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21 Ausland
Ausland, s. Fremde, die u. das. – Ausländer, s. »Fremde, der« unter »fremd no. I«. – Ausländerei, peregrinitas (übertriebene Vorliebe zum Ausländischen). – externus mos (ausländische Sitte). – Ausländerin, duxch das Feminin. der Wörter für »Fremde, die« unter »fremd no. I«.
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22 außerordentlich
außerordentlich, extraordinarius (was wider die bestehende Ordnung u. gesetzliche Form geschieht). – inusitatus. insolitus. insolens. non vulgaris (ungewöhnlich). – novus. inauditus. verb. novus et inauditus (neu u. noch nicht gehört). – incredibilis (unglaublich). – rarus. singularis (selten, einzig in seiner Art). – mirus. mirificus. mirabilis (Bewunderung erregend, auffallend, sonderbar, [296] im guten u. üblen Sinne). – insignis (hervorstechend und so auffallend. im guten u. üblen Sinne). – summus (sehr groß, z. B. celeritas). – immanis (ungeheuer groß etc.). – divinus (göttlich = unvergleichlich, z. B. ingenium, memoria); verb. singularis et divinus (z. B. Antonii vis ingenii). – ein au. Redner, divinus homo in dicendo; praecipuus eloquentiā: Afrikanus, ebenso au. als Mensch, wie als Feldherr, Africanus, singularis et vir et imperator: au. Talente besitzen, plus in alqo est ingenii quam videtur humana natura ferre posse: au. Beifall ernten, mire placere (vom Schauspieler etc.): jmdm. au. Dienste leisten, mirabiles utilitates alci praebere: jmdm. etwas als au. Steuer auferlegen, extra ordinem imperare alci alqd. – Adv.extra ordinem. – praeter morem od. consuetudinem (gegen Sitte od. Gewohnheit). – incredibiliter (unglaublich). – mire. mirifice. mirum in modum (auf bewundernswerte Weise. auffallend: z. B. au. gefallen [v. Schauspieler etc.], mire placere); verstärkt (ganz au.) mirum quantum od. quam; incredibile quantum – insigniter (hervorstechend u. so auffallend, im guten u. üb len Sinne). – summe (äußerst). Oft ist es in Verbdg. mit einem Adj. durch den Superl. oder durch zwei Synonyma auszudrücken, s. »äußerst« (Adv.) die Beispp.
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23 bleiben
bleiben, I) fortfahren zu sein, dauern: manere. permanere. – durare (dauern, z. B. per saecula). – stare (sich halten, bestehen). – II) fortfahren, in einem gewissen Zustande zu sein, gewisse Eigenschaften zu haben: manere; permanere. – liegen-, stehen b., s. liegen, stehen. – bei etw. b., manere, permanere in alqa re; non desistere od. absistere alqā re od. mit Infin. (nicht abstehen, ablassen); alqd non deserere (etw. nicht im Stiche lassen, z. B. deorum cultum); perseverare in alqa re (bei etwas beharren); stare alqā re (bei etw. fest stehen bleiben); haerere in alqa re (an etwas fest hängen bleiben). – bleibt beieurem Fleiße, uti coepistis pergite: das bleibt unter uns, hoc inter nos sit; haec tu tecum habeto; haec tu tibi soli dictum puta; secreto hoc audi tecumque habeto; haec tibi in aurem dixerim: haec lapidi dixerim. – III) fortfahren, an einem Orte zu sein: manere. remanere (zurückbleiben). – durare (mit Mühe etc. ausdauern, es aushalten). – morari. commorari (verbleiben). – se tenere, se continere loco od. in loco (sich wo zurückhalten). – sustinere [492] se in alqo loco (wo anhalten, daselbst bleiben, weil das Weitergehen gefährlich etc., bis gewisse, sichere Nachrichten eingehen). – consistere (Halt-, Rast machen). – considĕre (wo anlegen, von Schiffen u. ihrer Mannschaft, die nach einer langen Fahrt eine Zeitlang wo bleiben). – bei jmd. b., esse cum alqo (von Pers.). – jmd. wo b. lassen, alqm continere (z. B. in castris, in lecto, sub tecto). – bis zu jmds. Ankunft b., alcis adventum exspectare: die Nacht wo b., manere (z. B. extra domum, inter vicos od. inter vias [auf offener Straße]); pernoctare (übernachten, z. B. apud alqm, in publico): im Lager b., castris se tenere (von allen, die in demselben sind); in castris subsidĕre (von einigen, im Lager zurückbleiben, während die übrigen ausziehen): die Truppen im Lager b. lassen, copias in castris continere: bleib noch ein wenig! mano paulisper oder parumper!: jmd. (der gehen will) freundlich einladen zu b., invitatione familiari retinere alqm. – hier ist gut b.! hic bene manebis! od. hic optime manebimus! – Dah. in weit. u. uneig. Bed.: a) = ausbleiben no. II, w. s. – b) = übrigbleiben, s. übrig. – c) unterlassen werden: omitti. – etwas b. lassen, omittere; mittere: missum facere: laß das b.! cave hoc facias!: das wird er wohl b. lassen, hoc numquam facere audebit. – IV) umkommen im Kampfe, im Kriege: cadere (in) proelio, in bello, (in) acie; concĭdere in proelio; occĭdere in bello. – die Gebliebenen, ii, qui in bel lo occĭderunt. – Bleiben, das, mansio (Aufenthalt an einem Orte). – permansio (Beharren bei etwas, z. B. bei einerlei Meinung, in una sententia). – hier ist meines B. nicht länger, hic diutius maneri non potest: hic durare nequeo. – bleibend, diuturnus. perpetuus (dauernd, fortwährend, der Zeit nach). – firmus. stabilis (fest, unwandelbar, der Dauer nach). – etwas wird b. Sitte, institutum alqd manet.
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24 Brauch
Brauch, s. Gebrauch, Sitte.
