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1 streichen
streichen, I) v. intr.: 1) gehen: ferri. – volare (fliegen). – die Störche streichen an einen See, ciconiae ad aliquem lacum permeant: der Wind streicht durch einen Ort, ventus alqm locum perflat. – 2) berühren: an etw. od jmd. st., stringere alqd (streifen). – leviter attingere alqm od. alqd (leicht berühren). – II) v. tr.: 1) herablassen: demittere. – die Segel st., s. Segel. – 2) auf einer Sache der [2235] Länge nach hinfahren: a) übh.: mulcere. permulcere (leicht u. oft mit der Hand streichen, z.B. barbam). – jmd. mit Ruten st., alqm virgis caedere. – prägn., etw. auf etw. st., s. bestreichen (mit etw.). – das Haar in die Stirn st., crines in frontem compellere: das Haar aus dem Gesicht st., capillum revocare. – b) = ausstreichen, w. s.
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2 Strich
Strich, I) vom intransit. »streichen«, a) der Zustand, wenn jmd. od. etwas. zieht od. streicht, z.B. der St. der Vögel, aves in alia loca transvo lantes. – b) die Richtung, wie etwas geht: tractus; iter. – in einem St., uno tenore; continenter. – c) in einer Richtung gehende Strecke Landes: tractus. – regio (die Gegend, Landschaft übh.). – die zunächst gelegenen Striche der röm. Provinz, finitima provinciae Romanae. – d) = Himmelsstrich, w. s. – II) vom transit. »streichen«; das Gestrichene = die Linie: linea. – limes (breiter Strich, Streifen), – nota (Strich als Zeichen, Merkmal etc.). einen St. ziehen, machen, lineam ducere: einen St. durch etwas machen, *lineam inducere alci rei: in leichten Strichen etw. (schriftlich) entwerfen, primis velut lineis alqd designare. – Strichelchen, lineola.
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3 bloß [2]
2. bloß, Adj., I) entblößt: nudus (sowohl unbekleidet, unbedeckt als unbewaffnet). – apertus (ohne Bedeckung, enthüllt, sichtbar). – non tectus (nicht bedeckt. unbedeckt). – vacuus vaginā (der Scheide ledig, v. Schwerte, Dolche etc.). – mit b. Kopfe, capite dcto od. aperto [497]( Ggstz. capite operto). – auf der b. Erde schlafen, humi cubare. – b. geben, nudare (z. B. animum); aperire, enthüllen, kundgeben (z. B. sensus suos). – II) unbeschützt, unbewahrt: nudus. – apertus (offen, ungedeckt gegen Angriffe u. dgl.). – b. geben, nudare; eine b. gegebene Mauer, murus defensoribus nudatus: sich b. geben, s. Blöße (geben): b. stellen (bloßstellen), obicere (gleichs. vorwerfen, z. B. suum caput furori civium); exponere. proponere (aussetzen, z. B. exp. nomen alcis ad invidiam: u. prop. alcis vitam omnibus telis fortunae): b. gestellt (bloßgestellt), obiectus (z. B. den Launen des Schicksals, fortunae); auch obnoxius: b. stehen, bloßgestellt sein, ad omnes ictus expositum esse (allen Hieben, Streichen ausgesetzt sein); patēre (offen-, dem Eindringen der Feinde bloßgestellt sein, v. Ländern: u. übtr., ausgesetzt sein, z. B. vulneri, morbis). – III) ohne anderes oder andere: nudus (wie unser »nackt, bloß« = ohne nähere Bestimmung, wie Cic. parad. 3, 24: nuda ista si ponasi. e. sine loco, tempore, causa], iudicari, qualia sint, non facile possunt). – solus (allein, nicht mehr und nicht weniger, z. B. solae triginta minae). – merus (lauter, ohne fremden Zusatz, z. B. nugae). – sincerus (rein, echt, weiter nichts als, z. B. equestre proelium). – Auch drücken die Lateiner »bloß« = »schon an und für sich selbst« durch ipse (seinem Nomen vorgesetzt) aus, z. B. schon durch die b. Menge, ipsā multitudine: schon durch den b. Anblick, ipso aspectu.
