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61 λεσχάζω
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62 λευκός
λευκός, ( ΔΥΚ, luc-is), licht, leuchtend, glänzend, hell; αἴγλη, heller Glanz, Od. 6, 45; λευκὸν ἠέλιος ὥς, leuchtend wie die Sonne, Il. 14, 185; von hellglänzenden Metallen, λευκὸς λέβης, ein blanker Kessel, Il. 23, 268; λευκὸν ἦμαρ, Aesch. Pers. 293 Ag. 654, s. unten; λευκὸν.εὐάμερον φάος, Soph. Ai. 694; αἰϑήρ, der lichte, klare Aether, Eur. Andr. 1229; χρυσός, Her. 1, 50. – Dah. klar, rein, ὕδωρ, Il. 23, 282 Od. 5, 70; Hes. O. 741; Aesch. Suppl. 23; γαλήνη, heitere, klare Meeresstille, Od. 10, 94; νᾶμα, Eur. Herc. Fur. 573, vgl. Mel. 1352 u. Sp., wie Callim. Iov. 19. – Gew. weiß, von der Farbe, Ggstz μέλας, Il. 3, 103; Plat. Rep. VII, 523 d u. A.; bes. γάλα, Il. 4, 434; Pind. N. 3, 74; Aesch. Pers. 603 u. sonst gew.; Schaum, Eur. Med. 1174; vom Schnee, λευκότεροι χιόνος, Il. 10, 431; vgl. Soph. Ant. 114 u. Plat. γύψου ἢ χιόνος λευκοτέρα, Phaed. 110 c; ὀδόντες, Il. 10, 263 u. öfter, wie ὀστέα, 16, 347 u. öfter, wie vom Elfenbein, ἐλέφας, 5, 583; Pind. N. 7, 78; vom Mehl, ἄλφιτα, Il. 18, 560 u. öfter; auch κρῖ λευκόν, 5, 196; von der weißen Hautfarbe, 11, 573 u. öfter zur Bezeichnung zarter Schönheit, πῆχυς, 5, 314; παρειά, Soph. Ant. 1224; παρηΐς, Eur. Med. 923; σάρξ, 1189 El. 823; δέρη, I. A. 875; auch πούς, Bacch. 664. 861, in welcher Vbdg man es auch »nackt« erkl.; auch vom Staube, Il. 5, 503; vom Marmor, Παρίου λίϑου λευκοτέρα στήλη Pind. N. 4, 81; von Gewändern, φᾶρος, Il. 18, 353; auch ἱστία, Od. 2, 426 u. öfter; πεπλώματα, Aesch. Suppl. 701 u. A., wie στολή, Plat. Legg. XII, 947 b; vgl. λευκὸν ἀμπέχει Ar. Ach. 988, wobei zu bemerken, daß weiß die Farbe der Freude ist; vom Haar, λευκὰς κόρσας, Aesch. Ch. 280; ἐξ ὅτου λευκὴν ἐγὼ τήνδ' ἐκ μελαίνης ἀμφιβάλλομαι τρίχα Soph. Ant. 1079; daher γῆρας, Ai. 613; vgl. λευκὸν κρᾶτα Eur. Suppl. 289, ὦ λευκὰ γήρᾳ σώματα Herc. Fur. 910; τῶν πρεσβυτέρων αἱ λευκαὶ τρίχες ἐμελαίνοντο Plat. Polit. 270 e. Auch χρυσός, Her. 1, 50 von legirtem Golde, im Ggstz von ἄπεφϑος; τὸ λευκὸν τοῦ ὠοῦ, das Weiße des Eies, Arist. gen. anim. 3, 2. 4, 4, τὸ λευκὸν τοῦ ὀφϑαλμοῦ, das Weiße im Auge u. ä., wie bei uns. – Weiß gilt aber auch als Zeichen der Weichlichkeit u. Schwäche eines im Schatten erzogenen, nicht im Freien von der Sonne gebräunten Leibes, daher blaß, bleich, Vorwurf, λευκοὺς τοὺς δειλοὺς ὀνειδίζουσιν, Paroemiogr. App. 3, 61, οὐδὲν ἀνδρῶν λευκῶν ὄφελος ἢ σκυτοτομεῖν, ib. 4, 35. Vgl. Ar. Th. 191 Eccl. 428; Xen. Hell. 3, 4, 19; u. so ist λευκαὶ φρένες, Pind. P. 4, 109, ein schwacher, leichtbethörter Sinn, oder der Leichtsinn, der ernster Tiefe ermangelt. – Λευκὸν erkl. B. A. 50 auch ἀγαϑόν, denn das Weiße ist Glück verheißend, u. λευκὴ ψῆφος, das freisprechende Stimmsteinchen, vgl. Diogen. 6, 8; Luc. Harm. 3. Daher ἡ λευκὴ ἡμέρα, der glückliche Tag, Mein. Men. p. 107; ἡ ἐπ' εὐφροσύνῃ, Paroemiogr. App. 3, 60; vgl. Plut. Pericl. 27 u. Lob. zu Phryn. p. 473. S. auch die oben aus den Tragg. angeführten Stellen. – Uebertr. auch = einleuchtend, klar, leicht zu verstehen, στίχος, Philp. 44 (XI, 347); οὐχὶ λευκὰ σὺ ἐρεῖς σαφέστερόν ϑ' ὃ βούλει bei Ath. IX, 383 a; λευκότερόν τινι διαλεχϑῆναι Heliod. 5, 20. – Τὸ λευκὸν εἰδέναι, Ar. Equ. 1279, weiß und schwarz unterscheiden können. – Von der Stimme, hell, klar, rein, Arist. top. 1, 15; Poll. 2, 117 erkl. ἐκκεκαϑαρμένη; vgl. S. Emp. adv. mus. 40. – Adv. λευκῶς, Sp.
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63 μή
μή, Verneinungspartikel, sowohl adv. nicht, als conj. damit nicht (vgl. ne, mit dem es auch den Gebrauch als Fragepartikel gemein hat), von οὐ, welches nur adv. nicht ist, so unterschieden, daß es nicht objectiv eine Sache, welche selbst wieder ein Gedanke sein kann, verneint od. als nicht vorhanden bezeichnet (s. οὐ, sondern subjectiv die Vorstellung einer Sache negirt, also den Wunsch oder die Annahme, daß sie nicht stattfinden möchte oder nicht stattgefunden habe, die Ansicht, daß sie nicht vorhanden sei, ausdrückt. Zerfällt man die Sätze übh. in Aussage- und Forderungssätze, so kann man einfach sagen: οὐ negirt die Aussage, μή die Forderung. Dieser zugleich für alle Zusammensetzungen mit οὐ u. μή geltende Unterschied wird in den Grammatiken und mehreren Monographien ausführlicher auseinandergesetzt; hier sollen die Haupterscheinungen, in welchen μή sich zeigt, in Beispielen der Klassiker nachgewiesen werden. Zunächst tritt dies subjective Verneinen – 1) als Verbot auf, wofür nur μή, nie οὐ gebraucht wird, und zwar gewöhnlich entweder mit dem imperat. praes. oderdem conj. aor., von Hom. an überall; μὴ ψεύδεο, Il. 4, 404; μή μ' ἔρεϑε, μὴ χωσαμένη σε μεϑείω, 3, 414, vgl. 6, 330 Od. 16, 168, wofür auch inf. praes. steht, μὴ σύγ' ἄνευϑεν ἐμεῖο λιλαίεσϑαι πολεμίζειν, Il. 16, 89, vgl. 839; Hes. O. 354. 356; μὴ κρύπτε, Pind. Ol. 7, 92 u. oft; μὴ πόνει μάτην, Aesch. Prom. 44; μὴ λέγε τάδε, Soph. Phil. 898; auch μὴ παρέστατε, der Präsensbdtg wegen, Ai. 1161; τάδε μὴ ποίει, Plat. Prot. 325 d; Folgende überall. Während dieser imperat. praes. mit μή eigentl. das Unterlassen dessen gebietet, was Einer schon thut, also ein Verbot einer fortdauernden Handlung enthält, geht der conj. aor. mehr auf ein Verbot dessen, was Einer thun will, oder drückt das Verbot einer momentanen Handlung aus, wie z. B. Od. 16, 168 Athene zum Odysseus, der sich schon lange vor seinem Sohne verstellt hat, sagt ἤδη νῦν σῷ παιδὶ ἔπος φάο μηδ' ἐπίκευϑε, eigtl. höre jetzt auf, dich zu verbergen, 15, 263, aber Theoklymenus den Telemach beschwört, den er eben beim Opfer trifft, εἰπέ μοι εἰρομένῳ νημερτέα μηδ' ἐπικεύσῃς, verhehle mir nicht; so öfter neben einem imper. aor., wie Soph. ἐλέησον, ὦ παῖ, καὶ μὴ παρῇς σαυτοῦ βροτοῖς ὄνειδος, Phil. 955; doch dürfte sich der Unterschied bes. im Verlauf der Sprache nicht überall scharf herausstellen; σὺ δὲ μή τι χολωϑῇς, Il. 9, 33; μή τοί με κρύψῃς τοῦτο, Aesch. Prom. 628; μὴ δ' ἐπιλεχϑῇς, Ag. 1447; μὴ λίπῃς μ' οὕτω μόνον Soph. Phil. 468, öfter, der auch vrbdt καὶ μὴ βράδυνε μηδ' ἐπιμνησϑῇς ἔτι Τροίας, 1386, wie Her. 1, 155, σὺ μέντοι μὴ πάντα ϑυμῷ χρέω, μηδὲ πόλιν ἀρχαίην ἐξαναστήσῃς, wo das Erstere auf eine dauernde Gemüthsstimmung, das Letztere auf ein einzelnes Factum geht; μὴ φϑονήσῃς, Plat. Prot. 320 c; Folgde; auch in Nebensätzen, ὥςτε μὴ λίαν στένε Soph. El. 1175, ὥςτε μὴ ϑαυμάσῃς Plat. Phaedr. 