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1 οὐλαί
οὐλαί, αἱ, att. ὀλαί, die grob geschrotenen Gerstenkörner, die, mit Salz gemengt u. geröstet, vor dem Opfer auf den Altar u. das Opferthier gestreu't wurden; Schol. Ar. Equ. 1163 erkl. αἱ μεϑ' ἁλῶν μεμιγμέναι κριϑαὶ καὶ τοῖς ϑύμασιν ἐπιβαλλόμεναι, wie die mola salsa der Römer von Dinkel war; vgl. Od. 3, 440, wo Einer zum Opfer kommt mit Waschwasser u. Gerstenmalz, ἑτέρῃ δ' ἔχεν οὐλὰς ἐν κανέῳ, u. es nachher heißt Νέστωρ χέρνιβά τ' οὐλοχύτας τε κατήρχετο; dann betet N., ἀπαρχόμενος κεφαλῆς τρίχας ἐν πυρὶ βάλλων; dann, ἐπεί ῥ' εὔξαντο καὶ οὐλοχύτας προβάλοντο, wird das Opferthier geschlachtet; – Her. 1, 132 erwähnt sie unter den bei den Griechen üblichen Zurüstungen zum Opfer, ohne weitere Bemerkung, womit Ar. Pax 913 zu vergleichen, τὸ κανοῦν πάρεστ' ὀλὰς ἔχον καὶ στέμμα καὶ μάχαιραν, u. als das Opfer vorgenommen werden soll, heißt es σὺ δὲ πρό-τεινε τῶν ὀλῶν καὐτός τε χερνίπτου παραδοὺς ταύτην ἐμοὶ καὶ τοῖσι ϑεαταῖς ῥῖπτε τῶν κριϑῶν, übrigens wird das Opfer ganz in der Art, wie es aus Homer angedeutet ist, vollzogen; der Schol. zur letzten Stelle bemerkt, daß es heißen sollte τῶν ὅλων κριϑῶν (richtiger ὀλῶν), wie Her. 1, 160, οὔτε οὐλὰς κριϑῶν πρόχυσιν ἐποιέετο ϑεῶν οὐδενί; – Equ. 1163 läßt Ar. komisch aus solcher heiligen Gerste ein Brötchen μαζίσκη für das Volk backen. – Die Ableitung schwankt, gewöhnlich nimmt man ὅλος als Stammwort an, wie meistentheils die Alten erklären ὅλαι κριϑαί, die noch nicht geschrotenen od. gemahlenen, ganzen Gerstenkörner, so daß also die Griechen einen andern Brauch gehabt haben als die Römer, bei denen die heilige mola grob gemahlen war, vgl. Voß Virg. Ecl. 8, 82; doch kennt D. Hal. 7, 72 den Unterschied nicht; Buttmann Lexil. I, 191 ff. hat es daher auf dieselbe Wurzel mit ἀλέω, ἄλευρον zurückgeführt, so daß es mit mola, Malz, verglichen werden kann. – »Der nicht mehr vorkommende nom. sing. ὀλή würde demnach«, bemerkt Passow, »der älteste Name der Brodfrucht überhaupt gewesen sein, besonders der durch Mahlen od. Stampfen zur Nahrung eingerichteten; diese Benennung aber blieb vorzugsweise der Gerste, als der zuerst gangbar gewordenen Getreideart, wie bei uns der Roggen vorzugsweise Korn, bei den Franzosen der Weizen froment heißt«. – Ὀλαί wird übrigens ausschließlich die für den Opfergebrauch bestimmte Gerste genannt. – Vgl. noch ὄλυρα.
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2 ἱερός
ἱερός, verwandt mit dem Sanskrit. ishiras, »kräftig«, (a) von allem, was die Götter betrifft u. zu ihnen in irgend einer Beziehung steht; ἱεροῖς ἐν δώμασι Κίρκης, Götterwohnung; Ζεὺς ἱερὸν λέχος εἰςαναβαίνων, das Götterlager; das Tageslicht kommt von den Göttern, wie die Finsternis, κνέφας. Die ganze Natur ist von den Göttern erfüllt u. ihnen heilig; ὄμβρος, heiliges Nass; so nennt auch Hom. den Fisch ἱερός, denn er ist als Wasserbewohner dem Poseidon heilig. Auch die Erde, Haine, Berge; alle einzelnen Länder, Inseln u. Städte, da ihnen besondere Schutzgottheiten vorstehen. So auch ἱερὰς κατ' ἀλωάς, denn sie sind der Demeter heilig; ἐλαίρ, der der Athene heilige Ölbaum; ἀλφίτου ἱεροῦ ἀκτή, denn auch das Getreide ist eine Göttergabe. So heißen auch die Könige, die unter dem Schutze der Götter stehen, von ihnen eingesetzt sind, ἱεροί; der Wagen des Achilleus δίφρος ἱερός,. (b) was die Menschen den Göttern geweiht haben, heilig, zum Gottesdienst gehörig; δαιμόνων ἀγάλματα, die Standbilder der Götter in den Tempeln. Die Gottheit, der etwas geweiht ist, wird im gen. hinzugesetzt, ἄλσος ἱρὸν Ἀϑηναίης. Von Kampfspielen, die zu Ehren der Götter stattfinden, ἀγῶνες, ἄεϑλα; κύκλος, der Kreis, in dem Gericht gehalten wird, der dem Zeus heilig ist. Bes. von Opfern und allem dazu Gehörigen, ἑκατόμβη; νόμος, sich auf die Opfer u. Feste beziehend; auch ἐσϑής, ein Opfer- od. Festkleid. Am gewöhnlichsten τὰ ἱερά, Opfer; ὅτι τὰ ἱερὰ καὶ τὰ σφάγια καλὰ εἴη, ersteres die Eingeweide der Opfertiere u. die aus ihnen entnommenen Vorbedeutungen, letzteres andere beim Opfer vorkommende Kennzeichen; ἐπεὶ τὰ ἱερὰ ἐγένετο, da die Opfer zusagten, die Eingeweideschau glücklich ablief; τὸ ἱερόν, der Tempel; bes. der Tempel in Delphi; τάφρον περὶ τὸ ἱερὸν καὶ τὸν νεὼν ἔσκαπτον, geht die allgemeine Bdtg »Heiligtum« hervor. Von Menschen, ἱερὸς καὶ εὐσεβής, heilig; mit Hindeutung auf die Einweihung in die Mysterien. Anders Αχαιῶν ἱερὸς στρατός, das göttliche, stattliche Heer, wie τέλος ἱερόν, die heilige Wächterschar. Für das röm. sacrosanctus. Von einem Wurfe mit Würfeln -
3 ἀπ-άρχομαι
ἀπ-άρχομαι, anfangen, a) bei Hom. das Stirnhaar des Opferthiers abschneiden und ins Feuer werfen, womit das Opfer begonnen wurde, Iliad. 19, 254 κάπρου ἀπὸ τρίχας ἀρξάμενος; Od. 3, 446. 14, 422, vgl. Buttm. Lexil. 1, 101 ff.; dah. übh. ein Opfer beginnen, Ar. Ach. 232 P. 1021, als Opfergabe darbringen; bes. aber – b) die Erstlinge als Opfer darbringen, πάντων ἀπαρχόμενοι καὶ ϑυσίας οἱ προσάγοντες Her. 3, 24; vgl. 4, 61; τοῖς ϑεοῖς Xen. Hier. 4, 2; absol., Cyr. 7, 1, 1; vgl. Plut. Mar. 27; übh. als das Beste auswählen, οἷον ἀπάρξασϑαι πάσης ἀρχῆς ἕνα δικαστήν Plat. Legg. VI, 767 c. Auch weihen, widmen (als Opfer), Theorid. 9 (VII, 406); komische Uebtr. scheint ἀπηργμένοι Anaxndr. bei Ath. VII, 300 a, Verschnittene; vgl. Eust. 1183, 13. – Sp., wie Luc. Nigr. 3, = simpl., anfangen.
