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1 σκαιός
σκαιός, lat. scaevus, links, auf der linken Seite; ἡ σκαιά, sc. χείρ, die Linke, die linke Hand, bei Hom. immer σκαιῇ, mit der Linken, Il. 1, 501 u. sonst, wie vollständig Hes. Th. 179 χειρὶ σκαιῇ; auch in Prosa, σκαιά, im Ggstz von δεξιά, Plat. Phaedr. 266 a. – Weil aber der griechische Vogelschauer sein Gesicht gegen Mitternacht kehrte, ist zu seiner linken Hand Sonnenuntergang, Westen, daher σκαιός = westlich, abendlich, wie man Σκαιαὶ πύλαι in der Il. das Abend- od. Westthor erklärt, u. Od. 3, 295 σκαιὸν ῥίον wahrscheinlich das westliche Vorgebirge ist. Von links her fliegende Vögel bedeuten Unglück; dah. σκαιός = Unglück verkündend, ungünstig, widrig, Nachtheil bringend; φιλοτιμίη κτῆμα σκαιόν, Her. 3, 53; οὐ σκαιότερον χρῆμ' ἕκαστον, Pind. Ol. 9, 104; σκαιὸν ἐκλύσων στό μα, Soph. Ai. 1204, wo der Schol. λόγους κακούς erkl. – Gew. linkisch, ungeschickt, unbeholfen, plump, vom Betragen, auch vom Wissen, ungebildet, dumm; ὅπου Ἀπόλλων σκαιὸς ᾖ, τίνες σοφοί; Eur. El. 972, vgl. Med. 298; πόλλ' ἀγρώσταις σκαιὰ πρόςκειται φρενί, Rhes. 266; σκαιὸς καὶ ἀπαίδευτος, Ar. Vesp. 1183; Ggstz von δεξιός, Plut. 1023 u. öfter; σκαιότατον ἔπος, Av. 174; auch im adv., σκαιῶς λέγειν τι, Eccl. 644; in Prosa: σκαιότατος καὶ ἀδικώτατος, Her. 1, 129; μή με σκαιὸν ἡγησάμενος φοιτητὴν μὴ προςδέχοιτο, Plat. Euthyd. 295 d; οὕτω σκαιὸς ὥστε μαϑεῖν οὐ δύνασϑαι, Lys. 10, 15; σκαιὸς οὕτω καὶ ἀναίσϑητος εἶ, Dem. 18, 120, vgl. 24, 183; οὑτω σκαιός ἐστι καὶ βάρβαρος τὸν τρόπον, 26, 17; τίς ἂν στρατηγὸς ἀλογιστότερος καὶ σκαιότερος ἡγεμών, Pol. 3, 48, 1; oft bei Luc. u. Plut.; vgl. Jac. Ach. Tat. p. 998. – Zuweilen auch = schief, krumm gebogen. im Ggstz von ὀρϑός, wie es Nic. Ther. 266, vom Gange der Schlangen gebraucht, durch πλάγιος erklärt wird.
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2 σκαιο υργέω
σκαιο υργέω, linkisch handeln, sich plump, ungeschickt betragen, ungezogen sein; περὶ τοὺς γονέας (v. l. παρά), gegen die Eltern, Ar. Nubb. 981.
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3 σκαιο-βατέω
σκαιο-βατέω, linkisch einherschreiten, ungeschickt gehen, tanzen, einen Fehltritt thun, VLL.
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4 σολοικίζω
σολοικίζω, einen Fehler gegen die Regeln der Sprache, bes. in Zusammenfügung der Wörter begehen, eine schlechte Mundart sprechen, wie die σόλοικοι; eigtl. vom Griechischen, σολοικίζει τῇ φωνῇ Dem. 45, 30; aber auch übh. = fehlerhaft sprechen, Her. 4, 117, φωνῇ Σκυϑικῇ σολοικίζειν, schlecht scythisch sprechen; Luc. rhet. praec. oft. – Auch = einen Verstoß gegen die Regeln der guten Lebensart machen, sich unschicklich betragen, linkisch benehmen, Sp., wie Plut. oft; τῇ χειρί, Philost.