238 d; vgl. Dem. 21, 211, wo verbunden ist μὴ κατὰ τοὺς νόμους δικάσητε, μὴ βοηϑήσητε τῷ πεπονϑότι δεινά, μὴ εὐορκεῖτε, richtet nicht nach den Gesetzen in diesem Falle, seid eurem Eide nicht treu, denn das εὐορκεῖν ist die dauernde Eigenschaft des guten Richters, die in jedem einzelnen Falle zur Anwendung kommt. – Selten auch beim indic. fut. in derselben Bedeutung, οὐκοῦν ἅπασι δῆτα γενναίως ἐρεῖς, καὶ μὴ παραλείψεις μηδένα, Ar. Eccl. 1145; vgl. Aesch. μηδὲν τῶνδ' ἐρεῖς κατὰ πτόλιν, Spt. 252. Bei Hom. kann μὴ νῦν μοι νεμεσήσετε, Il. 15, 115, für conj. aor. gelten. – Abweichend steht auch – a) der conj. praes., wofür ein leichter Anfang bei Plat. Gorg. 500 e ist: ἢ σύμφαϑι ἢ μὴ συμφῇς, wo Heindorf ἢ μή· σύμφῃς; ändert, aber die aoristische Natur der modi von φημί den Gebrauch erklärt; häufiger bei Sp., vgl. Schäfer ad Gnom. p. 157. – In der dritten Person findet sich diese Vrbdg auch bei den Früheren, wo freilich immer eine Erklärung durch ὅρα und φοβοῠμαι (s. unten) zulässig ist, wie Aesch. ἔρως δὲ μή τις πρότερον ἐμπίπ τῃ στρατῷ, ποϑεῖν ἃ μὴ χρή, Ag. 332, doch ergreife nicht Begier das Heer; μὴ τοίνυν τις τὰς βλάβας πάσας ἀδικίας τιϑεὶς οὕτως οἴηται, Plat. Conv. 213 e. – b) der imperat. aor., um lebhafter das augenblickliche Befolgen des Verbotes von Etwas, das der Andere thun will, einzuschärfen, ἄλλο δέ τοι ἐρέω, σὺ δὲ μὴ χόλον ἔνϑεο ϑυμῷ, Od. 24, 248, vgl. Il. 4, 410; μὴ ψεῦσον, ὦ Ζεῦ, Ar. Th. 870, was der Schol. als sophoklëisch bezeichnet; Aesch. 1, 161 hat Bekk. aufgenommen μὴ γὰρ ὑπ' ἐμοῦ λεγόμενον, ἀλλὰ γινόμενον τὸ πρᾶγμα νομίσαϑ' ὁρᾶν, vulg. νομίσητε. – Häufiger ist auch hier die dritte Person, μή τις ἔπειτ' Ὀδυσῆος ἀκουσάτω ἔνδον ἐόντος, Od. 16, 301; μὴ δοκησάτω τινί, Aesch. Spt. 1027; μηδέ σοι μελησάτω, Prom. 352; μηδ' ἡ βία σε νικησάτω, Soph. Ai. 1313; φύλασσε μηδέ σε κινησάτω τις, 1159; vgl. μηδεὶς προςδοκησάτω Plat. Apol. init.; καὶ μηδείς γε ὑμῶν ἔχων ταῦτα νομισάτω ἀλλότρια ἔχειν, Xen. Cyr. 7, 5, 73; μήτ' ἀπογνώτω μηδέν, μήτε καταγνώτω, Aesch. 3, 60; u. neben dem conj. aor., ὥςτε, ὅπερ λέγω, μήτε ἀποκάμῃς – μήτε δυςχερές σοι γενέσϑω, Plat. Crit. 45 b. – Daran reihen sich auch c) die elliptischen Constructionen, wo bei μή ein acc. steht, der von einem ausgelassenen imperat. abhängig zu denken ist, μὴ τριβὰς ἔτι, sc. ἐμβάλλετε, Soph. Ant. 573, wie wir auch kurz sagen: keinen Verzug weiter; ἀλλὰ μή μοι πρόφασιν, Ar. Ach. 326, keine Ausflüchte; auch μὴ δῆτα τοῦτό γε, nur das nicht, Soph. Phil. 752, u. ähnlich μὴ πρὸς ϑεῶν, Ai. 76; ἀλλὰ μὴ οὕτως, Plat. Prot. 318 b; μή μοι, 331 c; μή μοι μυρίους μηδὲ διςμυρίους ξένους, Dem. 4, 19, wo man λέγε ergänzen kann; vgl. ἄπελϑε νῦν μοι, worauf erwidert wird μή· ἀλλά μοι δός, nicht doch! mit nichten! Ar. Ach. 434; Eur. Ion 1225. – 2) Aufforderung Etwas nicht zu thun; – a) bei der ersten Person plur. conj., als hortativus, wo ebenfalls nie οὐ steht, sowohl bei praes., als bei aor. mit ähnlichem Unterschiede, wie der unter 1) bemerkte; μὴ ἴομεν, ep. für ἴωμεν, laßt uns nicht gehen, Il. 12, 216 Od. 24, 462; μή οἱ χρήματ' ἔδωμεν, laßt uns ihm sein Vermögen nicht aufzehren, 16, 389; μὴ δοκῶμεν οὐκ ἀντιτίσειν αὖϑις, Soph. Ai. 1064; μήπω ἐκεῖσε ἴωμεν, Plat. Prot. 311 a; μὴ πρὸς ϑεῶν μαινώμεϑα, μηδὲ αἰσχρῶς ἀπολώμεϑα, laßt uns nicht rasend handeln, Xen. An. 7, 1, 29. – b) auch die erste Person >sing. u. plur. des conj. als dubitativus hat μή bei sich, πῶς λέγεις; μὴ ἀποκρίνωμαι ὧν προεῖπες μηδέν; soll ich etwa Nichts antworten? worin liegt »du verbietest mir also zu antworten«, Plat. Rep. I, 337 b; πότερον βίαν φῶμεν εἶναι ἢ μὴ φῶμεν; sollen wir sagen oder nicht? Xen. Mem. 1, 2, 45. – So auch elliptisch, ἄρχοντές εἰσιν, ὥςτ' ὑπεικτέον· τί μή; warum nicht? sc. ὑπείκωμεν, Soph. Ai. 653. Vgl. unten 10. – 3) beim optat. zum Ausdruck des verneinenden Wunsches; μὴ τοῦτο φίλον Διῒ πατρὶ γένοιτο, Od. 7, 316, das möge nicht dem Vater Zeus gefallen; μὴ γὰρ ὅγ' ἔλϑοι ἀνήρ, 1, 403; μὴ τοῦτο ϑεὸς τελέσειεν, nicht möge dies ein Gott erfüllen, 20, 344, vgl. Il. 16, 30 Od. 12, 106; ὃ μὴ γένοιτο, was nicht geschehen möge, Aesch. Spt. 5; ἃ μὴ κράνοι τύχη, 408; εἴϑε μήποτε γνοίης, Soph. O. R. 1068; μὴ νῦν ὀναίμην, 644; μή γ' ἐκμάϑοις ποϑοῦσα, Trach. 142; ὃ μή ποτε γέ. νοιτο, Plat. Legg. XI, 918 d; μή πως ἐγὼ ὑπὸ Μελήτου τοσαύτας δίκας φύγοιμι, Apol. 19 c; ὑμῖν δὲ τοιοῦτο μὲν οὐδὲν οὔτ' ἦν, μήτε γένοιτο τοῦ λοιποῦ, es war nicht und möge auch in Zukunft nicht sein, Dem. 19, 149, vgl. 8, 51. 68. Vgl. noch δὸς μὴ Ὀδυσσῆα οἴκαδ' ἱκέσϑαι, Od. 9, 530, verleihe, daß er nicht zurückkommt. Soll die Unmöglichkeit der Erfüllung des Wunsches ausgedrückt werden, so steht der indic. des Nichtwirklichen, μὴ ὄφελες λίσσεσϑαι, Il. 9, 698; aber auch als Aussage betrachtet, πῶς οὐκ ὄφελον Τρώεσσι – κακὰ ῥάψαι, 18, 367; μή ποτ' ὤφελον λιπεῖν τὴν Σκῦρον, hätte ich doch niemals Skyrus verlassen, Soph. Phil. 957, vgl. Tr. 993; εἴϑ' ἐξ ἀγῶνος τήνδε μὴ 'λαβές ποτε, Eur. Alc. 1054, hättest du sie doch nie gewonnen. – 4) Auch bei der Versicherung durch einen Schwur, daß Etwas nicht geschehen werde, liegt in der Seele des Schwörenden der Wunsch, daß es nicht eintrete, u. die Absicht es zu verhindern, daher μή, oft mit μήν oder μέν, mit dem int. aor., ἀλλ' ὄμοσον μὴ μητρὶ φίλῃ τάδε μυϑήσασϑαι, schwöre mir, daß du es nicht sagen willst, es nicht zu sagen, Od. 2, 373; ὄμνυϑι μὴ μὲν ἑκὼν τὸ ἐμὸν δόλῳ ἅρμα πεδῆσαι, Il. 23, 585, vgl. 9, 261 Od. 4, 254; ἐμεῦ δ' ἕλετο μέγαν ὅρκον μὴ πρὶν σοὶ ἐρέειν, Od. 4, 747; Pind. ἀπομνύω μὴ τέρμα προβὰς ὄρσαι, N. 7, 71; c. inf. fut., ἴστω νῦν τόδε Γαῖα – μή τι σοὶ αὐτῷ πῆμα κακὸν βουλευσέμεν ἄλλο, Od. 5, 187; sogar der indic. steht zum Ausdruck der größern Zuversicht, fut., Il. 10, 330, ἴστω νῦν Ζεύς, μὴ μὲν τοῖς ἵπποισιν ἀνὴρ ἐποχήσεται, Keiner soll und wird den Wagen besteigen; u. praes., ἴστω νῦν τόδε Γαῖα –, μὴ δι' ἐμὴν ἰότητα Ποσειδάων πημαίνει Τρῶας, 15, 41; vgl. Ar. μὰ τὴν Ἀφροδίτην, – μὴ 'γώ σ' ἀφήσω, Eccl. 999; auffallender c. aor., μὰ γῆν –, μὴ 'γὼ νόημα κομψότερον ἤκουσά πω, Av. 195, wo die Betheuerung nur die subjective Ansicht hervorheben u. bekräftigen soll. – 5) Zum Ausdruck einer verneinten Absicht oder Verhütung steht immer μή, also – a) nach den Absichtspartikeln ἵνα, ὅπως, ὄφρα u. ä., Hom. u. Folgde überall, z. B. ὡς μὴ γένωμαι δμωΐς, Aesch. Suppl. 330, ὅπως μὴ πείσεταί τις, Ch. 263. – b) auch allein, damit nicht, mit derselben Construction, welche die Absichtspartikeln haben, also mit dem conj., Hom. u. Folgde; προπέμπετ' ἐς δόμους μὴ καὶ πατρὸς κακοῖσι πρόςϑηται κακόν, Aesch. Ag. 921; πρὸς κέντρα μὴ λάκτιζε μὴ πταίσας μογῇς, 1607; auch nach dem imper. aor., ἀπόστιχε, μή σε νοήσῃ Ἥρη, Il. 1, 522, vgl. 587. 4, 37. 