wie N. T. brauchen ἐγενήϑην für ἐγενόμην, was eigtl. nach Phryn. p. 108 dorischer Gebrauch war u. sich in ἐξεγενήϑη, s. unt., auch bei Plat. findet; auch Philem. compar. Men. et Phil. p. 360. 361; γενηϑήσομαι, was bei Plat. Parm. 141 e dem γενήσομαι gegenübersteht, ist vielleicht mit Schleiermacher in γεγενήσεται zu ändern; Pind. hat wie von γέγηκα den inf. γεγάκειν Ol. 6, 49, wozu Hesych. einen Conj. γεγάκω anführt; ἐγεινάμην s. oben unter γείνομαι. – 1) werden, nach Plat. Parm. 156 a οὐσίας μεταλαμβάνειν; Ggstz ἀπόλλυσϑαι 163 d (Xen. Mem. 1, 1, 15); εἶναι Phaed. 102 e u. öfter; τὸ γεγονός, im Ggstz von τὸ κατὰ ταὐτὰ καὶ ὡςαύτως ἔχον Tim. 29 a. – a) geboren werden, von Menschen u. lebenden Wesen übh.; seltener von Pflanzen, wachsen, d. h. entstehen, hervorgebracht werden, wie Od. 9, 51; vgl. Arist. rhet. 2, 15 τὰ κατὰ τὰς χώρας γιγνόμενα, ὁ ἐκ τῆς χώρας γιγνόμενος σῖτος; Ggstz ϑανεῖν, Hes. O. 173; ἔκ τινος Il. 5, 548. 6, 206; Her. 7, 11; πατρὸς ἐκ ταὐτοῦ γεγώς Eur. I. A. 407; ἐξ ὧν γίγνεται πάντα Plat. Phil. 27 a; οἱ ἐξ ἡμῶν γεγονότες Isocr. 5, 136; – τινός Eur. Hec. 383; πατρὸς μὲν λέγεται Κῦρος γενέσϑαι Καμβύ. σου Xen. Cyr. 1, 2, 1; Plat. Prot. 328 c; – ἀπό τινος, abstammen, Her. 8, 22; ἀπὸ ϑεοῦ Plat. Soph. 265 c; Xen. Cyr. 4, 1, 24 An. 2, 1, 3 (vgl. τὰ ἆϑλα ἀπὸ τεττάρων ταλάντων ἐγένοντο, sie wurden von 4 Talenten genommen, d. i. betrugen 4 T., Xen. Hell. 4, 2, 7); κακῶς γέγονας, von schlechter, gemeiner Herkunft, Ar. Equ. 218; Plat. Theaet. 173 b; καλῶς γεγονότες Isocr. 7, 37; γεγενῆσϑαι Dem. 60, 3; κάλλιον, εὖ, Her. 1, 146. 3, 69; – ἔτεα τρία καὶ δέκα γεγονώς, 13 Jahr alt, Her. 1, 119; u. so überall bei Att,; mit dem Zusatz ἀπὸ γενεᾶς Xen. Cyr. 1, 2, 13; seltener steht der gen. in dieser Vrbdg, Isocr. 12, 3, von Bekker in den acc. verändert; Plat. Lgg. XII, 951 c; Plut. Pyrrh. 3; Ael. V. H. 3, 19; τέταρτον καὶ ὀγδοηκοστὸν ἔτος γεγονώς Luc. Macrob. 22; vgl. Plut. Philop. 18. – b) übh. werden, u. γέγονα, gew o rd en sein, = εἶναι, oft, z, B. Plat. Phaed. 64 c; aber Ion. 532 b καί εἰσι ἢ γεγόνασιν ἀγαϑοί u. öfter zur Bezeichnung der Vergangenheit, Gegenwart u. Zukunft; γεγονότα ἢ ὄντα ἢ μέλλοντα Rep. III, 392 d; γ. ἢ ὄντα ἢ ἐσόμενα Legg. X, 896 a; γενόμενον καὶ – Phil. 65 e; τὸ γενησόμενον, der Erfolg, Thuc. 1, 138. – c) entstehen, geschehen, sich ereignen, in mannigfachen Vrbdgn; so bei Hom. Πηλείωνι δ' ἄχος γένετο Iliad. 1, 188, ihm entstand Zorn, d. h. er ward zornig; Τρώων ἀγορὴ γένετο Iliad. 7, 345, es fand eine Versammlung statt; ἴδμεν δ' ὅσσα γένηται ἐπὶ χϑονὶ πουλυβοτείρῃ Odyss. 12, 191, Alles was sich auf Erden ereignet; ὕβρισμα ἐκ τῶν Σαμίων γενόμενον Her. 3, 48; γάμοι γίγνονται, ὅρκοι u. ähnl.; πνεῦμα γίγνεται, es tritt Wind ein, Thuc. 2, 84; τὰ ὑπ' αὐτοῦ γιγνόμενα καλὰ γίγνεται Plat. Theaet. 