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25 bäuerisch
[333] bäuerisch, rusticus (auf dem Lande befindlich u. danach beschaffen; dah. = ungebildet, unmanierlich, derb, schlicht, Ggstz. urbanus). – agrestis (auf dem Felde wachsend od. befindlich; dah. = roh u. ungeschliffen, grob, Ggstz. urbanus). – rusticanus (was Sitte u. Brauch des Landes an sich trägt). – inurbanus (unmanierlich). – incultus (ohne Bildung). – etw. b., subrusticus; subagrestis. – b. Wesen, rusticitas: b. Sitten, mores rustici: b. Stimme, Aussprache, vox rustica (derbe) et agrestis (grobe); sonus vocis agrestis. – Adv.rustice. – b. reden. sich b. benehmen, rustice loqui, facere.
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26 Bürge
Bürge, sponsor (im allg., der sich für jmd. od. etwas verpflichtet, auch uneig.). – vas (jeder, der sich für die eine oder die andere Partei wegen der Stellung vor Gericht verbürgt, Kaution leistet; übtr. [als ausländische Sitte] auch B. mit seiner eigenen Person, s. Cic. de off. 3, 45). – praes (wer bei einem mit dem Staate geschlossenen Kontrakt und übh. wohl in Geldsachen Kaution leistet). – obses (bei Sicherheitsstellung für gemachte Bedingungen, bes. im Kriege von Besiegten gestellt, Geisel; auch uneig.). – B. sein für jmd. od. etw., sponsorem, vadem, praedem esse pro alqo; intercedere pro alqo (für jmd. eintreten, sich ins Mittel schlagen, mit Ang. der Geldsumme »wofür?« im Akk., z. B. magnam pecuniam); praestare alqm, alqd od. de alqa re (in weit. Bed., für jmd. gutsagen, einstehen, für etw. haften, es vertreten, z. B. quamcumque ei fidem [Kredit] dederis, praestabo). – recipere m. Akk. u. Infin. Futuri (es auflich nehmen, daß etw. geschehen werde, z. B. dafür bin ich B., id fore recipio). – B. werden für jmd., für etwas, spondere, fidem interponere pro alqo; vadem fieri alcis sistendi (daß sich jmd. stellen werde, s. Cic. de off. 3, 45); praedem fieri [532] pro alqo u. alcis rei; obsidem alcis rei fieri: Bürgen stellen, vades, praedes, obsides dare: sich jmdm. als B. stellen für einen, vademse dare alci pro alqo: sich B. stellen lassen für etwas, vades (praedes) accipere alcis rei: jmd. als B. stellen, daß etc., dare alqm, qui spondeat m. folg. Akk. u. Infin.: durch Bürgen für jmds. Sicherheit einstehen, praedibus alci cavere: einen B. fordern, vadem poscere; von jmd., vadari alqm: jmd. als B. annehmen, alqm vadem (praedem) accipere: sich an den B. halten, sponsorem appellare: den B. im Stiche lassen, vadem deserere.
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27 Charakter
Charakter, I) Charaktere, d. i. geheime Schriftzeichen, notae. – II) der Inbegriff der Merkmale od. Eigentümlichkeiten eines Ggstds.: a) übh.: nota alcis rei (Kennzeichen, Gepräge, Stempel, der gleichs. einer Sache aufgedrückt ist u. woran etw. erkannt wird). – forma et quasi naturalis nota alcis rei (Gestalt u. gleichs. von der Natur aufgedrücktes Kennzeichen). – habitus (das Sich-Gehaben, das Wesen einer Sache, z. B. orationis virilis). – der Ch. eines Schriftstellers (in Hinsicht der Schreibart), stilus: einen drohenden Ch. haben, habere atrocitatis aliquid: den Ch. von etw. haben, an sich tragen, prae se ferre alqd (zeigen, beurkunden); habere mit Akk. od. habere aliquid mit Genet. (als eigentümlich haben); similem esse alcis rei (einer Sache ähnlich sein); esse m. Ablat. eines Subst. u. Adj. (von der u. der Eigenschaft sein, z. B. essesumma gravitate, v. der Rede): einen fremden Ch. annehmen, se externis oblinere moribus (z. B. von der Beredsamkeit). – b) die einer Person etc. eigentümliche Denk- u. Handlungsweise: habitus (das Sich-Gehaben, das ganze Wesen jmds.; dah. naturae ipsius habitus prope divinus). – natura. indoles. ingenium. animus (erstere drei die dem Menschen angeborene Richtung des Charakters [vgl. »Anlage« den genauern Untersch.]; animus, die ganze geistige Natur des Menschen übh.). – mos (Sitte, z. B. omnis mos Lacedaemoniorum). – mores (Sitten u. Betragen). – vita (Lebensweise). – persona (eig. die [537] Maske; dann meton. = die Rolle, die jmd. auf der Bühne od. im Leben spielt). – oft (zur Bezeichnung der verschiedenen Seiten des Charakters) verb. natura et mores; natura moresque; mores naturaque: ingenium ac mores; vita moresque; mos et natura (z. B. gentis). – mit einem Adjektiv im Latein. oft bl. durch das dem Adjektiv entsprechende Substantiv, z. B. liebenswürdiger Ch. jmds., iucunditas alcis. – von sanftem Ch., mitis ingenio: von festem Ch., s. charakterfest: von wetterwendischem, wankelmütigem Ch., varius ingenio. – seinen Ch. bilden, mores conformare. – Charakterähnlichkeit, similitudo morum, im Zshg. bl. similitudo (Ähnlichkeit der Sitten, Ggstz. morum dissimilitudo). – congruentia morum (Übereinstimmung der Sitten). – es besteht Ch. zwischen ihm u. mir, eius mores a meis non abhorrent. – Charaktereigentümlichkeit, proprietas. – Charakterfehler, morum vitium. – vitium insigne (ein auffallender Fehler). – ein tief eingewurzelter Ch., vitium moribus penitus insitum. – wenn ein Ch. tief eingewurzelt ist, si quid est penitus insitum moribus. – charakterfest, firmus (fest, zuverlässig, Ggstz. infirmus). – constans (beständig, konsequent im Denken und Handeln, Ggstz. inconstans, mobilis, varius). – gravis animo, gew. bl. gravis (in seinen Grundsätzen nicht schwankend, stark von Grundsätzen, Ggstz. levis). – sehr ch. sein, auch magnā esse constantiā. – Charakterfestigkeit, firmitas animi, auch bl. firmitas. animus firmus (Seelenfestigkeit, Zuverlässigkeit, Ggstz. infirmitas, animus infirmus). – constantia (Beständigkeit, Konsequenz im Denken u. Handeln, Ggstz. inconstantia). – gravitas (Stärke der Grundsätze, Ggstz. levitas). – große Ch. besitzen, magnā esse constantiā.