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5 ἀριστερός
ἀριστερός, ά, όν, links, eigentl. compar. zu ἄριστος, wobei ἄριστος nicht in der Bed. des superl. zu fassen, sondern als positiv., »gut«, so daß also ἀριστερός eigentl. »besser« heißt; im Gebrauch erscheint aber ἀριστερός nur als euphemistische Bezeichnung der linken Seite, welche nämlich dem Griechen als die unglückliche galt; ähnlich εὐώνυμος. Die Beschränkung des Gebrauchs von ἀριστερός auf diesen einen Fall wird angedeutet durch die Versetzg des Accents; denn ursprüngl. muß das Wort Proparoxytonon gewesen sein. Hom. öfters ἐπ'ἀριστερά, außerdem ἀριστερός Iliad. 23, 338 Od. 20, 242, ἀριστερόν masc. Iliad. 5, 16. 660. 11, 321. 16, 106. 478, ἀριστερόφιν Iliad. 13, 309; ἀρ. μαζόν Iliad. 11, 321, μηρόν 5, 660, ὦμον 5, 16; ἵππος ἀρ. Iliad. 23, 338; αὐτὴν ἐπ' ἀριστέρ' ἔχοντες, zur Linken, Od. 3, 171; τὴν ἐπ' ἀριστερὰ χειρὸς ἔχοντα 5, 277; Βοιωτῶν ἐπ' ἀριστερά, links von den Böotern, Iliad. 2, 526; μάχης ἐπ' ἀριστερά, auf der linken Seite des Schlachtfeldes, 11, 498; νηῶν ἐπ' ἀριστερά 12, 118; νῶιν δ' ὧδ' ἐπ' ἀριστέρ' ἔχε στρατοῦ 13, 326; ἦ ἐπὶ δεξιόφιν στρατοῦ, ἦ ἀνὰ μέσσους, ἦ ἐπ' ἀριστερόφιν 13, 309; οἶδ' ἐπὶ δεξιά, οἶδ' ἐπ' ἀριστερὰ νωμῆσαι βῶν 7, 238; αὐτὰρ ὁ τοῖσιν ἀριστερὸς ἤλυϑεν ὄρνις, αἰετὸς ὑψιπέτης, ein Unglück bedeutender Vogel, Od. 20, 242; αἰετὸς ὑψιπέτης ἐπ' ἀριστερὰ λαὸν ἐέργων Iliad. 12, 201. 219; οἰωνοῖσι κελεύεις πείϑεσϑαι, τῶν οὔ τι μετατρέπομ' οὐδ' ἀλεγίζω, εἴτ' ἐπὶ δεξί' ἴωσι πρὸς ἠῶ τ' ἠέλιόν τε, εἴτ' ἐπ' ἀριστερὰ τοί γε ποτὶ ζόφον ἠερόεντα Iliad. 12, 240, vgl. Lehrs Aristarch. p. 177; – ἐξ ἀριστερᾶς Soph. Phil. 20 El. 7; Plat. Tim. 72 c; ἐν τῇ ἀριστερᾷ Phaedr. 228 d u. sonst, zur Linken; τὸ ἐπ' ἀριστερὰ μέρος Plat. Phaedr. 266 a; ἐκ τῶν ἀριστερῶν ἐπὶ τὰ δεξιά Plat. Tim. 77 e; φρενόϑεν ἐπ' ἀριστερὰ ἔβας Soph. Ai. 183, du wichest links hin, vom Rechten ab; dah. linkisch, ungeschickt, Sp.
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6 ἀμφ-αρίστερος
ἀμφ-αρίστερος, auf beiden Seiten, d. i. ganz links, linkisch, komisches Wort, Ar. frg. bei Galen., entsprechend dem ἀμφιδέξιος, vgl. B. A. 3, 20.
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7 ἀ-δέξιος
ἀ-δέξιος, ungeschickt, linkisch, Luc. Sat. 4.
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8 ἐπ-αρίστερος
ἐπ-αρίστερος, links; übertr., linkisch, ungeschickt, Ggstz ἀμφιδέξιος, Ath. IV, 179 f u. a. Sp.; s. Lob. zu Phryn. 259, wo es wie Poll. 2, 160 als ein schlechtes Wort verworfen wird; ἐπαρίστερ' ἔμαϑες γράμματα Theognet. Ath. XV, 671 b. – Adv., λαμβάνεις Men. Clem. Al. strom. 2 p. 181; Plut. tranquill. an. 7.