200 e, wie Xen. An. 7, 1, 30; κακῶς γίγνεταί τινι, es geht Einem schlecht, Her. 1, 8. 9, 109 u. ä. oft; – γίγνεται εὑρεῖν, es trifft sich, daß man findet, Hes. Th. 639; γένοιτό μοι λαβεῖν Xen. Cyr. 6, 3, 11; vgl. Oec. 17, 3 u. Plat. Rep. III, 397 b; mit folgdm ὥστε, z. B. πολλάκις γέγονεν, ὥστε καὶ τοὺς μείζω δύναμιν ἔχοντας ὑπὸ τῶν ἀσϑενεστέρων κρατηϑῆναι Isocr. 6, 40; vgl. Xen. Hell. 5, 3, 10 Cyr. 8, 2, 2; – aber auch = freistehen, möglich sein, An. 1, 9, 13; Plat. Rep. III, 397 b; ϑαυμάζω εἴ τῳ γέγονεν, ἂν τὰ παρόντα ἀναλώσῃ, εὐπορῆσαι Dem. 3, 19; – τὰ γιγνόμενα λέγειν, sagen wie es wirklich ist, die Wahrheit, Her. 2, 28; Plat. Theaet. 175 b u. sonst; γενομένης τῆς ἀπειλῆς, da sie in Erfüllung ging, Dem. 24, 141. – d) von der Zeit; im eigtl. Sinne, ἡμέρα, δείλη γίγνεται; Plat. Epinom. 985 e ἥλιος, ἡ σελήνη, vom Aufgehen derselben; herankommen, ὡς δὲ τρίτη ἡμέρα τῷ παιδίῳ ἐκκειμένῳ ἐγένετο, als der dritte Tag herangekommen, d. i. den dritten Tag, nachdem der Knabe ausgesetzt worden, Her. 1, 113; verstreichen, ὡς γὰρ διετὴς χρόνος ἐγεγόνεε ταῦτα τῷ ποιμένι πρήσσοντι 2, 2; πρὶν ἓξ μῆνας γεγονέναι Plat. Prot. 320 a; vgl. Phaed. 108 c; χρόνου γενομένου, nach Verlauf einer Zeit, D. Sic. 20, 109. – e) beim Zählenn. R ech nen: sich als Resultat ergeben, ὁ γεγονὼς ἀριϑμός Plat. apol. 36 a; ἐγένοντο μύριοι, es kamen heraus, machten aus, Xen. An. 1, 9, 1 Cyr. 1, 5, 5; Thuc. 3, 17. 75; Dem. 27, 11; τούτων πλήρωμα τάλαντ' ἐγγὺς διςχίλια γίγνεται ἡμῖν Ar. Vesp. 660; τὸ γιγνόμενον, das Ergebniß einer Rechnung; Sp. auch übertr., Resultat einer Untersuchung, – f) von eingehenden Tributen u. Geldern, δασμοί Xen. An. 1, 1, 8; τὸ ἀπὸ τῶν αἰχμαλώτων γιγνόμενον ἀργύριον, was durch den Verkauf der Gefangenen einkommt, 5, 3, 4; χρήματά μοι γίγνεται 7, 8, 3; Dem. 10, 37. 27, 24 u. öfter bei Sp.; τὰ ἑαυτοῖς γενόμενα, ihre Gebühren, Dem. 6, 9; τὸ γιγνόμενον κατὰ τὴν οὐσίαν τιϑέναι, Beitrag, 18, 104; τὸ γιγν. κατὰ τὴν συγγραφήν, was nachher erkl. wird ὃ δεῖ γενέσϑαι τοῖς δανείσασιν, 35, 11. 12. Man vgl. καρποὶ οἱ ἐκ τῶν ζώων γιγνόμενοι, der Ertrag vom Vieh, Xen. Cyr. 1, 1, 2; vgl. Thuc. 6, 54 u. Dem. 42, 24. – 2) von etwas schon Vorhandenem: sich anders ge stalten, anders werden, δημοτικὸς ἐξ ὀλιγαρχικοῦ γεγονώς Plat. Rep. IX, 572 d; ἐκ πλουσίου πένητα Xen. An. 7, 7, 28; δηίοισι χάρμα γενέσϑαι Iliad. 6, 82, ihnen zu einem Gegenstande der Freude werden; αἴ κέν τι φόως Δαναοῖσι γένηαι πατρί τε σῷ Τελαμῶνι 8, 282, zum Heil, zum Tröster, Retter werden; πάντα δὲ γιγνόμενος πειρήσεται, ὅσσ' ἐπὶ γαῖαν ἑρπετὰ γίγνονται, καὶ ὕδωρ καὶ ϑεσπιδαὲς πῦρ Odyss. 4, 417, alle möglichen Gestalten annehmen; παντοῖος γ., ich biete alles auf, Her. 3, 124. 