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28 ehrbar
ehrbar, I) Ehre verdienend: honestus; honorabilis. – aus einer e. Familie abstammend, honesto loco ortus; od. honestis parentibus natus. – II) dem äußeren Anstande, den Begriffen von Ehre gemäß; auch von Pers. = den äußeren Anstand beobachtend: honestus. – modestus (die seine Sitte, den Anstand nicht verletzend, gesittet, bescheiden). – decorus (wohlanständig, sich geziemend). – castus. pudicus (keusch, züchtig). – probus (rechtschaffen, bieder). – Adv.honeste; modeste.
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29 einführen
einführen, I) eig.: invehere. importare (in ein Land hineinführen, -schaffen, zu Wagen od. zu Schiffe, Waren etc., Ggstz. evehere, exportare). – advehere (in ein Land herbeiführen, -schaffen, Waren etc.). – ducere, inducere, introducere in etc. (lebende Wesen wohin, wohinein führen). – einen bei jmd. ei., alqm introducere ad alqm. alqm intromittere in cubiculum alcis (zur Audienz); alqm deducere ad alqm (zu jmd. hinführen, damit er dessen Bekanntschaft mache etc.): jmd. in ein Amt, in einen Besitz ei., s. einweisen. – II) übtr.: a) = einweihen (in eine Wissenschaft etc.), w. s. – b) auftreten lassen: inducere. – jmd. redend ei. alqm loquentem od. disputantem inducere; alqm loquentem facere. – c) in Gebrauch bringen: inducere (z.B. hunc morem novorum iudiciorum in rem publicam: u. novum verbum in rem publicam). – intro ducere (z.B. hanc consuetudinem). – instituere (einrichten, anordnen, z.B. dies festos, censum). – in nostros mores inducere (in unsere Sitten einführen, bei uns zur Sitte machen). – eine Religion (aus einem fremden Staate) ei., religionem advehere: fremde Gebräuche, peregrinos ritus asciscere: eingeführt sein, usu receptum esse. – Einführung, invectio (Einfuhr der Waren etc., Ggstz. exportatio; vgl. »Einfuhr«). – inductio (das Hineingeleiten, -bringen, z.B. die Ei. [das Auftretenlassen] von Bewaffneten [in den Zirkus], ind. armatorum: eines Redenden, wenn sie erdichtet ist, ficta personae inductio). – introductio (das Hineingeleiten, z.B. adulescentulorum nobilium).
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30 einreißen
einreißen, I) v. intr.increbrescere. percrebrescere (überhandnehmen, wie Gewohnheiten, Gebräuche etc.). – latius vagari od. serpere (sich weiter ausbreiten, wie ein Übel, Meinungen etc.). – in morem venire (zur Sitte werden, v. Einrichtungen etc.). – eine Krankheit reißt ein, vis morbi latius vagatur: Krankheiten reißen unter den Menschen ein, morbi ingruunt hominibus od. in homines. – II) v. tr.: a) abbrechend, s. abbrechen no. I, B, 1. – b) zerstörend: deturbare (niederreißend zerstören). – diruere. proruere. subruere (stürzend auseinanderreißen, zertrümmern, zerstören [subr. von unten]). – evertere (über den Haufen werfen, umstürzen, z.B. Tiberis evertit aedificia). – dissipare. disturbare (auseinanderwerfend zerstören, zertrümmern). – von Grund aus ei., a fundamentis disicere; funditus evertere; ab imo subruere (von unten auf). – Einreißen, das, Einreißung, die, eines Gebäudes, s. Abbrechen (das) no. II.
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31 Einrichtung
Einrichtung, I) das Ordnen, Gestalten: institutio. constitutio. discriptio. dispositio. ordinatio (s. »einrichten« no. II, a die Begriffsbest. der Verba). – die Ei. des Staates, rei publicae constitutio: eine Ei. treffen mit etwas, s. (etwas) einrichten no. II. – II) bestehende Anordnung: instituta ratio, im Zshg. bl. ratio (z.B. vitae privatae). – ordo (Ordnung). – mos. consuetudo (Sitte, Gewohnheit); verb. instituta ratio et consuetudo (z.B. Romani exercitus). – institutum (herkömmlicher Gebrauch, herköm miiche Ei.); verb. mores et instituta (z.B. vitae). – lex (gesetzlich gültige Ei., Gesetz); verb. instituta et leges (im Staate). – consilium (getroffene Maßregel, Vorkehrung). – eine nützliche Ei., utilitas. – die ganze häusliche Ei., cultus, verb. victus et (atque) cultus, victus cultusque (die Einr. in der Lebensweise); apparatus (die Einr. in bezug auf Möbel etc., der Fuß, auf dem man lebt, z.B. apparatu regio uti); instrumentum et (ac) supellex (das Inventarium u. die Möbel): einfache häusliche Ei., parsimonia victus atque cultus; parsimonia instrumenti et supellectilis: ärmliche Ei., paupertas ac parsimonia: ein Haus mit der ganzen Ei., aedes instructae; domus instructa. – eine neue Ei. einführen, novam rem introducere: einige oder viele neue Ei. machen, treffen, quaedam nova od. multa nova instituere: neue Ei. treffen in etwas, in alqa re nova consilia sumere: einige nützliche Ei. treffen, quaedam utilia instituere; quasdam utilitates constituere: dem Staate [699] eine bessere Ei. geben, rem publicam melioribus temperare et institutis et legibus: diese Ei. sind vortrefflich, haec optime instituta od. instructa sunt: es ist eine wohltätige Ei. der Natur, daß etc., salubriter a natura institutum est, ut od. quod etc.: die Ei. war so, fiebat ita. – Zuw. wird auch unser »Einrichtung« bl. durch das Neutrum eines Pronomens oder Adjektivs angedeutet, z.B. diese (genannte) Ei., hoc; id u. (am Anfang einer neuen Periode) quod (s. z.B. Liv. 2, 1, 11. Cic. Rosc. Am. 24): es gibt viele herrliche Ei. in eurem Kollegium, multa in vestro collegio praeclara sunt (Cic. de sen. 64).