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4 ἱερός
ἱερός, auch 2 Endgn, Hes. O. 599. 807 u. im Orak, bei Her. 8, 77; ion. ἱρός, was auch bei den Epikern vorkommt; äol. ἰαρός; dor. ἱαρός, Inscr.; nach Hemsterh. von ἵημι, ursprünglich von geweihten Thieren, die man frei gehen ließ, vgl. ἄφετος, schwerlich richtig; eben so wenig mit ἰή zusammenhangend; nach sprachvgl. Gramm. verwandt mit dem Sanskrit. ishiras, "kräftig", s. Curtius Grundz. d. Griech. Etym. 2. Aufl. S. 358. Vielleicht ist die Bdtg " kräftig" in einigen Homerischen Verbindungen erkennbar; vielleicht ist aber auch bei Homer überall die Bdtg " heilig" anzunehmen, wie in der übrigen Griech. Literatur. – a) von Allem, was die Götter betrifft u. zu ihnen in irgend einer Beziehung steht; ἱεροῖς ἐν δώμασι Κίρκης Od. 10, 426, Götterwohnung; Hes. spricht selbst von ἱερὸν γένος ἀϑανάτων, Th. 21; Ζεὺς ἱερὸν λέχος εἰςαναβαίνων, das Götterlager, 57; τοίη Μουσάων ἱερὴ δόσις 93; φάος Hes. O. 337; ἦμαρ Il. 17, 455; das Tageslicht kommt von den Göttern, wie die Finsterniß, κνέφας, 11, 194; νύξ Eur. Ion 117. – Die ganze Natur ist von den Göttern erfüllt u. ihnen heilig; ποταμοί Od. 10, 351; ἱερὸν ῥόον Ἀλφειοῖο Il. 11, 756, wie Soph. σὰν λιπὼν ἱερὰν λιβάδα Phil. 1200 u. Eur. Med. 410; so Ἐρυϑρᾶς ἱερὸν χεῦμα Aesch. frg. 178; κῦμα Eur. Hipp. 1206; ὄμβρος, heiliges Naß, Soph. O. R. 1428; so nennt auch Hom. den Fisch ἱερός, denn er ist als Wasserbewohner dem Poseidon heilig, Il. 16, 407, was Alte auf manche andere wunderliche Weise erklären, z. B. = διερός; Ath. VII, 282 e; Arist. H. A. 9, 37 = ἀνϑίας; Aristarch erklärte ἱερὸν ἰχϑὺν = τὸν ἀνετὸν καὶ εὐτραφῆ. – Auch die Erde, Haine, Berge u. dgl., βῆσσαι Od. 10, 275, γῆ Soph. Phil. 700, Ἴδας ὄρος Eur. Or. 1383; alle einzelnen Länder, Inseln u. Städte, da ihnen besondere Schutzgottheiten vorstehen; Εὐβοίης ἱερῆς Il. 2, 535; Πύλος Od. 21, 108; Θήβην ἱερὴν πόλιν II. 1, 366; Ζέλεια, Πέργαμος, Ἀϑῆναι, Od. 11, 323, wie Pind. frg. 45 u. Soph. Ai. 1200; Σικυών, Ταίναρος, Pind. N. 9, 53 P. 4, 44; Μέμφις, Τμῶλος, Aesch. Pers. 36. 49 u. Eur. Bacch. 64; Ἴλιος, Troad. 123; ὦ γᾶς ἱερὸν οἰκείας πέδονΣαλαμῖνος Soph. Ai. 846, wie Eur. Troad. 1096; Τροίης ἱερὸν πτολίεϑρον Od. 1, 2, wie Τροίης ἱερὰ κρήδεμνα Il. 16, 100. – So auch ἱερὰς κατ' ἀλωάς Il. 5, 499, denn sie sind der Demeter heilig; ἐλαίρ, der der Athene heilige Oelbaum, Od. 13, 372; ἀλφίτου ἱεροῦ ἀκτή Il. 11, 631, denn auch das Getreide ist eine Göttergabe. – So heißen auch die Könige, die unter dem Schutze der Götter stehen, von ihnen eingesetzt sind, ἱεροί, Pind. P. 5, 97; u. so ist auch das bei Hom. oft vorkommende ἱερὴ ἲς Τηλεμάχοιο, ἱερὸν μένος Ἀλκινόοιο zu fassen; der Wagen des Achilleus δίφρος ἱερός, Il. 17, 464. – b) was die Menschen den Göttern geweiht haben, heilig, zum Gottesdienst gehörig, vgl. Eur. ἱερὸν τὸ σῶμα τῷ ϑεῷ δίδωμι ἔχειν, Ion 1285, u. Plat. ὅσα ἱερὰ κριϑέντα ποιήματα ἐδόϑη τοῖς ϑεοῖς, Legg. VIII, 829 e; ἱερὸς δόμος, Tempel, Il. 6, 89; χῶρος Soph. O. C. 16. 54; δαιμόνων ἀγάλματα, die Standbilder der Götter in den Tempeln, O. R. 1379; Eur. I. T 1441; ξόανον Troad. 525; εἴδωλον Ἥρας Hel. 1150; βωμός, der Altar, Il. 2, 305 Soph. Tr. 989, der ihn auch ἱερὸν ἕρκος nennt, 604. – Die Gottheit, der Etwas geweiht ist, wird im gen. hinzugesetzt, ἄλσος ἱρὸν Ἀϑηναίης Od. 6, 326, ἄντρον ἱρὸν Νυμφάων 13, 104; Eur. Alc. 76; Her. 1, 80; γῆς ἱερᾶς οὔσης τῶν πάντων ϑεῶν Plat. Legg. V, 741 c; ἱερὸς ὁ χῶρος τῆς Ἀρτέμιδος Xen. An. 5, 3, 13. – Von Kampfspielen, die zu Ehren der Götter stattfinden, ἀγῶνες, ἄεϑλα, Pind. N. 2, 4. 6, 61 Ol. 8, 64; κύκλος, der Kreis, in dem Gericht gehalten wird, der dem Zeus heilig ist, Il. 18, 504; γάμος Plat. Rep. V, 458 e Legg. VIII, 841 d; νόσος XI, 916 a; γράμματα Tim. 27 b. – Auch τύμβος, ϑήκη, Soph. O. C. 1542. 1760; Eur. Suppl. 981. – Bes. von Opfern und allem dazu Gehörigen, ἑκατόμβη, Il. 1, 99, χοαί, Soph. O. C. 470, νόμος, sich auf die Opfer u. Feste beziehend, Dem. 21, 35, der ibd. §. 16 auch ἐσϑής, ein Opferod. Festkleid so nennt u. hinzusetzt ἱερὰν γὰρ νομίζω πᾶσαν, ὅσην ἄν τις ἕνεκα τῆς ἑορτῆς παρασκευάσηται, τέως ἂν χρησϑῇ; vgl. ὀφείλειν ἑπτὰ δραχμὰς ἱερας τῇ Ἀϑηνᾷ Dem. 24, 22. – Am gewöhnlichsten τὰ ἱερά, Opfer, wie Hom. so oft ἱερὰ ῥέζειν, auch ἱερὰ δίδωμι, Od. 16, 184, u. im sing. ὄφρ' ἱρὸν ἑτοιμασσαίατ' Ἀϑήνῃ Il. 10, 571; ἄπυρα ἱερά, Pind. Ol. 7, 48, wie Aesch. Ag. 70; δήμια, πατρῷα, Spt. 160. 1001; ἔμμηνα, Soph. El. 273; αἴϑειν, τελεῖν, Phil. 1022 Eur. Bacch. 485; in Prosa, ἱερὰ ϑύσας Thuc. 2, 71, ἐν ἱερῶν ϑυσίαις Plat. Rep. III, 394 a; ὅτι τὰ ἱερὰ καὶ τὰ σφάγια καλὰ εἴη, ersteres die Eingeweide der Opferthiere u. die aus ihnen entnommenen Vorbedeutungen, letzteres andere beim Opfer vorkommende Kennzeichen, Xen. An. 1, 8, 15 u. öfter, wie τά τε ἱερὰ καλὰ τά τε σφάγια κάλλιστα 6, 3, 21; ἐπεὶ τὰ ἱερὰ ἐγένετο, da die Opfer zusagten, die Eingeweideschau glücklich ablief, 6, 2, 9, wofür Her. προχωρεῖ χρηστά sagt, 5, 44; – τὸ ἱερόν, der Tempel, τῆς Δίκης, Eur. Hel. 1008 u. öfter; Her. 2, 112; ἱερῶν ἱδρύσεις Plat. Rep. IV, 427 b; μέγιστα τοῦ Ἔρωτος ἱερὰ κατασκευάσαι καὶ βωμούς Conv. 189 c; bes. der Tempel in Delphi, Dem. 19, 327. Aus Thuc. 4, 90, τάφρον περὶ τὸ ἱερὸν καὶ τὸν νεὼν ἔσκαπτον, geht die allgemeine Bdtg "Heiligthum" hervor; nach Ammon. der Tempelbezirk, ἱερὸν καὶ τέμενος ἱδρύσασϑαι Ath. XIII, 595 c. – Von Menschen, ἱερὸς καὶ εὐσεβής, heilig, Soph. O. C. 288; bei Ar. Ran. 651 mit Hindeutung auf die Einweihung in die Mysterien. Anders Αχαιῶν ἱερὸς στρατός, das göttliche, stattliche Heer, Il. 24, 81, wie τέλος ἱερόν, die heilige Wächterschaar 10, 56. Für das röm. sacrosanctus, Plut. Tib. Gracch. 14. 15 u. öfter. – Sprichwörtlich war ἡ ἱερὰ συμβουλή, Xen. An. 5, 6, 4; vgl. Plat. Theag. 122 a u. Zenob. 4, 40. S. auch ἱερὰ ἄγκυρα unter ἄγκυρα. Ein anderer sprichwörtlicher Ausdruck τὸν ἀφ' ἱερᾶς, vollständig τὸν ἀφ' ἱερᾶς γραμμῆς λίϑον od. πεττὸν κινεῖν, d. i. das Letzte, Aeußerste wagen, Ar. Eccl. 987; vgl. Diogen. 5, 41 u. daselbst die Erklärer, u. s. γραμμή. – Von einem Wurfe mit Würfeln, Eubul. Poll. 7, 205. – [ Hom. braucht in den Formen, wo die letzte Sylbe kurz ist, ι lang, z. B. ἱερὸν ἦμαρ, ἱερὰ ῥέζειν, u. so sp. Ep.] – Ueber die Vrbdgn mit ὅσιος u. den Unterschied davon s. letzteres.