16, 545 Od. 15, 278; πέμψον μὴ καὶ λάϑῃ με προςπεσών, Soph. Phil. 46, öfter; auch in der Frage, ἦ μὴ μίασμα τῶν φυτευσάντων λάβῃς; etwa damit du nicht befleckt werdest? Soph. O. R. 1012; c. optat. nach einem vorausgehenden Präteritum, δοάσσατο κέρδιον εἶναι, λίσσεσϑαι – μή οἱ γοῠνα λαβόντι χολώσαιτο, Od. 6, 145; κλισμὸν ϑέτο ποικίλον ἔκτοϑεν ἄλλων – μὴ ξεῖνος – δείπνῳ ἀδδήσειεν, 1, 133; Folgde. Auch c. indic. fut., ὥςτ' εἰκὸς ἡμᾶς μὴ βραδύνειν ἔστ' ἐπαναμενούσας – μὴ καί τις ἡμᾶς ὄψεται, Ar. Eccl. 495, wo darauf folgt χἡμῶν ἴσως κατείπῃ, s. auch unten 6). – 6) Bei den Verbis des Fürchtens drückt der Grieche zugleich den Wunsch aus, daß das befürchtete Uebel abgewendet werde, und läßt daher darauf gewöhnlich μή folgen, in derselben Construction, wie unter 5, also c. conj., δείδοικα μή σε παρείπῃ, Il. 1, 555, wo wir sagen »ich fürchte, daß er dich überredet«; der Grieche denkt »ich fürchte und wünsche zugleich, daß er dich nicht überrede«; dah. ich fürchte, daß dies nicht geschieht, heißt δέδοικα μὴ οὐ γένηται, eigtl.: ich fürchte und wünsche zugleich, daß das Nichtgeschehen nicht eintreten möge, d. i. ich wünsche, daß es geschieht, wie der Lateiner geradezu vereor ut fiat sagt für vereor, ne non fiat; τοῦτο αἰνῶς δείδοικα, μή οἱ ἀπειλὰς ἐκτελέσωσι ϑεοί, ich fürchte, daß die Götter ihm die Drohungen vollenden, Il. 9, 244; νῦν δὲ τρέω μὴ τελέσῃ Ἐρινύς, Aesch. Spt. 773; φρὴν ἀμύσσεται φόβῳ, μὴ πόλις πύϑηται, Pers. 117; δεινῶς ἀϑυμῶ μὴ βλέπων ὁ μάντις ᾖ, Soph. O. R. 747; οὐδὲν δεινὸν μὴ φοβηϑῇ, ὅπως μὴ οὐδὲν ἔτι οὐδαμοῦ ᾖ, Plat. Phaed. 845; δέδοικά σ', ὦ πρεσβῦτα, μὴ πληγῶν δέῃ, Ar. Nubb. 493; Eccl. 338; nach einem Präteritum mit dem optat., ἐμὲ δὲ χλωρὸν δέος ᾕρει, μή μοι Γοργείην κεφαλὴν – πέμψειεν, Od. 11, 634; ταρβήσας δ' ἑτέρωσε βάλ' ὄμματα, μὴ ϑεὸς εἴη, 16, 179, vgl. Il. 14, 261. 21, 329; Tragg. u. in Prosa überall, doch tritt auch in der den Griechen so geläufigen lebhaften Darstellungsweise nach einem Präteritum der conj. ein, anschaulicher in die auf die Gegenwart bezügliche Rede übergehend, φοβηϑείς, μὴ λοιδορία γένηται πάλιν, κατεπράϋνον αὐτόν, Plat. Euthyd. 288 b, wo keinesweges mit Heindorf γένοιτο zu ändern, sondern die Sache so dargestellt ist, als wenn der Streit wirklich schon eintrete: ich fürchtete, nun kommt es zu Schmähungen; daher steht auch conj. u. optat. neben einander, δίε ποιμένι λαῶν, μή τι πάϑῃ (Bekk. πάϑοι), μέγα δέ σφεας ἀποσφήλειε πόνοιο, Il. 5, 567, wo der conj. die als bestimmt angesehene Folge ausdrückt, der optat. die, welche möglicher Weise noch eintreten kann, womit man etwa Her. 1, 196 vergleiche, ἄλλο δέ τι ἐξευρήκασι γενέσϑαι, ἵνα μὴ ἀδικοῖεν αὐτὰς μηδ' ἐς ἑτέρην πόλιν ἄγωνται, u. Plat. Phaed. 88 c, ἡμᾶς πάλιν ἐδόκουν ἀναταράξαι καὶ εἰς ἀπιστίαν καταβαλεῖν, μὴ οὐδενὸς ἄξιοι εἶμεν κριταί, ἢ καὶ τὰ πράγματα ἄπιστα ᾖ, nach der Lesart aller mss. – Eben so werden die Verba sichhüten, sich vorsehen construirt, wo auch wir daß nicht sagen, τούτου φυλάσσου μή ποτ' ἀχϑεσϑῇ κέαρ, Aesch. Prom. 390; Suppl. 493; εὐλάβειαν ἔχων μή τι γένος ἀϊστωϑείη, Plat. Prot. 321 a; φύλαττε γάρ με, μή πη παρακρούσωμαί σε, Crat. 393 c; – so nach ὑποπτεύω, Xen. Hell. 6, 2, 31 An. 3, 1, 5; vgl. Thuc. 7, 50. – Es folgt aber auch der indic., – a) futuri, der die sichere Ueberzeugung ausdrückt, daß das gefürchtete Uebel wirklich eintreten wird, φοβοῠμαι δὲ μή τινας ἡδονὰς ἡδοναῖς εὑρήσομεν ἐναντίας, Plat. Phil. 13 a, wie φοβερόν, μὴ σφαλεὶς τῆς ἀληϑείας κείσομαι, Rep. V, 451 a, obgleich hier, wie bei Ar. Eccl. 486, περισκοπουμένη μὴ ξυμφορὰ γενήσεται τὸ πρᾶγμα, μή auch durch »ob nicht« übersetzt werden kann. Vgl. noch ὅρα μὴ δεήσει, Xen. Cyr. 4, 1, 18. Beide Constructionen vrbdt Aesch. φρὴν ἀμύσσεται φόβῳ – μὴ πόλις πύϑηται – καὶ τὸ πόλισμ' ἀντίδουπον ἔσσεται, Pers. 115 ff. – bl aor., wo auch μή als Fragepartikel gefaßt werden kann, δείδω μὴ δὴ πάντα νημερτέα εἶπεν, Od. 5, 300, ich fürchte, daß sie Alles wahrhaft gesprochen hat, d. i. ich weiß nicht, ob sie nicht wirklich wahr gesprochen hat; vgl. φοβούμεϑα, μὴ ἀμφοτέρων ἅμα διημαρτήκαμεν, Thuc. 3, 53; δέδοικα, μὴ λελήϑαμεν ὥσπερ οἱ δανειζόμενοι ἐπὶ πολλῷ ἄγοντες, Dem. 19, 96. – Uebh. steht μή gew. beim inf. nach allen Verbis, welche ein Verhindern, Abhalten, Zweifeln, Leugnenn. vgl. ausdrücken, wo uns das μή gew, überflüssig erscheint u. nicht übersetzt wird, der Grieche aber die Absicht, daß Etwas nicht geschehen solle, dadurch bestimmter ausdrückt, Ἀριστόδικος ἔσχε μὴ ποιῆσαι ταῦτα Κυμαίους, er hielt sie ab, dies zu thun, daß sie dies nicht thäten, Her. 1, 158, wie Thuc. ἀπέσχοντο μὴ ἐπὶ τὴν ἑκατέρωνγῆν στρατεῠσαι, 5, 25. Vgl. ϑνητοὺς ἔπαυσα μὴ προδέρκεσϑαι μόρον, Aesch. Prom. 248, ich brachte es dahin, daß die Menschen aufhörten, ihr Geschick vorauszusehen; ὅδε Καδμείων ἤρυξε πόλιν μὴ νατραπῆναι, Spt. 1068; εἶργε μὴ πλέον φέρειν, Ag. 998, wie Eur. νόμων γραφαὶ εἴργουσι χρῆσϑαι μὴ κατὰ γνώμην τρόποις, Hec. 867; u. Thuc., τῆς ϑαλάσσης εἶργον μὴ χρῆσϑαι τοὺς Μιτυληναίους, 3, 6; u. Plat., ἃ εἶργε μὴ βλαστάνειν, Phaedr. 251 b; so φείδεσϑαι, Rep. IX, 574 b, ἀφιέναι, V, 451 b; ἀπεῖπε μὴ διάγειν, Xen. An. 7, 2, 12, wie Her. ἀπηγόρευε μὴ στρατεύεσϑαι, eigtl. er verbot ihnen, daß sie nicht zu Felde ziehen sollten, d. i. er verbot ihnen zu Felde zu ziehen, 8, 116, vgl. 3, 128; ἀπέλεγόν τινες αὐτῷ μὴ ἰέναι πάντας, Xen. An. 2, 5, 29, vgl. Hell. 2, 2, 19; ὁ νομοϑέτης ἀπεῖπε τῷ ποιητῷ αὐτῷ ὄντι ποιητὸν υἱὸν μὴ ποιεῖσϑαι, Dem. 44, 64; – ἀπηγόρευες ὅπως μὴ τοῦτο ἀποκρινοίμην, Plat. Rep. I, 539 a, du verbotest, dies zu antworten; – ἀπ εκρύπτετο μὴ καϑ' ἡδονὴν ποιεῖν, Thuc. 2, 53; ἀποκωλῦσαι τοὺς Ἕλληνας μὴ ἐλϑεῖν εἰς τὴν Φρυγίαν, Xen. An. 6, 2, 24; τί μέλλομεν μὴ πράσσειν κακά, Eur. Med. 1243, was zögern wir zu thun, daß wir nicht thun; Ar. ἐμποδὼν ἡμῖν γένηται, τὴν ϑεὸν μὴ ξελκύσαι, Pax 315; – ὁ μὲν ἀπέγνω μὴ βοηϑεῖν, Dem. 15, 9; ἔξαρνος ἦν μὴ ἀποκτεῖναι Σμέρδιν, er leugnete, den Smerdis getödtet zu haben, Her. 3, 66; ήρνοῦντο μὴ αὐτόχειρες γενέσϑαι, sie leugneten, Thäter zu sein, Xen. Hell. 7, 3, 7; μὴ λαβεῖν ἐξαρνούμενος, Dem. 27, 16, u. ib. 15, ἠμφεσβήτησε μὴ ἔχειν, ἀπομόσας ἦ μὴν μὴ εἰδέναι, nachdem er abgeschworen, es zu wissen, Plat. Legg. XI, 936 e. – So auch ἀπολύεσϑαι τοῦ μὴ κακῶς ἔχειν, Plat. Legg. 637 c; ῥύεσϑαι τοῦ μὴ κατακαυϑῆναι, Her. 1, 86. – Vgl. hierüber und über das Folgende Buttmann exc. XI zu Dem. Md. – Zu einem solchen inf. tritt auch der Artikel, καὶ πάρος ἀπέφυγε τὰ σφῷν τὸ μὴ πιτνεῖν κακῶς, Soph. O. C. 1737; ὁ ἀσκὸς δύο ἄνδρας ἕξει τοῦ μὴ καταδῦναι, Xen. An. 3, 5, 11; μικρὸν ἐξέφυγε τοῦ μὴ καταπετρωϑῆναι, 1, 3, 2. – Aesch. ἵμερος ϑέλξει τὸ μὴ κτεῖναι σύνευνον, Prom. 867, ἄκος δ' οὐδὲν ἐπήρκεσαν τὸ μὴ πόλιν μὲν ὥςπερ οὖν ἔχει παϑεῖν, Ag. 1144, welche Stellen man durch ein ausgelassenes ὥστε zu erklären pflegt, wo aber die verneinende Absicht ausgedrückt ist; χαλᾷς τὸ μή γ' ἕπεσϑαι, Eum. 211; ἐξομεῖ τὸ μὴ εἰδέναι, Soph. Ant. 535; u. zum Ausdruck eines bestimmten Verbotes, φασὶν ἐκκεκηρῦχϑαι τὸ μὴ τάφῳ καλύψαι, 27. Auch in Prosa, τέως μὲν οἷοί τε ἦσαν κατέχειν τὸ μὴ δακρύειν, Plat. Phaed. 