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32 Fuß
Fuß, I) Glied der Menschen und Tiere, eig. u. bildl.: pes. – calx (die Ferse, als der Teil des Fußes, mit dem man gew. tritt, stößt etc.). – der vordere, der hintere F., s. Vorderfuß, Hinterfuß: auf zwei Füßen, auf den beiden hintern Füßen tanzen (von vierfüßigen Tieren), saltare sublatis primoribus pedibus. – zu F., pedibus (mit den Füßen, Ggstz. equo, zu Pferde; z.B. ped. venire, iter facere); pedes, dĭtis (als Fußgänger, Ggstz. eques, als Reiter, od. Ggstz. equo, zu Pferde); pedester, tris, tre (was zu Fuße ist, -geschieht, Ggstz. equester; z.B. eine Statue zu F., statua pedestris: der Kampf zu F., pugna pedestris: der Schild eines Soldaten zu F., scutum pedestre): ein Soldat zu F., pedes (Ggstz. eques; dah. Leute, Soldaten zu Fuß u. zu Roß, pedites equitesque). – zu Fuß gehen, pedibus ire, incedere, ingredi (Ggstz. equo vehi, reiten). – zu Fuß kämpfen (vonder Reiterei), pedibus proeliari; vgl. »absitzen no. I«: die Reiter kämpfen zu F., [975] pugna it ad pedes: zu F. den Feind angreifen, pedestri pugnā invadere hostem. – jmdm. etwas vor die Füße werfen, alqd antepedes alcis abicere. – jmdm. zu Füßen fallen, sich jmdm. zu Füßen legen od. werfen, adpedes alcis od. ad pedes alci se abicere, proicere, prosternere, provolvere; ad pedes alcis se demittere oder submittere; adpedes alci od. ad genua alcis procumbere;ad pedes alcis, ad genua alci accĭdere;prosternere se et supplicare alci (als demütig Flehender): um für jmd. zu bitten, sealci pro alqo supplicem abicere; supplicare alci pro alqo: jmdm. zu Füßen liegen, ad pedes alcis iacēre, stratum esse, stratum iacēre, ad genua alcis iacēre. – übel oder nicht gut zu Fuß sein, pedibus non valere; ad ingrediendum invalidum esse (schwach auf den Füßen sein, z.B. propter aetatem); pedibus captum esse (an den Füßen gelähmt sein): nicht gut zu F., pedibuscaptus (an den Füßen gelähmt); pedibusaeger (an den Füßen leidend): gar nicht mehr zu F. fort können, usum pedum amisisse. – auf keinem F. mehr stehen, sich nicht mehr auf den Füßen erhalten können, defessum esseambulando (sich müde gelaufen haben); vacillare ex vino (infolge des Weintrinkens hin und her wanken); pedes non sufficiunt inministerium corporis (die Füße können den Körper nicht mehr halten, tun ihre Dienste nicht mehr). – auf eigenen Füßen stehen (bildl.), suis stare viribus (durch eigene Kräfte fest bestehen); non ex alieno arbitriopendē re (nicht von fremder Willkür abhängen; beide z.B. von der Freiheit); non egere consilio cuiusquam (niemandes Rats bedürfen, von Pers.): auf schwachen Füßen stehen (bildl.), quasi claudicare (z.B. tota amicitia quasi claudicat);vacillare et claudicare (z.B. tota res vacillat et claudicat). – den F. wohin setzen, pedem ponere in alqm locum oder in alqoloco: keinen F. weiter fortsetzen, nusquamlongius vestigium movere: keinen F. aus dem Hause setzen, mit keinem F. aus dem Hause kommen, pedem e domo non efferre (ebenso e porta, e villa): pedem e domo non egredi (keinen F. weit aus dem Hause gehen; ebenso e villa, e porta): jmdm. auf dem Fuße s., vestigiis alqm sequi, alqm subsequi oder consequi; dicht, vestigiis alcis instare oder insistere: die Strafe folgt dem Verbrechen auf dem Fuße, poena sequitur scelus; poena estpraesens; scelera statim puniuntur, cumfacta sunt, imo dum fiunt. – Fuß zu Fuß (= allmählich), pedetentim; gradatim (Schritt für Schritt). – stehenden Fußes, d. i. sogleich, e vestigio; ilico. – jmd. mit Füßen treten, pedibus alqm conculcare, proculcare (eig., u. ohne pedibus auch uneig., s. das lat. – dtsch. Hdwb.): alle Rechte des Volks mit F. treten, omnia iura populi obterere: alle göttlichen u. menschlichen Rechte, alles, was vor Gott u. Menschen recht ist, mit Füßen treten, ius acfas omne delere (z.B. um schnödes Geld, nummulis acceptis). – jmd. auf freien F. setzen oder stellen, alqm e custodia emittere; gewaltsam, alqm e custodia eripere: sich selbst, e vinculis se expedire: auf freien F. kommen, [976] e custodia emitti. – F. fassen, inniti.insistere (eig.); consistere (eig. u. bildl.): festen F. fassen, firmiter insistere. firmo gradu consistere (eig.); consistere (bildl., z.B. in virtutis regno consistere non posse); inveterascere (bildl., sich einnisten, von einer Gewohnheit): an einem Orte festen F. fassen, d. i. sich festsetzen, s. »festsetzen (sich)«. – jmdm. etwas unter den Fuß geben, suppeditare alcialqd.