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9 ἀδέξιος
ἀ-δέξιος, ungeschickt, linkisch -
10 ἀμφαρίστερος
ἀμφ-αρίστερος, auf beiden Seiten, d. i. ganz links, linkisch, komisches Wort -
11 ἐπαρίστερος
ἐπ-αρίστερος, links; übertr., linkisch, ungeschickt, Ggstz ἀμφιδέξιος -
12 σκαιοβατέω,
σκαιο-βατέω, u. σκαι-εμ-βατέω, linkisch einherschreiten, ungeschickt gehen, tanzen, einen Fehltritt tun -
13 σκαιεμβατέω
σκαιο-βατέω, u. σκαι-εμ-βατέω, linkisch einherschreiten, ungeschickt gehen, tanzen, einen Fehltritt tun -
14 σκαιός
σκαιός, lat. scaevus, links, auf der linken Seite; ἡ σκαιά, sc. χείρ, die Linke, die linke Hand; σκαιῇ, mit der Linken. Weil aber der griechische Vogelschauer sein Gesicht gegen Mitternacht kehrte, ist zu seiner linken Hand Sonnenuntergang, Westen, daher σκαιός = westlich, abendlich, wie man Σκαιαὶ πύλαι das Abend- od. Westtor erklärt; σκαιὸν ῥίον, das westliche Vorgebirge. Von links her fliegende Vögel bedeuten Unglück, dah. σκαιός = Unglück verkündend, ungünstig, widrig, Nachteil bringend. Gew. linkisch, ungeschickt, unbeholfen, plump, vom Betragen, auch vom Wissen: ungebildet, dumm. Zuweilen auch = schief, krumm gebogen, im Ggstz von ὀρϑός, vom Gange der Schlangen gebraucht -
15 σκαιο υργέω
σκαιο υργέω, linkisch handeln, sich plump, ungeschickt betragen, ungezogen sein; περὶ τοὺς γονέας, gegen die Eltern -
16 σολοικίζω
σολοικίζω, einen Fehler gegen die Regeln der Sprache, bes. in Zusammenfügung der Wörter begehen, eine schlechte Mundart sprechen, wie die σόλοικοι; eigtl. vom Griechischen, σολοικίζει τῇ φωνῇ; aber auch übh. = fehlerhaft sprechen; φωνῇ Σκυϑικῇ σολοικίζειν, schlecht scythisch sprechen. Auch = einen Verstoß gegen die Regeln der guten Lebensart machen, sich unschicklich betragen, linkisch benehmen
См. также в других словарях:
linkisch — Adj. (Oberstufe) unbeholfen und ungeschickt Synonyme: hölzern, plump, ungewandt, ungelenk (geh.) Beispiel: Mit einer etwas linkischen Bewegung nahm er ihre Hand und sah sie schüchtern an. Kollokation: sich linkisch verbeugen … Extremes Deutsch
Linkisch — wie ein Bauer, der höflich sein will. – Buch der Welt, 1847, S. 213a … Deutsches Sprichwörter-Lexikon
linkisch — hilflos, hölzern, plump, schwerfällig, tollpatschig, unbeholfen, ungeschicklich, ungeschickt, ungewandt, wie ein Stock/Stück Holz; (geh.): ungelenk; (ugs.): tapsig, wie ein Elefant im Porzellanladen; (österr. ugs.): patschert; (meist abwertend):… … Das Wörterbuch der Synonyme
linkisch — link: Das seit mhd. Zeit bezeugte Adjektiv – im Ahd. ist nur das Substantiv lenka »linke Hand« belegt – trat an die Stelle des altgerm. Wortes für »link«: mhd. winster, ahd. winistar, aengl. win‹e›stre, aisl. vinstri. Dieses Wort ist heute noch… … Das Herkunftswörterbuch
linkisch — schlaksig * * * lin|kisch [ lɪŋkɪʃ] <Adj.>: ungeschickt und unbeholfen: dieser linkische Mensch hat schon wieder ein Glas zerbrochen; mit linkischen Bewegungen versuchte er das Regal zusammenzubauen. Syn.: ↑ hölzern, ↑ steif, ↑ ungelenk. *… … Universal-Lexikon
linkisch — lịn·kisch Adj; pej; mit wenig Geschick ≈ ungeschickt, unbeholfen ↔ geschickt <eine Bewegung, eine Geste, jemandes Benehmen> … Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache
linkisch — lịn|kisch … Die deutsche Rechtschreibung
schlaksig — linkisch; ungelenk * * * schlak|sig [ ʃla:ksɪç] <Adj.>: (von Jugendlichen) schmal, knochig, hoch aufgeschossen und ungeschickt in den Bewegungen: ein schlaksiger junger Mann; ein schlaksiges Mädchen. Syn.: ↑ dünn, ↑ dürr (emotional), ↑… … Universal-Lexikon
hölzern — formell; knochig (umgangssprachlich); steif (umgangssprachlich) * * * höl|zern [ hœlts̮ɐn] <Adj.>: 1. aus Holz bestehend: ein hölzerner Löffel. 2. nicht gewandt im Auftreten, sondern steif und ungeschickt in seinen Bewegungen: bei… … Universal-Lexikon
ungehobelt — unhöflich; ruppig; brüsk; rüpelhaft; rüde; ungeschliffen; barsch; unflätig; unwirsch; ungalant; grob; schroff; … Universal-Lexikon
ungeschickt — tollpatschig; ungewandt; unbeholfen; ungelenk; tapsig; ungeübt * * * un|ge|schickt [ ʊngəʃɪkt] <Adj.>: a) (im Benehmen o. Ä.) linkisch und unbeholfen: ich bin zu ungeschickt, um das zu reparieren; mit ungeschickten Händen öffnete er das… … Universal-Lexikon