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4 Admiral
Admiral, praefectus classis; dux praefectusque classis; praetor navalis; qui classi praeest. – einen zum A. machen, praeponere alqm navibus; praeficere alqm classi: A. sein, classi praeesse, praepositum esse. – Admiralität, *toti officio maritimo praepositi. – Admiralschaft, summa imperii maritimi. – Admiralschiff, navis praetoria. – Admiralsflagge, insigne navis praetoriae. – *vexillum navis praetoriae (als Zeichen des Angriffs). – die A. aufstecken, *vexillum n. pr. proponere: die A. streichen, *vexillum n. pr. demittere, deducere. – Admiralstelle, summa imperii maritimi. – die A. bekleiden, s. Admiral (sein).
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5 Backstein
Backstein, later, Dimin. laterculus (der zum Mauern gebrauchte, sowohl rohe, bloß an der Sonne getrocknete, als auch im Ofen gebrannte Backstein, Mauerziegel). – testa (der sowohl zum Mauern als zum Decken der Dächer gebrauchte gebrannte Ziegelstein, der Brandstein). – ein ungebrannter, roher B., later crudus: ein gebrannter, later coctilis od. coctus: ein an der Sonne getrockneter, later siccatus. – Backsteine streichen, machen, lateres ducere: B. brennen, lateres coquere: aus B. (gemacht), latericius: testaceus.
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6 Flagge
Flagge, vexillum navale, im Zshg. bl. vexillum (als Fahne). – insigne (als Abzeichen, z.B. eines Admiralschiffs). – mappa (als Tuch, um damit ein Zeichen zu geben, z.B. zum Abfahren der Wettrenner im Zirkus). – die F. wehen lassen, vexillum proponere, tollere (die F. aufstecken); mappam mittere (die F. flattern lassen): die F. streichen, vexillum demittere, deducere.
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7 Segel
Segel, I) eig.: velum navale; gew. bl. velum. – mit vollen Segeln, plenis velis latus (v. Schiffen). – die Segel aufziehen, spannen, aufspannen, ausspannen, hissen, vela facere. vela pandere (eig. u. bildl.); armamenta tollere (eig.): unter S. gehen, navem solvere; auch bl. solvere: mit vollen Segeln fahren, plenis velis ferri; plenissimis velis navigare: mit vollen Segeln abfahren, solvere navem et vela ventis dare; vela dare in altum (mit vollen Segeln in die hohe See stechen): die S. beilegen, armamenta componere: die Segel streichen, einziehen, vela contrahere (eig: u. im Bilde, s. Hor. carm. 2, 10, 23); vela subducere. armamenta demere (eig.); cedere, vor jmd., alci (bildl., weichen): mit vollen Segeln kommen, velo passo od. sublatis armamentis venire: die S. nach dem Winde richten, ad id, unde aliquis flatus datur, vela dare (auch bildl.). – II) meton. = das ganze Schiff: navis. – eine Flotte von 30 Segeln, classis triginta navium.
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8 Wind
Wind, I) eig.: ventus. – W. u. Wetter, venti tempestatesque; venti atque imbres (Winde u. Regen); imber ac ventus (Regen u. Wind): in W. u. Wetter, auch sub divo (unter freiem [2710] Himmel, z.B. nutriri). – auf guten, günstigen, frischen W. warten, ventum exspectare: guten (günstigen) W. haben, mit gutem (günstigem) W. segeln, secundos od. prosperos ventos habere (absol. od. zu etw., ad etc., z.B. ad traiciendum); secundo vento cursum tenere: ungünstigen W. haben, adverso vento navigare: adversis ventis uti: guten, günstigen W. bekommen, idoneum ventum nancisci: gegen den W. steuern, in adversum ventum tendere: mit halbem W. segeln, ventum obliquum captare; obliquare sinus velorum in ventum: der W. geht, weht, ventus flat: der W. wird stärker, wird frisch, ventus increbrescit: der W. legt sich. ventus cadit: der W. geht nicht mehr. hat sich gelegt, ventus cecĭdit od. consedit od. recessit: der W. geht, bläst in den Rücken, ich habe den W., im Rücken, tergum afflat ventus: durch widrige Winde aufgehalten werden, contrariis ventis retineri. – Sprichw., etwas in den W. schlagen, alqd neglegere (nicht beachten); alqd contemnere (geringschätzend verschmähen ): in den Wind reden, verba dare ventis od. in ventos: die Warnungen werden in den W. gesprochen sein, abibunt in vanum monentium verba. – II) uneig.: a) fortgehende Blähung: ventus. flatus (im allg.). – crepitus ventris (hörbarer). – einen W. streichen lassen, flatum ventris emittere: einen hörbaren, crepitum ventris reddere. – b) leere Worte ohne Wahrheit: verba vana od. inania. – das ist W., verba istaec sunt.