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5 ἀπάρχομαι
ἀπ-άρχομαι, anfangen, (a) das Stirnhaar des Opfertiers abschneiden und ins Feuer werfen, womit das Opfer begonnen wurde; dah. übh. ein Opfer beginnen, als Opfergabe darbringen; bes. aber (b) die Erstlinge als Opfer darbringen; übh. als das Beste auswählen. Auch weihen, widmen (als Opfer) -
6 τέμνω
τέμνω, ion. u. ep. τάμνω, Od. 3, 175 steht τέμνειν, fut. τεμῶ (s. auch τέμω), aor. ἔτεμον, ion., ep. u. altatt. ἔταμον, inf. ταμέειν, perf. τέτμηκα (Ap. Rh. 4, 156 τετμηώς, mit pass. Bdtg), perf. pass. τέτμημαι, aor. ἐτμήϑην, fut. τετμήσομαι, ἐκτετμήσεσϑον Plat. Rep. VIII, 564 e (vgl. τμήγω), – 1) schneiden, zerschneiden, zerhauen, zerspalten, Hom. u. Folgende; bes. – a) von Menschen, verwunden, auch niederhauen, zusammenhauen; ἀλλήλων ταμέειν χρόα χαλκῷ, Il. 13, 501. 16, 761; Tragg. u. Folgde; κάρα τέμνειν, abschneiden, Soph. Phil. 615; πώλους σιδήρῳ τέμνετ' αὐχένων φόβην, Eur. Alc. 431; λαιμόν, Hel. 1600; τρίχας ἐτμήϑην, Troad. 480. – Aber auch oft vom Schneiden des Wundarztes, gew. neben καίειν, welche beiden Thätigkeiten hauptsächlich die Kunst desselben ausmachten, ἤ τοι κέαντες ἢ τεμόντες εὐφρόνως πειρασόμεσϑα πῆμ' ἀποτρέψαι νόσου, Aesch. Ag. 823; οἱ ἰατροὶ τέμνουσι καὶ καίουσι ἐπ' ἀγαϑῷ, Xen. An. 5, 8, 18; biem. 1, 2, 54; Sp., wie Ael. V. H. 11, 11. – b) von Thieren, zerstückeln, zerlegen, Her. 2, 65; bes. schlachten, zum Opfer, κάπρον ταμέειν Διΐ; Il. 19, 197; auch im med., ταμνόμενοι κρέα, Od. 24, 364; σφάγια τέμνειν, Eur. Suppl. 1195. – Aber Hes. O. 788. 793, ἐρίφους, κάπρον, verschneiden, castrare. – Ὅρκια πιστὰ τάμνειν, einen Vertrag oder ein Bündniß schließen, indem man dabei die üblichen feierlichen Opfer veranstaltete, eigentlich also die Eidesopfer vollziehen, Il. 2, 124. 3, 105. 252. 19, 191 Od. 24, 483; auch φιλότητα καὶ ὅρκια πιστὰ ταμεῖν, Il. 3, 73. 94. 256; u. im med., ὅρκια τάμνεσϑαι, Her. 4, 70. 71; vgl. aber 4, 201; Hom. vrbdt auch ϑάνατόν νύ τοι ὅρκι' ἔταμνον, dir zum Tode schloß ich das Bündniß, Il. 4, 155. Später auch συνϑεσίας, φίλια τέμνειν, σπονδάς, Eur. Hel. 1251. – cl von Bäumen u. Holz übh., abhauen, behauen, δούρατα, φιτρούς, Od. 5, 162. 12, 11 u. sonst; Hes. O. 809; daher ῥόπαλον τετμημένον, Od. 17, 195; τὴν ὕλην τὴν τετμημένην πεπρακότα, Dem. 42, 30; auch im med., δοῦρα τάμνεσϑαι, sich Bauholz fällen, Od. 5, 243; τίς ἔτεμε τὰν δακρυόεσσαν Ἰλίῳ πεύκαν, Eur. Hel. 234; τμηϑεῖσα πεύκη, Med. 4; Her. 5, 82; αἰχμάν, Pind. N. 3, 33; λίϑους τάμνεσϑαι, Steine behauen, Her. 1, 186; – φάρμακον τέμνειν, ein Heilkraut abschneiden, Heil- oder Zaubermittel aus abgeschnittenen Kräutern und Wurzeln bereiten, H. h. Cer. 229; Plat. Legg. VIII, 836 b XI, 919 b; – τέμνειν δίχα, entzwei schneiden, Plat. Soph. 265 e, u. oft; τοιοῦτον τμῆμα τέμνεται τὸ τεμνόμενον οἷον τὸ τέμνον τέμνει, Gorg. 476 d; – σῖτον τέμνειν, Getreide abmähen, Xen. Mem. 2, 1, 13, wie ὀπώρα τέμνεται, Soph. fr. 239. – Aber χώραν, γῆν τέμνειν ist = ein gand durch Abhauen der Obstbäume und Abschneiden der Feldfrüchte verwüsten; Andoc. 3, 8; Thuc. 2, 18. 8, 31; Plat. Rep. V, 471 c Menex. 242 c; Folgde, wie Pol. 9, 28, 6. – 2) durch Abgränzung, gleichsam aus etwas Größerm herausschneiden, absondern; τέλσον ἀρούρης, Il. 13, 707, wo Spitzner zu vgl., der ἄροτρον vermuthet; τέμενος, Il. 16, 194. 20, 184; ἄροσιν, Il. 9, 580; – übh. scheiden, sondern, Sp. – In τάμνοντ' ἀμφὶ βοῶν ἀγέλας, Il. 18, 528, nimmt man eine Tmesis an, sie schnitten die Heerden für sich ab. – Auch τέμνειν ὀχετούς, Gräben ziehen, stechen, Plat. Tim. 70 c 77 c; – τέμνειν ὁδούς, Wege ziehen, anlegen, bahnen, Her. 4, 136; Thuc. 2, 100; Plat. Legg. VII, 803 e. – Daher auch 3) von der Bewegung durch einen Raum hin, durchschneiden; bes. vom Schiffe, das in seinem Laufe das Meer durchschneidet, τέμνειν πέλαγος μέσον, κύματα ϑαλάσσης, Od. 3, 175. 13, 88; ϑάλασσαν, Pind. P. 3, 68; daher ὁδόν u. dgl., einen Weg einschlagen, τέτμηνται κέλευϑοι, I. 5, 22; u. so vielleicht zu erklären μαχᾶν τέμνειν τέλος, Ol. 13, 57, sie beendigen; auch ἀνδρῶν ἐλπίδες τάμνουσαι ψεύδη, 12, 6, die durch Lüge gehenden Hoffnungen; τέμνειν κέλευϑον, Ar. Th. 1100; αἰϑέρος αὐλακα, Av. 1400; τὴν μεσόγαιαν τῶν ὁδῶν τάμνειν, Her. 9, 89, sich Bahn brechen; auch Sp., Philod. 16 (V, 25), bei denen τέμνειν gradezu für gehen gebraucht wird, wie Ap. Rh. 4, 771; dah. μέσον τέμνειν, die Mittelstraße halten, Plat. Legg. VII, 793 e, wie διὰ μέσων ἀσφαλέστερον ἰέναι τέμνοντας, Polit. 262 b, vgl. Prot. 338 a– Auch übertr., τίν' ἀμφ' αὑτᾶς ἔτι πόρον τέμνω; Aesch. Suppl. 807, welchen Weg soll ich einschlagen, welche Mittel finden; εὐϑεῖαν λόγων τέμνων κέλευϑον, Eur. Rhes. 423.