II) übtr.: 1) der unterste Teil einer Sache: pes (z.B. des Tisches, der Bank). – der F. eines Mastbaums, calx mali. – der F. einer Säule, basis. – der F. eines Berges, radices montis: am F. des Berges (Gebirges), in radicibusmontis; in infimo monte; sub iugo montis: ganz unten am F. des Berges hinfließen, in imis montis radicibus ferri (von einem Flusse): die Stadt lieg tam F. des Berges, oppidum monti subiectum est.
2) als Maß, a) übh.: pes. – einen F. groß, pedalis, der Deutlichkeit wegen mit dem Zus. in longitudinem, in altitudinem (übh., einen F. lang, hoch etc.; auch einen F. breit im Durchmesser, von der Sonne); pedem longus (einen F. lang): zwei F. groß, bipedalis: einen halben, semipedalis: anderthalb. sesquipedalis: drei F. lang etc., tripedalis: einen Fußbreit Landes, vestigium soli: ich sehe keinen Fußbreit Landes in Italien, der etc., pedem in Italia video nullum esse, qui etc.: nicht einen Fußbreit von jmd. weichen, me vestigio quidem abireab alqo; ne vestigium quidem abscedere oder deflectere ab alqo; non pede, quodaiunt, uno ab alqo discedere; numquam alatere alcis discedere. – b) Versglied: pes.
3) Art u. Weise: modus (gleichs. der Maßstab, wo nach etwas geschehen soll, das Maß, das bei etwas nicht überschritten werden soll). – ratio (das Verfahren, die Art u. Weise, wie etwas geschieht). – mos (die Sitte, Art und Weise, wie man etwas gewöhnlich tut). – Apparatus (die Einrichtung im Hause, bei Hofe etc.). – pretium nummorum (der Münzfuß). – das Heer auf römischen F. einrichten, organisieren, exercitum Romano od. (wenn ein Römer spricht) nostro more instituere. exercitum ad Romanae disciplinae formam redigere. ordinare exercitum proxime morem Romanum (alle in bezug auf die ganze Taktik); dare exercitui armaturam Romanam (in bezug auf die Bewaffnung); exercitum armaturā disciplināque Romanā constituere (in bezug auf Bewaffnung u. Taktik): auf den alten F. setzen, in pristinum restituere; ad antiquum morem revocare: eine Provinz auf gleichen F. mit den übrigen setzen, provinciam in eandem condicionem quamceteras vocare: auf glänzendem F. leben, splendide od. laute vivere: auf königlichem (fürstlichem) F. leben, regio victu atque cultuaetatem agere; more regio vivere; apparatu regio uti: mit jmd. auf vertrautem F. stehen, leben, familiariter alqo uti od. cumalqo vivere: auf sehr vertrautem, familiarissime od. valde familiariter uti alqo od. vivere cum alqo; intime uti alqo: sich auf vertrauten F. mit jmd. setzen, penitus intrarein alcis familiaritatem.
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33 gangbar
gangbar, I) eig.: 1) wo man gehen kann: pervius (wo man durchgehen kann). – für einen Menschen g., humani vestigii patiens. – ein g. Weg, via munita od. silice strata (ein gepflasterter): g. machen, einen Weg etc., munire (fest-, betretbar machen übh.); silice sternere (mit harten Steinen pflastern, chaussieren); [983] repurgare (wieder reinigen): auf g. u. ungangbaren Wegen, per vias inviaque. – 2) wo viel gegangen wird, tritus (vielbetreten). – frequens (häufig besucht). – celeber (zahlreich besucht; alle drei von Wegen u. dgl.). – eine sehr g. Straße, via tritissima et celeberrima (im allg.); frequentissimum rotis iter (ein vom Fuhrwerk viel befahrener Weg). – II) übtr., was im Gebrauche ist: tritus (vielgebraucht, dah. abgenutzt). – usitatus (gewöhnlich). – usu od. in usum receptus (zur Sitte geworden). – ein g. Sprichwort, iam tritum sermone proverbium. – g. sein, in usu esse od. versari. usu receptum esse. usitatum esse (gebräuchlich sein); in usu omnium esse od. versari (allgemein gebräuchlich sein, auch von Münzen); valere (gelten. z.B. von einer Münze, einem Gesetze): an einem Orte g. sein, in alqo loco versari (z.B. in foro): g. werden, usitatum esse coepisse. in usu esse od. versari coepisse (anfangen, gebräuchlich zu werden); in usu omnium esse od. versari coepisse (anfangen, allgemein gebräuchlich zu werden): an einem Orte g. werden, in alqo loco versari coepisse (vgl. vorh.).
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34 gebräuchlich
gebräuchlich, usitatus. – usu od. in usum receptus (zur Sitte geworden). – sermone tritus u. bl. tritus (oft im Munde der Leute umhergeboten u. daher gebräuchlich geworden, z.B. proverbium). – vulgaris (gewöhnlich. vulgär). – cotidianus (alltäglich). – nicht g. oder nicht mehr g., s. ungebräuchlich. – g. werden, g. machen,). »in Gebrauch kommen, bringen« unter »Gebrauch no. I«: g. sein, s. »im Gebrauch sein« unter »Gebrauch no. I«: es ist g., zu etc. od. daß etc., usitatum est od. mos est od. moris est m. so lg. Infin. od. Akk. u. Infin. od. m. folg. ut u. Konj.