117 d, sie konnten das Weinen zurückhalten, sie konnten an sich halten, daß sie nicht weinten, vgl. Parm. 147 a Phil. 15 a; τὸ μὴ οὐχ ἡδέα εἶναι τὰ ἡδέα λόγος οὐδεὶς ἀμφισβητεῖ, Keiner zweifelt, daß etwa das Angenehme etwas nicht Angenehmes sei, eigtl.: u. meinet, daß das Angenehme nicht etwas nicht Angenehmes sei, Phil. 13 a; vgl. Soph. 219 e; οὐκ ἀπεσχόμην τὸ (v. l. τοῦ) μὴ οὐκ ἐπὶ τοῦτο ἐλϑεῖν ἀπ' ἐκείνου, Rep. I, 354 b; Crit. 43 c (vgl. unter 8). – 7) In allen Conditionalsätzen steht μή, also – a) nach εἰ, ἐάν und den mit ἄν zusammengesetzten ἐπειδάν u. ä., wofür sich Beispiele von Hom. an überall finden (vgl. auch oben εἰ μή); λώβη τάδε γ' ἔσσεται – εἰ μή τις Δαναῶν νῦν Ἕκτορος ἀντίος εἶσιν, Il. 7, 97; ἐὰν μή τις τύχῃ ἰατρικὸς ὤν, Plat. Prot. 313 e. – Bezieht sich aber die Negation auf ein einzelnes Wort, das objectiv verneint wird, so tritt auch hier οὐ ein, wobei der Nachdruck auf nichtzu legen ist, εἰ δέ τοι οὐ δώσει ἑὸν ἄγγελον, wenn er ihn dir nicht geben wird, vorenthalten wird, Il. 24, 296; γιγνώσκεις τόδε, ὡς πᾶς τις αὑτὸν τῶν πέλας μᾶλλον φιλεῖ, εἰ τούςδε γ' εὐνῆς οὕνεκ' οὐ στέργει, Eur. Med. 87, wenn er diese nicht liebt, d. h. wenn er lieblos gegen sie ist, wo μισεῖ zu stark erscheinen würde; εἰ μὲν οὖν οὐ πολλοὶ ἦσαν, d. i. wenn es wenige wären, Lys. 13, 62; so bes. bei φημί u. ἐάω, ἐάν τε οὐ φῆτε, ἐάν τε φῆτε, mögt ihr es leugnen oder gestehen, Plat. Apol. 25 c; ἐὰν μὲν οὖν φάσκῃ Φρύνιχον ἀπ οκτεῖναι, καὶ τοῦτον τιμωρεῖσϑε· ἐὰν δ' οὐ φάσκῃ, ἔρεσϑε αὐτὸν, διότι φησὶν Ἀϑηναῖος ποιηϑῆναι· ἐὰν δὲ μὴ ἔχῃ ἀποδεῖξαι –, Lys. 13, 76, wo ἐὰν μὴ φάσκῃ nicht gesagt werden könnte, denn verhört muß der Angeklagte antworten, entweder eingestehen oder leugnen; in letzterm Falle aber kann man annehmen, daß er es nicht beweisen kann; εἰ δ' οὐκ ἠϑελήσαμεν, wenn wir uns weigerten, Thuc. 3, 55; οὐκ ἄρα ἔτι μαχεῖται, εἰ ἐκ ταύταις οὐ μαχεῖται ταῖς ἡμέραις, wenn er nicht kämpfen, d. i. den Kampf vermeiden wird, Xen. An. 1, 7, 18; u. natürlich da, wo ein solcher Satz mit εἰ nur eine andere Form für einen Aussagesatz ist, so nach ϑαυμάζω, δεινὸν ἂν εἴη, εἰ οὐ, wo wir geradezu mit daß übersetzen können, Her. 7, 9; Thuc. 1, 121; vgl. noch οὐδὲν ἴσον ἐστίν, εἴ γε ἀφ' ἡμῶν τῶν ἐν μέσῳ οὐδεὶς οὐδέποτε ἄρξεται, Xen. Cyr. 2, 2, 3, denn das erscheint dem Sprechenden als etwas Factisches, da immer von dem Ersten oder dem Letzten angefangen ist. – b) nach Relativisu. Zeitpartikeln, wenn sie eine Annahme oder einen allgemeinen Fall ausdrücken, also nach ὃς ἄν c. conj. u. ähnlichen; εἴ τίς σε διδάξειεν ἃ μὴ τυγχάνεις ἐπιστάμενος, Plat. Prot. 318 b; u. so oft λέγειν ἃ μὴ δεῖ, was man nicht sagen sollte, Soph. Phil. 579. 897 u. sonst; μὴ δρᾶν ἃ μὴ χρῄζεις, O. C. 1177; ἐπεὶ εἶδε κρύψασ' ἑαυτὴν ἔνϑα μή τις εἰςίδοι, Trach. 899; οἳ ἂν μὴ εὑρεϑῶσιν, Thuc. 2, 34; ἐπεὶ μὴ ἀντανάγοιεν, 8, 38; bes. nach ὅςτις, τίς ταῦτ' ἄν, ὅςτις μὴ 'ξ ἀλαστόρων νοσοῖ, ἕλοιτο, Soph. Tr. 1235; ἐπνίγετο, ὅςτις μὴ ἐτύγχανεν ἐπιστάμενος νεῖν, Xen. An. 5, 7, 25, jeder welcher, oder wenn er nicht schwimmen konnte, ertrank; und nach ὅσος, ὅσοι μὴ εἰς τὴν ϑάλασσαν κατέφυγον, κατελεύσϑησαν, 5, 7, 2; ὅσον μὴ ἀνάγκη μετέχειν αὐτῶν, Plat. Phaed. 64 d 83 a, sofern nicht, außer, vgl. Xen. An. 5, 3, 1; dagegen bei vorausgehendem πάντες, wo ὅσοι einfach erklärend ist, οὐ steht Il. 2, 143. Daher ist auch Plat. Men. 85 c richtig, τῷ οὐκ εἰδότι ἄρα περὶ ὧν ἂν μὴ εἰδῇ ἔνεισιν ἀληϑεῖς δόξαι περὶ τούτων ὧν οὐκ οἶδεν, vgl. ib. e, εἰ δὲ μὴ ἐν τῷ νῦν βίῳ λαβὼν οὐκ ᾔδει τοῦτο, δῆλον ὅτι ἐν ἄλλῳ τινὶ χρόνῳ εἶχε. – c) eben so bei Participien, wenn diese für einen Conditionalsatz oder einen allgemeinen Relativsatz stehen, wogegen οὐ steht, wenn sie für einen Zeit- oder Erklärungssatz stehen, eben so wie bei den die Stelle eines indirecten Satzes vertretenden nach den Verbis der Wahrnehmung und des Wissens, wie ᾔδει γὰρ καὶ ἐμὲ οὐκ ἄπειρον ὄντα, Xen. An. 5, 6, 29; Thuc. 1, 102. 6, 64 u. A.; selten tritt hier ein anders begründetes μή ein, ἴσμεν μὴ ἂν ἧττον ὑμᾶς λυπηροὺς γενομένους τοῖς ξυμμάχοις, Thuc. 1, 76; u. καὶ τήνδε δείξω μὴ λέγουσαν ἔνδικα, Eur. Troad. 977. Dagegen tritt regelmäßig μή auch hier ein, wenn das regierende Verbum in einer μή verlangenden Construction steht, ἢν εὑρεϑῇς ἐς τήνδε μὴ δίκαιος ὤν, Soph. Trach. 411; οἳ ἂν δῆλοι ὦσι μὴ ἐπιτρέψοντες, Thuc. 1, 71; ὅσοι ξυνῄδεσαν ἑαυτοῖς μὴ ὄντες τοιοῦτοι, Xen. Hell. 2, 3, 12; ἐάν τι τοιοῦτον αἴσϑῃ σεαυτὸν μὴ εἰδότα, Cyr. 5, 1, 17. – Aber dem Vorigen entsprechen folgende Beispiele: ἐδόκει καὶ πρότερον πολλὰ ἤδη ἀληϑεῦσαι, τὰ ὄντα τε ὡς ὄντα καὶ τὰ μὴ ὄντα ὡς οὐκ ὄντα, Xen. An. 4, 4, 15, was aufgelös't sein würde: ἃ ἂν μὴ ᾖ – ὅτι οὐκ ἔστι, wie es Plat. Charmid. 175 c heißt: ἵνα γένοιτο ὁ σώφρων ἐπιστήμων ὧν τε οἶδεν, ὅτι οἶδεν, καὶ ὧν μὴ οἶδεν, ὅτι οὐκ οἶδε; ἐπηρώτα τὸν ϑεόν, εἰ ὁσίως ἂν ἔχοι αὐτῷ μὴ δεχομένῳ τὰς σπονδάς, Xen. Hell. 4, 7, 2, falls er nicht annehmen sollte; vgl. Thuc. 1, 38; Πάρις δ' ἔγημε τὴν Διός· γήμας δὲ μή, σιγώμενον τὸ κῆδος εἶχεν ἐν δόμοις, wenn er nicht geheirathet hätte, Eur. Troad. 412; vgl. Dem. 18, 34. Daher bei gen. abs., die gewöhnlich eine einfache Zeitbestimmung ausdrücken, οὐ steht, aber Her. 9, 9 Ἀϑηναίων ἡμῖν ἐόντων μὴ ἀρϑμίων, μεγάλαι κλισιάδες ἀναπεπτέαται; vgl. Dem. 8, 15. – Vgl. noch εἰς τόδ' ἥξεις μὴ λέγων γε τοὔνδικον, Soph. O. R. 1154, vgl. 77. 1110; κἀμοῦ μὴ παρόντος οἶδ' ὅτι τοὐμὸν φυλάξει σ' ὄνομα, O. C. 672, d. i. ἐὰν μη παρῶ. – d) eben so ist das oft bei Substantivenn. Adjectiven alleinstehende μή zu fassen, δίκαια καὶ μὴ δίκαια, Aesch. Ch. 76, = ἃ ἂν μὴ δίκαια ᾖ, u. in sofern unterschieden von οὐ δίκαια = ἄδικα; εἰς τὸ μὴ τελεςφόρον, Ag. 972; ὅτῳ τὸ μὴ καλὸν ξύνεστι, Soph. Ant. 368, wie das Participium mit dem Artikel, δρᾶν τὰ μὴ προςεικότα, Phil. 891; δῆμον καὶ μὴ δῆμον, Plat. Legg. VI, 759 b; οὔϑ' ὡς ἀρχὰς οὔϑ' ὡς μή, 768 c; τῶν μὴ ἀκοῶν, Charmid. 167 d; καὶ τόδε δεῖ σκοπεῖν, ὅταν κρίνειν μέλλῃς φιλόσοφόν τε καὶ μή, sc. φιλόσοφον οὖσαν, Rep. VI, 486 a. Vgl. οὐκ οἶδα· δεινὸν δ' ἐστὶν ἡ μὴ ἐμπειρία, wenn man unerfahren ist, Ar. Eccl. 115; ἐς μὲν ἀκρόασιν τὸ μὴ μυϑῶδες αὐτῶν ἀτερπέστερον φανεῖται, Thuc. 1, 22; ἔστι τὸ μὲν ϑεοῖς προςφιλὲς ὅσιον, τὸ δὲ μὴ προςφιλὲς ἀνόσιον, Plat. Euthyph. 