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7 τέλειος
τέλειος, att. gew. 2 Endgn, ion. τέλεος (s. unten), – 1) was sein Ziel od. Ende erreicht hat; dah. – a) vollständig, vollkommen, woran Nichts fehlt, unversehrt u. tadellos, z. B. von Opferthieren, welche ohne allen Makel sein müssen, Il. 1, 66. 24, 34; ἱερὰ τέλεια, vollständige od. vollzählige Opfer, od. Opfer von vollständig ausgewachsenen Thieren (s. b), Andoc. 1, 97 im Gesetz; vgl. Dem. 59, 60; Hom. nennt den Adler τελειότατον πετεηνῶν, Il. 8, 247. 24, 315, den vollkommensten unter den Vögeln, also den vornehmsten od. edelsten; τέλειον ἐσλόν, Pind. P. 9, 89; ἀνήρ, Plat. Legg. I, 643 d, u. öfter; τέλειος ἀνὴρ εἰς τὸν πραγματικὸν τρόπον, Pol. 4, 8, 1. – b) vollkommen ausgewachsen; von Menschen, Plat. Legg. XI, 929 c; Xen. Cyr. 1, 2, 4 u. öfter (von 25 bis 50 Jahren); von Thieren, Plat. Legg. VIII, 834 c, wie auch Einige ἱερὰ τέλεια u. αἶγες τέλειαι in der Il. erklären; dah. reif, männlich, im Ggstz von παιδίον νήπιον, Pol 5, 29, 2; so auch ἅρμα τ., im Ggstz von πωλικόν, mit ausgewachsenen Pferden, Luc. Tim. 50; bestimmt, ψῆφος, Soph. Ant. 628, Schol. τὴν ἤδη τετελεσμένην, feste, letzte Entscheidung. – c) übh. geendigt, vollbracht, εἰ κρανϑῇ πρᾶγμα τέλειον, Aesch. Suppl. 86; von Gebeten, Wünschen, Hoffnungen, erhört, in Erfüllung gegangen, auch von Vorzeichen u. Vorbedeutungen, ἀραί Spt. 748, einzeln bei Sp. – 2) akt., vollbringend, vollendend, erhörend; ϑεοί, die Götter, welche die an sie gerichteten Gebete erhören u. allen Dingen Vollendung und Gedeihen geben, Aesch. Ag. 982; Ζεύς, Pind. Ol. 13, 115 P. 1, 67, wie Aesch. Eum. 28 Ag. 947; so bes. Ἥρα τελεία, die Hera als Ehestifterinn, Iuno pronuba; τελεία μάτηρ, Pind. N. 10, 18; Aesch. Eum. 205; Ar. Th. 973; vgl. Crinag. 13 (VI, 244); μὰ τὴν τέλειον τῆς ἐμῆς παιδὸς Δίκην, Aesch. Ag. 1437. – In der Arithmetik hießen diejenigen Zahlen τέλειοι, welche der Summe aller ihrer Maaße oder Faktoren gleich sind, 6 = 3 + 2 + 1, 28 = 14 + 7 + 4 +2 + 1, 496 = 248 + 124 + 62 + 31 + 16 + 8 + 4 + 2 + 1, 8128 u. s. s., Nicom. arithm. Vgl. auch Plat. Rep. VIII, 546 b.
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8 ψῡχ-αγωγός
ψῡχ-αγωγός, 1) abgeschiedene Seelen leitend, führend, bes. Beiwort des Hermes, der sie in die Unterwelt hinabführt, wie ψυχοπομπός u. νεκροπομπός. – Aber auch die abgeschiedenen Seelen durch Opfer und Bannformeln heraufbeschwörend, Geister beschwörend, ψυχαγωγοῖς ὀρϑιάζοντες γόοις Aesch. Pers. 673; auch sie durch Opfer u. vgl. besänftigend, versöhnend, Eur. Alc. 1128. – 2) die Seelen der Lebenden lenkend, an sich ziehend, gewinnend, einnehmend, erfreuend, unterhaltend, auch tröstend, und im schlimmen Sinne, täuschend, Sp. oft. – 3) Seelenverkäuferei treibend, ὁ ψυχαγ., der Seelenverkäufer, wie ἀνδραποδιστής, der Kinder raubt, um sie zu verkaufen. bei den Alexandrinern, Phryn. u. B. A. 73.
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9 ΘΎω
ΘΎω, vgl. ϑύνω u. ϑυνέω; ϑῦε, Od. 15, 222; ϑῡετε, Eur. I. A. 1348; aber ϑύοντα mit kurzem υ Od. 15, 260, vgl. Hippon. Ath. IX, 370 c, s. zu Ende; ϑύσω, dor. ϑῡσῶ, Theocr. 2, 33; perf. τέϑυκα, mit kurzem υ, Ar. Lys. 1062; aor. pass. ἐτύϑην, mit kurzem υ, Aesch. Ch. 240; sync. aor. med. ϑύμενος Pratin. bei Ath. XIV, 617 d; – 1) opfern; bei Hom. nur vom Verbrennen der ἀπαρχαί, bei den Att. auch vom Schlachten der Opferthiere, s. Lehrs Aristarch. ed. 2 p. 82; ἄργματα ϑῦσε ϑεοῖς Od. 14, 446; ϑεοῖσι δὲ ϑῠσαι ἀνώγει Il. 9, 219, wo darauf folgt ὁ δ' ἐν πυρὶ βάλλε ϑυηλάς, Od. 9, 231 πῦρ κείαντες ἐϑύσαμεν, wo sie nur von dem Käse, den sie essen, den Göttern Etwas darbringen können, was Ath. V, 179 c ἀπαρχὰς τῶν βρωμάτων νέμειν τοῖς ϑεοῖς erkl.; Od. 15, 222 u. 260 ist von einer Libation auf dem Schiffe die Rede; – übh. opfern Pind. Ol. 11, 59. 13, 66; ἀποτρόποισι δαίμοσι ϑῦσαι πέλανον Aesch. Pers. 200; νυκτίσεμνα δεῖπν' ἐπ' ἐσχάρᾳ πυρὸς ἔϑυον Eum. 109; Ἀργείοισιν εὔχεσϑαι χρεών, ϑύειν τε λεί. βειν τε Suppl. 459; ἔϑυσεν αὑτοῦ παῖδα Ag. 1391; καὶ τῆς τυϑείσης νηλεῶς ὁμοσπόρου Ch. 240, wie τὴν σὴν ὅμαιμον ϑῦσαι ϑεοῖσιν Soph. El. 522; ξένους Eur. I. T. 278; übertr., schlachten, morden, ξίφει ϑύουσα ϑῆλυς ἄρσενας ib. 1332; ἀπαρχάς Ar. Ran. 1239; κριϑάς, πυρούς, μελιττούτας Av. 565 ff.; δεκάτην 922; χοῖρον Ach. 758; übh. schlachten, δελφάκιον Lys. 1062; τῷ ἡλίῳ ϑύουσι ἵππους Her. 1, 216; ἱερεῖα Thuc. 1, 126 u. Folgde oft; τὰ μέγιστα ϑύματα Plat. Polit. 290 e; ϑυσίας Rep. IV, 419 u. öfter; Euthyph. 14 c οὐκοῦν τὸ ϑύειν δωρεῖσϑαί ἐστι τοῖς ϑεοῖς. – Auch pass.; τεϑυμένα ἱερά Xen. Hell. 3, 4, 4 u. sonst. – Selten c. gen., λιβανωτοῦ D. C. 56, 31. – Man bemerke noch εὐαγγέλια ϑύειν ἑκατὸν βοῦς Ar. Equ. 654, hundert Stiere für die glückliche Nachricht opfern; βασιλέως γενέϑλια ἅπασα ϑύει καὶ ἑορτάζει ἡ Ἀσία, Asien feiert mit Opfern den Geburtstag des Königs, Plat. Alc. I, 121 c; γάμους ϑύειν Plut. Pomp. 55, διαβατήρια Lucull. 