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35 Geist
Geist, I) flüchtige Substanz, Spiritus: etwa spiritus. – Dah. in weit. Bed.: a) die Quintessenz dieses Spiritus: etwa flos. – Uneig., das Beste, Wesentliche, der Kern aus einer Schrift etc., flores. – b) Lebenskraft: spiritus. – Uneig., Lebhaftigkeit, Wärme, die in jmds. Schriften sich zeigt, spiritus. – sanguis (Lebensfrische).
II) die Seele, Seelenkräfte des Menschen: animus (zunächst die Lebenskraft, das Empfindende, Begehrende, dann das Ganze der Seele, die ganze geistige Natur der Menschen, Ggstz. corpus, z.B. cum corporibus vigent et deflorescunt animi). – mens (der Geist od. die Seele als ein mit Denkkraft, Verstand begabtes Wesen; dann dieses Denk- od. Kombinationsvermögen selbst). – vis mentis (die Kraft der [1036] Seele). – anima (das Lebensprinzip, das hauchbare Leben = spiritus, πνεῠμα, in Redensarten wie: animam deponere, edere, efflare [seinen Geist aufgeben]: anima reliquit eum [er gab seinen Geist auf]). – spiritus (fast gleichbedeutend mit anima = Atem, Lebenskraft; bezeichnet dann auch die Eigenschaften des Geistes, die unsern »hoher Geist od. Sinn, Energie, Begeisterung, Mut, Stolz'« etc. entsprechen). – ingenium (die natürlichen, intellektuellen Anlagen, bes. die schaffende, erfindende Geisteskraft). – im Geiste (d. i. in der Einbildung etc.), spe et opinione od. spe atque animo. – ein großer, erhabener G., animusmagnus, excelsus, altus; ingenium magnum, excelsum; u. übtr. – ein Mann von großem etc. Geiste, animus magnus; vir magni ingenii: Sokrates, ein großer philosophischer G., Socrates philosophiā clarus: Aristoteles, ein ganz außerordentlicher Geist, Aristoteles, vir singulari et paene divino ingenio. – ein gewaltiger G., ingens vis ingenii;ingentis ingenii oder spiritus vir (von der Pers.). – ein kleiner G., ingenium parvum,pusillum; homo parvi ingenii (v. der Pers.). – viel G. haben, besitzen, magno ingenio esse;ingenio abundare: G. verraten, signa dareingenii. – Dah. in engerer Bed.: a) die herrschende Gesinnung od. Gemütsverfassung, auch die, welche die Handlun gen vorzüglich leitet: animus. – studium alcis rei (Hinneigung zu etwas). – knechtischer Geist, animus servilis: kindlicher G. (gegen Gott), pietas erga deum;pius in deum animus. – G. der Neuerung, rerum novarum od. uovandarum studium. – b) eigentümliche Denk- u. Handlungsweise: ingenium (angeborne und also eigentümliche Geistesbeschaffenheit). – animus (die jmdm. inwohnende Denkweise). – mos. mores (die Sitte, die Sitten, Sit tenrichtung, z.B. saeculi od. temporum; vgl. »Zeitgeist«). – proprie – tas (die Eigentümlichkeit übh.). – ratio (die eigentümliche Art und Weise, das eigentümliche Verfahren etc., z.B. commutata tota ratio est rei publicae); verb. natura atque ratio (z.B. temporum civilium). – mens (die eigentümliche Denkweise, z.B. scriptoris). – volun- tas (der Wille, die Tendenz, die man bei etw. hat, z.B. naturis differunt, voluntate si mi lessunt et inter se et etc.: u. vol. scriptoris, bes. im Ggstz. zu scriptum od. litterae, d. i. dem buchstäblichen Ausdruck, Buchstaben); verb. ratio voluntasque. – sententia (der Gedanke, der einer Sache unterliegt, Ggstz. verbum aclittera). – consilium od. Plur. consilia (der leitende Grundsatz, die leitenden Grundsätze, die Tendenz od. die Tendenzen, die man verfolgt). – artes (die Eigenschaften, die einer zeigt). – institutum od. Plur. instituta (das Verfahren, das jmd. einschlägt). – ein neuer G., ingenium novum (z.B. quod vir induerat [angenommen hatte]): der verderbliche G., labes (z.B. saeculi). – G. (Sinn u. G.) des Gesetzes. voluntas et sententia legis: der ganze G. des Staates, mens et animus et consilium et sententia civitatis (z.B. posita estin legibus): der ganz verschiedene G. der latein Sprache, diversa Latini sermonis ratio: er verwaltete die Ämter in demselben G., den er [1037] bei der Bewerbung an den Tag gelegt hatte, quibus artibus petierat magistratus, iisdem gerebat. – im G. der Vorfahren, more maiorum: im G. eines alten Spartaners, memor nominis Spartani: im G. des Friedens, non abhorrens a quietis consiliis: mehr im G. des Friedens, placidius.
III) ein einfaches, unkörperliches Wesen mit Denk-u. Willenskraft: etwa spiritus. – der heilige Geist, spiritus sanctus; auch deus (z.B. der h. Geist ist mit dir, in dir, deus tecum est, intus est). – Gott ist ein Geist, deus est mens soluta quaedam et libera, segregata ab omni concretione mortali. – die Geister der Verstorbenen, animae (im allg.); manes (die mit heiliger Scheu betrachteten Seelen der Toten, die, weil sie keine Körpermasse mehr umgibt, nur Schatten ähnlich sind; auch von den Geistern, die einem Menschen angehören, z.B. non manes eius viri conquiescunt); la. res (die guten Geister, die als Hausgötter verehrt wurden); larvae. lemures (die bösartigen, die als Nachtgeister od. Gespenster unstet umherirrten); pii (die seligen Geister); umbrae, bes. mit dem Zus. infernae (die Schatten der Verstorbenen in der Unterwelt, die sich auch wieder auf der Erde zeigen, s. Suet. Cal. 59 [umbris inquietari] od. von Geisterbeschwörern zitiert werden können, s. Tac. ann. 2, 28): böse Geister, daemones (Eccl.); rein lat. animulae noxiae (Spät.).