6 e; Parmenid. 146 d, wo τὰ μὴ ἓν ὄντα dem ὅσα μὴ ἕν ἐστι entspricht; vgl. noch οἱ πελταστικοὶ ἢ οἱ μή, Prot. 350 a. – 8) Bei dem Infinitiv steht μή (s. oben 6), – a) zum Ausdruck einer Forderung nach κελεύω, δέομαι, βούλομαι, ἐϑέλω u. ä., wofür sich Beispiele überall finden. Eben so nach λέγω u. ä., λέγω κατ' ἄνδρα, μὴ ϑεὸν σέβειν ἐμέ, Aesch. Ag. 899; αὐδῶ σε μὴ περισσὰ κηρύσσειν ἐμοί, Spt. 1034; ἔλεγε μὴ ϑύειν, er sagte, sie sollten nicht opfern, Xen. An. 2, 7, 4; προλέγουσιν ἅπασι μηδ' ὁτιοῦν ἐκείνω διδόναι, Dem. 8, 27, sie sagen Alle, man sollte Jenem Nichts geben; ein indirecter Aussagesatz aber wird immer mit οὐ construirt, welches natürlich auch immer bei ὅτι steht; Thuc. 2, 5 vrbdt daher λέγοντες, ὅτι οὔτε ὁσίως δράσειαν, – τά τε ἔξω ἔλεγον αὐτοῖς μὴ ἀδικεῖν, sie hätten nicht gottesfürchtig gehandelt und sie sollten nicht unrecht thun; so διανοοῦνται, οὐ τὴν ἐπιστήμην τοῦ ἀνϑρώπου ἄρχειν, sie meinen, Plat. Prot. 352 b; aber διενενόητο εἰς τὸ στρατόπεδον μηκέτι ἐλϑεῖν, er hatte vor, wollte nicht mehr kommen, Xen. An. 5, 7, 15. – Auch nach den Verbis, die ein Versprechen, Verabreden, Hoffen u. vgl. ausdrücken, steht μή beim inf., weil hier die Negation immer nur subjectiv aufzufassen ist; ἐκόμπασε, μηδ' ἂν τὸ πῦρ νιν εἰργάϑειν Διός heißt es vom Kapaneus, Eur. Phoen. 1190, er prahlte, er verhieß drohend, auch Zeus' Blitzstrahl solle ihn nicht abhalten; aber Aesch. Spt. 412 ist von demselben gesagt φησὶν οὐδὲ τὴν Διὸς ἔριν σχεϑεῖν, als bestimmte Aussage gefaßt; vgl. Plat. Prot. 319 b; Xen. Mem. 3, 6, 38 Cyr. 2, 4, 23; Thuc. 3, 32. So hat οἴομαι, νομίζω gew. den inf. mit οὐ bei sich, wenn sie aber die Nebenbedeutung von besorgen, argwöhnen haben, auch μή, wie νομίσαντες μὴ ἂν ἔτι ἱκανοὶ γενέσϑαι κωλῦσαι τὸν τειχισμόν, Thuc. 6, 102; ἐνόμιζον αὐτὸν τὴν πόλιν μὴ βούλεσϑαι μᾶλλον ἢ μὴ δύ νασϑαι ἑλεῖν, Xen. Hell. 3, 2, 27. Häufig πιστεύειν mit folgendem μή, Xen. Cyr. 1, 5, 13 An. 1, 9, 8; Andoc. 1, 2. – b) zum Ausdruck der Folgenach ὥς τε, während ὥςτε c. indic. u. optat. mit οὐ verbunden wird, μέγας τις ἦλϑε δαίμων, ὥςτε μὴ φρονεῖν καλῶς, Aesch. Pers. 711; Eum. 290; ἄνδρες εἰσὶν ὥςτε μὴ σπάνιν ἔχειν, Soph. Phil. 1460, öfter; in Prosa, ὥςτε μηδὲν δεινὸν πάσχειν, Plat. Prot. 317 d, öfter (vgl. auch μὴ οὐ); ὥςτε πολέμου μὲν μηδὲν ἔτι ἅψασϑαι μηδετέρους, Thuc. 5, 14; Xen. u. Folgde. – c) ein mit dem Artikel verbundener, dadurch substantivisch gewordener Infinitiv wird immer durch μή negirt, πάντ' ἐκπορίζει πλὴν τὸ μὴ νοσεῖν ἐμέ, Soph. Phil. 299, ἐν τῷ μὴ δύνασϑαι μήϑ' ὁρᾶν, O. C. 497; τὸ μὴ μαϑεῖν σοι κρεῖσσον ἢ μαϑεῖν τόδε, Aesch. Prom. 627, vgl. Eum. 719; ἡ τῶν παίδων ἀρχὴ τὸ μὴ ἐᾶν ἐλευϑέρους εἶναι, Plat. Rep. IX, 590 c; so oft auch τοῦ μὴ λύειν ἕνεκα τὰς σπονδάς, Thuc. 1, 45 u. A.; auch ohne ἕνεκα, οἱ οἰνοχόοι ἐγχεάμενοι καταῤῥοφοῦσι, τοῦ δή, εἰ φάρμακα ἐγχέοιεν, μὴ λυσιτελεῖν αὐτοῖς, damit es ihnen nichts nütze, Xen. Cyr. 1, 3, 9; ἐὰν δύναμιν παρασκευάσηται τοῠ μὴ ἀδικεῖσϑαι, Plat. Gorg. 509 d; oft bei Dem. u. Sp. – 9) An die Construction der Verba des Fürchtens(s. 6) schließt sich die mit ὅρα μή, siehe wohl zu, hüte dich, daß nicht, mit denselben Modis, wie jene verbunden, aber auch, da das μή hier eine Frage ausdrückt u. durch ob nicht übersetzt werden, die indirecte Frage aber im Griechischen den indicat. haben kann, mit dem indicat. aller Tempora verbunden, so daß man gew. unterscheidet ὅρα μὴ ᾖ, yide ne sit, ὅρα μὴ ἔστι, vide num sit; ὅρα μὴ πῆμα σαυτῇ καὶ μετάγνοιαν τιϑῇς, Soph. El. 571; ὅρα κακῶς πράσσοντε μὴ μείζω κακὰ κτησώμεϑα, 991; ὅρα καϑ' ὕπνον μὴ κατακλιϑεὶς παρῇ, Phil. 30, sieh zu, daß er nicht etwa schläft, so viel wie »er wird doch nicht schlafen?« Hierauf führt man diejenigen Verbindungen zurück, wo ohne ein voranstehendes Verbum der Art μή c. conj. praes. steht, μὴ ἀγροικότερον ᾖ τὸ ἀληϑὲς εἰπεῖν, gewöhnlich durch ein zu supplirendes ὅρα erklärt, es dürfte wohl zu grob sein, Plat. Gorg. 462 e; μὴ ἁπλοῦν ᾖ ὅτι, Theaet. 188 d; ἀλλὰ μὴ οὐχ οὗτοι ἡμεῖς ὦμεν, Conv. 194 c, wie ἀλλὰ μὴ οὐχ οὕτως ἔχῃ, es dürfte sich wohl nicht so verhalten, Crat. 436 b. Vergleicht man übrigens die unter 2) aufgeführten Fälle, so sieht man, daß die Ergänzung von ὅρα durchaus nicht nothwendig ist. – Daran reiht sich 10) der Fall, daß μή geradezu dazu dient, den in Form einer negativen Frage ausgedrückten Zweifel, der gewöhnlich auch den Wunsch enthält, daß es nicht so sein möge, zu bezeichnen, u. als ein Fragewort behandelt wird, wobei zu beachten, daß es gewöhnlich die Erwartung einer verneinenden Antwort ausdrückt, während auf eine Frage mit οὐ eine bejahende Antwort erwartet wird. So steht es – a) in directen Fragen; ἦ μή πού τινα δυςμενέων φάσϑ' ἔμμεναι ἀνδρῶν, Od. 6, 200, ihr meint doch wohl nicht, das sei einer von den Feinden? ἦ μήτις σευ μῆλα βροτῶν ἀέκοντος ἐλαύνει; ἦ μήτις σ' αὐτὸν κτεινῃ δόλῳ ἠὲ βίηφιν; 9, 405, worauf die Cyklopen Polyphem's Antwort Οὖτίς με κτείνει δόλῳ οὐδὲ βίηφιν erwarten, nur daß sie οὔτις verstehen; ἆρα μὴ διαβάλλεσϑαι δόξεις ὑπ' ἐμοῦ, Xen. Mem. 2, 6, 34; vgl. Plat. Crit. 44 d Parm. 163 c; bei den Attikern auch ohne eine andere Fragepartikel, μή πού τι προὔβης τῶνδε καὶ περαιτέρω; Aesch. Prom. 247, vgl. 961 Pers. 336; auch ὁ ναύτης ἆρα μὴ'ς πρῷραν φυγὼν πρύμνηϑεν εὗρε μηχανὴν σωτηρίας, Spt. 208; μή τι νεώτερον ἀγγέλλεις; Plat. Prot. 310 b, vgl. 332 c 351 c; μὴ οὖν ἐγὼ ληρῶ, Theaet. 163 a, öfter. – b) in indirecten Fragen; ὄφρ' ἴδωμεν μή τοι κοιμήσωνται, ob sie etwa schlafen, Il. 10, 98; οὐδέ τι ἴδμεν, μή πως μενοινήσωσι, ob nicht etwa, 10, 101; πειρώμενος ἔνϑα καὶ ἔνϑα, μὴ κέρας ἶπες ἔδοιεν, Od. 21, 394; εἰσόμεσϑα, μή τι καὶ κατάσχετον κρυφῇ καλύπτει καρδίᾳ, Soph. Ant. 1238; bes. nach ὁράω, ἀλλ' ὁρῶμεν μὴ Νικίας οἴεταί τι λέγειν, Plat. Lach. 196 o; ἀλλ' ὅρα, μὴ ἐκεῖνον κωλύει, Charmid. 163 a; ὅρα μὴ πολλῶν χειρῶν δεήσει, Xen. Cyr. 4, 1, 18; σκοπεῖτε, μὴ δόκησιν εἴχετ' ἐκ ϑεῶν, Eur. Hel. 119; ἀλλὰ σκοπεῖν δεῖ, μή τι λέγουσι, Plat. Phaedr. 260 a. – Auch εἰπέτω, μή τι ἄλλο λέγει, er soll sagen, ob er etwa meint, Plat. Phaedr. 273 a; ἐνϑυμοῦ, μή τι τότε γίγνεται ἄλλο, Theaet. 196 b; ἐκεῖνο ἐννοῶ, μὴ λίαν ἂν ταχὺ σωφρονισϑείην, Xen. An. 6, 1, 28. Daher es auch außer der Frage auf ähnliche Weise gebraucht dem deutschen vielleicht entspricht, ἀλλὰ μὴ τοῦτο οὐ καλῶς ὡμολογήσαμεν, aber wir haben vielleicht nicht recht zugegeben, Plat. Men. 89 c, vgl. Prot. 312 a.