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9 Ziegel
Ziegel, later od. (kleiner) laterculus (Ziegelstein, Mauerziegel). – tegula (Dachziegel). – imbrex (Hohlziegel zum Ablaufen des Regens). – testa (der gebrannte Ziegel, Brandstein zum Mauern u. zum Decken der Dächer). – gebrannter Z., later coctilis: ungebrannter, later crudus: Z. streichen, lateres ducere od. fingere: Z. brennen, lateres coquere: aus Ziegeln gemacht, latericius: mit Z. gedeckt, tegulis tectus: er werde in ganz Italien keinen Z. auf dem Dache lassen, tegulam illum in Italia nullam relicturum: kein Z. auf dem Dache ist sein eigen, non capillos liberos habet.
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10 überziehen
überziehen, inducere alqd alci rei od. super alqd. inducere alqd alqā re (einen Stoff über etwas, etw. mit einem Stoff überziehen, z.B. ceram parieti od. parietem cerā: u. aurum tecto: u. coria super lateres: u. scuta [2350] alqā re (einen Stoff an etwas streichen oder etwas mit etwas bestreichen, z.B. aurum marmori: u. alqd gypso: u. alqd intus cerā). – circumlinere alqd alqā re (rings bestreichen mit etwas, z.B. mortuos cerā). – der Himmel überzieht sich, caelum nubibus obducitur od. obtegitur. – jmd. mit Krieg üb., bellum inferre alci.
См. также в других словарях:
Streichen — Streichen, verb. irregul. Imperf. ich strích, Mittelw. gestríchen, Imperat. streíche oder streich. Es ist ursprünglich, so wie alle Zeitwörter, eine Onomatopöie, welche einen gewissen bestimmten diesem Worte eigenthümlichen Laut nachahmte, und… … Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart
streichen — V. (Grundstufe) etw. mit Farbe bemalen Synonym: anstreichen Beispiele: Sie haben die Wohnung neu gestrichen. Die Bank ist frisch gestrichen. streichen V. (Grundstufe) etw. durch einen Strich löschen Synonym: ausstreichen Beispiele: Der Schüler… … Extremes Deutsch
streichen — streichen: Das westgerm. starke Verb mhd. strīchen, ahd. strīhhan, niederl. strijken, engl. to strike (↑ Streik) geht mit verwandten Wörtern in anderen idg. Sprachen auf die unter ↑ Strahl dargestellte idg. Wurzel *ster‹ə› »streifen, streichen«… … Das Herkunftswörterbuch
Streichen — Streichen, 1) sich schnell über etwas hin od. von oben nach unten bewegen od. bewegen lassen; 2) die Segel, eine Raa, die Flagge streichen, dieselbe herunter lassen (vgl. Kardeele 2); jene, um den Lauf des Schiffes zu unterbrechen, diese, um ein… … Pierer's Universal-Lexikon
Streichen — Streichen, s. Fallen und Streichen … Lexikon der gesamten Technik
streichen — Vst. std. (8. Jh.), mhd. strīchen, ahd. strīhhan, mndd. striken, mndl. striken, stricken Stammwort. Aus g. * streik(w) a Vst. streichen , auch in anord. strýkja, strýkva, ae. strīcan, afr. strīka. Außergermanisch vergleichen sich vielleicht l.… … Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache
streichen — streichen, streicht, strich, hat gestrichen 1. Ich muss meine Wohnung neu streichen. 2. Das Wohngeld ist gestrichen. Wir verdienen jetzt zu viel … Deutsch-Test für Zuwanderer
Streichen [1] — Streichen, seemännisch das Gegenteil von heißen, also herunterziehen, z. B. die Segel oder die Flagge. Wenn zu den Zeiten der Segelschiffahrt ein Schiff, das verfolgt wurde, seine Segel strich, so gab es sich damit verloren; daher figürlich die… … Meyers Großes Konversations-Lexikon
Streichen [2] — Streichen, ein Fehler im Gang beim Pferde. Das Pferd streicht sich, indem der Huf des einen Fußes die Innenseite des Fesselgelenkes des andern Fußes streift und schließlich wund macht … Meyers Großes Konversations-Lexikon
Streichen — der Gebirgsschichten, die Richtung, in welcher diese in derselben Horizontalen (Streichlinie) sich weiter erstrecken. (S. auch Fallen) … Kleines Konversations-Lexikon
streichen — 1. ↑elidieren, 2. canceln … Das große Fremdwörterbuch