24, διαβατήρια ϑύεσϑαι Thuc. 5, 54, σωτήρια, Opfer für die Rettung, Xen. An. 3, 2, 9, εὐχαριστήρια, Dankopfer, Pol. 5, 14, 8. – Med. opfern lassen, ein Opfer veranstalten; Ἀϑηναίοις ϑυσαμένοις πρὸ τοῦ λοιμοῦ Plat. Conv. 201 d Rep. II, 378 a; bes. ein Opferthier schlachten lassen, um aus den Eingeweiden Kunde über den Ausgang einer Sache zu erhalten, ἐγένετο ϑυομένοισι τὰ σφάγια χρηστά Her. 9, 62, ἐϑύετο καὶ καλλιερέετο 7, 167; ϑυομένῳ ἐπὶ Κρότωνα, in Beziehung auf den Marsch gegen Kroton, 5, 44 (vgl. Xen. An. 7, 8, 21); ἐπὶ τῷ Πέρσῃ 9, 10; ἐπ' ἐξόδῳ ἐϑύετο Εενοφῶν, er opferte, um über den Ausfall eines Streifzuges Etwas zu erfahren, Xen. An. 6, 2, 9; ἐπὶ τούτοις ἐϑύσαντο 3, 5, 18, wo Krüger viele Beispiele der Art, auch von περί τινος, beibringt; ὑπὲρ τῆς μονῆς 5, 6, 27; c. inf., ἐμοὶ ϑυομένῳ ἰέναι ἐπὶ βασιλέα οὐκ ἐγίγνετο τὰ ἱερά 2, 2, 3, wenn man nicht besser den inf. zu ἐγίγνετο τὰ ἱερά bezieht; mit indirekter Frage, ἐϑυόμην, εἰ βέλτιον εἴη 5, 9, 31, vgl. 7, 2, 15, ich opferte, um zu erfahren, ob es besser sei. – 2) im praes. u. impf. von jeder heftigen, ungestümen Bewegung, daherstürmen, daherbrausen (vgl. ϑέω u. σεύω); vom brausenden Sturme, ἄνεμος λαίλαπι od. σὺν λαίλαπι ϑύων, Od. 12, 400. 408; ἀνέμων ϑύουσιν ἀῆται Hes. O. 619; Th. 875; von daherwogenden Fluthen u. Flüssen, ὁ δ' ἐπέσσυτο οἴδματι ϑύων Il. 21, 234; 23, 230; κῦμα δ' ὄπισϑεν μέγα ϑῦε ϑαλάσσης Od. 13, 84; πόντος ἀπείριτος οἴδματι ϑύων Hes. Th. 109; δάπεδον αἵματι ϑῦεν, der Boden wogte, schäumte od. dampfte von Blut, Od. 11, 420. 22, 309. 24, 184. Auch von Menschen, in leidenschaftlicher Bewegung sein, rasen, toben; ἔγχεϊ ϑῦεν, er wüthete mit dem Speer in der Schlacht, Il. 11, 180. 16, 699; ἦ γὰρ ὅ γ' ὀλοῇσι φρεσὶ ϑύει, οὐδέ τι οἶδε νοῆσαι 1, 342; vom Zorn, κασιγνήταν μένει ϑύοισαν Pind. P. 3, 33. Von der Schlange, Nic. Th. 128; im sync. aor., ϑύμενος ἀν' ὄρεα Pratin. Ath. XIV, 617 d. Nach Hesych. auch = ἐνϑουσιᾷν. – Der gemeinschaftliche Begriff beider Bdign scheint der des Auffahrens, Aufloderns zu sein. [In ϑύειν brauchen Eur. El. 1136 Cycl. 334 u. Ar. Ach. 758 das υ kurz, wie einige andere Komiker, Mein. Men. p. 254; Pind. scheint es in der ersten Bedeutung kurz, in der zweiten lang gebraucht zu haben; so ist auch in den abgeleiteten Wörtern, die den Begriff des Opferns ausdrücken, wie ϑυσία, ϑυηλή, das υ kurz; wo der Begriff der Bewegung vorherrscht, ϑυμός, ϑύνω ist es lang; in anderen schwankt die Quantität wie die Bdtg.]
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10 ΚΑΛός
ΚΑΛός, ή, όν, schön; zunächst – a) von dem in die Augen Fallenden, von der äußeren Gestalt, von Hom. an, sowohl von Menschen u. Thieren, als von Sachen; oft verbunden καλός τε μέγας τε, bes. von Männern; Hom. καλός δέμας, schön an Gestalt, Od. 17, 307; öfter von einzelnen Theilen des Körpers, πρόςωπα, ὄμματα, παρήϊα, σφυρά, χρόα καλόν, von Kleidern, φάρεα, ῥήγεα, κρήδεμνον, ζώνη, εἵματα, πέδιλα, von Waffen, σάκος, φάσγανον, τεύχεα, von anderen Geräthen, δέπας, ἄλενσον, von Gebäuden, Geschenken, Gegenden, wo es oft durch angenehm, reizend, lieblich wiedergegeben werden kann; ἐςορᾶν καλός, schön anzusehen, Pind. Ol. 8, 19; ἰδέᾳ καλός, schön von Ansehen, Ol. 1, 103, καλὸς τὴν ὄψιν Ath. XII, 517 e; καλοὶ τὰ σώματα Xen. Mem. 2, 6, 30; εἶδος κάλλιστος Cyr. 1, 2, 1; μορφὴ καλή Soph. O. C. 584; κόσμος Eur. Hipp. 632; εἴϑ' αἴσχιον εἶδος ἀντὶ τοῠ καλοῠ λάβω Hel. 270; γυνὴ καλὴ καὶ εὐειδής Plat. Crit. 44 a; von Metallen, echt, im Ggstz v. κίβδηλος, Xen. Mem. 3, 1, 9; – τὸ καλόν, Schönheit, Zier, Schmuck; τὸ καλὸν βίου Eur. I. A. 20; Xen. Cyr. 7, 3, 16; τὰ τοῦ βίου, die Genüsse, Reize, Annehmlichkeiten des Lebens, Her. 1, 207; Xen. Cyr. 7, 2, 13, καλὰ πάσχειν, sich wohl befinden. – Die Liebhaber schnitten den Namen der Geliebten mit dem Zusatz ὁ καλός, ἡ καλή in die Bäume ein od. schrieben ihn auf die Thüren u. Fenster, vgl. die Ausleger tu Ar. Ach. 194 Vesp. 98. – b) schön für einen besondern Zweck, tauglich, brauchbar, wie man etwa λιμήν Od. 6. 263 u. einzelne andere Verbindungen bei Hom. fassen kann; öfter bei den Att., σῶμα καλὸν πρὸς δρόμον, πρὸς πάλην, Plat. Hipp. mai. 295 c; dem χρήσιμος entsprechend, Dem. 61, 32; ἀεὶ καλὸς πλοῠς ἔσϑ' ὅταν φεύγῃς κακά Soph. Phil. 637; οἰωνοί, Glück bedeutende, Eur. Ion 1333; beim Opfer der gew. Ausdruck τὰ ἱερά έστι καλά, Xen. An. 1, 8, 15, vgl. Krüger zu 6, 2, 9, die Opfer sind gut, fallen glücklich aus; οὐ γὰρ σφάγια γίνεται καλά Aesch. Spt. 361; ähnl. τὸ δὲ τέλος καλὸν τῆς ἐξόδου, das Ende werde glücklich sein, Xen. An. 5, 2, 9; so ἡμέραι Soph. El. 607; ἐν καλῷ, sc. τόπῳ, am rechten, gelegenen, bequemen Orte, κεῖσϑαι τὴν Κέρκυραν ἐν καλῷ τοῦ Κορινϑιακοῦ κόλπου Xen. Hell. 6, 2, 9, ποῦ καϑίζωμ' ἐν καλῷ τῶν ῥητόρων ἵν' ἐξακούω Ar. Th. 292, Luc. Navig. 