Zu bemerken ist noch die Verdoppelung des μή in demselben Satze, die sich einzeln findet; so nimmt bei Hom. μηδέ ein vorausgegangenes μή auf, μή μνηστεύσαντες, μηδ' ἄλλοϑ' ὁμιλήσαντες ὕστατα καὶ πύματα νῦν ἐνϑάδε δειπνήσειαν, Od. 4, 684, wie μὴ τεχνησάμενος μηδ' ἄλλο τι τεχνήσαιτο, nicht nachdem er dies gefertigt hat, nicht möge er auch noch etwas Anderes fertigen, 11, 613; vgl. Hermann Vig. 796 u. Nitzsch zur ersteren Stelle.
Mit den Anfangsvocalen der darauf folgenden Wörter verschmilzt μή oft bei Dichtern. Ellendt lex. Soph. führt auf: μὴ ἐ wird μὴ', bes. häufig beim Augment, μὴ 'πόϑουν, μὴ 'δυνήϑημεν, Soph. Ai. 941. 1046; so auch μὴ 'κ u. μὴ 'ξ für μὴ ἐκ u. μὴ ἐξ; μὴ 'κλιπεῖν, 271; Phil. 465 El. 973; μή 'στι = μή ἐστι, El. 1250 u. öfter; μὴ 'πί, Phil. 991; μὴ 'πιχωρεῖν, Ant. 219; μὴ 'νδικον = μὴ ἔνδικον, O. R. 681; – μὴ εἰδέναι, μὴ εἰδότα sind dreisilbig zu sprechen, Soph. Tr. 320 O. C. 1157 u. öfter; – μὴ ἡμεῖς, Ar. Th. 542, μὴ εὐρύπρωκτος, Nubb. 1085, u. noch gewagtere finden sich bei den Komikern; – μὴ οὐ ist oft per synizesin einsilbig zu sprechen, Soph. O. R. 13. 221; μὴ οὐχί, O. C. 361. – Bei μή mit folgendem α schwankt der Gebrauch, es scheint aber eine Synizesis der Elision vorzuziehen.
Die Zusammensetzungen und Verbindungen von μή mit anderen Partikeln sind der Buchstabenfolge nach besonders aufgeführt, und sind immer die entsprechenden mit οὐ zu vergleichen.
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64 αἶσα
αἶσα, ἡ, der Antheil, das Schicksal; entstand. aus ΔΑΙΤΣΑ, von δαίω theilen, vgl. γαῖα αἶα; also eigentl. Nebenform der 1. Decl. von δαίς (ΔΑΊΤΣ); Buttmänn Lexil. 2, 113 stellt als Grundbedeutung »Schickfalsspruch« auf, indem er αἶσα von αἶνος, αἴνω ableitet, wie latum von fari; vgl. μοῖρα μόρος μέρος μείρομαι εἱμαρμένη; wie μοῖρα ist αἶσα der Antheil, welcher nach gerechter Bestimmung Jedem zukommt; aus dieser Grundbedeutung entwickelt sich in allmäligem Uebergange der Begriff »Schicksal«. – Hom. Iliad. 18, 326 φῆν δέ οἱ εἰς Ὀπόεντα περικλυτὸν υἱὸν ἀπάξειν Ἴλιον ἐκπέρσαντα, λαχόντα τε ληίδος αἶσαν; Od. 5, 40 λαχὼν ἀπὸ ληίδος αἶσαν; – Iliad. 15, 187 ff behauptet Poseidon, er habe den gleichen Antheil an der Herrschaft wie Zeus und nennt sich in Bezug darauf 209 ἰσόμορον καὶ ὁμῇ πεπρωμένον αἴσῃ; vom Schicksal ist dabei nicht die Rede; Il. 22, 477 ἰῂ ἄρα γιγνόμεϑ' αἴσῃ ἀμφότεροι, zu gleichem Lebensloose; 1, 418 τῷ σε κακῇ αἴσῃ τέκον; – Od. 19, 84 ἔτι γὰρ καὶ ἐλπίδος αἶσα, noch darf man hoffen; Il. 9, 378 τίω δέ μιν ἐν καρὸς αἴσῃ, wie es dem Tode zukommt, d. h. gleich dem Tode, s. Scholl. Aristonic.; 24, 428 ἐν ϑανάτοιο αἴσῃ = im Tode; 16, 441 ἄνδρα ϑνητὸν ἐόντα, πάλαι πεπρωμένον αἴσῃ scil. ϑανάτοιο, zum Tode bestimmt; – 3, 59 ἐπεί με κατ' αἶσαν ἐνείκεσας οὐδ' ὑπὲρ αἶσαν, nach Gebühr; 10, 445 κατ' αἶσαν έειπον; – Od. 14, 359 ἔτι γάρ νύ μοι αἶσα βιῶναι, noch ist mir beschieden zu leben; 5, 113 οὐ γάρ οἱ τῇδ' αἶσα φίλων ἀπονόσφιν ὀλὲσϑαι; – Od. 8, 511 αἶσα γὰρ ἦν ἀπολὲσϑαι, ἐπὴν πόλις ἀμφικαλύψῃ δουράτεον μέγαν ἵππον; – Il. 6, 487 οὐ γάρ τίς μ' ὑπὲρ αἶσαν ἀνὴρ Ἄιδι προϊάψει; 16, 780 τότε δή ῥ' ὑπὲρ αἶσαν Ἀχαιοὶ φέρτεροι ἦσαν, sie siegten, was ihnen nach Zeus Beschluß nicht zukam; – Il. 9, 608 φρονέω δὲ τετιμῆσϑαι Διὸς αἴσῃ; Od. 9, 52 τότε δή ῥα κακὴ Διὸς αἶσα παρέστη ἡμῖν αἰνομόροισιν; 11, 61 ἆσὲ με δαίμονος αἶσα κακή; – Il. 20, 127 τὰ πείσεται ἅσσα οἱ αὶσα γιγνομένῳ ἐπὲνησε λίνῳ, ὅτε μιν τέκε μήτηρ; Od. 7, 197 πείσεται ἅσσα οἱ αἶσα κατὰ κλῶϑὲς τε βαρεῖαι γιγνομένῳ νήσαντο λίνῳ, ὅτε μιν τέκε μήτηρ. Also die personisicirte αἶσα »spricht« dem Menschen nicht sein Schicksal, wie Buttmann will, sie spinnt es. Aesch. Ch. 637; Pind. Ol. 9, 45; Ap. Rh. 4, 1254; H. h. Cer. 301; ϑεῶν Pind. frg. 4; Ap. Rh. 4, 1468; αἶσα πεπρωμένη, das vorher bestimmte, Aesch. Prom. 104; ϑανατηφόρος Ch. 363, δούλιος 75; κακή Soph. Tr. 111; ἄπλατος, der Wahnsinn, Ai. 249; Todesgeschick Theogn. 903; ἠὼς γάρ τ' ἔργοιο τρίτην ἀπομείρεται αἶσαν Hes. O. 576; ὁμοίην αἶσαν ἐχει h. Cer. 482; παρ' αἶσαν, wider Gebühr, Pind. P. 8, 13; Aesch. Suppl. 74; Ap. Rh. 3, 613; τεὰν κατ' αἶσαν Pind. N. 3, 10.
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65 αἴνιγμα
αἴνιγμα, τό, dunkle Rede, Räthsel, von Pind. 165 an überall; dem ἁπλοῠς λόγος entgegengesetzt, Aesch. Pr. 613; wie Aesch. 3, 121 οὐ δι' αἰνιγμάτων ἀλλ' ἐναργῶς γέγραπται.
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66 νῑκό-βουλος
νῑκό-βουλος, im Rathe siegend, Ar. Equ. 613.
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67 ἀ-στεφάνωτος
ἀ-στεφάνωτος, dasselbe, Plat. Rep. X, 613 c u. Folgde, z. B. Dem. 18, 319 ἐκ τῆς Ὀλυμπίας ἀπῄει.
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68 ἀ-στεμφής
ἀ-στεμφής, ές (στέμβω), 1) unerschütterlich, unwandelbar, fest, ἀστεμφέα βουλήν Iliad. 2, 344; σκῆπτρον δ' οὔτ'ὀπίσω οὔτε προπρηνὲς ἐνώμα, ἀλλ' ἀστεμφὲς ἒχεσκεν 3, 219; ἀστεμφέως ἔχειν, festhalten, nicht loslassen, Od. 4, 419. 459. So auch Sp. D., τελαμών Theocr. 13, 37; βίη Ap. Rh. 4, 1375; δόμος Orph. Arg. 665; vgl. Opp. H. 4, 613. Dah. grausam, hart, ποδάγρη Leon. Tar. 12 (VI, 296); δεσμός Opp. H. 2, 84. – 2) ungekeltert, von Trauben?
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69 ἀ-σφαλής
ἀ-σφαλής, ές (σφάλλομαι), nicht wankend, feststehend; ὅϑι φασὶ ϑεῶν ἕδος ἀσφαλὲς αἰεὶ ἔμμεναι Od. 6, 42; ὁ δ' ἔμπεδον ἀσφαλὲς αἰεὶ ϑρώσκων ἄλλοτ' ἐπ' ἄλλον ἀμείβεται Iliad. 15, 683; Pind. N. 6, 3; βάϑρον πολίων Ol. 13, 6; ἕρκος Aesch. Pers. 341; βούλευμα Ag. 1320; μοῖρα 1570; ebenso Soph. u. Eur.; zuverlässig, Soph. Al. 1230; in Prosa, βάσις ἀσφαλεστέρα Plat. Tim. 55 e; ὄχημα Xen. An. 3, 2, 19; sicher, geschützt vor Gefahr, τῇ παρασκευῇ Thuc. 6, 23; ἐν ἀσφαλεῖ, in Sicherheit, Plat. Legg. X, 892 c; oft bei Xen. u. Folgdn; ἐν ἀσφαλεστέρῳ, -τάτῳ, An. 3, 2, 36. 1, 8, 22; ἐν τῷ ἀσφαλεῖ Thuc. 1, 137, an dem sichern Orte; Xen. An. 4, 7, 8; τοῦ μηδὲν παϑεῖν Cyr. 2, 4, 13; ὡς μηδἐν παϑεῖν 8, 7, 27; καὶ βέβαιος Dem. 19, 96; vorsichtig, Plat. Soph. 231 a; Thuc. 1, 69; τὸ ἀσφαλές, Sicherheit, Her. 1, 109 u. sonst; ἀσφ. ῥήτωρ, überzeugend, Xen. Mem. 4, 6, 15, s. Vor. – Adv. ἀσφαλέως, ἀσφαλῶς, fest, ohne zu wanken; οὐδέ μιν ἐκτὸς ἀταρπιτοῦ ἐστυφέλιξεν, ἀλλ' ἔμεν' ἀσφαλέως Od. 17, 235; ἀσφαλέως ἀγορεύει 8, 171; ἃς μένον ἀσφαλέως δίφρον ἔχοντες Iliad. 17, 436; ἔχει ἀσφαλέως 23, 325; ἀσφαλέως ϑέει ἔμπεδον 13, 141; μάλ' ἀσφαλέως ϑέεν ἔμπεδον Od. 13, 86; sicher, ungefährdet, ἀσφαλέστερον καὶ ἀκινδυνότερον διαπορευϑῆναι Plat. Phaed. 85 d; ἀσφαλέστατα σωϑήσονται Rep. V, 467 b; μὴ ἀσφαλῶς ἔχειν πρός τι Xen. Mem. 1, 3, 14; sicher, genau, ἀσφαλῶς γνώσει Soph. O. R. 613; ἀσφαλέστατα εἰδέναι Xen. Cyr. 6, 3, 18; vorsichtig, καὶ ἐμφρόνως πράττειν Plat. Rep. III, 396 c.