7, 10, 3; τί γένωμαι, was soll aus mir werden, Aesch. Spt. 297; Theocr. 15, 51; οὐκ ἔχοντες ὅ, τι γένωνται Thuc. 2, 52; ἄλλοις παραδείγματι Plat. Gorg. 525 b; oft periphrastisch, z. B. κωλυτὴς γ. τινος, = κωλύειν, Thuc. 3, 23; μηνυτὴς γ. = μηνύειν, 3, 2; κλοπεὺς γ. Soph. Phil. 78; μὴ προδοὺς ἡμᾶς γένῃ Ai. 585; μὴ σαυτόν ϑ' ἅμα κἀμὲ κτείνας γένῃ Phil. 762; μὴ ἀπαρνηϑεὶς γίγνῃ Plat. Soph. 217 c; vgl. Lgg. V, 737 c VII, 788 d. – Hierher gehören Vrbdgn, wie a) c. gen., γενόμενος τῶν βασιληΐων δικαστέων, in die Zahl der königl. Richter aufgenommen, Her. 5, 25; γεραιτέρων γίγνεσϑαι, älter werden, Xen. Cyr. 1, 2, 15; τούτων γενοῦ μοι, werde mir ihrer Einer, Ar. Nubb. 107; τῆς βουλῆς γίγν., in den Senat treten, D. C. 36, 11; – τινὸς γιγ., in Jemandes Gewalt kommen; ἑαυτοῦ, seiner Herr werden, Soph. O. C. 665; sein eigener Herr sein, Plat. Phaedr. 250 a; vgl. Dem. 2, 30. 4, 7; ἡ νίκη γίγνεταί τινος Xen. Hell. 4, 3, 20. Von Sp. noch weiter ausgedehnt, z. B. ἐλπίδος γ., der Hoffnung sich überlassen, Plut. Timol. 3, v. l. ἐπ' ἐλπίδος γ.; vgl. Phoc. 23; τῆς ἐπιϑυμίας γ., D. C. 61, 14. – b) c. dat., zu Theil werden; von Erbschaften, Thuc. 5, 49; Isae. 11, 10 u. sonst; οὐκ ἂν ἔμοιγε ἐλπομένῳ τὰ γένοιτο, ich dürfte das nicht hoffen, Od. 3, 228; ἡδομένοισιν ἡμῖν οἱ λόγοιγεγόνασι, wir freuen uns darüber, Her. 9, 46; vgl. Thuc. 5, 111; – τὰ ἱερὰ γίγνεται, sie fallen gut aus, Xen. An. 6, 2, 9 u. öfter; τὰ σφάγια ἐγίνετο (χρηστά) Her. 9, 61. 62; τὰ διαβατήρια ἐγένετο Thuc. 5, 55. – c) c. praeposit., ἐν μεγάλῃ ἐξουσίᾳ, ἐν ἡδοναῖς, Plat. Gorg. 526 a Legg. I, 635 c; ἐν σκέψει περί τινος IX, 858 a, was schon in die Bdtg – 3) gehen, kommen, übergeht, die es bei Präpositionen, die eine Bewegung anzeigen, hat, od. hingekommen sein, sich befinden; ἔς τι Her. 5, 87; ἔν τινι Xen. An. 4, 3, 29: ἐπὶ τόπῳ 3, 4, 49; πρὸς τοῖς γεῤῥοφόροις Plat. Lach. 191 c; πρὸς ἡδονῇ, ἐπὶ τέλει VII, 532 b IX, 585 a; πρὸς τὸ ἰᾶσϑαι X, 604 e; ἐνταῠϑα λόγου γεγόνασι IX, 588 b; κατὰ τὴν λίμνην Phaed. 114 a; u. so oft. Uebertr., ἐν ἑαυτῷ ἐγένετο, er ging in sich, Xen. An. 1, 5, 17; vgl. Soph. Phil. 938; so auch ἐντὸς ἑαυτοῦ γίγνεσϑαι Her. 1, 119. Dah. in mannigfachen Umschreibungen, ἐν ποιήσει, ἐν πείρᾳ γίγνεσϑαι u. ähnl., wie versari in aliqua re, sich womit beschäftigen; περὶ τὸ συμβουλεύειν Isocr. 3, 12; πρὸς ἑαυτῷ γ., nachsinnend werden, Plut. Ant. 32; μετά τινος u. σύν τινι γ., auf jemandes Seite treten, sein, Plat. Apol. 32 c; Xen. Cyr. 5, 3, 8; ὑπό τινι γ., unter jemandes Botmäßigkeit kommen, Thuc. 6, 86; Xen.; – ἔκ τινος γ., herausgehen, z. B. ἐξ ἀνϑρώπων, sterben, Her. 1, 1 u. Sp. Vgl. noch διά. – 4) zu stehen kommen, gelte n, αἱ τριχίδες εἰ γενοίαϑ' ἑκατὸν ὀβολοῦ, wenn 100 einen Obol gelten, Ar. Equ. 662; ὁ σῖτος ἐγένετο ἑκκαίδεκα δραχμῶν Dem. 34, 39.