15; häufiger sc. χρόνῳ, zur rechten, gelegenen Zeit, νῦν γὰρ ἐν καλῷ φρονεῖν Soph. El. 376, ἐν καλῷ σ' ἔξω δόμων ηὕρηκα Eur. I. A. 1106, ἐν οὐ καλῷ μὲν ἐμνήσϑην ϑεῶν Or. 578; in Prosa, Plat. Rep. IX, 571 b; Xen. Hell. 4, 3, 5 u. sonst; ἐν καλῷ ἐδόκει ἡ μάχη ἔσεσϑαι Thuc. 5, 59, wo der Schol. ἐπὶ συμφέροντι erkl. So auch ἐς καλὸν σὺ εἶπας Soph. O. R. 78; εἰς καλὸν ἥκεις ὅπως συνδειπνήσῃς Plat. Conv. 174 e; im superl., ἥκετον εἰς κάλλιστον, zu sehr gelegener Zeit, Euthyd. 275 b; εἰς καλόν γε ὑμῖν συντετύχηκα Xen. Conv. 1, 4; ἥκεις An. 4, 7, 3; νῦν καλὸν κορέσαι στόμα, jetzt ists Zeit, Soph. Phil. 1140; νῠν ἐστιν εὔξασϑαι καλόν Ar. Par 278. – c) von innerer Beschaffenheit, sittlich schön, gut, trefflich; Hom. nur im neutr., οὐ καλὸν ὑπέρβιον εὐχετάασϑαι, es ist nicht schön, ziemt sich nicht, Il. 17, 19; καλόν τοι, es steht dir wohl an, 9, 615; οὐ γὰρ ἔμοιγε καλόν 21, 440; im plur., οὐ μὴν καλὰ χόλον τόνδ' ἔνϑεο ϑυμῷ, es ist nicht schön, daß du solchen Zorn hegst, 6, 326, s. nachher; ἐργμάτων ἀκτὶς καλῶν ἄσβεστος, schöner Thaten, Pind. I. 3, 60; τέϑνηκεν, οὗπερ τοῖς νέοις καλόν, wo es schön, ehrenvoll ist, Aesch. Spt. 1002; Ag. 1592; καλὸς γὰρ οὑμὸς βίοτος ὥςτε ϑαυμάσαι Soph. El. 385; οὔτ' ἐμοὶ τοῠτ' ἔστιν, οὔτε σοὶ καλόν, es ziemt nicht mir, Phil. 1288; καλόν μοι τοῠτο ποιούσῃ ϑανεῖν Ant. 72; κλέος Eur. Alc. 1225; ὄνειδος Med. 514; καλὸν αὐτῷ, es ist ehrenvoll für ihn, Thuc. 3, 94, u. A., bes. als neutr. – Von Plat. an von Menschen, bes. καλὸς κἀγαϑός, der wackere, ehrenwerthe Mann, durch Sokrates üblich gewordener Ausdruck, Ggstz ἄδικος καὶ πονηρός, Gorg. 470 e; ἅμα μὲν καλός, ἅμα δὲ ἀγαϑός Tim. 88 c; καλὸς τἄνδοϑεν Phaedr. 279 b; auch neutr., οὐδὲν καλὸν κἀγαϑὸν εἰδέναι Apol. 21 d; ἀγαϑὸν ἄνδρα καὶ καλὰ πράττοντα Xen. Cyr. 3, 1, 10; ἀσκηταὶ τῶν καλῶν κἀγαϑῶν ἔργων 1, 5, 9; Mem. 2, 1, 20. – Τὸ καλόν, das sittlich Gute, die Tugend, τὰ καλά, edle, gute, rühmliche Handlungen, Ggstz αἰσχρός. – Τὰ καλά von den Staatseinrichtungen der Lacedämonier, Xen. Lac. 3, 3 Hell. 5, 5, 9; so sagt ein Laced. ἔῤῥει τὰ καλά 1, 1, 23. – Adv. καλῶς, schön, in den verschiedenen Vdtgn; Hom. nur einmal, οὐδ' ἔτι καλῶς οἶκος ἐμὸς διόλωλε Od. 2, 63; gewöhnlich καλόν od. καλά, ὑμεῖς οὐκέτι καλὰ μεϑίετε ϑούριδος ἀλκῆς, auf unschöne, ungeziemende Weise, Il. 13, 116, vgl. Od. 15, 10. 17, 397; καλὰ μελπόμενος Pind. N. 1, 20, φρονεῖν καλῶς Aesch. Pers. 711, ϑανεῖν Ch. 350. καλῶς ἔχει τὰ πλεῖστα Spt. 781; καλῶς εὶδώς Soph. O. R. 317; καλῶς πράττειν, sich wohl befinden, Glück haben, Ant. 271 Tr. 57. 229 u. A.; καλῶς ζῆν ἢ καλῶς τεϑνηκέναι Ai. 474; καλῶς καὶ εὖ ἐπαίδευσεν Plat. Prot. 319 e; καλῶς καὶ εὖ πράττειν Charm. 172 a; vgl. über diese Vrbdg Lob. Paralip. p. 65; τί δήποτε ἅπαντ' εἶχε καλῶς τότε, καὶ νῦν οὐκ ὀρϑῶς; Dem. 3, 30, warum stand damals Alles gut? εἰ καλῶς σφισιν ἔχοι, wenn es ihnen gut, zuträglich sei, Thuc. 4, 117; καλῶς παράπλου κεῖται, günstig für die Fahrt, 1, 36, ἐν παράπλῳ 1, 44. – Allein: καλῶς, billigend, recht so, gut, Eur. Or. 1216 Ar. Ran. 888 Dem. 39, 14; πάνυ καλῶς, ganz wohl, schon gut, womit man höflich die Fortsetzung des Gesprächs ablehnt, Ar. Ran. 512; vgl. κάλλιστ' ἐπαινῶ 508. – Comparat. u. superl. καλλίων, κάλλιστος, in allen den Vrbdgn des Positivs; Hom. πολὺ καλλίονες καὶ μείζονες εἰςοράασϑαι Od. 10, 396; οὐ μήν οἱ τόγε κάλλιον οὐδέ τ' ἄμεινον Il. 24, 52; ὃς δὴ κάλλιστος γένετο ϑνητῶν ἀνϑρώπων 24, 233; κάλλιστον ἦμαρ εἰςιδεῖν ἐκ χείματος Aesch. Ag. 874; ἄνδρα δ' ὠφελεῖν κάλλιστος πόνων Soph. O. C. 315; κάλλιστον ϑέαμα Plat. Rep. III, 402 d; καλλίοσιν ὀνόμασι χρῆσϑαι Phil. 43 d; πάντων κάλλιστα, ganz vortrefflich, Soph. 227 c u. sonst; auch καλλιόνως, Legg. II, 660 d Theaet. 169 e; καλλιώτερον stand früher Thuc. 4, 118, findet sich sicher eest bei Sp., vgl. Lob. zu Phryn. p. 136; bei Psell. καλλιστότατος. – [Α ist bei Hom. u. den Epikern, wie den alten jambischen Dichtern lang, nur Hes. O. 63 Th. 585 kurz; bei Pind. u. den attischen Dichtern kurz; bei den epigrammatischen u. bukolischen Dichtern nach Versbedürfniß lang u. kurz, in der Thesis gew. kurz, vgl. Jacobs Anth. Pal. p. 761.] – In den Zusammensetzungen ist καλλι-die gewöhnliche Form, erst sehr Späte u. die Grammatiker haben καλο-, worin α immer kurz ist.
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11 κατα-σπένδω
κατα-σπένδω, spenden, als Trankopfer ausgießen; χοὰς κατασπείσουσα Eur. Or. 1187; κατὰ τῆς κεφαλῆς ἀμβροσίαν κατὰ σοῦ, über deinen Kopf her, Ar. Eq. 1094; durch Besprengungen mit Weihwasser zum Opfer weihen, ἄνϑρωπον κατασπείσαντες τύπτουσι μαχαίρᾳ D. Sic. 5, 31; vgl. Strab. IV, 197; πρόβατα κατεσπεισμένα, zum Opfer geweihte Schaafe, Plut. Alex, 50; absol., κατασπεῖσαι τοῖς ϑεοῖς Pol. 3, 11, 6; – τινά τινι, Einen mit Opfergaben beschenken, ehren, δακρύοις κατασπένδω σε Eur. Or. 1239; – sich Einem auf Leben u. Tod weihen, Plut. Sert. 14; vgl. κατάσπεισις u. Strab. III, 165; übh. weihen, τρισσοῖς ϑεοῖς κατεσπείσϑη πᾶς ὁ τεὸς βίοτος Antp. Sid. 73 (VII, 27).