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70 ἀ-μελέω
ἀ-μελέω, vernachlässigen, Hom. viermal, Iliad. 8, 330 Αἴας δ' οὐκ ἀμέλησε κασιγνήτοιο πεσόντος, 13, 419 ἀλλ' οὐδ' ἀχνύμενός περ ἑοῠ ἀμέλησεν ἑταίρου; 17, 9 οὐδ' ἄρα Πάνϑου υἱὸς ἐυμμελίης ἀμέ-λησεν Πατρόκλοιο πεσόντος ἀμύμονος; 697 ἀλλ' οὐδ' ὧς Μενελάου ἐφημοσύνης ἀμέλησεν; – ebenso Aesch. Eum. 86, öfter in Suppl.; Eur. Hel. 45 Ion 1610; ἁ ἀρετὰ ἀμελεῖται Iph. A. 1094; Soph. ἐπί τινι El. 230, τινός frg. 304; pass. τἀμελούμενον, das Vernachlässigte, O. R. 111. In Prosa häufig, gew. mit dem gen., acc. Eur. Ion 448 παῖδας ϑνήσκοντας ἀμελεῖ; Her. 7, 163; c. part. ἀϑροιζομένης δυνάμεως ἀμελῆσαι Xen. Hell. 5, 2, 16; pass. ἀμελεῖσϑαι ὑπό τινος Plat. Rep. X, 613 a Legg. X, 905 a; unterlassen, c. inf., Her. 2, 66; ἀμελήσας μανϑάνειν Alc. I. 113 c; Phaed. 98 d; Xen. Cyr. 7, 2, 17; vollständiger τοῠ ὀργίζεσϑαι Xen. Mem. 2, 3, 9; ἠμελημένως ἔχειν. vernachlässigt sein, Xen. Mem. 3, 11, 4; ἠμέληκα Cyr. 1, 6, 43.
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71 ἀνα-καλέω
ἀνα-καλέω (s. καλέω), laut rufen, a) preisen, πῦρ ἀνακαλούμενον, das viel gepriesene, Soph. Phil. 789; Ἀργεῖος, als Sieger ausgerufen, El. 683. – b) benennen, nennen, Ἀχαιοὺς ἐν τοῖς ἔπεσιν ἀνακαλεῖ Thuc. 1, 3 τινὰ ἀδελφόν Plat. Rep. V, 471 d; εὐεργέτην Xen. Cyr. 3, 3, 4; ὀνομαστί, namentlich aufrufen, 2, 2, 28. – c) ermuntern, Xen. Cyr. 1, 4, 22. – Med., zu sich rufen, Aesch. Pers. 613; Thuc. 7, 73; zurückrufen, ἀγκαλέσαιτο Aesch. Ag. 993; πεφευγότας Plat. Phaed. 89 a; τῇ σάλπιγγι Xen. An. 4, 4, 22; Thuc. 1, 131 im act.; wieder gut machen, ungeschehen machen, αἷμα Aesch. Ag. 993, ἁμαρτήματα Lys. 6, 49; – die Götter anrufen, Soph. O. C. 1378 Trach., 906; durch Zuruf ermuntern, κύνας Xen. Cyr. 1, 6, 19; vorfordern, vor Gericht, Hell. 7, 4, 33; oft Pol., ἀνακληϑεὶς εἰς Ῥώμην, nach Rom beordert, 20, 11, 10.
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72 ἀδελφειός
ἀδελφειός, = ἀδελφεός, ἀδελφός, Hom. viermal, stets gen., Iliad. 5, 21 περιβῆναι ἀδελφειοῠ κταμένοιο, 6, 61 ἃς εἰπὼν ἔτρεψεν (v. l. παρέπεισεν, Scholl.) ἀδελφειοῦ φρένας ἥρως, 7, 120. 13, 788 ἃς εἰπὼν παρέπεισεν ἀδελφειοῠ φρένας ἥρως, – Ep. (VII, 613).
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73 ἀθλο-θετία
ἀθλο-θετία, ἡ, = ἀϑλοϑεσία, Ar. Poll. 3, 140. ἆθλον, τό (s. ἄεϑλον), 1) Kampfpreis, Soph. El. 672; Xen. Hell. 4, 2, 5; = νικητήριον, übh. Belohnung, mit μισϑοὶ καὶδῶρα verb., Plat. Rep. X, 613 e; ἀρετῆς Thuc. 2, 87; τῆς ἐρωτικῆς μανίας Plat. Phaedr. 256 d; ἁμαρτημάτων Lys. 1, 47, d. i. Strafe; πολέμου Dem. 4, 5; παρανομίας Pol. 15, 8, 11; ἆϑλα προτιϑέναι, Preise aussetzen, wie τιϑέναι, προφαίνειν, vgl. κεῖσϑαι; den Preis bekommen, λαμβάνειν, φέρειν. – 2) Kampf, Anstrengung ( στυγερόν Aesch. Suppl. 1015 ist zw. u. kann auch Preis sein), bes. im plur., Soph. Phil. 507; Plat. Legg. IX, 865 e; Xen. Hell. 4, 5, 2. – Bei Plat. sind τὰ ἆϑλα auch der Ort der Kampfspiele, neben ἀγορά u. δικαστήριον, Plat. Legg. XI, 935 b, vgl. IX, 868 a.
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74 ἀ-λήιος
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75 ἀν-ήφαιστος
ἀν-ήφαιστος, ohne Hephästus, d. h. ohne Feuer, πῦρ, Flamme des Unheils, Eur. Or. 613.
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76 ἀῤ-ῥύπωτος
ἀῤ-ῥύπωτος, beschmutzt, Schol. Aesch. Pers. 613.
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77 ὁδός [2]
ὁδός, ἡ, ep. auch οὐδός, Od. 17, 196, auch Her. 2, 7, der sonst nur ὁδός hat; der Weg; – 1) der Pfad, die Straße; ἐγγὺς ὁδοῖο, Il. 10, 274; ἐν ξυνοχῇσιν ὁδοῦ, 23, 330; ἱππηλασίη, 7, 340; ὁδῷ ἔπι οἰκία ναίων, an der Straße wohnend, 6, 15; ὥστε μέλισσαι οἰκία ποιήσωνται ὁδῷ ἐπὶ παιπαλοέσσῃ, 12, 168; λαοφόρος, die große Heerstraße, 15, 682; auch die Bahn des Seefahrers, 6, 292; πρὸ ὁδοῦ ἐγένοντο, sie gingen fürder des Weges, vorwärts, 4, 382 (vgl. ὅταν πρὸ ὁδοῦ γένωνται Ael. H. A. 11, 38; auch übtr., ὃ πρὸ ὁδοῦ σοι γένοιτ' ἂν ἐς τὰ μαϑήματα, förderlich, Luc. Hermot. 1); ὁδὸν ἁγεμονεῠσαι, Pind. Ol. 6, 25; ἁμαξιτός, N. 6, 56; übertr., ἐν εὐϑείαις ὁδοῖς στείχειν, 1, 25; σχιστὴ δ' ὁδός, Soph. O. R. 733; σύ μ' ἐξ ὁδοῦ πόδα κρύψον κατ' ἄλσος, O. C. 113; ὁδοῦ ἀτραπός, Ar. Nubb. 76; u. in Prosa, ἰόντες τὴν ἱρὴν ὁδόν, Her. 6, 34, ἡ ὁδὸς ἡ εἰς ἄστυ, Plat. Conv. 173 b; auch leicht zu ergänzen, ἐπορευόμην τὴν ἔξω τείχους, Lys. 203 a; ὁδῷ βαδίζειν, Dem. 25, 10 u. sonst. Auch ποταμοῦ, das Flußbett, Xen. Cyr. 7, 5, 16. – 2) die Handlung des Gehens, Gang, Reise; οὔ τοι ἔπειϑ' ἁλίη ὁδὸς ἔσσεται, Od. 2, 273; σοὶ δ' ὁδὸς οὐκέτι δηρὸν ἀπέσσεται, die Abreise, 2, 285. 8, 150; λιλαιόμενόν περ ὁδοῖο, 1, 315; ὄφρα πρήσσωμεν ὁδοῖο, 2, 404, daß wir die Reise vollenden; τελεῖν ὁδόν, 2, 256; ἦνον, 3, 496; ὁδὸν ἐλϑεῖν, einen Kriegszug machen, Il. 1, 151; ἀπ' Ἄργεος ἦλϑον δευτέραν ὁδόν, Pind. P. 8, 44; μή τι πημανϑῇς όδῷ, Aesch. Prom. 334; κατερητύσων ὁδόν, ἣν στέλλει, Soph. Phil. 1402; ἡ δ' ὁδὸς βραδύνεται, El. 1493; auch οἰωνῶν, vom Vogelfluge, O. C. 1316; τὰν νεάταν ὁδὸν στείχουσαν, d. i. den Todesweg, Ant. 801, wie βέβηκε τὴν πανυστάτην ὁδόν Trach. 872; vgl. Eur. Alc. 613; ἐκ μακρᾶς ἀναπεπαυμένος ὁδοῠ, Plat. Critia. 106 a; κατὰ τὴν ὁδόν, unterwegs, Prot. 314 c. – 3) übertr., Mitteln. Weg, Etwas auszurichten, Artu. Weise; πολλαὶ ὁδοὶ εὐπραγίας, Pind. Ol. 8, 13; νόῳ ἔχει ἀλαϑείας ὁδόν, P. 3, 103; ὕβριος ἐχϑρὰν ὁδὸν εὐϑυπορεῖ, Ol. 7, 91; γλώσσης ἀγαϑῆς ὁδὸν εὑρίσκει, Aesch. Eum. 944; πολλὰς ὁδοὺς ἐλϑόντα φροντίδος πλάνοις, Soph. O. R. 67; εἴ τιν' ἄλλην μαντικῆς ἔχεις ὁδόν, 311; σῶν ὁδὸν βουλευμάτων, Eur. Hec. 744; γνώμης, Hipp. 290; λογίων, Ar. Equ. 1010; u. in Prosa, ἔλεξαν περὶ τούτου τριφασίας ὁδούς Her. 2, 20, ἐπιστάμεϑα, οἵᾳ ὁδῷ οἱ Ἀϑηναῖοι χωροὖσιν ἐπὶ τοὺς πέλας Thuc. 1, 69, ἄδικον ὁδὸν ἰέναι 3, 64, ὑπάρχουσι καὶ ἄλλαι ὁδοὶ τοῦ πολέμου 1, 122, τὴν νῦν τετμημένην ὁδὸν τῆς νομοϑεσίας Plat. Legg. VII, 810 e; bes. ὁδῷ, καϑ' ὁδὸν λέγειν, nach einem bestimmten Verfahren, methodisch, Phaedr. 263 b Rep. VII, 533 b; τίνα δὴ ὁδὸν ἰών; welchen Weg einschlagend? auf welche Weise? Xen. Cyr. 1, 6, 16, vgl. 24.