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36 gemeiniglich
gemeiniglich, plerumque (mehrenteils). – vulgo (gewöhnlich, im gemeinen Leben). – Wenn von Sitte und Gewohnheit die Rede ist, so ist es durch so lere od. consuevisse zu geben, z.B. des Morgens geht er g. spazieren, mane am. bulare solet od. consuevit.
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37 Geschmack
[1088] Geschmack, I) objektiv, A) eig., als Eigenschaft der Dinge: sapor. – einen angenehmen G. haben, iucundo sapore esse; iucunde sapere: einen fremden G. annehmen, alieno sapore infici. – B) uneig., z.B. ein guter G., elegantia (z.B. in einem Gedichte): der schlechte G., insulsitas (z.B. villae). – II) subjektiv, A) eig., das Vermögen zu schmecken: gustatus. – B) uneig., 1) Vorgeschmack, Pröbchen: gustus (s. Sen. ep. 114, 18: gustum tibi dare volui, d. i. ich wollte dir nur einen G. [ein Pröbchen] von der Schreibart des Sallust geben). – 2) das Gefühl des Schönen u. das damit verbundene Wohlgefallen oder das damit verbundene Vermögen, das Schöne u. Häßliche zu beurteilen: a) übh.: sensus, für etw., alcis rei (das Wahrnehmen durch die Sinne). – stomachus (eig. der Magen; dann wie das deutsche Magen = Geschmack in bezug auf Dinge des Begehrens, z.B. non rationem [Gründe], sed stomachum tibi narro). – voluntas alcis rei (die Neigung zu etc., der Sinn für etc., z.B. recti generis, für das Klassische in der Kunst). – ingenium (die angeborene Geistesrichtung, z.B. malum et inconstans). – elegantia (die Feinheit, der Sinn für das Feine u. Schöne, sofern es sich nach außen zeigt). – venustas (die Anmut, der Liebreiz, der sich bei jmd. zeigt). – iudicium (das Urteil in Sachen des Geschmacks, wenn er auf den Augen od. auf dem Gehör beruht, mit dem Zus. oculorum, aurium). – intellegentia (die tiefe Einsicht bei Sachen des Geschmacks, der Kunstverstand). – auch aures u. verb. aures et iudicium alcis (das auf dem Gehör beruhende Urteil, z.B. alcis od. temporis auribus accommodatus: u. auribus et iudicio alcis obtemperare [sich richten]). – ein guter, richtiger, seiner G., elegantia (im allg.); elegans od. subtile od. exquisitum od. politum iudicium (seines Urteil); iudicium intellegens (Kennerurteil): gebildeter, geläuterter, reiner G., exculta quaedam elegantia; urbanitas (in Rede u. Benehmen); tritae aures. teretes aures intellegensque iudicium (im Urteil durchs Gehör): gesunder G., sanitas: ein unsicherer G., iudicium minus firmum. – ein Mann von seinem G., homo politus od. elegans; homo intellegens (ein Kunstverständiger): ein Mann von feinstem G., homo iudicii elegantissimi. – ein Mann ohne G., homo exiguum sapiens: homo sine iudicio; homo parum elegans. – Mangel an G., s. Geschmacklosigkeit. – den G. bilden, elegantiam excolere; iudicium acuere, exacuere (das Urteil schärfen). – G. an etw. finden, gewinnen, einer Sache G. abgewinnen, in alqa re sensum habere (Sinn haben für etw.); alqā re delectari (von etw. sich angezogen fühlen): keinen G. an etwas finden oder gewinnen können, einer Sache keinen G. abgewinnen können, abhorrere ab alqa re; suo sensu non gustare alqd. – G. an etwas bekommen, alcis rei sensu quodam imbui. – wenig G. haben, exiguum sapere einen guten G. haben, recte sapere. – mit G., scite (fein, elegant, z.B. convivium exornare); commode (dem Maße des Gegenstandes angemessen, z.B. saltare); scienter (mit Einsicht, kunstverständig, [1089] z.B. tibiis cantare); manu eleganti (mit geschmackvoller Hand, z.B. effingere scaenam). – nach meinem G., quantum ego sapio; quantum equidem iudicare possum; meo iudicio (z.B. hoc rectius est), – b) die auf Empfindung des Schönen begründete Art zu denken u. zu handeln: ratio (z.B. ratio falsa, Ggstz. veritas). – ingenium (eigentümliche intellektuelle Beschaffenheit). – ritus. mos (herkömmliche Art, Sitte). – im griechischen G., more Graeco: im neuen G., novo ritu.
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38 herkömmlich
herkömmlich, tralaticius. a maioribus od ab antiquis traditus antiquitus traditus. auch bl. traditus (hergebracht, von den Vorfahren überliefert u. deshalb gewöhnlich, z.B. mos, ius). – patrius (vom Vater überliefert, z.B. ri tus). – usu receptus, im Zshg. auch bl. re ceptus (durch den Gebrauch angenommen). – usitatus (üblich). – vetus atque usitatus (von alters her üblich). – sollemnis (durch den Gebrauch, die Gewohnheit geheiligt. bes. von Opfern etc) z.B. die herk. Opfer, sollemnia mit u. ohne sacra). – die h. Form, mos (die Sitte, z.B. rogandi iudicis); consuetudo (die Gewohnheit, z.B. benignitatis): den Gesandten die h. Geschenke schicken, munera legatis ex instituto mittere. – es ist h., moris est; in more est; usitatum est: es ist bei ihnen h., est moris eorum, daß sie etc., ut etc.: es war von alters her h., traditum antiquitus oder ab antiquis erat; erat in more positum institutoque maiorum: wie h., ut assolet – Adv. (auf herk. Weise), more tralatielo oder tradito; more usitato oder recepto; more maiorum; instituto ac more; ex instituto; ut assolet (wie es immer zu geschehen pflegt).