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12 κατ-άρχω
κατ-άρχω, anfangen, beginnen, zuerst Etwas thun; τίνες κατῆρξαν μάχης Aesch. Pers. 343; ὁδοῦ κάταρχε, gehe des Wegs voran, Soph. O. C. 1023; δεινοῠ λόγου κατῆρξας Trach. 1125; λόγων κατάρχομεν τῇ πόλει ὠφελίμων Ar. Lys. 638; μάχης Eur. Suppl. 675; λόγου Plat. Prot. 351 e; absol., Conv. 177 e; τοῦ καλεῖν Xen. Hem. 2, 3, 11; c. partic., καὶ αὐτὸς οὕτω ποιῶν κατῆρχεν Cyr. 4, 5, 58; – seltner c. acc., ϑαυμαστὸν γάρ τινα ἀνὴρ κατῆρχε λόγον Plat. Euthyd. 283 e. – Bei Sp. auch = Herr sein, beherrschen. – Med. κατάρχομαι, anfangen, anheben; absol., τόδε κατάρχεται μέλος ἐμοὶ κλύειν φίλιον ἐν δόμοις Eur. Herc. Fur. 749, vgl. 889; Pol. 5, 49, 1; c. gen., Eur. Phoen. 543; τοῖς κατηργμένοις ἤδη τῆς ἐπ ουρανίου πορείας Plat. Phaedr. 256 d; κατήρχοντο τῆς πρὸς τὸν βουνὸν προςβολῆς Pol. 2, 67, 1. – Bes. gottesdienstlicher Ausdruck, von den Gebräuchen, mit denen beim Opfer der Anfang gemacht wurde, Νέστωρ χέρνιβά τ' οὐλοχύτας τε κατήρχετο, Nestor begann das Opfer mit Händewaschen und Aufstreuen der heiligen Gerste auf das Haupt des Opferthieres, Od. 3, 445; das Opferthier weihen, um es zu schlachten, Her. 2, 45; μὴ κατάρξῃ τοῦ τράγου Ar. Av. 960; Eur. I. T. 40. 56 u. öfter; κατάρξει ϑυμάτων Phoen. 576; D. Hal. 3, 35 u. a. Sp.; καὶ καϑιερῶσαι Plut. Themist. 13; auch pass., ᾗ (ϑεᾷ) σὸν κατῆρκται σῶμα Eur. Heracl. 601; vgl. ἀπάρχω. – Dah. schlagen, tödten, τινός; Luc. Somn. 3; ἅπαντας γὰρ ἔδει κατάρξασϑαι καὶ γεύσασϑαι τοῦ φόνου Plut. Caes. 66. – Uebertr., ϑανόντα δεσπόταν γόοις κατάρξομαι, v. l. κατάρξω, beklagen, Eur. Andr. 1200.
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13 καθ-αγίζω
καθ-αγίζω, widmen, weihen, heiligen, bes. opfern; Ar. Lys. 238 φέρ' ἐγὼ καϑαγίσω τήνδε (κύλικα); Av. 566 ἢν δὲ Ποσειδῶνι τις οἶν ϑύῃ, νήττῃ πυροὺς καϑαγίζειν; Plat. πάντα τοῦ ταύρου τὰ μέλη Critia. 119 e; τοὺς τρίποδας τοῖς ϑεοῖς Ath. XI, 489 c; als Opfer verbrennen, Her. 1, 86. 7, 54 u. öfter, καταγιζόμενον πυρὶ ϑυμίημα 1, 198; Sp., τοὺς κακούργους μετ' ἄλλων πολλῶν ἀπαρχῶν D. Sic. 5, 32; verbrennen, ohne daß man an Opfer zu denken hat, ὀσφραινομένους καταγιζομένου τοῦ καρποῦ τοῦ ἐπιβαλλομένου ἐπὶ τὸ πῠρ μεϑύσκεσϑαι Her. 1, 202; Todte verbrennen, το σῶμα τοῦ Καίσαρος ἐν τῇ ἀγορᾷ καϑαγίσαι Plut. Anton. 14, vgl. Brut. 20; Todtenopfer darbringen, τρέφονται ταῖς παρ' ἡμῖν χοαῖς καὶ τοῖς καϑαγιζομένοις ἐπὶ τῶν τάφων Luc. de luct. 9; Philostr. – Vgl. καϑαγνίζω.
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14 καλλ-ιερέω
καλλ-ιερέω, günstig, glücklich opfern, ein Opfer darbringen, das nach den im Opferthiere gefundenen Zeichen den Göttern angenehm ist u. somit Glück für ein Unternehmen verheißt; οἷς ἂν καλλιεροῦντες ϑύωοι Plat. Legg. VII, 791 a; ἐκεκαλλιερήκει Xen. Cyr. 6, 4, 12; Sp., οὐκ ἐκαλλιέρει μέχρις εἴκοσι Plut. Aemil. P. 17; ταῖς Νύμφαις τὸν ἀμνόν Theocr. 5, 148. So auch im med., ἐς τὸν ποταμὸν οἱ μάγοι ἐκαλλιερέοντο σφάζοντες ἵππους λευκούς Her. 7, 113; Xen. An. 5, 4, 22; aor., Cyr. 1, 5, 5; vgl. Ar. Plut. 1181. Aber pass. ist τὰ ἱερὰ ἐκαλλιερεῖτο Xen. Hell. 3, 1, 17. – Mit dem inf., οὐ γὰρ ἐκαλλιέρεε διαβαίνειν μιν, er erlangte keine günstigen Zeichen, um überzusetzen, Her. 6, 76; ὥςτε μάχεσϑαι 9, 38; intr., καλλιερῆσαι τοῖς ϑυομένοις οὐκ ἐδύνατο, sc. ἱερά, die Opfer konnten nicht gelingen, nicht unter glücklichen Vorzeichen zu Stande kommen, 7, 134, vgl. 9, 19 καλλιερησάντων τῶν ἱερῶν ἐπορεύοντο. – S. Emp. pyrrh. 1, 149 sagt ἐν Ταύροις νόμος ἦν τοὺς ξένους τῇ Ἀρτέμιδι καλλιερεῖσϑαι.
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15 κάτ-αργμα
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16 εἰς-ιτήριος
εἰς-ιτήριος, zum Eingang gehörig, bes. τὰ εἰςιτήρια, Opfer beim Anfange des Jahres, nach B. A. 245 beim Antritt eines Amtes, ὅταν βουλεύειν ἢ ὅταν ἄρχειν τις χειροτονηϑῇ, wo auch ein solches Opfer beim Eintritt der βουλὴ εἰς τὸ δικαστήριον erwähnt ist;;ibd. p. 187 steht einfach ἀρχὴ τοῦ ἔτους ἱερά, ἐν ᾑ προϊᾶσιν ἄρχοντες. Vgl. Dem. 19, 190. 21, 114; ϑυσίαι Heliod. 7, 2.
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17 μηρός
μηρός, ὁ, der obere fleischige Theil des Schenkels bei Menschen u. Thieren, vgl. Il. 5, 305, ἰσχίον, ἔνϑα τε μηρὸς ἰσχίῳ ἐνστρέφεται, das Hüftgelenk, wo sich der Schenkel in der Hüfte dreht; φάσγανον ὀξὺ ἐρυσσάμενος παρὰ μηροῦ, das Schwert von der Seite des Schenkels, an dem es herabhängt, ziehen, 1, 190, μιάνϑην αἵματι μηροὶ εὐφυέες, 4, 146, oft bei Angabe der Wunden erwähnt; παχύς, 16, 473; vgl. noch Od. 8, 135 φυήν γε μὲν οὐ κακός ἐστιν, μηρούς τε κνήμας τε, u. μηρὼ πληξάμενος 16, 125; μηρὸν παίσασϑαι Xen. Cyr. 7, 3, 6; Pol. 15, 27, 11; Plut. Fab. 12. – Von Thieren bei Hom. nur in der Vrbdg μηρούς τ' ἐξέταμον, Il. 1, 460, wo es die Schol. auf Knochen deuten, 2, 423 Odyss. 12, 360, sie schnitten beim Opfer die Schenkel aus; vgl. μηρίον u. Soph. Ant. 998, vom Opfer, καταῤῥυεῖς μηροὶ καλυπτῆς ἐξέκειντο πιμελῆς. – Schenkel sind μηροί bei Aesch. frg. 121. 128; so Eur. κατὰ μηρῷ καλύψας, Bacch. 96, öfter, wie μηροῖς γυμνοῖσι, Andr. 599; τὸν μηρὸν ἔδει προβαλέσϑαι τοὺς παῖδας, Ar. Nubb. 960, die Schenkel vor-, ausstrecken, wie τὼ μηρὼ ξυνέχειν, 953; Her. 3, 103 Schenkelmuskel, κάμηλος ἐν τοῖσι ὀπισϑίοισι σκέλεσι ἔχει τέσσερας μηροὺς καὶ γούνατα τέσσερα; μηρῶν καὶ κνημῶν vrbdt Plat. Tim. 74 e; Sp.; τὸν μηρὸν πατάξας Pol. 39, 2, 8, wie τύπτων 15, 27, 11; a. Sp., ὁ μηρὸς πατασσέσϑω Luc. Rhet. praec. 19.