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78 ὁμοιόω
ὁμοιόω, ähnlich, gleich machen, vergleichen; στυγέῃ δὲ καὶ ἄλλος ἶσον ἐμοὶ φάσϑαι καὶ ὁμοιωϑἧμεναι ἄντην, Il. 1, 187, wie Od. 3, 120, mit mir verglichen zu werden; ὁμοιώσασ' ἐμοὶ εἴδωλον ἔμπνουν, Eur. Hel. 33; ὀργὰς πρέπει ϑεοὺς οὐχ ὁμοιοῦσϑαι βροτοῖς, Bacch. 1346; ἄστροις ὁμοιωϑέντε, Hel. 139; ὁμοιοῦν ἑαυτὸν ἄλλῳ ἢ κατὰ φωνήν, Plat. Rep. III, 393 c; πρὸς τὰ παρόντα τὰς ὀργὰς τῶν πολλῶν ὁμοιοῖ, Thuc. 3, 82; oft bei Sp., wie N. T. – Med., τὰς πάϑας τὰς Κύ-ρου τῇσι ἑωυτοῦ ὁμοιούμενος, Her. 1, 123; ἐπιτηδεύων ἀρετὴν εἰς ὅσον δυνατὸν ἀνϑρώπῳ ὁμοιοῦσϑαι, Plat. Rep. X, 613 b; – pass., ἄνδρα ἀρετῇ παρισωμένον καὶ ὡμοιωμένον, Rep. VI, 498 e; ὁμοιοῦταί τινι, Isocr. 2, 31; μηδ' ὁμοιωϑῆναι τοῖς πολλοῖς, Thuc. 5, 103; Folgde.
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79 ὄπισθε
ὄπισθε, und vor einem Vocal ὄπισϑεν, ep. auch ὄπιϑε und ὄπιϑεν. Bei den Attikern scheint ὄπισϑεν die regelmäßige Form und ὄπισϑε nur den Dichtern gestattet zu sein, vgl. Lob. Phryn. 8. 284. – 1) vom Orte, hinten, hinterwärts, hinterher; στῆ δ' ὄπιϑεν, Il. 1, 297; φοίτα δ' ἄλλοτε μὲν πρόσϑ' Ἕκτορος, ἄλλοτ' ὄπισϑεν, 5, 595; πρόσϑε λέων, ὄπιϑεν δὲ δράκων, μέσση δὲ χίμαιρα, 6, 181; ὄπισϑεν κόπτοντες μετάφρενον, von hinten schlagend, Od. 8, 527; ὄπισϑε καταλείπειν, zurücklassen, Il. 10, 209. 11, 72. 15, 88; ὄπισϑε μένειν, zurückbleiben, 9, 332 Od. 17, 201; οἱ ὄπισϑε, die Zurückgebliebenen, 11, 66; τὰ ὄπισϑεν, die hintern Theile, τάγ' ὄπισϑε Μαχάονι πάντα ἔοικεν, Il. 11, 613, von hinten gleicht er; ὄπιϑεν ἑπόμενοι, Aesch. Pers. 962; εἰ τοὺς ὄπισϑεν εἰς τὸ πρόσϑεν ἄξομεν, Soph. Ai. 1228, d. h. die Nachstehenden vorziehen; εἰς τοὔπισϑεν τοξεύειν, Xen. An. 3, 3, 10, der auch verbindet ἐδόκει ποιήσασϑαι ὄπισϑεν τὸν ποταμόν, 1, 10, 9, d. i. machen, daß der Fluß im Rücken liegt; ἐν τῷ ὄπισϑεν, im Rücken, Plat. Rep. X, 614 c; ἐν τοῖς ὄπισϑεν εἵποντο, Charm. 154 c; Folgde; εἰς τοὔπισϑεν ἀποχωρεῖν, Pol. 1, 51, 8; – als praepos. c. genit., στῆ δ' ὄπιϑεν δίφροιο, Il. 17, 468; ἵππ ους, οἵ οἱ ὄπισϑε μάχης ἕστασαν, 13, 536; δίφρου δ' ὄπισϑεν, hinter dem Wagen, 24, 15; φάμας ὄπισϑεν ἴμεν, Pind. Ol. 6, 63; übertr. sagt Soph. γνώμης πατρῴας πάντ' ὄπισϑεν ἑστάναι, Ant. 636, nachstehen; ὄπισϑε τῆς ϑύρης, Her. 1, 9; ἔμπροσϑέ τε Θερμοπυλέων καὶ ὄπισϑε, 7, 176; ὄπισϑεν ἑαυτῶν τάττεσϑαι, Xen. An. 1, 7, 9; ὄπισϑεν ἐμοῦ ἄρτι εἰςῄει, Plat. Conv. 174 e, öfter. – 2) von der Zeit, hinterdrein, nachher, später; οὐδ' ὄπιϑεν κακὸς ἔσσεαι, Od. 2, 270; εὖ μὲν βάζουσι, κακῶς δ' ὄπιϑεν φρονέουσιν, 18, 168; 22, 55; im Ggstz von αὐτίκα, Il. 9, 519; ἐν τοῖς ὄπισϑε λόγοις, in den späteren, folgenden Büchern, Her. 5, 22; Sp. – Bei den Schol. auch umgekehrt, vom Vorhergehenden, Früheren, vgl. Buttm. Schol. Od. p. 504; Lob zu Phryn. p. – Die hinzu gerechneten compar. u. superl. ὀπίστερος u. ὀπίστατος s. unten. – Es hängt mit ὄπις zusammen und ist, wie ὀπίσω, auf ἕπομαι zurückzuführen.
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80 ὄργια
ὄργια, τά, geheime, religiöse Gebräuche, geheimer Gottesdienst; von den eleusinischen Mysterien, H. h. Cer. 274. 476; σεμνὰ ϑεαῖν, Ar. Thesm. 948; von dem geheimen Dienste der Kabiren und der Demeter Achäia, Her. 2, 51. 5, 61; später vorzugsweise vom Dienste des Bacchus, Eur. Bacch. 34. 79 u. öfter; τὰ μυστῶν ὄργι' εὐτύχησ' ἰδών, Herc. Fur. 613; Μουσῶν, Ar. Ran. 356; auch ὀργίοις τῆς Ἀφροδίτης εἰλημμένος, Lys. 832; öfter in später Prosa, wie Plut. u. Luc. – Uebh. heiliger Dienst, Gottesdienst, Opfer, φιλοϑύτων δέ τοι πόλεος ὀργίων μνήστορες ἔστε μοι, Aesch. Spt. 180; ὅπ ως δὲ σεμνῶν ὀργίων ἐδαίετο φλόξ, Soph. Trach. 762, vgl. Ant. 1000, wo es auf die aus dem Feuer der Opfer entnommenen Weissagungen geht. – Auch = Geheimniß, bes. die Mysterien der Liebe, φιλο ύντων, Thall. 4 (IX, 220); ὄργια σιγῆς, Gall. 2 ( Plan. 89), u. öfter in der Anth. – Es hängt wahrscheinlich mit ἔοργα zusammen, wie ἔρδειν bes. vom Opfern gesagt wird, vgl. Ilgen H. h. Apoll. Pyth. 212 u. Lob. Aglaoph. p. 301; einige Alte leiteten es ab von εἴργειν τοὺς ἀμυήτους αὐτῶν; Passow bemerkt: »für die Ableitung von ὀργάω, ὀργή, ὀργάς scheint dagegen die Analogie von ϑυσία, ϑύω, ϑυμός zu sprechen; der Grund der Benennung läge dann in der enthusiastischen Entzückung, mit der die ὄργια begangen wurden.«
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-613 — Cette page concerne l année 613 du calendrier julien proleptique. Années : 616 615 614 613 612 611 610 Décennies : 640 630 620 610 600 590 580 Siècles … Wikipédia en Français
613 — ГОСТ 613{ 79} Бронзы оловянные литейные. Марки. ОКС: 77.120.30 КГС: В51 Цветные металлы, включая редкие, и их сплавы Взамен: ГОСТ 613 65 Действие: С 01.01.80 Примечание: переиздание 2004 в сб. Цветные металлы. Бронза. Технические условия. Марки… … Справочник ГОСТов
613 — РСТ РСФСР 613{ 79} Черемша свежая. ОКС: 65.020.20 КГС: С42 Овощи Взамен: РСТ РСФСР Действие: С 01.10.80 Текст документа: РСТ РСФСР 613 «Черемша свежая.» … Справочник ГОСТов
613 — yearbox in?= cp=6th century c=7th century cf=8th century yp1=610 yp2=611 yp3=612 year=613 ya1=614 ya2=615 ya3=616 dp3=580s dp2=590s dp1=600s d=610s dn1=620s dn2=630s dn3=640s NOTOC EventsBy PlaceEurope* Clotaire II reunites the Frankish kingdoms… … Wikipedia
613 — Años: 610 611 612 – 613 – 614 615 616 Décadas: Años 580 Años 590 Años 600 – Años 610 – Años 620 Años 630 Años 640 Siglos: Siglo VI – … Wikipedia Español
613 mitzvot — 613 commandements Les Juifs et le judaïsme Généralités Qui est Juif ? · Terminologie · Conversion Judaïsme : Principes de foi Noms de Dieu dans le judaïsme Tanakh (Bible hébraïque) : Torah · … Wikipédia en Français
613 prescriptions — 613 commandements Les Juifs et le judaïsme Généralités Qui est Juif ? · Terminologie · Conversion Judaïsme : Principes de foi Noms de Dieu dans le judaïsme Tanakh (Bible hébraïque) : Torah · … Wikipédia en Français
613 (число) — 613 шестьсот тринадцать 610 · 611 · 612 · 613 · 614 · 615 · 616 Факторизация: простое Римская запись: DCXIII Двоичное: 1001100101 Восьмеричное: 1145 Шестнадцатеричное: 265 Натуральные числа … Википедия