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39 herrschen
herrschen, I) eig., die Herrschaft haben, Herr, Gebieter sein: imperium tenere. imperare (übh. Gewalthaber sein). – regnare (regieren, bes. von der Alleinherrschaft der Könige; dann übh. von der unumschränkten Gewalt eines Gewalthabers in jedem Wirkungskreise). – über jmd. herrschen, alci imperare; imperium od. dominationem habere in alqm: über ein Land, imperium alcis terrae obtinere: über die ganze Welt h., omnium terrarum dominum esse. – II) uneig.: a) übh. die Oberhand haben: principem esse (der Erste sein, v. Personen, z.B. in tragoedia). – dominari (vorherrschen, von Leidenschaften etc., z.B. wo die Willkür herrscht, ubi libido dominatur). – b) im Schwange sein, überall verbreitet sein; dann bestehen übh.: valere (walten, obwalten). – vigere (im Flor sein). – percrebruisse. increbruisse (sich weit verbreitet haben). – esse. agitari. versari (sein, bestehen; vers. mit in u. Ablat. des Ortes, wo etw. herrscht). – es herrscht allgemein der Glaube, daß etc., vulgata od. omnium est opinio etc.: es herrschte die Sitte, mos erat: es herrscht Trauer, Freude, agitatur maeror od. laetitia: überall herrscht Freude, ubique est laetitia.
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40 häßlich
häßlich, deformis (mißförmig, mißgestaltet, z.B. von oder am Körper, corpore). – turpis (schändlich, von dem, was zugleich in moralischer Hinsicht Mißfallen erregt). – taeter (garstig, ekelhaft, für Auge, Gehör und Geschmack, von dem, wovor man die Sinne verschließt). – obscenus (schmutzig, v. dem, was den Anstand, die gute Sitte verletzt, gegen sie ist). – foedus (scheußlich, wovon man sich mit Ekel u. Abscheu abwendet, z.B. von Ansehen, aspectu). – spurcus (unflätig, garstig, von dem, was wegen seiner ekelhaften Unreinlichkeit Auge u. Geruchsinn beleidigt). – sehr h., insignis ad deformitatem (von einer Pers.). – h. Wetter, tempestas foeda, spurca. – Adv.deformiter; turpiter; taetre; obscene; foede.
См. также в других словарях:
Sitte — ist der auf Tradition und Gewohnheit beruhende, durch moralische Werte, Regeln und Normen bedingte, in einer bestimmten sozialen Gruppe oder Gemeinschaft übliche und für den Einzelnen dann als verbindlich geltende Wertekanon (vgl. Ferdinand… … Deutsch Wikipedia
Sitte — Sf std. (8. Jh.), mhd. site m., ahd. situ, as. sidu Stammwort. Aus g. * sedu m. Sitte , auch in gt. sidus m., anord. siđr m., ae. sidu, afr. side. Vermutlich genau entspricht gr. éthos n. Gewohnheit, Sitte, Brauch . Das griechische Wort kann aber … Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache
Sitte — Sitte: Das gemeingerm. Substantiv mhd. site, ahd. situ, got. sidus, aengl. sidu, aisl. siđr (schwed. sed) bezeichnete ursprünglich die Gewohnheit, den Brauch, die Art und Weise des Lebens. Wahrscheinlich gehört es mit der Grundbedeutung »Bindung« … Das Herkunftswörterbuch
Sitte [1] — Sitte, jede in einer Volksgemeinschaft herrschende, von den Einzelnen freiwillig befolgte Regel des Verhaltens. In ihren äußern Wirkungen stimmt die S. mit dem Instinkt der Tiere überein, unterscheidet sich aber von ihm dadurch, daß dieser in der … Meyers Großes Konversations-Lexikon
Sitte — Sitte, 1) in der allgemeinsten Bedeutung die für einen Kreis von Menschen geltenden Gewohnheiten u. Regeln in der Behandlung der Vorfälle des Lebens u. im Verkehr unter einander; 2) im engeren Sinne alles, was einen Gegensatz gegen die natürliche … Pierer's Universal-Lexikon
Sitte [2] — Sitte, vulgär soviel wie Sittenpolizei (s. d.) … Meyers Großes Konversations-Lexikon
Sitte — Sitte, durch stillschweigendes Uebereinkommen allmälig entstandene Lebensregel für einen größeren oder kleineren Kreis (Brauch), von verschiedenem moralischem Werthe; soviel als gute S., daher Gesittung, soviel als Civilisation; Sittlichkeit,… … Herders Conversations-Lexikon
Sitte — ↑Konvention, ↑Manier, 1Mode, ↑Moral, ↑Usus … Das große Fremdwörterbuch
Sitte — [Basiswortschatz (Rating 1 1500)] Auch: • Brauch Bsp.: • Das ist hier ein alter Brauch … Deutsch Wörterbuch
Sitte — 1. Alte Sitten vnd jetzt gebrauchte Wort sind die besten. – Petri, II, 12. Böhm.: Ne tak let jako obyčejův šedivost ctihodna. (Čelakovsky, 308.) Poln.: Nie lat, ale obyczajów sędziwość powažna. (Čelakovsky, 308.) 2. Am schönsten kleiden gute… … Deutsches Sprichwörter-Lexikon
Sitte — Anstand; Lauterkeit; Anständigkeit; Moral; Sittlichkeit; Brauch; Regel; Konvention; Gepflogenheit; Gewohnheit; Usus * * * Sit|te [ zɪtə] … Universal-Lexikon