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18 μηρίον
μηρίον, τό, singul. Posidon. bei Ath. IV, 154 h; sonst nur im plur. μηρία, τά, auch μῆρα, die aus den Schenkeln, μηροί, der Opferthiere geschnittenen Schenkelknochen, welche beim Opfer mit Fett umwickelt und verbrannt wurden; vollständig wird dieser Opfergebrauch beschrieben Od. 3, 456, ἄφαρ δ' ἐκ μηρία τάμνον, sie schnitten die Knochen aus den Schenkeln, κατὰ δὲ κνίσσῃ ἐκάλυψαν, δίπτυχα ποιήσαντες, umhüllten sie mit einer doppelten Lage Fett (vgl. 17, 241, ἐπὶ μηρί' ἔκηε, καλύψας πίονι δημῷ), ἐπ' αὐτῶν δ' ὠμοϑέτησαν, legten kleine Stücke Fleisch darauf (vgl. Il. 1, 460), καῖε δ' ἐπὶ σχίζῃς ὁ γέρων, und der Alte verbrannte sie. So die Alten, obwohl sich z. B. Apoll. L. H. allgem. ausdrückt: μηρία τὰ ἐκ τῶν μηρῶν ἐξαιρούμενα καὶ ἱεροϑυτούμενα (vgl. μηρός). Voß, bes. mythol. Briefe, II p. 303 ff., u. nach ihm andere Neuere, Schneider, dem Nitzsch zur angeführten Stelle beistimmt, erklären es für Schenkelfleisch, da den Göttern gewiß das beste aus dem Innern der Schenkel herausgeschnittene Fleisch geopfert sei; die einzige, bestimmt vom Knochenopfer sprechende Stelle, Hes. Th. 535 ff., zeige, daß es ein Lokalopfer in Mekone gewesen; u. Od. 3, 85 stehe κρέ' ὑπέρτερα den μηρία, als das von den Menschen gegessene, entgegen; dies aber ist im Ggstz der σπλάγχνα zu nehmen, wie es 461 heißt αὐτὰρ ἐπεὶ κατὰ μῆρ' ἐκάη καὶ σπλάγχν' ἐμπάσαντο, μίστυλλον δ' ἄρα τἄλλα. – Das öfter vorkommende κατὰ πίονα μηρί' ἔκηα, Il. 1, 40 u. s. w., geht nur auf die Fettumhüllung; vgl. 8, 240 ἐπὶ πᾶσι (βωμοῖς) βοῶν δημὸν καὶ μηρί' ἔκηα u. μ. πιανϑέντα Theocr. 17, 126. Auch Ποσειδάωνι δὲ ταύρων πόλλ' ἐπὶ μῆρ' ἔϑεμεν, Od. 3, 179, auf den Altar legen, wie αἶγας ἄγειν, ὄφρ' ἐπὶ μηρία ϑέντες Ἀπόλλωνι 21, 267; ἀγλαὰ μηρία, bei Hes. O. 336, entweder fettglänzende Schenkelknochen, od. herrliches, stattliches Schenkelfleisch; auf Opfer geht es auch bei Soph., μυδῶσα κηκὶς μηρίων, Ant. 995; οὐ δέχονται λιτὰς ἔτι ϑεοὶ παρ' ἡμῶν οὐδὲ μηρίων φλόγα, 1007; τὰ μηρί' ἐξελὼν δεῦρ' ἔκφερε, Ar. Pax 986; τῶν μηρίων τὴν κνῖσαν οὐ διαφρήσετε, Av. 193, vgl. 1517; er sagt auch ἐκαύσατε μῆρα ϑεοῖσιν, Pax 1054; aber τὸ τρυφερὸν γὰρ ἐμπέφυκε τοῖς ἁπαλοῖσι μηρίοις ist falsche Lesart für das richtige μηροῖς, Eccl. 903; vgl. Bion. 1, 84.
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19 θυστάς
θυστάς, άδος, ἡ, zum Opfer gehörig; νόμισμα ϑυστάδος βοῆς Aesch. Spt. 251, der Opferruf, -gesang; ϑεοὶ οὐ δέχονται ϑυστάδας λιτάς, das Flehen beim Opfer, Soph. Ant. 1006. – Nach Hesych. sind αἱ ϑυστάδες die Bacchantinnen u. die Gottbegeisterten.
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20 θυσία
θυσία, ἡ, das Opfern, die Opferhandlung; ἐν ϑυσίῃσιν εἶναι Her. 8, 99. 6, 105 u. öfter; 4, 60 ϑυσίη δὲ ἡ αὐτὴ πᾶσι κατέστηκε περὶ πάντα τὰ ἱρὰ ὁμοίως, die Opferhandlung wird auf dieselbe Weise verrichtet; ἐν ἱερῶν ϑυσίαις Plat. Rep. IV, 394 a; ἐν ϑυσίαισιν φαενναῖς Pind. I. 5, 38; das Opfer selbst, οὗτ' ἂν ἐκ χερῶν ϑεοὶ ϑυσίαν δέχωνται Aesch. Spt. 683; σπευδομένα ϑυσίαν ἑτέραν Ag. 147; καὶ τιμαῖς καὶ ϑυσίαις περί. σεπται Eum. 1038; ϑυσίῃσι ἐπετείῃσι ἱλάσκονται τὸν Πᾶνα Her. 6, 105; ϑυσίαι καὶ ἱρά 1, 63; εὐχαὶ καὶ ϑυσίαι Thuc. 8, 70; ϑυσίαν ποιεῖσϑαι, ein Opfer, Opferfest veranstalten, Plat. Conv. 174 c u. sonst; ϑῦσαι ϑυσίαν δεχήμερον Ep. VII, 349 d; ϑεοῖς ϑυσίας ϑύειν Rep. II, 362 c (vgl. Eur. I. A. 6731; ϑ. ἄγειν Alc. II, 148 e. – Bei Luc. sacr. 12 das Opferthier; bei Plut. reg. apophth. Antioch. p. 113 alles zur Verrichtung des Opfers Gehörige.
См. также в других словарях:
Opfer — Opfer, eine der Gottheit feierlich dargebrachte Gabe, die entweder Bittopfer, Dankopfer oder Sühnopfer sein kann, je nachdem der Opfernde um etwas bitten, für etwas danken oder Verzeihung für begangene Sünden erlangen will. Der Ursprung des… … Damen Conversations Lexikon
Opfer — (v. lat. operari, »verrichten«), im allgemeinen Gaben, die man der Gottheit darbringt, entweder um irgend ein Gut von ihnen zu erlangen, oder um ihr Liebe und Dankbarkeit zu erweisen, oder um ihren Zorn zu versöhnen und sie günstig für sich zu… … Meyers Großes Konversations-Lexikon
Opfer — [Aufbauwortschatz (Rating 1500 3200)] Bsp.: • Jack the Ripper brachte alle seine Opfer mit einem Messer um … Deutsch Wörterbuch
Opfer — (v. lat. offerre, darbringen), jede Gabe, die man einem göttlichen Wesen darbringt, von welchem man sich mit seinem Dasein u. Besitz, Wirken u. Leiden abhängig weiß. Die Darbringung solcher Gaben geschieht entweder aus Liebe u. Dankbarkeit für… … Pierer's Universal-Lexikon
Opfer — (vom lat. offerre, »darbringen«), Darbringung von Gaben an die Gottheit, um ihr zu danken, sie zu gewinnen oder zu versöhnen, sowie auch diese Gaben selbst. Das O. ist eine Grundform des religiösen Handelns schon in den heidn. Religionen,… … Kleines Konversations-Lexikon
Opfer — (vom lat. offerre darbringen, hingeben), religiöse, sind freiwillige Gaben, welche man Gott od. einem Abgott unmittelbar und feierlich darbringt, entweder um seine Gunst zu erlangen (Bitt O.) od. ihm den Dank für empfangene Wohlthaten zu bezeugen … Herders Conversations-Lexikon
Opfer — ↑Sakrifizium, ↑Tribut … Das große Fremdwörterbuch
Opfer — Todesopfer; Einbuße; Einschränkung; Entbehrung; Mangel; Schmälerung; Beute * * * Op|fer [ ɔpf̮ɐ], das; s, : 1. a) in einer kultischen Handlung vollzogene Hingabe von jmdm., etwas an eine Gottheit … Universal-Lexikon
Opfer — 1. Ein Opfer, das man in die Kutte wirft, wird stinkend. – Klosterspiegel, 62, 16. 2. Es kommen nicht alle Opfer an Einen Altar. Schwed.: Icke alt offer på ett altar. (Grubb, 375.) 3. Es muss kein Opfer ohn saltz, kein Honig ohn Gallen seyn. –… … Deutsches Sprichwörter-Lexikon
Opfer — Diese Seite wird derzeit im Sinne der Richtlinien für Begriffsklärungen auf der Diskussionsseite des Wikiprojektes Begriffsklärungen diskutiert. Hilf mit, die Mängel zu beseitigen, und beteilige dich an der Diskussion! Hinweise zur Überarbeitung … Deutsch Wikipedia
Opfer — Ein Opfer bringen: etwas darbringen, spenden, schenken, das man selbst entbehren, schmerzlich vermissen muß, wobei man auch bereit ist, eigene Bedürfnisse einzuschränken. Bei einem echten Opfer handelt es sich also nicht nur um einen… … Das Wörterbuch der Idiome