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80 κἄν
κἄν, 1) = καὶ ἄν; Hes. O. 359; bei den Attikern nicht selten, in allen Vbdgn wie ἄν, z. B. εἰ γὰρ ἦν τοῦτ' αἴτιον, κἂν ἐγὼ τὰ αὐτὰ ἐπεπόνϑειν, so würde auch mir dasselbe widerfahren sein, Plat. Rep. I, 329 b; ταῦτα τὰ ἐρωτικὰ ἴσως κἂν σὺ μυηϑείης Conv. 209 e. – Vor εἰ zuweilen elliptisch, ein Verbum zu κἄν zu ergänzen, ἀλλὰ κἂν εἰ ὀλί. γον ἔστι τις ὅςτις διαφέρει ἀγαπητόν Prot. 328 a; Phaed. 71 b κἂν εἰ σμικρὸν καϑαρὸν δὲ εἴη; κἂν εἰ μόνον εἰς ἅπαξ Soph. 247 a. – 21 = καὶ ἐάν, auch im Falle daß, sogar wenn, c. conj., Soph. Ai. 15, oft, u. A., κἂν πάνυ καλὸς ᾖ Plat. Prot. 319 c; κἄν – κἄν, sei es daß – oder daß, sive – sive, Dem. 25, 15. – 31 = καὶ ἐν, wo es richtiger κἀν geschrieben wird.
См. также в других словарях:
prot — prot; prot·actinium; prot·amine; prot·an·dric; prot·an·drous; prot·an·dry; prot·anomalous; prot·anomaly; prot·argentum; prot·a·sis; prot·axial; prot·axis; prot·e·les; prot·ephemerida; prot·ephem·er·oi·dea; prot·es·tan·cy; prot·es·tant·ish;… … English syllables
prot- — prot(o) ♦ Élément, du gr. prôtos « premier, primitif, rudimentaire » : protagoniste, protéide, protozoaire. prot(o) élément, du gr. prôtos, premier, qui vient en premier . I. ⇒PROT(O) , (PROT , PROTO ), élém. formant Élém. tiré du gr. « premier » … Encyclopédie Universelle
prot- — Prot ↑ proto , Proto . * * * prot , Prot : ↑ proto , Proto . * * * prot , Prot : ↑proto , ↑Proto . pro|to , Pro|to , (vor Vokalen meist:) prot … Universal-Lexikon
Prot- — Prot ↑ proto , Proto . * * * prot , Prot : ↑ proto , Proto . * * * prot , Prot : ↑proto , ↑Proto . pro|to , Pro|to , (vor Vokalen meist:) prot , Prot [griech. prõtos] <Bes … Universal-Lexikon
Prot'eg'e — Pro t[ e] g[ e] , n. m. Prot eg ee Pro t[ e] g[ e]e , n. f.[F., p. p. of prot[ e]ger. See {Protect}.] One under the care and protection of another. [1913 Webster] … The Collaborative International Dictionary of English
Prot'eg'ee — Prot eg e Pro t[ e] g[ e] , n. m. Prot eg ee Pro t[ e] g[ e]e , n. f.[F., p. p. of prot[ e]ger. See {Protect}.] One under the care and protection of another. [1913 Webster] … The Collaborative International Dictionary of English
prot... — prot…, Prot… 〈in Zus.〉 = proto…, Proto… … Lexikalische Deutsches Wörterbuch
Prot... — prot…, Prot… 〈in Zus.〉 = proto…, Proto… … Lexikalische Deutsches Wörterbuch
prot- — proto DEFINICIJA kao prvi dio riječi znači prvi; prvo , glavno , nad [protobiont; protonotar] ETIMOLOGIJA grč. prot (o) ; prȏtos: prvi … Hrvatski jezični portal
prot... — prot..., Prot... ↑ proto..., ↑ Proto … Das Herkunftswörterbuch
Prot... — prot..., Prot... ↑ proto..., ↑ Proto … Das Herkunftswörterbuch